ArchivDeutsches Ärzteblatt14/2021Akute Appendizitis: Trends in der chirurgischen Therapie
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Hintergrund: Die Appendektomie ist der Goldstandard bei akuter Appendizitis. Neuere Studien befürworten jedoch die primäre Antibiotikatherapie. Ziel dieser Beobachtungsstudie war es, Veränderungen der Operationszahlen bei akuter Appendizitis in den Jahren 2010–2017 mit einem besonderen Fokus auf den Schweregrad der Erkrankung zu untersuchen.

Methode: Für diese Studie wurden Daten der fallpauschalenbezogenen Krankenhausstatistik (DRG-Statistik) verwendet, um die zeitliche Entwicklung, Mortalität und Komplikationsraten bei der chirurgischen Behandlung der Appendizitis in Deutschland von 2010–2017 zu analysieren. Eingeschlossen wurden alle Appendektomiefälle mit einer Appendizitisdiagnose.

Ergebnisse: Insgesamt wurden 865 688 stationäre Fälle analysiert. Die Zahl der Appendektomien ging um 9,8 % zurück, von 113 614 Fällen im Jahr 2010 auf 102 464 Fälle im Jahr 2017; die Inzidenz sank von 139/100 000 im Jahr 2010 auf 123/100 000 im Jahr 2017 (standardisiert nach Altersgruppen). Dieser Rückgang ist auf die niedrigere Zahl von Operationen bei unkomplizierter Appendizitis zurückzuführen (79 906 im Jahr 2017 versus 93 135 im Jahr 2010). Die Krankenhausmortalität zeigte sich rückläufig bei Patienten, die wegen einer komplizierten Appendizitis operiert wurden (0,62 % in 2010 versus 0,42 % in 2017) sowie bei Patienten mit einem komplizierten klinischen Verlauf (5,4 % in 2010 versus 3,4 % in 2017).

Schlussfolgerung: Die Behandlungsprinzipien bei akuter Appendizitis in deutschen Krankenhäusern folgen der aktuellen Entwicklung zugunsten eines nichtoperativen Vorgehens bei ausgewählten Patienten. Die Versorgungssituation, bezogen auf die Gesamtmorbidität im Krankenhaus und die Krankenhausmortalität, hat sich im gleichen Zeitraum verbessert.

LNSLNS

Die Appendizitis ist weltweit eine häufige Erkrankung mit einem Lebenszeitrisiko von 7–8 % (1). Die gepoolte Inzidenz in Westeuropa für eine Appendizitis wird auf 151 pro 100 000 Personenjahre geschätzt (2). Die Appendektomie hat sich dabei als die Behandlung der Wahl etabliert (3). In den letzten Jahren wurde die chirurgische Behandlung der akuten unkomplizierten Appendizitis – definiert als Fehlen einer Perforation oder eines Abszesses – in mehreren randomisierten kontrollierten Studien in Frage gestellt. Die alleinige Gabe von Antibiotika wird – einem Paradigmenwechsel gleich – als Erstlinienbehandlung der akuten Appendizitis vorgeschlagen (4, 5, 6, 7, 8, 9). Die Einschätzung des Krankheitsverlaufs bleibt jedoch auch mit dem Einsatz bildgebender Diagnostik (zum Beispiel Niedrigdosis-Computertomografie) schwierig (9). In 14–40 % aller Fälle kommt es nach primärer Antibiotikatherapie zu einem Rezidiv mit Rescue-Operation. Die leitliniengemäßen Aussagen zu konservativen und chirurgischen Behandlungsoptionen sind deshalb sehr heterogen (10, 11, 12, 13, 14).

Ziel dieser Studie war es, die Entwicklung der Fallzahlen zur chirurgischen Behandlung der akuten Appendizitis in Deutschland aufzuzeigen, indem alle stationären Fälle von 2010–2017 auf der Grundlage vollständiger nationaler Daten untersucht wurden. Insbesondere wurden dabei Ergebnisse der Versorgung anhand der Untersuchung von Indikatoren für komplizierte klinische Verläufe und für die Krankenhausmortalität bewertet.

Methoden

Für diese retrospektive Beobachtungsstudie wurden die Mikrodaten der fallpauschalenbezogenen Krankenhausstatistik (DRG-Statistik) der Jahre 2010–2017 über das Forschungsdatenzentrum des Statistischen Bundesamtes mittels kontrollierter Datenverarbeitung analysiert (15). Details zu den statistischen Methoden finden sich im eMethodenteil. Die Ein- und Ausschlusskriterien der Diagnosekodes (Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten, 10. Revision, ICD-10) und der Prozedurenkodes (Operationen- und Prozedurenschlüssel, OPS) sind in der eTabelle 1 aufgeführt.

Eine akute komplizierte Appendizitis wurde anhand der ICD-10-Kodes K35.2 (mit generalisierter Peritonitis), K35.31 (lokalisierte Peritonitis mit Perforation oder Ruptur) und K35.32 (mit Peritonealabszess) als Hauptdiagnose definiert. Das klinische Outcome wurde hinsichtlich der Krankenhausmortalität und anhand von Indikatoren für einen komplizierten klinischen Verlauf untersucht. Basierend auf früheren Untersuchungen wurden diese Indikatoren mittels der ICD-10-Kodes für die Nebendiagnosen Sepsis und postoperativer Ileus sowie der OPS-Kodes für Bluttransfusionen (≥ sechs Einheiten), intensivmedizinische Komplexbehandlung oder künstliche Beatmung > 24 Stunden definiert (eTabelle 1) (16, 17).

Merkmale der stationären Fälle mit Appendektomie als alleinigem Eingriff bei akuter Appendizitis
Tabelle 1
Merkmale der stationären Fälle mit Appendektomie als alleinigem Eingriff bei akuter Appendizitis
Definition der Patientenpopulation und Stratifikationsvariablen
eTabelle 1
Definition der Patientenpopulation und Stratifikationsvariablen

Ergebnisse

Merkmale der Behandlungsfälle

In Deutschland wurden zwischen 2010 und 2017 insgesamt 865 688 stationäre Appendektomien bei akuter Appendizitis als eigenständige Eingriffe durchgeführt und damit in diese Studie eingeschlossen. Die Gesamtzahl der Operationen pro Jahr sank mit einem linearen Trend von 113 614 Fällen im Jahr 2010 auf 102 464 Fälle im Jahr 2017, was einem relativen Gesamtrückgang von 9,8 % entspricht (Tabelle 1, eTabelle 2).

Morbidität und Mortalität von stationären Fällen mit Appendektomie als alleiniger Eingriff bei Appendizitis
Tabelle 2
Morbidität und Mortalität von stationären Fällen mit Appendektomie als alleiniger Eingriff bei Appendizitis
Merkmale der stationären Fälle mit Appendektomie als alleinigem Eingriff bei akuter Appendizitis
eTabelle 2
Merkmale der stationären Fälle mit Appendektomie als alleinigem Eingriff bei akuter Appendizitis

Unter Berücksichtigung der Bevölkerungszahl Deutschlands (18) lag die Inzidenz für eine Appendektomie im Jahr 2010 bei 139/100 000 Personenjahre. Bis 2017 sank die Inzidenz auf 124/100 000 Personenjahre. Standardisiert nach Altersgruppen für das Jahr 2010 fiel die Inzidenz von 139/100 000 im Jahr 2010 auf 123/100 000 im Jahr 2017 (eTabelle 2). Dies bedeutet eine relative Reduktion von circa 11,5 % innerhalb von acht Jahren. Der Anteil der jüngsten Altersgruppe (< 15 Jahre) sank während der Studie von anfänglich 20 % (n = 22 273) auf 15 % (n = 14 944), während die Altersgruppe „15–35“ stabil bei 46 % (n = 47 331) blieb und die Gruppe „35 oder älter“ von 34 % (n = 38 176) auf 39 % (n = 40 189) anstieg.

Im Jahr 2010 war der Anteil der weiblichen Patienten höher (53 %; n = 59 734) im Vergleich zu 2017 (50 %; n = 51 173). Die mittlere Verweildauer im Krankenhaus fiel innerhalb von acht Jahren von 5,1 Tagen auf 4,4 Tage. Der Anteil der Operationen bei unkomplizierter Appendizitis sank im Beobachtungszeitraum von 82 % (n = 93 135) im Jahr 2010 auf 78 % (n = 79 906) im Jahr 2017. Im Gegenzug stieg die Zahl der Operationen bei komplizierter Appendizitis von 18 % (n = 20 479) auf 22 % (n = 22 558) an (Grafik 1). Dieser Trend ist auch bei der Analyse aller Bundesländer zu beobachten. Eine Ausnahme bildet das Bundesland Saarland, wo sich eine entgegengesetzte Entwicklung zeigte (eTabelle 3).

Appendektomien im Zeitraum 2010–2017
Grafik 1
Appendektomien im Zeitraum 2010–2017
Unkomplizierte und komplizierte Appendizitisfälle im stationären Bereich pro Bundesland (Wohnort des Patienten)
eTabelle 3
Unkomplizierte und komplizierte Appendizitisfälle im stationären Bereich pro Bundesland (Wohnort des Patienten)

Morbidität und Mortalität

Die gemittelten relativen Häufigkeiten für Nebendiagnosen beziehungsweise Prozeduren, wie Sepsis (0,56 %), Bluttransfusionen (0,07 %), postoperativer Ileus (0,46 %), künstliche Beatmung > 24 Stunden (0,33 %) und intensivmedizinische Komplexbehandlung (1,58 %), änderten sich nicht relevant. Der Anteil der Fälle mit mindestens einem der oben genannten Surrogatparameter für einen komplizierten Verlauf lag konstant bei 2,2–2,4 % (2010: n = 2 540; 2017: n = 2 502). Die Krankenhausmortalität betrug insgesamt 0,16 % (n = 184) im Jahr 2017 im Vergleich zu 0,12 % (n = 118) im Jahr 2010. Wenn mindestens einer der Indikatoren für einen komplizierten Verlauf vorlag, stieg die mittlere Krankenhausmortalitätsrate deutlich auf 4,2 % an. Insgesamt war aber auch hier die Krankenhaussterblichkeit mit 5,4 % (n = 136) im Jahr 2010 und 3,4 % (n = 86) im Jahr 2017 rückläufig (Tabelle 2, eTabelle 4).

Morbidität und Mortalität von stationären Fällen mit Appendektomie als alleinigem Eingriff bei Appendizitis
eTabelle 4
Morbidität und Mortalität von stationären Fällen mit Appendektomie als alleinigem Eingriff bei Appendizitis

Unkomplizierte versus komplizierte Appendizitis

Das Verhältnis der Appendektomien bei akuter unkomplizierter versus komplizierter Appendizitis unterschied sich in den einzelnen Altersgruppen (eGrafik). Bei Patienten unter 15 Jahren nahmen die Appendektomien bei unkomplizierter Appendizitis ab, während die absolute Operationszahl bei komplizierter Appendizitis nahezu stabil blieb. In der Folge stieg der Anteil der Appendektomien bei komplizierter Appendizitis von 14 % (n = 3 083) im Jahr 2010 auf 19 % (n = 2 879) im Jahr 2017. In der mittleren Altersgruppe (15–35 Jahre) stieg der gleiche Anteil von 9 % (n = 4 604) im Jahr 2010 auf 11 % (n = 5 104) im Jahr 2017 und bei Patienten über 35 Jahre von 34 % (n = 12 792) auf 36 % (n = 14 575).

Die Entwicklung der absoluten Appendektomie-Fallzahlen, stratifiziert nach Altersgruppen
eGrafik
Die Entwicklung der absoluten Appendektomie-Fallzahlen, stratifiziert nach Altersgruppen

Zu bemerken ist, dass sich die Krankenhausmortalität im Vergleich zwischen unkomplizierter und komplizierter Appendizitis unterschied (eTabelle 5). Die Krankenhausmortalitätsrate für die unkomplizierte Appendizitis lag im Jahr 2010 bei 0,06 % (57 Todesfälle) (Grafik 2a). Dieser Prozentsatz fiel um 50 % auf 0,03 % im Jahr 2017 (23 Todesfälle). Im Gegensatz dazu lag die Krankenhaussterblichkeitsrate für eine akute komplizierte Appendizitis mehr als zehnmal höher: Sie betrug im Jahr 2010 0,62 % (127 Todesfälle) und sank auf 0,42 % im Jahr 2017 (95 Todesfälle). Bei 9,3 % (n = 1 897) aller Patienten mit einer komplizierten Appendizitis lag im Jahr 2010 mindestens ein Indikator für einen komplizierten klinischen Verlauf vor. Im Jahr 2017 betrug der Anteil 8,9 % (n = 2 001) – verglichen mit 0,7 % beziehungsweise 0,6 % bei einer unkomplizierten Appendizitis (Grafik 2b).

Appendektomie-Fallzahlen, Mortalität und Morbidität, stratifiziert nach Schweregrad der Appendizitis (unkompliziert oder kompliziert)
eTabelle 5
Appendektomie-Fallzahlen, Mortalität und Morbidität, stratifiziert nach Schweregrad der Appendizitis (unkompliziert oder kompliziert)
Entwicklung der Krankenhausmortalität und Anteil der Fälle mit kompliziertem Verlauf nach Schweregrad der Appendizitis
Grafik 2
Entwicklung der Krankenhausmortalität und Anteil der Fälle mit kompliziertem Verlauf nach Schweregrad der Appendizitis

Diskussion

Die vorliegende Studie zeigt für Deutschland in den Jahren 2010–2017 einen Rückgang der Appendektomien bei akuter Appendizitis (relative Reduktion: 9,8 %; demografisch bereinigte relative Reduktion: 11,5 %). Interessant ist, dass trotz des Rückgangs der absoluten Zahl der Appendektomien der relative Anteil der Patienten mit komplizierter Appendizitis im gleichen Zeitraum gestiegen ist. Dieser Effekt war bei Patienten, die jünger als 15 Jahre waren, am stärksten ausgeprägt (eTabelle 5). Der Rückgang der Fälle spiegelt entweder eine abnehmende Inzidenz der akuten Appendizitis oder eine abnehmende Zahl operativ behandelter Patienten wider. Letzteres würde dem aktuellen Trend einer primären Antibiotikatherapie bei ausgewählten Patienten folgen (19, 20). De Wijkerslooth et al. berichten über einen Rückgang der Appendektomie-Inzidenz in den Niederlanden von 90/100 000 Einwohner im Jahr 2006 auf 78/100 000 im Jahr 2015 (21). Grundsätzlich bleibt unklar, warum die Inzidenz in dieser Studie im Vergleich zu der vorliegenden und anderen Studien deutlich niedriger ist (siehe unten). Zudem lässt sich auch hier nicht feststellen, ob eine niedrigere Erkrankungsinzidenz oder ein Rückgang an operierten Patienten ursächlich ist. Verbesserte diagnostische Modalitäten (Sonografie, Computertomografie et cetera) tragen darüber hinaus zu einer abnehmenden Appendektomierate bei. Ein Rückgang kann jedoch nicht allein durch eine geringere Rate an „negativen“ Appendektomien erklärt werden (22, 23, 24).

Die Datenlage zur Entwicklung der Appendizitis-Inzidenz ist insgesamt sehr heterogen. So liegen Studien aus den USA und aus England vor, die über sinkende Raten berichten (25, 26), während neuere Veröffentlichungen stabile oder steigende Fallzahlen präsentieren (27, 28, 29, 30). In einer systematischen Übersichtsarbeit zur globalen Inzidenz der Appendizitis aus dem Jahr 2017 wurde die gepoolte Inzidenz von Appendizitis oder Appendektomie in Westeuropa auf 151/100 000 Personenjahre geschätzt; die Inzidenz der Appendektomie ging seit 1990 in den westlichen Ländern zurück, während die Inzidenz der Appendizitis seitdem als stabil angegeben wird (2). So kann man unter der Annahme einer stabilen Inzidenz der Appendizitis während des untersuchten Zeitraums schlussfolgern, dass der beobachtete Rückgang der Appendektomien in Deutschland durch die zunehmende Zahl an Studien beeinflusst ist, die auf Grundlage ihrer Ergebnisse einen konservativen Therapieansatz bei 60–70 % aller Appendizitis-Patienten befürworten (3, 19, 20, 31, 32). Betrachtet man die Appendektomie-Zahlen differenziert nach unkomplizierter und komplizierter Appendizitis, so scheint sich diese Schlussfolgerung zu bestätigen: Der Anteil der operierten unkomplizierten Appendizitis sank von 82 % (n = 93 135) im Jahr 2010 auf 78 % (n = 79 906) im Jahr 2017.

Da gleichzeitig die Zahl der Operationen bei komplizierter Appendizitis und deren Anteil an der Gesamtzahl der Appendektomien zunahm, liegt die Vermutung nahe, dass eine zunehmende Patientenzahl, die mit Antibiotika behandelt wird, ein Rezidiv mit einer komplizierten Appendizitis erleidet und operiert werden muss. Dies kann in der vorliegenden Studie nicht durch eindeutige Daten belegt werden; allerdings weisen die Ergebnisse einer kürzlich veröffentlichten randomisierten kontrollierten Studie auf genau dieses klinische Szenario hin (20). Die Studie mit 1 552 Patienten zeigte zwar eine Nichtunterlegenheit der Antibiotikatherapie; dennoch mussten sich im Antibiotika-Arm drei von zehn Teilnehmern einer Rescue-Appendektomie unterziehen. Anzumerken ist außerdem, dass die Komplikationsrate entsprechend höher war. In unserer Studie ist der Anstieg der Zäkumresektionen von 799 (0,7 %) im Jahr 2010 auf 1 427 (1,4 %) im Jahr 2017 möglicherweise auf eine Verzögerung der chirurgischen Intervention zurückzuführen, da zökal nur dann reseziert wird, wenn ein fortgeschrittener Befund eine einfache Appendektomie nicht zulässt.

Die Appendektomie ist prinzipiell ein risikoarmer Eingriff. Die Krankenhausmortalität in Deutschland ist von 0,16 % (n = 184) im Jahr 2010 auf 0,12 % (n = 118) im Jahr 2017 gesunken, was mit international berichteten Mortalitätsraten (0,09 % bis 0,25 %) vergleichbar ist (33). Hier präsentieren wir auch Daten zur Sterblichkeitsrate stratifiziert nach dem Schweregrad der Erkrankung. Bei einer unkomplizierten Appendizitis lag die Sterblichkeitsrate im Jahr 2017 bei 0,03 % (95-%-Konfidenzintervall: [0,02; 0,04]; n = 23), während sie im Jahr 2010 mit 0,06 % ([0,05; 0,08]; n = 57) noch deutlich höher lag. Bei komplizierter Appendizitis lag die Sterblichkeitsrate mit 0,42 % (n = 95) im Jahr 2017 um mehr als das Zehnfache darüber, zeigte jedoch auch einen Abwärtstrend (2010: 0,62 %; n = 127). Lag zusammen mit einer akuten Appendizitis – unabhängig von der Unterscheidung zwischen unkomplizierter und komplizierter Appendizitis – mindestens ein Indikator beziehungsweise Surrogatparameter für einen komplizierten klinischen Verlauf vor (das heißt Sepsis, Bluttransfusion, postoperativer Ileus, künstliche Beatmung > 24 h, intensivmedizinische Behandlung), zeigte sich eine Krankenhausmortalitätsrate von 3,4 % in 2017 (n = 86) verglichen mit 5,4 % (n = 136) in 2010. Eine komplizierte Appendizitis ging jedoch erwartungsgemäß häufiger mit einem komplizierten klinischen Verlauf einher als eine unkomplizierte Appendizitis (2017: 8,9 % versus 0,6 %; 2010: 9,3 % versus 0,7 %).

Die vorliegende Studie unterliegt mehreren Einschränkungen. Auf der DRG-Statistik basierende Studien unterliegen einem potenziellen Informationsbias, der durch ein unsicheres Kodierverhalten entsteht. Zudem folgt die Unterscheidung zwischen nichtperforierter und perforierter Appendizitis den ICD-10-Diagnosen, die anhand des intraoperativen Befundes durch den Operateur festgelegt werden. Die Unterscheidung ist deshalb durch die Interobserver-Variabilität beeinflusst (34). Fälle mit dem klinischen Bild einer Appendizitis und konservativer Behandlung wurden aus der Studie ausgeschlossen, da die Fallzahl hier aufgrund von möglichen Fehldiagnosen und mehrfachen Kranken­haus­auf­enthalten verzerrt würde. Aufgrund der DRG-Datendokumentation ist außerdem kein zeitlicher Zusammenhang zwischen möglichen Folgeeingriffen und Diagnosen herstellbar, was unsere Annahmen eines komplizierten Krankheitsverlaufs einschränkt.

In Relation zu den Einschränkungen liegt die Stärke dieser Studie in der Robustheit der Daten. Während oftmals Studienpopulationen nur eine statistische Stichprobe darstellen, wurden in dieser Studie alle Patienten in Deutschland, die wegen einer akuten Appendizitis operiert wurden, eingeschlossen, was über 850 000 Fällen entspricht.

Somit präsentieren wir nicht nur Entwicklungen in der chirurgischen Behandlung der Appendizitis, sondern auch neue Daten zur Krankenhausmortalität, stratifiziert nach dem Schweregrad der Erkrankung und dem klinischen Verlauf. Die Zahl der Appendektomien bei Appendizitis im Allgemeinen und bei unkomplizierter Appendizitis im Besonderen ist im untersuchten Zeitraum gesunken, während die Bevölkerungszahl (alle Einwohner in Deutschland) gestiegen ist (18).

Die Ergebnisse dieser Studie deuten darauf hin, dass in deutschen Krankenhäusern die publizierten Studienergebnisse der letzten Jahre, die ein nichtoperatives Vorgehen bei ausgewählten Patienten befürworten, umgesetzt werden, auch wenn dies eher langsam erfolgt. So konnte insgesamt eine relative Reduktion von 9,8 % innerhalb von acht Jahren beobachtet werden. Fortschritte in der Diagnostik könnten zu diesem Effekt beigetragen haben. Interessanterweise stieg bei der Gesamtzahl der Appendektomien im Zeitraum 2010–2017 der Anteil der Appendektomien bei komplizierter Appendizitis, der Anteil der Appendektomien bei unkomplizierter Appendizitis verringerte sich. Die Behandlungsergebnisse hinsichtlich der Krankenhausmorbidität und -mortalität verbesserten sich im gleichen Zeitraum.

Interessenkonflikt
Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Manuskriptdaten
eingereicht: 17. 8. 2020, revidierte Fassung angenommen: 6. 1. 2021

Anschrift für die Verfasser
Prof. Dr. med. Helmut Friess

Klinik und Poliklinik für Chirurgie, Klinikum rechts der Isar

Technische Universität München

Ismaninger Straße 22, 81675 München

helmut.friess@tum.de

Zitierweise
Stöß C, Nitsche U, Neumann PA, Kehl V, Wilhelm D, Busse R, Friess H, Nimptsch U: Acute appendicitis: trends in surgical treatment—a population-based study of over 800 000 patients. Dtsch Arztebl Int 2021; 118: 244–9. DOI: 10.3238/arztebl.m2021.0118

►Die englische Version des Artikels ist online abrufbar unter: www.aerzteblatt-international.de

Zusatzmaterial
eLiteratur, eMethodenteil, eGrafik, eTabellen:
www.aerzteblatt.de/m2021.0118 oder über QR-Code

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* Die Autoren teilen sich die Erstautorenschaft.
Technische Universität München, Fakultät für Medizin, Klinikum rechts der Isar, Klinik und Poliklinik für Chirurgie: Dr. med. sci. Christian Stöß, PD Dr. med. Ulrich Nitsche, PD Dr. med. Philipp-Alexander Neumann, Prof. Dr. med. Dirk Wilhelm, Prof. Dr. med. Helmut Friess
Technische Universität München, Studienzentrum: Dr. rer. nat. Victoria Kehl
Technische Universität Berlin, Institut für Technologie und Management, Fachgebiet Management im Gesundheitswesen: Prof. Dr. med. Reinhard Busse, Dr. PH Ulrike Nimptsch
Appendektomien im Zeitraum 2010–2017
Grafik 1
Appendektomien im Zeitraum 2010–2017
Entwicklung der Krankenhausmortalität und Anteil der Fälle mit kompliziertem Verlauf nach Schweregrad der Appendizitis
Grafik 2
Entwicklung der Krankenhausmortalität und Anteil der Fälle mit kompliziertem Verlauf nach Schweregrad der Appendizitis
Merkmale der stationären Fälle mit Appendektomie als alleinigem Eingriff bei akuter Appendizitis
Tabelle 1
Merkmale der stationären Fälle mit Appendektomie als alleinigem Eingriff bei akuter Appendizitis
Morbidität und Mortalität von stationären Fällen mit Appendektomie als alleiniger Eingriff bei Appendizitis
Tabelle 2
Morbidität und Mortalität von stationären Fällen mit Appendektomie als alleiniger Eingriff bei Appendizitis
Die Entwicklung der absoluten Appendektomie-Fallzahlen, stratifiziert nach Altersgruppen
eGrafik
Die Entwicklung der absoluten Appendektomie-Fallzahlen, stratifiziert nach Altersgruppen
Definition der Patientenpopulation und Stratifikationsvariablen
eTabelle 1
Definition der Patientenpopulation und Stratifikationsvariablen
Merkmale der stationären Fälle mit Appendektomie als alleinigem Eingriff bei akuter Appendizitis
eTabelle 2
Merkmale der stationären Fälle mit Appendektomie als alleinigem Eingriff bei akuter Appendizitis
Unkomplizierte und komplizierte Appendizitisfälle im stationären Bereich pro Bundesland (Wohnort des Patienten)
eTabelle 3
Unkomplizierte und komplizierte Appendizitisfälle im stationären Bereich pro Bundesland (Wohnort des Patienten)
Morbidität und Mortalität von stationären Fällen mit Appendektomie als alleinigem Eingriff bei Appendizitis
eTabelle 4
Morbidität und Mortalität von stationären Fällen mit Appendektomie als alleinigem Eingriff bei Appendizitis
Appendektomie-Fallzahlen, Mortalität und Morbidität, stratifiziert nach Schweregrad der Appendizitis (unkompliziert oder kompliziert)
eTabelle 5
Appendektomie-Fallzahlen, Mortalität und Morbidität, stratifiziert nach Schweregrad der Appendizitis (unkompliziert oder kompliziert)
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Charricht
am Montag, 19. April 2021, 22:20

Akute Appendicitis

Was ist eine "Rescue-Operation" ? Wenn damit ein Notfall-Eingriff gemeint ist, sollte man das auch so nennen.
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