ArchivDÄ-TitelSupplement: PRAXiSPraxis Computer 1/2000CeBIT 2000 im Rückblick: Die Trends - Das Personal Web kommt

Supplement: Praxis Computer

CeBIT 2000 im Rückblick: Die Trends - Das Personal Web kommt

Dtsch Arztebl 2000; 97(11): [4]

Krüger-Brand, Heike E.

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LNSLNS Telekommunikation und Computertechnologie verschmelzen zunehmend. Treibende Kraft für neue Anwendungen und Entwicklungen ist nach wie vor das Internet. Der Web-Zugang ohne PC ist ein Schwerpunktthema der Branche.
Wegen der Weltausstellung Expo um einen Monat vorverlegt, gab die CeBIT bereits Ende Februar in Hannover einen umfassenden Überblick über Produkte und Trends der Branche. Dazu gehören vor allem neue Anwendungen der boomenden Mobilfunk- und Internet-Märkte. Das am häufigsten genutzte Zugangsmedium zum Internet ist zwar immer noch der PC oder die Workstation. Experten verkünden jedoch bereits das Ende der PC-Ära. An die Stelle des PC treten danach künftig die unterschiedlichsten Geräte mit Internet-Zugang, wie "Web-Companions" (Kleincomputer mit dem Miniaturbetriebssystem Windows CE und Browser), Personal Digital Assistants (PDA) und Telefone ("Screenphones"). Nachfrage herrscht insbesondere nach mobilen Endgeräten mit Zugriff aufs Web - also nach Notebooks mit Telefoneinheit oder WAP-fähigen Handys und Organizern. WAP steht für Wireless Application Protocol (siehe Seite 21 f.) und ermöglicht den drahtlosen Internet-Zugang. Alternative Web-Zugangstechniken
Im Jahr 2005 sollen voraussichtlich bereits mehr als 65 Prozent aller Geschäftstätigkeiten weltweit über das Internet abgewickelt werden. Voraussetzung hierfür sind leistungsfähige Infrastrukturen für die schnelle Datenübertragung. Mittlerweile kann der Kunde zwischen mehreren Zugangstechniken wählen. Als Alternative zum herkömmlichen Kupferkabel, dem die xDSL-Verfahren zu neuen (breitbandigen) Geschwindigkeiten verholfen haben, und dem teuren Glasfasernetz, kommen vor allem vier weitere Möglichkeiten in Betracht: das TV-Kabelnetz, das Stromnetz, Satelliten und kabellose Systeme (Mobilfunk, Richtfunk). Die Betreiber von Kabelnetzen nutzen vorhandene Infrastrukturen für interaktive Multimedia-Anwendungen, indem sie die TVNetze rückkanalfähig machen bzw. kombinierte Lösungen aus TV- und Telefonnetz anbieten: Für den Empfang hochvolumiger Daten aus dem Internet wird das schnelle TV-Netz genutzt, umgekehrt das traditionelle Telefonnetz über ISDN oder Modem. Richtfunkstrecken eignen sich dort, wo eine Verlegung von Kabeln unter der Erde zu teuer oder nicht möglich ist. Aufgrund der relativ teuren Installationskosten ist diese Technik zurzeit eher noch für gewerbliche Kunden interessant, ebenso wie die Übertragung per Satellit. Auch die Betreiber von Stromnetzen sind dabei, ihre Netze für die Datenübertragung aufzurüsten ("Powerline Telecommunications"), allerdings befindet sich dieses Verfahren noch weitgehend im Projektstadium.
Bluetooth
Der Anschluss der Minicomputer an vorhandene Geräte und Infrastrukturen ist ein weiteres zentrales Thema. Hier richtet sich die Aufmerksamkeit auf das Netzwerk- und Schnittstellenmodul "Bluetooth". Mehr als 200 führende Hardware-Hersteller haben sich auf diesen Nahbereichsfunkstandard geeinigt, der für den drahtlosen Anschluss von Peripheriegeräten sorgt. Die ersten Bluetooth-kompatiblen Handys, Computer und Hifi-Produkte sind bereits erhältlich. Beispiele sind Notebooks von Intel, die über Funk Daten austauschen können, und eine digitale Kamera von Ericsson, mit der ohne Kabelverbindung Fotos über das Handy an einen Computer verschickt werden können. Konkurrenz erhält der neue Standard von DECT (Digital Enhanced Cordless Telephony), eine Technologie, die sich für kabelfreie Telefone durchgesetzt hat und nun auch zur mobilen Übertragung von Sprache und Daten genutzt werden soll.
Linux versus Windows 2000
Bei Microsoft steht das neue Betriebssystem Windows 2000 im Mittelpunkt. Der Nachfolger von Windows NT, der seit der Messe auch in deutscher Version erhältlich ist, hat hinsichtlich Stabilität und Funktionalität in der Kritik bislang gut abgeschnitten. Der Umstieg von Windows 98 auf das Profi-System soll ebenfalls weitgehend problemlos möglich sein, stellt aber erheblich höhere Ansprüche an die Hardware.
Konkurrenz erhält Microsoft durch das Open-Source-Betriebssystem Linux, das zurzeit als die am stärksten wachsende Technologie in diesem Marktbereich gilt und nach Einschätzung von Fachleuten bis 2003 Windows NT überrundet haben soll. Inzwischen gibt es eine Vielzahl von Business- und Internet-Anwendungen unter dem Unix-ähnlichen Betriebssystem, das sich durch niedrige Kosten und hohe Funktionalität auszeichnet. KBr
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