SUPPLEMENT: Perspektiven der Kardiologie

Editorial

Dtsch Arztebl 2021; 118(15): [3]

Zylka-Menhorn, Vera

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Dr. med. Vera Zylka-Menhorn, Ressortleiterin Perspektiven
Dr. med. Vera Zylka-Menhorn,
Ressortleiterin Perspektiven

Am Herzzentrum Leipzig sind 2020 etwa 40 % weniger Herzinfarkte behandelt worden. Andere Kliniken bestätigen diesen Trend. Das bedeutet natürlich nicht, dass weniger Menschen einen Herzinfarkt erlitten haben. Vielmehr hätten die Betroffenen aus Angst vor einer SARS-CoV-2-Infektion im Krankenhaus erst später ärztliche Hilfe in Anspruch genommen, meint Prof. Dr. med. Holger Thiele, Direktor der Universitätsklinik für Kardiologie am Herzzentrum Leipzig. Zudem beobachte man schwere Komplikationen, „die wir in dieser Form in den letzten Jahren nicht gesehen haben“. Die Folge davon sind chronische Myokardschäden respektive Zelltod.

Solch defektes Herzgewebe zu „reparieren“, ist weltweit ein langersehntes Forschungsziel. Vorbild war unter anderem der Zebrafisch, der die erstaunliche Kapazität besitzt, sein Herz sogar nach schwerwiegenden Schäden zu regenerieren – einfach durch Teilung der Kardiomyozyten. Diese Fähigkeit besitzt das menschliche Herz leider nicht. Doch eine Meldung aus Göttingen macht nun Hoffnung: Ein vitales „Herzpflaster“, das mittels „Tissue Engineering“ aus pluripotenten Stammzellen hergestellt wird (Titelfoto), geht erstmals in klinische Prüfung. Angesichts der kontinuierlichen Zunahme von Patienten mit Herzinsuffizienz und des Mangels an Spenderorganen könnte sich neben den mechanischen Kunstherzsystemen eine neue Behandlungsmöglichkeit eröffnen. Viel Freude beim Lesen!

Dr. med. Vera Zylka-Menhorn
Ressortleiterin Perspektiven

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.

Fachgebiet

Zum Artikel

Der klinische Schnappschuss

Alle Leserbriefe zum Thema

Stellenangebote