SUPPLEMENT: Perspektiven der Diabetologie

Editorial

Dtsch Arztebl 2021; 118(19-20): [3]

Zylka-Menhorn, Vera

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Dr. med. Vera Zylka-Menhorn, Ressortleiterin Perspektiven
Dr. med. Vera Zylka-Menhorn,
Ressortleiterin Perspektiven

Noch zu Anfang des vorigen Jahrhunderts verordnete man diabeteskranken Patienten Hungerkuren und obskure Diäten. Doch früher oder später fielen sie mangels kausaler Behandlungsmöglichkeiten ins diabetische Koma und starben. Erst 1921 erzielten die beiden kanadischen Forscher Frederick Banting und Charles Best einen therapeutischen Durchbruch für das qualvolle Leiden. Ihnen war es gelungen, Insulin aus der Bauchspeicheldrüse von Tieren zu extrahieren und damit erfolgreich Hunde zu behandeln, bei denen Diabetes durch Pankreatektomie induziert worden war. Schon 1922 wagten sie seinen ersten Einsatz beim Menschen, wodurch ein 13-jähriger Junge mit schwerem Diabetes Typ 1 gerettet wurde. Bereits Ende 1923 startete die industrielle Herstellung von Insulin aus Schweine- und Rinderpankreas. Im selben Jahr erhielt Banting den Medizinnobelpreis – im Alter von nur 32 Jahren!

Insulin war das erste Protein, dessen chemische und räumliche Struktur aufgeklärt werden konnte; und es war das erste mithilfe von gentechnisch modifizierten Mikroorganismen hergestellte Arzneimittel. 1996 war der Startschuss für die Insulinanaloga, die eine gegenüber dem Humaninsulin veränderte Pharmakokinetik besitzen und so die Therapie steuerbarer machen. Weitere Innovationen sind auf dem Weg, um Wirksamkeit und Verträglichkeit der Insulintherapie zu verbessern. Die Erfolgsgeschichte des „Hormons des Lebens“ geht also weiter ...

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Dr. med. Vera Zylka-Menhorn
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