ArchivDeutsches Ärzteblatt11/2000Nichtnukleosidische Reverse-Transkriptase-Inhibitoren bei Aids

MEDIZIN: Referiert

Nichtnukleosidische Reverse-Transkriptase-Inhibitoren bei Aids

Dtsch Arztebl 2000; 97(11): A-704 / B-574 / C-540

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LNSLNS Obwohl mit der hochaktiven antiviralen Therapie bei Aids (ein Protease-Inhibitor kombiniert mit zwei nukleosidischen Reverse-Transkriptase-Inhibitoren) niedrige oder nicht messbare Spiegel der HIV-1-RNA und normale CD4-Zellzahlen erreichbar sind, hat diese Therapieform für die Patienten eine Reihe von Nachteilen. Das sind die hohe Anzahl der täglich einzunehmenden Tabletten, die genau einzuhaltenden Zeitintervalle, die Interaktion der Medikamente untereinander sowie mit den Nahrungsmitteln als auch die spezifischen Nebenwirkungen wie Exantheme, Durchfälle oder Neutropenien. Darüber hinaus sind Auswirkungen auf den Glukose- und Fettstoffwechsel mit zum Teil ausgeprägten Fettverteilungsstörungen (Lipodystrophie-Syndrom) Anlass, neuere antivirale Medikamente zu entwickeln und klinisch einzusetzen. In einer internationalen Multicenterstudie wurde daher an 450 Aids-Patienten Efavirenz, ein neuer nichtnukleosidischer Reverse-Transkriptase-Inhibitor (nn-r-TI) in Kombination mit zwei herkömmlichen nukleosidischen Reverse-Transkriptase-Inhibitoren (n-r-TI) und in Kombination mit einem Protease-Inhibitor (PI) gegen ein Standard-Therapieregime mit einem Proteinaseinhibitor und zwei nukleosidischen ReverseTranskriptase-Inhibitoren verglichen. Die Behandlungsgruppe mit Efavirenz (nn-r-TI), Zidovudin (n-r-TI) und Lamivudin (n-r-TI) schloss signifikant am besten ab. Bei 70 Prozent der Patienten ließen sich nicht mehr nachweisbare Plasma-HIV-RNA-Spiegel erzielen. Dagegen war dies in der Gruppe mit Efavirenz (nn-r-TI) und Indinavir (PI) nur bei 53 Prozent und in der Gruppe mit einer herkömmlichen Therapie mit Indinavir (PI), Zidovudin (n-r-TI) und Lamivudin (n-r-TI) nur bei 48 Prozent der Fall. Letztere Gruppe wies auch die höchste Rate an Nebenwirkungen auf. Die CD4-Zellzahl dagegen stieg in allen drei Gruppen gleichermaßen an. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass die eingesetzte Dreifachtherapie mit dem neuen nichtnukleosidischen Reverse-Transkriptase-Inhibitor Efavirenz die größere antivirale Wirksamkeit aufweist und besser toleriert wird als die hochaktive antiretrovirale Standardtherapie mit Proteinaseinhibitoren und nukleosidischen Reverse-Transkriptase-Inhibitoren. acc


Staszewski S et al.: Efavirenz plus lamivudine, efavirenz plus indinavir, and indinavir plus zidovudine and lamivudine in the treatment of HIV-1 infection in adults. N Eng J Med 1999; 341: 1865-73.
Dr. Manion, Dupont Pharmaceuticals Company, Chestnut Run Plaza, Rm. HR 2003, 974 Centre Road, Wilmington, DE 19805, USA.

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