ArchivDeutsches Ärzteblatt23/2021Regionale Deprivation, Schlaganfallinzidenz und Schlaganfallversorgung
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Hintergrund: Regionale Deprivation kann Erkrankungsrisiken erhöhen und Versorgungsergebnisse beeinträchtigen. Wir untersuchten die Frage, ob räumlich-strukturelle Benachteiligung in Rheinland-Pfalz mit der Häufigkeit ischämischer Schlaganfälle und ungünstigeren Versorgungsergebnissen assoziiert ist.

Methode: Wir verglichen Abrechnungsdaten aus der DRG-Statistik (2008–2017) (DRG, Diagnosis Related Groups) und Qualitätssicherungsdaten (2017) für den akuten ischämischen Schlaganfall mit dem „German Index of Multiple Deprivation“ (GIMD) 2010 für die 36 Landkreise und kreisfreien Städte in Rheinland-Pfalz mittels Korrelationsanalysen, Poisson-Regressionsanalyse und logistischer Regressionsanalysen.

Ergebnisse: In den Gebietskörperschaften zeigten die altersstandardisierten Schlaganfallraten (122–209/100 000 Einwohner) und der GIMD-Score 2010 (4,6–47,5) eine positive Assoziation (Spearmans ρ = 0,47; 95-%-Konfidenzintervall [0,16; 0,85]). Mechanische Thrombektomien erfolgten 2017 im 1. Quartil der Gebietskörperschaften (geringste Deprivation) häufiger (5,7 %) als in den folgenden Quartilen (4,2–4,6 %). Die Rate intravenöser Lysen unterschied sich nicht zwischen den Quartilen des GIMD 2010. Im 4. Quartil (höchste Deprivation) waren schwerere neurologische Defizite bei Aufnahme („National Institute of Health Stroke Scale“ ≥ 5) geringfügig häufiger und bei Entlassung wurden Thrombozytenaggregationshemmer und Statine etwas seltener verordnet als im 1. Quartil.

Schlussfolgerung: Die Ergebnisse belegen einen Zusammenhang zwischen regionaler Deprivation und dem Auftreten akuter Hirninfarkte. Bei einzelnen Variablen war der GIMD 2010 mit schlechteren Versorgungsergebnissen assoziiert; die absoluten Unterschiede waren jedoch nur gering ausgeprägt.

LNSLNS

Regionale Deprivation, das heißt der Mangel an materiellen und sozialen Ressourcen auf regionaler Ebene, kann erhebliche negative Auswirkungen auf den Gesundheitszustand einzelner Bevölkerungsgruppen haben und ist mit einer Vielzahl von Erkrankungen assoziiert (1, 2). Mehrdimensionale „Indizes multipler Deprivation“ (IMD) haben sich als geeignete Instrumente zur Analyse gesundheitlicher regionaler Ungleichheiten erwiesen. In Deutschland existiert der „German Index of Multiple Deprivation“ (GIMD), der zur Analyse einer Reihe epidemiologischer Fragestellungen und Fragen der Versorgungsforschung eingesetzt wurde (2).

Auf der Ebene des Individuums und auf der Ebene von Wohnregionen sind ungünstige sozioökonomische Bedingungen mit einem erhöhten Schlaganfallrisiko assoziiert (3). Bereits sozioökonomische Bedingungen der Kindheit sind mit dem Risiko für spätere Schlaganfälle verbunden (4, 5, 6). Untersuchungen zeigen außerdem Zusammenhänge zwischen regionaler Deprivation und einer schlechteren Schlaganfallversorgung (7, 8). Für Deutschland liegen hierzu bislang keine Untersuchungen vor.

Wir verwendeten Daten der DRG-Statistik (9) (DRG, Diagnosis Related Groups) und des Qualitätssicherungsprojekts „Akuter Schlaganfall“ in Rheinland-Pfalz und untersuchten, ob multiple Deprivation auf der Ebene von Landkreisen und kreisfreien Städten in Rheinland-Pfalz mit der Rate der Krankenhausbehandlungen ischämischer Schlaganfälle und mit Elementen einer schlechteren Versorgungsqualität des akuten ischämischen Schlaganfalls korreliert.

Material und Methoden

Rheinland-Pfalz besteht aus zwölf kreisfreien Städten und 24 Landkreisen (im Folgenden zusammenfassend Kreise genannt). Wir werteten die DRG-Daten aller Patienten mit Wohnsitz in Rheinland-Pfalz und der Hauptdiagnose ischämischer Schlaganfall (ICD-10-Code I63: Hirninfarkt) der Jahre 2008 bis 2017 aus. Patienten mit dem „Entlasscode 06“ (Verlegung zwischen Krankenhäusern) wurden zur Vermeidung einer Mehrfacherfassung ausgeschlossen. Gezählt wurden nur Fälle im zuletzt aufnehmenden Krankenhaus. Der Code I63 umfasst Patienten mit erstmaligem oder erneutem ischämischen Schlaganfall. Rezidivschlaganfälle während eines stationären Aufenthalts werden als Nebendiagose kodiert und wurden nicht gewertet. Behandlungen auf Stroke Units (OPS 8.981/8–98b) und rekanalisierende Therapien (systemische Thrombolyse: OPS 8–020.8; mechanische Thrombektomie: OPS 8–836.80) wurden mithilfe der jeweiligen Operationen- und Prozeduren-Schlüssel (OPS) aus den DRG-Daten erfasst.

In Rheinland-Pfalz besteht seit 2006 eine verpflichtende Qualitätssicherung für alle stationären Patienten mit akutem Schlaganfall. Erfasst werden Alter, Geschlecht, Postleitzahl des Wohnorts (seit 2017), vaskuläre Risikofaktoren, frühere Schlaganfälle, Untersuchungs- und Behandlungslatenzen, diagnostische, therapeutische und sekundärprophylaktische Maßnahmen und die Schwere des neurologischen Defizits („National Institute of Health Stroke Scale“ [NIHSS]) und der funktionellen Einschränkung (Barthel-Index) (10). Die Postleitzahlen wurden den jeweiligen Kreisen zugeordnet; bei Zugehörigkeit zu mehreren Kreisen erfolgte die Zuordnung zum Kreis mit der höheren Einwohnerzahl. 2017 wurden 10 071 Patienten mit ischämischen Schlaganfällen dokumentiert. Wegen fehlender oder fehlerhafter Postleitzahl oder einem Wohnort außerhalb Rheinland-Pfalz wurden 624 Patienten und wegen Doppelerfassungen (Identität in acht Kriterien) 419 Patienten ausgeschlossen. Insgesamt bestand die untersuchte Population aus 9 028 Patienten (Rezidivschlaganfälle: 25,2 %).

Die Ethik-Kommission der Lan­des­ärz­te­kam­mer Rheinland-Pfalz hat ein zustimmendes Votum erteilt (Antragsnummer: 2019–14656-retrospektiv).

Der GIMD 2010 beruht auf Daten aus dem Jahr 2010 (Ausnahme: Daten zur Bundestagswahl 2009) und berücksichtigt sieben Domänen: Einkommen, Arbeitslosigkeit, Bildung, Kreiseinnahmen, Sozialkapital, Umwelt und Sicherheit (11-14). Die Scorewerte des GIMD 2010 beziehen sich auf die Kreise, in denen der Wohnort der Patienten liegt.

Statistische Analysen

Die 36 Kreise wurden nach aufsteigenden GIMD-2010-Werten in vier Quartile unterteilt, mit den niedrigsten GIMD-2010-Werten (geringste Deprivation) als 1. Quartil (Referenz).

Die Schlaganfallinzidenz wurde altersstandardisiert auf die Europäische Standardbevölkerung (15) berechnet (altersstandardisierte Raten). Für Korrelationsanalysen fand der Spearman-Korrelationskoeffizient (ρ) mit 95-%-Konfidenzintervallen (95-%-KI) Anwendung.

Zur Untersuchung des Zusammenhangs zwischen der Schlaganfallinzidenz und den Quartilen des GIMD 2010 wurde eine Poisson-Regressionsanalyse durchgeführt, bei der die Inzidenzrate auf Kreisebene in Abhängigkeit vom GIMD 2010 unter Adjustierung von Alter (10-Jahres-Altersklassen) und Geschlecht, Kalenderjahr und einer binären Variable kreisfreie Städte/Landkreise modelliert wurde. Zur Analyse der OPS-Daten, die nur in aggregierter Form vorliegen, wurden Differenzen zwischen GIMD-2010-Quartilen mit 95-%-KI errechnet.

Zur Analyse der Qualitätssicherungsdaten, die in Form individueller Datensätze vorliegen, erfolgte eine logistische Regression adjustiert für Alter, Geschlecht und die Parameter, für die sich in univariabler Analyse Assoziationen ergaben (Schlaganfallschwere [NIHSS] und Diabetes mellitus). Die Analysen der DRG-Statistik erfolgten mit dem statistischen Programmpaket SAS, Version 9.4, Auswertungen der Qualitätssicherungsdaten mit der Statistiksoftware R (Version 3.1.1.).

Ergebnisse

Die Zahl im Krankenhaus behandelter ischämischer Schlaganfälle nahm zwischen 2008 (n = 10 151) und 2017 (n = 11 259) um 10,9 % zu. Die altersstandardisierte Rate (2008: 148; 2017: 152 pro 100 000 Einwohner) erhöhte sich um 2,7 % (Frauen −1,7 %; Männer +6,9 %; eTabelle 1).

Zusammenhang zwischen den Quartilen des „German Index of Multiple Deprivation“ (GIMD) 2010 und den altersstandardisierten Schlaganfallraten 2008–2017 in den 36 kreisfreien Städten und Landkreisen in Rheinland-Pfalz
Tabelle 1
Zusammenhang zwischen den Quartilen des „German Index of Multiple Deprivation“ (GIMD) 2010 und den altersstandardisierten Schlaganfallraten 2008–2017 in den 36 kreisfreien Städten und Landkreisen in Rheinland-Pfalz
Häufigkeit und altersstandardisierte Raten (ASR)* des ischämischen Schlaganfalls in Rheinland-Pfalz 2008–2017; Daten aus der DRG-Statistik
eTabelle 1
Häufigkeit und altersstandardisierte Raten (ASR)* des ischämischen Schlaganfalls in Rheinland-Pfalz 2008–2017; Daten aus der DRG-Statistik

In den 36 Kreisen lagen die altersstandardisierten Schlaganfallraten (Mittelwerte 2008–2017) zwischen 122 und 209 (Frauen 95–155, Männer 151–245) pro 100 000 Einwohner. Der GIMD 2010 betrug im arithmetischen Mittel 20,7 (Bereich 4,6–47,5; Bereich für Deutschland: 2,0–71,0). GIMD 2010 und Schlaganfallrate in den Kreisen zeigen eine statistisch signifikante positive Assoziation (ρ = 0,47; 95-%-KI: [0,16; 0,85]); Männer (ρ = 0,52 [0,23; 0,91]); Frauen (ρ = 0,43 [0,11; 0,80]) (Grafiken 1 und 2). Die altersstandardisierte Rate stieg entlang der Quartile des GIMD 2010 stetig an und lag im 4. Quartil um den Faktor 1,28 [1,22; 1,35] höher als im 1. Quartil (Tabelle 1). Die Poisson-Regression zeigte eine niedrigere Schlaganfallrate in kreisfreien Städten verglichen mit Landkreisen (relatives Risiko: 0,86 [0,81; 0,91]). Interaktionsanalysen zum Zusammenhang zwischen einzelnen Variablen belegen einen leichten Abfall des Effekts des GIMD 2010 mit dem Alter, einen etwas höheren Einfluss des GIMD 2010 in kreisfreien Städten als in Landkreisen, aber keine Veränderung der Stärke des Zusammenhangs zwischen GIMD 2010 und der Schlaganfallrate über die zehn Jahre (eTabelle 2).

Zusammenhang zwischen den altersstandardisierten Raten ischämischer Schlaganfälle und dem „German Index of Multiple Deprivation“ (GIMD) 2010
Grafik 1
Zusammenhang zwischen den altersstandardisierten Raten ischämischer Schlaganfälle und dem „German Index of Multiple Deprivation“ (GIMD) 2010
Quartile der altersstandardisierten Raten ischämischer Schlaganfälle in Rheinland-Pfalz
Grafik 2a
Quartile der altersstandardisierten Raten ischämischer Schlaganfälle in Rheinland-Pfalz
Quartile des „German Index of Multiple Deprivation“ (GIMD) 2010 in Rheinland-Pfalz
Grafik 2b
Quartile des „German Index of Multiple Deprivation“ (GIMD) 2010 in Rheinland-Pfalz
Zusammenhang zwischen den Quartilen des GIMD 2010 und Versorgungsdaten aus der DRG-Statistik 2017
Tabelle 2
Zusammenhang zwischen den Quartilen des GIMD 2010 und Versorgungsdaten aus der DRG-Statistik 2017
Zusammenhang zwischen den Quartilen des GIMD 2010 und den altersstandardisierten Raten ischämischer Schlaganfälle*
eTabelle 2
Zusammenhang zwischen den Quartilen des GIMD 2010 und den altersstandardisierten Raten ischämischer Schlaganfälle*

Im 1. und 4. Quartil des GIMD 2010 lagen die Stroke Unit-Behandlungsraten etwas höher als in den mittleren Quartilen. Bei der intravenösen Thrombolyse bestanden keine Unterschiede entlang der Quartile des GIMD 2010. Bezüglich der mechanischen Thrombektomie lagen die Raten im 1. Quartil etwas höher als in den anderen Quartilen (Tabelle 2).

Bezogen auf die DRG-Daten lag die Erfassungsrate ischämischer Schlaganfälle durch die Qualitätssicherung 2017 im 4. Quartil niedriger als in den anderen Quartilen. Der Schweregrad des neurologischen (NIHSS) und des funktionellen Defizits (Barthel-Index) bei Aufnahme nahm mit zunehmendem Deprivationsgrad geringfügig zu; schwerere Defizite waren im 4. Quartil statistisch signifikant häufiger als im 1. Quartil. Bezüglich der Aufnahmelatenz nach Schlaganfall zeigten sich keine relevanten Unterschiede. Die 7-Tage-Mortalität war im 4. Quartil (3,3 %) tendenziell höher als im 1. Quartil (2,2 %). Bis auf eine geringfügig niedrigere Rate von Thrombozytenaggregationshemmern und Statinen in der Entlassmedikation im 4. Quartil unterschieden sich die Regionen bezüglich Sekundärprophylaxe und Rehabilitationsbehandlungen nicht voneinander (eTabelle 3).

Zusammenhang zwischen den Quartilen des GIMD 2010 und Ergebnissen aus der Qualitätssicherung „akuter Schlaganfall“ 2017
eTabelle 3
Zusammenhang zwischen den Quartilen des GIMD 2010 und Ergebnissen aus der Qualitätssicherung „akuter Schlaganfall“ 2017

Diskussion

Unsere Analysen zeigen einen statistisch signifikanten Zusammenhang zwischen regionaler Deprivation und im Krankenhaus behandelten ischämischen Schlaganfällen in Rheinland-Pfalz.

Ähnliche Assoziationen fanden sich in Studien aus verschiedenen Ländern (7, 16, 17, 18). Im Quartil der Kreise mit der höchsten Deprivation lag die Schlaganfallrate um 28 % über der in Kreisen mit der geringsten Deprivation. In einer kleinräumig angelegten Studie aus England waren die Unterschiede entlang der regionalen Deprivation deutlich ausgeprägter (7). Die rheinland-pfälzischen Kreise und Städte sind in ihrer sozioökonomischen Struktur nicht homogen. Die tatsächliche Effektstärke könnte durch sozioökonomische Heterogenitäten in den Gebietskörperschaften unterschätzt werden. Unsere Studie bezieht sich ausschließlich auf die Perspektive regionaler Deprivation und betrachtet nicht den individuellen sozioökonomischen Status. In verschiedenen Arbeiten konnte aber auch nach Kontrolle für individuelle sozioökonomische Faktoren ein statistisch signifikanter und unabhängiger Einfluss regionaler Deprivation auf die Gesundheit gezeigt werden (19).

Die zunehmende Gesamtzahl ischämischer Schlaganfälle entspricht dem generellen epidemiologischen Trend vor dem Hintergrund der höheren Lebenserwartung. Die altersstandardisierte Inzidenz erstmaliger Schlaganfälle sinkt in westlichen Industrieländern hingegen (20). Bei unserem Ergebnis einer leichten Zunahme der altersstandardisierten Schlaganfallrate muss beachtet werden, dass in unsere Analyse erstmalige sowie Rezidivschlaganfälle eingingen. Wir verwendeten DRG-Daten, da diese im Gegensatz zu den Daten des Landesamts für Statistik die Vermeidung von Doppelerfassungen verlegter Patienten ermöglichen. Goldstandard für die Berechnung von Schlaganfallinzidenzen sind bevölkerungsbasierte Schlaganfallregister wie für Rheinland-Pfalz in Ludwigshafen am Rhein (21). Die Inzidenzen aus Abrechnungsdaten sind höher als die bevölkerungsbasierter Schlaganfallregister. Ein Grund liegt in Fehlanreizen im DRG-System, auch im Zweifelsfall einen Schlaganfall als Diagnose zu kodieren. Dieser Einfluss dürfte jedoch regional ähnlich ausgeprägt sein und den hier gefundenen Zusammenhang nicht beeinflussen. Die Hospitalisierungsrate für akute Schlaganfälle liegt bei rund 95 % (21), sodass Krankenhausdaten fast alle Patienten berücksichtigen.

Eine wesentliche Ursache für die Assoziation zwischen regionaler Deprivation und Schlaganfallinzidenz ist, dass vaskuläre Risikofaktoren, wie Diabetes mellitus, Adipositas oder Bluthochdruck, in deprivierten Regionen häufiger vorzufinden sind (22, 23). Diabetes mellitus war in unserer Untersuchung in stärker deprivierten Regionen ähnlich wie in anderen Studien (7, 8, 18, 19) überrepräsentiert.

Die Schwere des neurologischen und funktionellen Defizits nahm mit dem regionalen Deprivationsgrad in geringem, aber signifikantem Maße zu. Einige (24, 25), aber nicht alle diesbezüglichen Studien (8) berichteten ähnliche Zusammenhänge. Die Erhebung der NIHSS durch zahlreiche Ärzte muss mit Vorsicht betrachtet werden; die Konkordanz mit den Ergebnissen des Barthel-Index, der durch Pflegekräfte erfasst wird, unterstützt jedoch die vorliegenden Befunde.

Bisherige Studien zeigten unterschiedliche Ergebnisse bezüglich sozioökonomischer Einflüsse auf die Versorgungsqualität beim akuten Schlaganfall (3, 7, 8, 26, 27, 28). Auch in wohlhabenden Ländern (7, 26, 27, 28) fanden sich Zusammenhänge zwischen regionaler Deprivation und schlechteren Versorgungsleistungen, wie niedrigerer Lyserate (7, 27) oder geringerer Verschreibung oraler Antikoagulanzien bei Vorhofflimmern (28). Im Gegensatz zur intravenösen Thrombolyse wurden mechanische Thrombektomien in den am wenigsten deprivierten Regionen häufiger durchgeführt, die absoluten Unterschiede waren jedoch gering. Medizinische Neuerungen können in sozioökonomisch begünstigten Gebieten möglicherweise rascher umgesetzt werden. Die Latenz zwischen Symptombeginn und stationärer Aufnahme zeigte keine Zunahme entlang des Deprivationsindex – ein Indiz dafür, dass räumliche Entfernung vom Behandlungszentrum keinen starken Einflussfaktor darstellen dürfte. Patienten im 4. Quartil des GIMD 2010 erhielten etwas seltener Thrombozytenaggregationshemmer und Statine als die Patienten im 1. Quartil; die absoluten Differenzen waren jedoch gering.

Zu den Stärken unserer Studie gehören die hohen Fallzahlen und die gemeinsame Betrachtung von Abrechnungs- und Qualitätssicherungsdaten. Limitationen bestehen in fehlenden Daten zu Risikofaktoren wie Rauchen und zur Qualität der Einstellung von Risikofaktoren, in dem bei Patienten in stärker deprivierten Regionen niedrigeren Erfassungsgrad in der Qualitätssicherung, in der gemeinsamen Betrachtung von erstmaligen Schlaganfällen und Rezidivschlaganfällen und in der relativ großräumigen Betrachtung auf Kreisebene.

Zusammenfassend belegt unsere Untersuchung einen statistisch signifikanten Zusammenhang zwischen regionaler Deprivation und der Inzidenz ischämischer Schlaganfälle und sie legt auch eine Assoziation zwischen regionaler Deprivation und der Schlaganfallschwere nahe. Die Prävention des Schlaganfalls muss daher benachteiligte Regionen in besonderem Maß ins Auge fassen. Unsere Ergebnisse zeigen hingegen keine starken Zusammenhänge zwischen regionaler Deprivation und Schlaganfallversorgung in Rheinland-Pfalz.

Danksagung

Wir bedanken uns bei Dr. med. Christoph Burmeister, MPH, Leiter der SQMed Geschäftstelle Qualitätssicherung Rheinland-Pfalz für die Unterstützung des Projekts und bei Cornelius Grau für die Hilfen bei der Datenauswertung.

Interessenkonflikt
Dr. Bartig erhielt Aufträge von Boehringer Ingelheim für Analysen des G-DRG-Systems.

Die übrigen Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Manuskriptdaten
eingereicht: 7. 12. 2020, revidierte Fassung angenommen: 4. 2. 2021

Anschrift für die Verfasser
Prof. Dr. med. Armin J. Grau
Neurologische Klinik
Klinikum der Stadt Ludwigshafen am Rhein
Bremserstraße 69
67063 Ludwigshafen am Rhein
graua@klilu.de

Zitierweise
Grau AJ, Dienlin S, Bartig D, Maier W, Buggle F, Becher H: Regional deprivation, stroke incidence, and stroke care—an analysis of billing and quality assurance data from the German state of Rhineland–Palatinate. Dtsch Arztebl Int 2021; 118: 397–402. DOI: 10.3238/arztebl.m2021.0149

►Die englische Version des Artikels ist online abrufbar unter:
www.aerzteblatt-international.de

Zusatzmaterial
eTabellen:
www.aerzteblatt.de/m2021.0149 oder über QR-Code

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Neurologische Klinik, Klinikum Ludwigshafen am Rhein: Prof. Dr. med. Armin J. Grau
Geschäftsstelle Qualitätssicherung Rheinland-Pfalz, Mainz: Dr. med. Sieghard Dienlin
DRG-Market, Osnabrück: Dr. rer. nat. Dirk Bartig
Helmholtz Zentrum München – Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt (GmbH), Institut für Gesundheitsökonomie und Management im Gesundheitswesen, Neuherberg: Dr. rer. biol. hum. Werner Maier
Spitalzentrum Oberwallis, Visp, Schweiz: Dr. med. Florian Buggle
Institut für Medizinische Biometrie und Epidemiologie, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf: Prof. Dr. rer. nat. Heiko Becher
Zusammenhang zwischen den altersstandardisierten Raten ischämischer Schlaganfälle und dem „German Index of Multiple Deprivation“ (GIMD) 2010
Grafik 1
Zusammenhang zwischen den altersstandardisierten Raten ischämischer Schlaganfälle und dem „German Index of Multiple Deprivation“ (GIMD) 2010
Quartile der altersstandardisierten Raten ischämischer Schlaganfälle in Rheinland-Pfalz
Grafik 2a
Quartile der altersstandardisierten Raten ischämischer Schlaganfälle in Rheinland-Pfalz
Quartile des „German Index of Multiple Deprivation“ (GIMD) 2010 in Rheinland-Pfalz
Grafik 2b
Quartile des „German Index of Multiple Deprivation“ (GIMD) 2010 in Rheinland-Pfalz
Zusammenhang zwischen den Quartilen des „German Index of Multiple Deprivation“ (GIMD) 2010 und den altersstandardisierten Schlaganfallraten 2008–2017 in den 36 kreisfreien Städten und Landkreisen in Rheinland-Pfalz
Tabelle 1
Zusammenhang zwischen den Quartilen des „German Index of Multiple Deprivation“ (GIMD) 2010 und den altersstandardisierten Schlaganfallraten 2008–2017 in den 36 kreisfreien Städten und Landkreisen in Rheinland-Pfalz
Zusammenhang zwischen den Quartilen des GIMD 2010 und Versorgungsdaten aus der DRG-Statistik 2017
Tabelle 2
Zusammenhang zwischen den Quartilen des GIMD 2010 und Versorgungsdaten aus der DRG-Statistik 2017
Häufigkeit und altersstandardisierte Raten (ASR)* des ischämischen Schlaganfalls in Rheinland-Pfalz 2008–2017; Daten aus der DRG-Statistik
eTabelle 1
Häufigkeit und altersstandardisierte Raten (ASR)* des ischämischen Schlaganfalls in Rheinland-Pfalz 2008–2017; Daten aus der DRG-Statistik
Zusammenhang zwischen den Quartilen des GIMD 2010 und den altersstandardisierten Raten ischämischer Schlaganfälle*
eTabelle 2
Zusammenhang zwischen den Quartilen des GIMD 2010 und den altersstandardisierten Raten ischämischer Schlaganfälle*
Zusammenhang zwischen den Quartilen des GIMD 2010 und Ergebnissen aus der Qualitätssicherung „akuter Schlaganfall“ 2017
eTabelle 3
Zusammenhang zwischen den Quartilen des GIMD 2010 und Ergebnissen aus der Qualitätssicherung „akuter Schlaganfall“ 2017
1.Hofmeister C, Maier W, Mielck A, Stahl L, Breckenkamp J, Razum O: Regionale Deprivation in Deutschland: bundesweite Analyse des Zusammenhangs mit Mortalität unter Verwendung des „German Index of Multiple Deprivation“ (GIMD). Gesundheitswesen 2016; 78: 42–8 CrossRef MEDLINE
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