ArchivDeutsches Ärzteblatt22/2021COVID-19 und Supplementierung: Vitamin D – in der Pandemie hinterfragt und doch empfohlen

MEDIZINREPORT

COVID-19 und Supplementierung: Vitamin D – in der Pandemie hinterfragt und doch empfohlen

Lenzen-Schulte, Martina

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Die Debatte um den Nutzen von Vitamin D in der aktuellen Coronapandemie hat etwas von einem Glaubenskrieg, wirken doch die Voten dafür oder dagegen regelhaft wie Bekenntnisse. Ohne durchschlagende, eindeutige Evidenz sind jedoch pragmatische Ansätze gefragt. Davon gibt es schon einige.

Sonnenhormon aus der Retorte: In Deutschland ist es selbst im Sommerhalbjahr nicht leicht, genügend Vitamin-D-Vorräte zu horten. Foto: ExQuisine/stock.adobe.com
Sonnenhormon aus der Retorte: In Deutschland ist es selbst im Sommerhalbjahr nicht leicht, genügend Vitamin-D-Vorräte zu horten. Foto: ExQuisine/stock.adobe.com

Nachdem der Winter vorbei ist, könnte man die jüngste Meldung des Bundesinstitutes für Risikobewertung (BfR) in Berlin zum Einfluss des Sonnenvitamins D auf die Coronapandemie für verspätet halten (1). Allerdings ist die Flut an Publikationen und Appellen zu diesem Themenkomplex nie abgerissen, allein die Datenbank clinicaltrials.gov verzeichnet in ihrer Pipeline knapp 100 laufende, registrierte Studien zu der Frage, ob Vitamin D Infektionen durch das SARS-CoV-2-Virus verhindern, den Verlauf von COVID-19 und Spätfolgen wie Long COVID mitigieren oder die Sterblichkeit senken könnte – dies generell oder speziell bei Älteren, Schwangeren, Athleten und Kindern (2).

Anlass der aktuellen BfR-Mitteilung war „die Häufung von Anfragen beziehungsweise das anhaltende öffentliche Interesse in Bezug auf diese Fragestellung“, erläutert die Pressestelle. Zwar hält das BfR nach wie vor eine „generelle Empfehlung zur Einnahme von Vitamin- D-Präparaten zur Vorbeugung einer SARS-CoV-2-Infektion oder eines schweren Verlaufs einer COVID-19-Erkrankung“ für nicht begründbar. Allerdings könne, heißt es weiter, Vitamin D als Nahrungsergänzung für Risikogruppen sinnvoll sein, die sich „kaum oder gar nicht im Freien aufhalten (können) oder – etwa aus kulturellen oder religiösen Gründen – nur mit gänzlich bedecktem Körper nach draußen gehen“.

Hinzu kämen Menschen mit dunkler Hautfarbe (weniger Vitaminsynthese wegen eines höheren Melaningehaltes der Haut) und ältere Menschen, insbesondere Pflegebedürftige. „Das BfR sieht die Gruppe der Pflegeheimbewohner als Risikogruppe für eine unzureichende Vitamin-D-Versorgung an, weil aus Studien ersichtlich war, dass hospitalisierte ältere Menschen zu einem hohen Anteil unzureichende Vitamin-D-Spiegel aufweisen“, heißt es in der Antwort an das Deutsche Ärzteblatt. Für Pflegeheimbewohner sei eine generelle Einnahme von Vitamin D (bis 20 µg/d oder 800 Internationale Einheiten, IE) zu „erwägen“. Aus ärztlicher Sicht könnten in bestimmten Fällen höhere Gaben indiziert sein. Parallel zur Supplementierung sollte eine regelmäßige Kontrolle der Serumspiegel erfolgen (1).

Eine weitere wichtige Risikogruppe, die nicht benannt worden ist, sind adipöse Patienten. Sie sind ebenfalls anfällig für einen Mangel, weil Vitamin D in einem größeren Pool des Körperfettes verdünnt wird und aufgrund der oft assoziierten Fettleber die 25-Hydroxylation verringert ist (3).

Der Stand der Dinge

Die einen werden es als Schritt des BfR in die richtige Richtung werten, die Supplementierung zumindest für Risikogruppen ins Spiel gebracht zu haben. Anderen geht dies vermutlich – davon zeugen zahlreiche Leserbriefe auch an unsere Redaktion im Laufe der letzten Monate – längst nicht weit genug. Es fehlt eine eindeutige Empfehlung.

Die Vorgeschichte begann im Winter mit einem Paukenschlag, als ein Appell von über 200 Ärzten und Wissenschaftlern (inzwischen sind es 220) angesichts der COVID-19-Pandemie Regierungen weltweit zum konkreten Handeln aufforderte, um in der Bevölkerung etwaige Vitamin-D-Defizite auszugleichen und damit Menschen konkret vor Infektionen zu schützen (4).

Diese Experten hatten dabei die Bevölkerung und nicht nur Risikogruppen im Sinn. Sie setzten außerdem die Dosis zur Supplementierung höher an: Erwachsene sollten täglich möglichst 4 000 IE (entsprechen 100 µg), mindestens jedoch 2 000 IE erhalten. Jene, die aufgrund von Übergewicht, dunkler Hautfarbe oder wegen Unterbringung in Alters- oder Pflegeheimen höhere Risiken einer Defizienz haben, sollten sogar die doppelte Menge einnehmen. Außerdem sollte bei jedem, der stationär wegen COVID-19 behandelt wird, der Vitamin-D-Spiegel gemessen und ein Defizit ausgeglichen werden (4).

Es gab dafür eine Fülle indirekter Fingerzeige. Eine der meistzitierten Übersichtsarbeiten von Prof. Dr. Adrian R. Martineau von der Queen Mary University in London hatte bereits vor der Pandemie gezeigt, dass eine Supplementierung von Personen mit niedrigen Vitamin-D-Spiegeln (25(OH)D < 10 ng/ml) tatsächlich vor akuten respiratorischen Infekten schützt (5).

Seit Beginn der COVID-19-Pandemie erschienen dann nahezu im Wochentakt Beobachtungsstudien, darunter prospektive oder retrospektive Kohortenstudien, Fallberichte, Meinungsbeiträge sowie mal bessere, mal schlechtere Reviews von zahlreichen Gruppen und Experten der ganzen Welt: Die meisten davon sahen im Vitamin-D-Status eine entscheidende Weichenstellung dafür, ob Patienten sich mit SARS-CoV-2 anstecken, von einem leichten in einen schwereren Verlauf rutschen, beatmet und auf Intensiv behandelt werden müssen oder schließlich an COVID-19 sterben (6, 7, 8, 9, 10, 11).

Eine der ersten und aussagekräftigsten Beobachtungsstudien kam an der Universitätsklinik in Heidelberg unter Federführung von Prof. Dr. med. Uta Merle zustande, der kommissarischen Ärztlichen Direktorin der Klinik für Gastroenterologie, Infektionen, Vergiftungen (12). Dort hatte man bei 185 Patienten den Vitamin-D-Status bei der Erstvorstellung bestimmt, 22 % wiesen einen eindeutigen Mangel auf (< 12 ng/ml). Dies war mit einem mehr als 6-fach höheren Risiko assoziiert, invasiv beatmet werden zu müssen (Hazard-Ratio [HR] 6,12, 95-%-Konfidenz-Intervall [KI] 2,79–13,42; p < 0,001), das Risiko zu sterben war fast 15-fach höher (HR 14,73, KI 4,16–52,19; p < 0,001).

Die Rolle von Vitamin D und ACE bei der SARS-CoV-2-Infektion
Grafik 1
Die Rolle von Vitamin D und ACE bei der SARS-CoV-2-Infektion
Genügend Vitamin D tanken – ein weltfremdes Sommermärchen
Grafik 2
Genügend Vitamin D tanken – ein weltfremdes Sommermärchen

„Wir substituieren Vitamin D“

Es zeigte sich sogar, dass die Assoziation zwischen ungünstigem Vitaminstatus und Schweregrad von COVID-19 selbst dann erhalten blieb, wenn kein regelrechtes Vitamindefizit vorlag, wie es das Institute of Medicine (IOM) definiert, sondern Betroffene lediglich suboptimal mit Vitamin D versorgt waren (< 20 ng/ml) (Tabelle).

Man sei sich der Tatsache bewusst, dass eine Assoziation keine Kausalität begründe, räumt Merle ein. Allerdings, so betont die Internistin, sei es plausibel zu vermuten, dass gerade bei Hochrisikopatienten mit Vitamin-D-Defizit die Vorteile einer Substitution die Nachteile überwiegen würden (13). Ihr pragmatisches Vorgehen beschreibt sie dem Deutschen Ärzteblatt so: „Wir substituieren Vitamin D bei jedem auf die Intensivstation aufgenommenen COVID-19-Patienten und beraten ambulante COVID-19-Patienten ebenfalls dahingehend, dass wir zur Vitamin-D-Supplementation raten würden, da wir davon ausgehen, dass der Nutzen größer als ein möglicher Nachteil ist.“

Skeptiker wenden ein, ein hoher Vitamin-D-Spiegel zeuge von Gesundheit und Gesunde würden ohnehin besser mit Infektionen fertig – es sei also ein Bystander-Phänomen. Wenn allein die Gabe von Vitamin D gesünder und widerstandsfähiger machte, müsste dies durch Interventionsstudien belegbar sein.

Dabei wird in der Regel auf 2 RCTs (randomized controlled trials) aus der Prä-Pandemie-Ära verwiesen: VITdAL-ICU (Correction of Vitamin D Deficiency in Critically Ill Patients) und VIOLET (Vitamin D to Improve Outcomes by Leveraging Early Treatment).

In der VIOLET-Studie mit 3 000 kritisch kranken Teilnehmern, ließ sich nicht belegen, dass eine Bolusgabe plus Erhaltungsdosis die 90-Tage-Mortalität senken konnte (14). Nicht ganz so enttäuschend fiel VITdAL-ICU aus: Hier erhielten 475 schwer kranke Patienten 540 000 IE Vitamin D, wenn ihre Spiegel unter 20 ng/ml lagen – sie also noch kein echtes Defizit aufwiesen. Zwar verkürzte dies den Kranken­haus­auf­enthalt im Vergleich zu den nicht substituierten Teilnehmern nicht (15). Gleichwohl ließ sich zeigen, dass insbesondere bei denjenigen, die anfänglich eindeutig zu niedrige Vitamin-D-Spiegel (25(OH)D < 12 ng/ml) hatten und daraufhin den Bolus erhielten, die Mortalität im Vergleich zur Placebogruppe halbiert wurde (36,3 % vs. 20,4 %; HR 0,52, KI 0,30–0,89). Beide Studien waren hochrangig publiziert, wurden aber auch für ihre Design-Mankos kritisiert: Man hatte zum Beispiel sehr heterogene Gruppen untersucht, die das Ableiten von Effekten erschwerten.

Das war der Stand der Interventionsstudien für stationäre Patienten, als die Pandemie neue Herausforderungen für Vitamin D bot. Nachdem die zahlreichen Beobachtungsstudien für viele Experten klar auf eine protektive Wirkung hindeuteten, wurden vergleichsweise rasch auch Interventionsstudien aufgelegt. Eine kleinere, aber hochrangig publizierte und per Peer-Review geprüfte Studie schloss 240 stationäre Patienten mit moderater bis schwerer Symptomatik ein und konnte keinen Benefit einer Vitamin-D-Gabe zeigen, auch das Editorial betonte dies (16, 17). Das ist jedoch nicht die ganze Wahrheit: Der Anteil der Patienten, die invasiv beatmet werden mussten, betrug 7,6 % in der Vitamin-D-Gruppe und 14,4 % im Kontrollarm. Das erzielte nur aufgrund der geringen Zahl keine statistische Signifikanz (p = 0,09).

Mission possible für Vitamin D

Dabei ist es nicht geblieben: Denn im Frühjahr machte die „Barcelona“-Studie zu COVID-19 und Vitamin D auch in den öffentlichen Medien von sich reden und ließ die Emotionen in der Debatte zwischen Vitamin-D-Anhängern und -Skeptikern hochkochen (18). Diese Studie kam von spanischen Ärzten um Dr. Natalia Garcia-Giralt, die als Postdoc an der Universität Barcelona zum gesunden Altern forscht, und fragte, wie Vitamin-D-Gaben den Verlauf einer COVID-19-Erkrankung beeinflussen könnten.

Die Ärzte gaben stationär aufgenommenen COVID-19-Risikopatienten Vitamin D, andere COVID-19-Erkrankte ohne Substitution bildeten die Kontrollen. Die Vitamin-D-Gaben gingen mit einer Senkung der Intensivbehandlung um immerhin 82 % und der Sterblichkeit um 52 % einher (19). Prof. Dr. rer. nat. Martin Smollich, Fachapotheker für Klinische Pharmazie und Leiter der Arbeitsgruppe Pharmakonutrition am Universitätsklinikum Schleswig-Hollstein, kritisierte die Studie wie andere auf Twitter (20). Das Fachjournal Lancet zog den Preprint zurück. Wer allerdings verstehen will, warum sich die spanischen Ärzte für ihre hochgefährdeten Patienten pragmatisch so und nicht anders entschieden haben, kann ihre Verteidigung auf www.vdmeta.com nachlesen (21).

Auf dieser Internetplattform haben sich unabhängige Wissenschaftler frei von Interessenkonflikten zusammengeschlossen. Sie wollen quasi in Echtzeit publizierte Studien zu COVID-19 und Vitamin D updaten und bieten eine wahre Fundgrube (22). Das Fazit aus aktuell 78 Studien (Stand 24. Mai 2021) lautet: 96 % der insgesamt dort gelisteten Therapiestudien zu Vitamin D und COVID-19 zeigen positive Effekte, davon 65 % eine Verringerung der Mortalität. Außerdem gibt es eine überwiegend starke Korrelation zwischen ausreichenden Vitamin-D-Spiegeln und dem Verlauf einer SARS-CoV-2-Infektion.

An dieser Bilanz ändert im übrigen auch eine soeben erschienene und in öffentlichen Medien diskutierte Kohortenstudie aus den USA nichts, die einen Zusammenhang des Vitamin-D-Spiegels mit einem Infektionsrisiko für SARS-CoV-2 negiert (23). Eine gepoolte Metaanalyse von 54 Studien zeigte eine Verbesserung von 52 % bei den besonders bedrohlichen Komplikationen. „Es gibt jetzt 24 Therapiestudien, also kontrollierte Studien mit einem Behandlungs- und Kontrollarm, die tatsächlich eine kausale Beziehung zeigen“, antwortet das Forschergremium von vdmeta auf Nachfrage.

Immer mehr Evidenz

Auf vdmeta.com finden sich auch die 3 anderen der insgesamt 5 publizierten RCT-Interventionsstudien (24, 25, 26). Eine davon ist noch ein Preprint, 2 haben das Peer-Review-Prüfverfahren hinter sich, davon hat eine es – dies wird vermutlich erneut Wellen schlagen – soeben in die Scientific Reports von Nature geschafft (26). Hier hatten die Patienten Vitamin-D-Level < 30 ng/ml, 44 erhielten 60 000 IE täglich (für 8 Tage, oder für 10 Tage bei einem BMI > 25). Gegenüber den 43 Kontrollen waren die Inflammationsmarker signifikant reduziert. Das Sterblichkeitsrisiko war um 60,9 % (Risk Reduction [RR] 0,39, p = 0,27) verringert, das Risiko einer Intensivtherapie um 21,8 % (RR 0,78, p = 0,74), dies jedoch nicht statistisch signifikant (26).

Insgesamt gebe es geringe Evidenz für Vitamin-D-Effekte, aber die Datenlage sei unsicher, schlussfolgern deutsche Cochrane-Autoren in einem Ende Mai publizierten Review (27). Dringend erwartet werden daher die Resultate des VIVID-Trial aus Harvard, außerdem der CORONAVIT Trial. Chief Investigator ist hier der schon erwähnte Prof. Dr. Adrian R. Martineau, der bereits die positive Wirkung von Vitamin D auf respiratorische Infekte in der bislang besten einschlägigen Übersichtsarbeit herausgearbeitet hatte (28, 29). Bei CORONAVIT soll Ende Juni 2021 das Rekrutieren abgeschlossen sein.

Internationale Klassifikation des Institute of Medicine (IOM)/Robert Koch-Institut (RKI)
Tabelle
Internationale Klassifikation des Institute of Medicine (IOM)/Robert Koch-Institut (RKI)

Deutsche Studienbarrieren

Eine weitere große Studie läuft in europäischen Zentren, an der auch Deutschland beteiligt sein könnte, machte das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) in Bonn dafür den Weg endlich frei. Für die VITDALIZE-Studie haben Ärzte bereits in Österreich, Belgien und Großbritannien mit dem Einschluss von Patienten begonnen, da dort die Behörden längst grünes Licht für den Studienbeginn gegeben haben.

In dieser Studie, die zudem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert wird, erhalten schwer kranke COVID-19-Patienten mit Vitamin D-Defizit randomisiert zunächst einen Bolus plus nachfolgend eine Erhaltungssupplementierung. Primärer Endpunkt ist das Überleben (30). „Aber wir überprüfen auch Parameter wie die Lebensqualität“, erläutert Prof. Dr. med. Patrick Meybohm, Direktor der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie am Universitätsklinikum Würzburg – einem der künftigen deutschen Studienstandorte. Mit solchen Parametern will man erfassen, ob womöglich auch Long-COVID-Symptome von Vitamin D positiv beeinflusst werden. „Ich halte es für extrem wichtig, diese Daten zu erheben, weil wir vermutlich die nächsten Jahre noch COVID-19-Patienten auf unseren Intensivstationen betreuen werden“, prognostiziert Meybohm.

Aber bis dahin will er den Patienten mit einem Vitamin-D-Mangel eine mögliche Chance nicht vorenthalten: „Wir substituieren ebenfalls, wenn wir Defizite messen“, hält er fest, „alles andere halte ich derzeit für unethisch, da diese schwerst Erkrankten davon profitieren könnten, wenn man einen unter mehreren Risikofaktoren behebt“. Ein solcher Ausgleich gebe bei einer Fifty-fifty-Chance zu überleben vielleicht den Ausschlag, glaubt Meybohm. Ähnlich lautet auch die Empfehlung der COVRIIN-Gruppe, die ihre Therapieempfehlungen zu COVID-19 regelmäßig updatet (31).

Wenn also Kliniker reihum versuchen, Vitamin-D-Defizite der Patienten auszugleichen, wäre es nur konsequent, schon im Vorfeld ambulant den Mangel zu beheben. Für niedergelassene Ärzte ist es jedoch nicht leicht, ihre Patienten zu beraten, denn es gibt hierzulande keine eindeutigen Empfehlungen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hielt zuletzt im Februar fest: „Pauschal kann daher keine Empfehlung für eine Vitamin-D-Supplementation gegeben werden, um einer SARS-CoV-2-Infektion vorzubeugen oder den Schweregrad einer COVID-19-Erkrankung zu verringern“ (32). Aber gleichzeitig hält Prof. Dr. oec. troph. Jakob Linseisen, der Präsident der DGE, fest: „Unter der Voraussetzung, dass ein kausaler Zusammenhang besteht, hätte ein adäquater Vitamin-D-Status einen präventiven Effekt auf das Risiko einer SARS-CoV-2-Infektion bzw. eines schweren COVID-19-Verlaufs.“

Substitution statt Sonnenträume

Laut DGE sei nach wie vor „eine adäquate Versorgung mit Vitamin D am besten durch die körpereigene Bildung durch Sonnenbestrahlung und über die Ernährung zu erreichen“, was allerdings bei Licht betrachtet hierzulande so gut wie unmöglich ist (Abb. 2). Deswegen sind die Vitamin-D-Mangelzustände auch beträchtlich, wie aus einer Studie der Gießener Universität hervorgeht (33). Diese attestiert selbst unter Anlegen strenger Messstandards rund 15 % der Erwachsenen und 12,5 % der Kinder, also in der Summe 11 Millionen Personen in Deutschland, einen echten Vitamin-D-Mangel von 25(OH)D-Serumwerten < 30 nmol/l (< 12 ng/ml).

Immer noch suboptimal versorgt mit Werten von 30–50 nmol/l (also 12 bis < 20 ng/ml) sind je nach Messstandard bis zu 41 % der Bevölkerung. In einer weiteren Studie verweist diese Arbeitsgruppe darauf, dass die Defizite bei Adipösen noch deutlicher ausgeprägt sind (34). Und schaut man direkt auf die ältere Bevölkerung in einer geriatrischen Rehabilitationsklinik (Altersmedian 82 Jahre), so wird das dramatische Ausmaß noch deutlicher: Ein Mangel mit Werten < 20 ng/ml lag bei 89 % der Patienten vor, ein schwerer Mangel < 10 ng/ml bei 67 %. Nur 4 % lagen in dem Zielbereich von 30–60 ng/ml (35).

Wenn substituieren, dann richtig

Ob die 800 IE/Tag genügen, um Mängel auszugleichen oder auch nur im Winterhalbjahr ausreichende Spiegel aufrecht zu erhalten, wird nicht einheitlich beurteilt. Dr. med. Johannes Scholl, Facharzt für Innere Medizin und Vorsitzender der Deutschen Akademie für Präventivmedizin, plädiert für eine großzügige Substitution im Winterhalbjahr von Oktober bis März: „Wir führen in meinen Praxen mehr als 4 000 Vitamin-D-Bestimmungen im Jahr bei Angestellten mit überwiegender Bürotätigkeit durch. Im März liegt der durchschnittliche Vitamin-D-Spiegel bei 12 ng/ml bei Menschen, die nicht supplementieren. Und selbst am Ende des Sommers schafft es nur jeder Fünfte über die empfohlene Schwelle von 30 ng/ml“, hält er fest (36).

Ein Patient mit einem Vitamin-D-Mangel von 10 ng/ml benötige über die folgenden 6 Wochen circa 5 000–6 000 IE Vitamin D pro Tag, um überhaupt in den Normalbereich von > 30 ng/ml zu kommen. 800 IE/Tag seien dagegen hoffnungslos unterdosiert. Der Vitamin-D-Bedarf sei zudem für adipöse und schlanke Menschen unterschiedlich. „Ein großer Mann mit BMI 35 benötigt im Winterhalbjahr sicherlich 3 000–4 000 IE am Tag, eine schlanke Frau mit BMI 20 dagegen nur 1 000–2 000 IE/Tag, um den Vitamin-D-Spiegel des Sommers aufrechtzuerhalten“, rechnet der Internist vor.

Die Angst vor einer Überdosierung hält Scholl dagegen für übertrieben. Eine aufschlussreiche Studie habe bereits 2003 gezeigt, dass bei Supplementierung selbst bei einer täglichen Dosis von 11 000 IE über 20 Wochen bei normalgewichtigen Männern weder zu hohe Vitamin-D-Spiegel noch ein erhöhter Kalziumspiegel auftraten (37). Wichtig ist dabei, dass tägliche Gaben intermittierenden Bolusgaben vorzuziehen sind, da dies die Wirksamkeit verbessert und Überdosierungen vermeiden hilft (38).

Die DGE hingegen warnt pauschal vor Nebenwirkungen, sofern die tägliche Dosierung von 4 000 IE (100 µg) überschritten werde. Überdosierungen von Vitamin D können zu einer Hyperkalzämie und aufgrund dessen zu Übelkeit, Appetitlosigkeit, Bauchkrämpfen und Erbrechen bis hin zu einer Nierenschädigung, Herzrhythmusstörungen, Bewusstlosigkeit und zum Tod führen (39). Zudem empfiehlt die DGE, höhere Dosierungen als 800 IE pro Tag „sollten nur unter ärztlicher Kontrolle und unter Berücksichtigung des individuellen Vitamin-D-Status erfolgen“ (32). Die Kosten dafür sind indessen keine Kassenleistung, sie müssen als Individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL) von den Patienten selbst bezahlt werden.

Anders als in Deutschland gibt es in Großbritannien eine klare Empfehlung des National Institute of Health Care Excellence (NICE) und anderer Institute, dass ausnahmslos alle Erwachsenen und Kinder über 4 Jahren von Oktober bis März mindestens 400 IE täglich einnehmen sollten, Risikogruppen sogar das gesamte Jahr über (40). Auch wenn man sich angesichts der Coronapandemie nicht zur mehr entschließen wollte: Die Basisempfehlung für alle steht.

Empfehlungen neu justiert

Die Schweizer empfehlen eine Supplementierung explizit vor dem Hintergrund der aktuellen COVID-19-Lage: Anfang des Jahres hieß es in einer Begründung für Geriater und Hausärzte, es sprächen „aus volksgesundheitlicher Sicht mehr Argumente für eine präventive Gabe von 400–1 000 IE Vitamin D am Tag im Rahmen einer COVID-19-Pandemie als dagegen“ (41). Sie empfehlen dies deshalb allen Menschen ab 60 Jahren – und sogar noch den geimpften Personen. Soeben hat man in Italien nachgezogen. Die Glucocorticoid Induced Osteoporosis Skeletal Endocrinology Group (G.I.O.S.E.G) empfiehlt, ältere Menschen ganz unabhängig von ihrem Vitamin-D-Status zu supplementieren. Zudem sollten Risikogruppen – hier nennen sie ausdrücklich Patienten mit Diabetes und Adipositas – sorgfältig in Bezug auf ihren Vitamin D-Status evaluiert werden (42).

In Deutschland haben sich einzig die KVen Sachsen und Thüringen früh und klar für Vitamin D in Pflegeeinrichtungen positioniert: „Bei allen (auch noch nicht infizierten Patienten) Substitution prüfen, und falls nicht vorbestehend, großzügig beginnen“ (43).

Dr. med. Martina Lenzen-Schulte

Literatur im Internet:
www.aerzteblatt.de/lit2221
oder über QR-Code.

FAZIT

  • Solange weitere Resultate von Interventionsstudien ausstehen, sehen einzelne Kliniker hierzulande in einer Vitamin-D-Supplementierung für stationäre COVID-19-Patienten derzeit mehr Nutzen als Schaden und halten es für unethisch, dies den Patienten vorzuenthalten.
  • Sie empfehlen ambulanten Patienten ebenfalls eine Vitamin-D-Supplementierung.
  • Beratende Institutionen in anderen europäischen Ländern sprechen insbesondere vor dem Hintergrund der Pandemie zudem eindeutige Empfehlungen zu einer regelmäßigen Vitamin-D-Supplementierung in unterschiedlichen Dosen aus – zum Teil für die gesamte Bevölkerung, zum Teil für bestimmte Risikogruppen.
  • In Deutschland gibt es solche nicht, eine gemeinsame Konsensusempfehlung relevanter Fachgesellschaften fehlt; auch die jüngste Mitteilung des BfR lässt dies letztlich offen und enthält lediglich die Formulierung: „ist ... zu erwägen“.
  • Ärzte müssen daher hierzulande nach wie vor individuell mit ihren Patienten entscheiden, ob und in welcher Dosis supplementiert werden soll; eine Serumbestimmung ist nur als IGeL möglich.
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Die Rolle von Vitamin D und ACE bei der SARS-CoV-2-Infektion
Grafik 1
Die Rolle von Vitamin D und ACE bei der SARS-CoV-2-Infektion
Genügend Vitamin D tanken – ein weltfremdes Sommermärchen
Grafik 2
Genügend Vitamin D tanken – ein weltfremdes Sommermärchen
Internationale Klassifikation des Institute of Medicine (IOM)/Robert Koch-Institut (RKI)
Tabelle
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Kommentare

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Avatar #622651
Ehring
am Donnerstag, 17. Juni 2021, 07:24

Homöostase? Blutwertkontrolle?

VitD3 ja/nein ist doch gar nicht die erste Frage.
Der Blutwert ist einfachst bestimmbar. Auf über 40ng/ml (100mmol/l) sollte man sich einigen können. Dosiert wird körpergewichtsabhängig (ein 120-kg-Patient braucht die doppelte Menge versus 60-kg-Patient). Und dann erst kann man guten Gewissens forschen.
Pauschaldosierungen sind bei diesem Hormon wie eine Schuhgröße für alle oder L-Thyroxin nur noch als 5-Mikrogramm-einmal-täglich-für-alle (weil bekanntlich Überdosierungen möglich sind).

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