ArchivDeutsches Ärzteblatt23/2021Psoriasis: Schuppenflechte ist mit einem leicht erhöhten Risiko für Malignome assoziiert

MEDIZINREPORT: Studien im Fokus

Psoriasis: Schuppenflechte ist mit einem leicht erhöhten Risiko für Malignome assoziiert

Gerste, Ronald D.

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Foto: mauritius images/BSIP Image Point
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Psoriasis ist eine chronische T-Zell-vermittelte entzündliche Erkrankung der Haut und Gelenke. Circa jeder 4. Psoriasispatient entwickelt eine Psoriasisarthritis. Eine Häufung von Krebserkrankungen bei Patienten mit Psoriasis ist wiederholt diskutiert worden, unter anderem auf Basis einer Metaanalyse 2013 (1). Seither sind allerdings die therapeutischen Optionen durch die Einführung von Biologika beträchtlich erweitert worden.

Eine dänische Autorengruppe hat erneut eine Metaanalyse zu dieser Fragestellung vorgenommen (2). 112 Studien wurden eingeschlossen, fast doppelt so viele wie in der Publikation vor 8 Jahren. Insgesamt wurden die Daten von etwas mehr als 2 Millionen Patienten erfasst.

In diesen Arbeiten betrug die Gesamtprävalenz von Krebserkrankungen bei Patienten mit Psoriasis 4,78 % ([95-%-Konfidenzintervall] [4,02; 5,59]). Pro 1 000 Personenjahre wurden eine Inzidenzrate von 11,75 [8,66; 15,31] und eine Risk Ratio (RR) von 1,21 [1,11; 1,33] errechnet, bei Nichtberücksichtigung von Hautkrebs von 1,14 [1,04; 1,25] gegenüber Vergleichsgruppen ohne Psoriasis. Die Gesamtprävalenz von Hautkrebs, die in 48 Studien dokumentiert war, betrug 2,55 % [2,05; 3,11] und reichte von 0,08 % bis 34,93 %. Die RR für Hautkrebs war mit 2,28 [1,73; 3,01Malignome] signifikant erhöht.

Dabei sind offenbar auch andere Faktoren als die PUVA-Therapie von Bedeutung. Außerdem ist davon auszugehen, dass Psoriasispatienten häufiger einen Dermatologen aufsuchen als die Durchschnittsbevölkerung und Melanome oder Plattenepithelkarzinome der Haut daher bei ihnen häufiger entdeckt werden. Andere Krebsarten mit einem signifikant erhöhten Risiko waren Lymphome – sowohl Hodgkin- als auch Non-Hodgkin-Lymphome – mit einer RR von 1,56 [1,37; 1,78], das Bronchialkarzinom mit einer RR von 1,26 [1,13; 1,40] und Blasenkrebs mit einer RR von 1,12 [1,04; 1,19].

Für mit Biologika behandelte Psoriasispatienten wurde im Vergleich zu konventionell Therapierten kein erhöhtes Krebsrisiko gefunden (RR: 0,97 [0,85; 1,10]). Ebenso war die Psoriasis-Arthritis mit einer RR von 1,02 [0,97; 1,08] nicht mit einem erhöhten Gesamtrisiko für Malignome assoziiert.

Fazit: „Dieser umfangreichen Metaanalyse zufolge, die Daten von 2 Millionen Patienten berücksichtigt, ist die Psoriasis – im Gegensatz zur Psoriasisarthritis – gehäuft mit Plattenepithelkarzinomen der Haut, Lymphomen, Bronchialkarzinom und Blasenkrebs assoziiert“, erklärt Prof. Dr. med. Detlef Zillikens, Direktor der Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie der Uni Lübeck im Universitätsklinikum Schleswig-Holstein. „Das leicht erhöhte Risiko bestimmter Malignome sollte bei der Behandlung der Psoriasis berücksichtigt werden.“ Dr. med. Ronald D. Gerste

  1. Pouplard C, Brenaut E, Horreau C, et al.: Risk of cancer in psoriasis: a systematic review and meta-analysis of epidemiological studies. J Eur Acad Dermatol Venereol. 2013; 27 (suppl 3): 36–46.
  2. Vaengebjerg S, Skov L, Egeberg A, et al.: Prevalence, incidence, and risk of cancer in patients with psoriasis and psoriatic arthritis. A Systematic review and meta-analysis. JAMA Dermatol 2020; 156: 421–9.

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