ArchivDeutsches Ärzteblatt11/2000Asthma bronchiale: Patienten fühlen sich uninformiert

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Asthma bronchiale: Patienten fühlen sich uninformiert

Dtsch Arztebl 2000; 97(11): A-716 / B-606 / C-573

Blaeser-Kiel, Gabriele

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LNSLNS Patienten mit Asthma bronchiale wünschen sich mehr Informationen über ihre Krankheit - und zwar primär von ihrem Arzt. Dass dies nötig ist, lässt sich auch daran erkennen, dass nur rund 40 Prozent der Betroffenen den Wirkmechanismus ihrer Medikamente kennen und zwischen antientzündlicher Basistherapie ("Controllern") und bronchialerweiternder Bedarfstherapie ("Relievern") unterscheiden können. Das ist eines der Ergebnisse der AIRlife-Studie (Asthma in Real Life), die bei einer von MSD Sharp & Dohme veranstalteten Pressekonferenz in Frankfurt/Main vorgestellt wurden. Dabei handelte es sich um eine Erhebung - Telefonbefragung beziehungsweise persönliche Interviews unter Verwendung von standardisierten Fragebögen - bei Asthma-Patienten und Asthma behandelnden Ärzten (280 Erwachsene, 102 Kinder, 109 Eltern von asthmatischen Kindern, 101 Kinderärzte, 305 Allgemeinärzte/Internisten). Neben dem fehlenden Verständnis für die Therapie ist vermutlich ebenfalls die Unzufriedenheit mit dem Medikamenten-Management ein Grund dafür, dass etwa die Hälfte der Patienten auch unter etablierten Behandlungregimen nicht symptomfrei war und sich erheblich in der Lebensqualität eingeschränkt fühlte. Erwachsene klagten vor allem über Nebenwirkungen (40 Prozent) und über die engen Applikationsintervalle (20 Prozent). Bei den Kindern spielten erstaunlicherweise Nebenwirkungen eine untergeordnete Rolle (elf Prozent). Störender für sie war die Häufigkeit der Anwendung (40 Prozent) und das "Inhalierenmüssen" (38 Prozent). An der Wirksamkeit der Asthma-Medikation hatten in beiden Altersgruppen nur etwa fünf Prozent etwas auszusetzen.
Nur wenn es dem Arzt gelingt, eine Asthma-Therapie zu verordnen, die sowohl zuverlässig die Symptome beseitigt als auch den Bedürfnissen der Patienten entspricht, kann die Compliance verbessert werden - so das Fazit der AIRlife-Studienleiter. Für Compliance-freundlich halten sie orale Darreichungsformen mit nur einmal täglich erforderlicher Einnahme. Diese Bedingungen werden beispielsweise durch den Leukotrien-Antagonisten Montelukast (Singulair®) erfüllt. Indiziert ist die Verordnung bei leichtem bis mittelschwerem Asthma in Ergänzung zur Steroid-Basistherapie, die nach Erfahrung von Prof. Ulrich Cegla (Dernbach) dann nicht selten in der Dosis reduziert werden kann oder zumindest den Bedarf an Beta2-Mimetika senkt. Bei Kindern setzt Dr. Josef Lechler (Berchtesgaden) inzwischen häufig vor Beginn einer Therapie mit inhalativen Steroiden Leukotrien-Antagonisten statt Cromoglicinsäure ein.
Gabriele Blaeser-Kiel
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