ArchivDeutsches Ärzteblatt PP6/2021Essstörungen: Permanentes Essen bei Kindern

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Essstörungen: Permanentes Essen bei Kindern

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Permanentes Essen ohne Hungergefühl ist eine Essstörung, die durch mangelnde Selbstkontrolle verursacht wird. Da sie bei Erwachsenen relativ gut untersucht ist, haben sich portugiesische Psychologen um Eva Conceição an der University of Minho in Braga jetzt mit ihrem Vorkommen bei Kindern befasst. Sie befragten 330 Kinder im Alter von 6–10 Jahren und deren Eltern nach ihren Essgewohnheiten und fanden heraus, dass Kinder, die ständig etwas knabbern, naschen, lutschen oder kauen, oft Gewichtsprobleme haben, nur schwer abnehmen können und unzufrieden mit ihrem Aussehen sind. Sie weisen außerdem Stress-, Angst- und depressive Symptome auf und haben ein erhöhtes Risiko, übergewichtig zu werden und psychische Störungen zu entwickeln. Das permanente Essen steht in einem Zusammenhang mit ungünstigen Essverhaltensweisen wie unregelmäßigen Mahlzeiten, Fernsehen während des Essens und schlechten Tischmanieren. Zudem tritt es gehäuft auf, wenn Eltern sich um das Gewicht der Kinder sorgen und ihren Zugang zu Nahrung einschränken und stark regulieren.

„Eltern sollten die Selbstregulierungskompetenzen ihrer Kinder stärken und gesündere Essgewohnheiten etablieren“, meinen die Autoren. Dazu gehört zum Beispiel, die Kinder zu belohnen, wenn sie etwas Neues probieren, regelmäßige und gemeinsame Mahlzeiten einzunehmen, Regeln aufzustellen, was von den Kindern gegessen und getrunken werden darf, und den Kindern hinsichtlich Ernährung und Essverhalten ein Vorbild zu sein. ms

Conceição EM, Pinheiro J, Félix S, Ramalho S, Gonçalves S: Grauzing in children. Eating and Weight Disorders 2021; 26 (1): 439–47.

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