ArchivDeutsches Ärzteblatt24/2021Deutscher Ärztetag: Vorbildhaft in schwierigen Zeiten
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Beim Lesen der Beiträge zum 124. Deutschen Ärztetag habe ich die eigene Wahrnehmung der gelungenen Online-Veranstaltung nicht wiederfinden können: Mir war gerade beim Hauptthema I – was können wir aus der Pandemie lernen? – das große sozialpolitische Engagement der Kolleginnen und Kollegen positiv aufgefallen; dies findet sich in der Darstellung „Krisensicherheit im Fokus“ nicht und der kleine Nachfolgebeitrag „Impfstrategien für Kinder und Jugendliche entwickeln“ verstärkt sogar noch das falsche Bild, das in die Öffentlichkeit geraten ist: Mit vielfältigen Redebeiträgen haben Kolleginnen und Kollegen der Kinder- und Jugendmedizin, der Allgemeinmedizin und der Nervenheilkunde auf Defizite hingewiesen, mit denen vor allem Kinder und Jugendliche durch die Einschränkungen von über einem Jahr Coronaregelungen zu kämpfen haben, hierzu wurden die Anträge „Folgen für Kinder und Jugendliche“ (I-25) und „Sprechende Medizin fördern“ (I-31) mit großer Mehrheit angenommen.

Daneben sind aber auch die Probleme der Geflüchteten in unserem Land zur Sprache gekommen, für deren besseren Schutz mehrere Anträge, ihre Wohnsituation, ihren Schutz vor Corona betreffend, ihre Versorgung in Notfallsprechstunden und die Überwindung von Sprachschwierigkeiten mittels Dolmetscher angehend (I-47, I-35, I-22, I-9, I-43) positiv beschieden wurden. Und wir haben uns für das Recht der Bewohner ärmerer Länder unserer Erde auf Schutz und Impfung ausgesprochen (I-16, I-59).

Dass wir einen Antrag auf Freiheit von Forschung und Lehre an den Universitäten (I-54) ebenso positiv beschieden haben wie einen Antrag auf Bonuszahlungen auch für unsere tapferen MFAs (I-49) rundet für mich das Bild eines vorbildhaften Deutschen Ärztetages in schwierigen Zeiten ab: So bleibt er für mich als eine von 250 Delegierten mein Ärztetag.

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Prof. Dr. med. Alexandra Henneberg, 60318 Frankfurt/Main

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