ArchivDeutsches Ärzteblatt28-29/1996Arbeitsmedizin: Defizit in Arbeitsphysiologie und bei Begutachtung

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Arbeitsmedizin: Defizit in Arbeitsphysiologie und bei Begutachtung

AE

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LNSLNS WIESBADEN. Einen "erheblichen Nachholbedarf in allen Bereichen der Arbeitsphysiologie" in Deutschland konstatierte Prof. Dr. med. Claus Piekarski (Köln) in seinem Vortrag während der 36. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin e.V. in Wiesbaden. Den institutionellen Defiziten stünden vielfältige arbeitsphysiologische Probleme gegenüber, unter anderem durch Telearbeit, zunehmende Mechanisierung und Arbeitsvielfalt sowie statische und einseitige Muskelarbeit. Um dies zu ändern, müßten Arbeitsmediziner, Arbeitswissenschaftler und Ergonomen künftig eng zusammenarbeiten. Schwerpunktthemen der Tagung waren die Stellung der Arbeitsphysiologie in der Arbeitsmedizin und die Begutachtung in der Arbeits- und Umweltmedizin.
Defizite in der Begutachtung beklagte Prof. Dr. med. Dr. h. c. Gerhard Lehnert (Erlangen). Ärztliche Sachverständige seien zunehmend der Kritik ausgesetzt, wenn ihre Gutachten die Erwartungen der Betroffenen nicht erfüllten. "Eine wesentliche Ursache für die zumeist unqualifizierten Anwürfe sind ,Gefälligkeitsgutachten' arbeitsmedizinisch nicht qualifizierter Ärzte, teilweise sogar von Nicht-Ärzten, die sich selbst als ,Sachverständige' ausgeben", so Lehnert. Die Gesellschaft fordert deshalb eine gesonderte ärztliche Fachkunde für arbeitsmedizinische Zusammenhangsbegutachtung. AE
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