ArchivDeutsches Ärzteblatt1-2/1996Schweiz ermöglicht Zulassung von RU 486

POLITIK: Nachrichten - Ausland

Schweiz ermöglicht Zulassung von RU 486

Korzilius, Heike

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS BERN. Mit deutlicher Mehrheit hat die Schweizer Sanitätsdirektorenkonferenz (SDK) Ende November beschlossen, das Pharmaunternehmen Hoechst und seine Tochterfirma Roussel Uclaf aufzufordern, die Zulassung für Mifepriston (RU 486) in der Schweiz zu beantragen. Die SDK entsprach damit dem Antrag von zwölf schweizerischen Frauenorganisationen vom Herbst letzten Jahres.
Der Hersteller von RU 486 hatte einen Antrag auf Zulassung des Medikaments an mehrere Bedingungen geknüpft: Zum einen müsse eine repräsentative Instanz des Landes die Zulassung der "Abtreibungspille" beantragen und damit politisch sanktionieren. Zum anderen müßten der Schwangerschaftsabbruch gesetzlich geregelt und eine medizinische Infrastruktur vorhanden sein.
Roussel Uclaf hat auf Anfrage bestätigt, die Aufforderung der SDK erhalten zu haben. Die Hoechst-Tochter werde jedoch selbst keinen Zulassungsantrag bei der zuständigen Schweizer Behörde stellen. Sie sei aber dazu bereit, ihre Patentrechte unentgeltlich einer geeigneten Schweizer Organisation zur Verfügung zu stellen, die dann für Zulassung, Herstellung, klinische Erprobung sowie Vertrieb von RU 486 verantwortlich sei.
Roussel Uclaf rechnet damit, daß Anfang 1996 Gespräche mit den Schweizer Behörden aufgenommen werden können. HK
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Der klinische Schnappschuss

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema

Stellenangebote