ArchivDeutsches Ärzteblatt4/1996Altersversorgung: Wie man eine Lebensversicherung zur Rente macht

VARIA: Wirtschaft - Versicherungen

Altersversorgung: Wie man eine Lebensversicherung zur Rente macht

Metzger, H.

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LNSLNSLNSLNS Es kommt immer häufiger vor, daß in der Nachkriegszeit abgeschlossene Lebensversicherungen fällig werden. Im Erlebensfall wird der Kunde im allgemeinen von seinem Versicherungsunternehmen rechtzeitig auf den Vertragsablauf hingewiesen. Um das Geld zu erhalten, braucht man lediglich den Versicherungsschein an das Unternehmen zu senden, die letzte Beitragszahlung nachzuweisen und anzugeben, wohin die fällige Versicherungssumme überwiesen werden soll.
Bei einer kapitalbildenden Lebensversicherung wird die Versicherungsleistung in einem ausgezahlt. Es steht dem Kunden damit ein Kapital zur Verfügung, mit dem er seine Altersversorgung ergänzen und den Lebensstandard sichern kann. So hat er zum Beispiel die Möglichkeit, die Schulden auf dem Haus oder der Eigentumswohnung auf einmal zu tilgen. Damit entfallen die laufenden Zahlungen für die Hypothek, und das Alterseinkommen steht ungekürzt für den Ruhestand zur Verfügung.
Immer häufiger kommt es inzwischen aber auch vor, daß der Auszahlungsbetrag dazu benutzt wird, um mit einer privaten Rentenversicherung die Altersversorgung auszubauen. In diesem Fall zahlt man das Geld aus der kapitalbildenden Lebensversicherung ganz oder teilweise als Einmalbeitrag in eine private Rentenversicherung ein und bekommt dafür lebenslang seine Monatszahlungen. Statt einer sofort beginnenden Rente kann aber auch vereinbart werden, daß die Zahlung später beginnt.
Doch was ist mit dem schönen Geld, so fragen sich Zweifler, wenn ich bereits nach der ersten Rentenzahlung sterbe? Dann hilft, wie der Verband der Lebensversicherungs-Unternehmen beruhigt, die Vereinbarung einer Rentengarantie. Sie stelle sicher, daß die Renten auf jeden Fall für einen bestimmten Mindestzeitraum – zum Beispiel fünf oder zehn Jahre – gezahlt werden. Im Todesfall während der Rentengarantiezeit werden dann den Hinterbliebenen die restlichen garantierten Renten oder deren Gegenwert in einem Betrag ausgezahlt.
Weil derartige Renten von der Lebensversicherung immer beliebter werden, verzeichnet die Branche in diesem Bereich seit Jahren hohe zweistellige Zuwachsraten. Denn auch von älteren Personen kann diese private Rentenversicherung noch problemlos abgeschlossen werden. Da sie keinen Risikoschutz enthält, ist sie in der Beitragshöhe im Prinzip auch nicht vom Eintrittsalter abhängig. Aus diesem Grund ist bei Abschluß auch keine Gesundheitsprüfung erforderlich. Zudem ist die Zahl der Einpersonenhaushalte in Deutschland in den vergangenen Jahren kräftig gestiegen. Mittlerweile lebt fast jeder dritte Bundesbürger allein. Für diese Gruppe ist die private Rentenversicherung, die keinen Risikoanteil zur Absicherung von Hinterbliebenen enthält, eine Alternative.
Gegen Zahlung eines Einmalbeitrages aus der fälligen Lebensversicherung von beispielsweise 100 000 DM erhält beim heutigen Stand der Überschußbeteiligung ein 65jähriger Mann eine lebenslang zahlbare Monatsrente von rund 790 DM. Davon sind rund 545 DM garantiert. Wegen der längeren Lebenserwartung sind die Renten für die Frauen niedriger. So erhält zum Beispiel eine 65jährige Frau für einen Einmalbeitrag von 100 000 DM ungefähr 755 DM, wovon 520 DM garantiert sind. Der nicht garantierte Teil der Rente resultiert aus der Überschußbeteiligung, die sowohl etwas niedriger als auch höher als hier aufgezeigt ausfallen kann.
Die gebräuchlichste Form der privaten Rentenversicherung ist die sogenannte Leibrentenversicherung mit aufgeschobener Rentenzahlung. Bei ihr wird im allgemeinen vereinbart, daß die gezahlten Beiträge zurückerstattet werden, wenn der Versicherte zwischen Vertragsabschluß und Rentenzahlungsbeginn stirbt. Die Absicherung der Familie kann dabei auch durch den Abschluß einer Witwenrente erfolgen. Diese beträgt im allgemeinen 60 Prozent der versicherten Hauptrente. Zusätzlich kann noch eine Waisenrente mitversichert werden. Sie beträgt in der Regel 20 Prozent der Leibrente für jedes berechtigte Kind und wird nur bis zu einem bestimmten Alter der Waisen, zum Beispiel bis zum 18. oder 21. Lebensjahr, gezahlt. Oskar H. Metzger
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