SPEKTRUM: Leserbriefe

Israel: Tief betroffen

Dtsch Arztebl 2000; 97(11): A-664 / B-540 / C-508

Pfeifer, Andreas

Zu dem Beitrag "Medizin und Antisemitismus: Deutsch-israelischer Dialog" von Gisela Klinkhammer in Heft 5/2000:
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LNSLNS . . Ich bin weder ein Freund der SPD noch ein Freund der Palästinenser. Darüber hinaus bewundere ich die Juden ihrer großen wissenschaftlichen und kulturellen Leistungen wegen. Trotzdem, oder gerade deshalb, muss ich . . . Stellung nehmen:
Mein Vater wurde 1929, meine Mutter 1932 und ich 1961 geboren. Wir alle waren weder im Krieg noch vom Alter her in der Lage, bewusst in der Zeit des Dritten Reichs zu denken. Selbst Herrn Schröder, der sich gerade für eine Entschädigung der Zwangsarbeiter eingesetzt hat, wird Antisemitismus unterstellt. Als Bürger werde ich diese Entschädigung zahlen, weil die Industrie ihren ohnehin geringen Anteil noch steuerlich absetzen darf. Dies ist pervers im höchsten Maße, denn die, die an den Naziverbrechen verdient haben, sollten auch bezahlen. Insofern sollte eine vollständige Liste dieser Personen, die von diesen scheußlichen Verbrechen profitiert haben (Aktionäre, Fabrikbesitzer, Lobbyisten etc.), unberücksichtigt ihres Glaubens und ihrer Nationalität, erstellt und veröffentlicht werden, und dann sollten diese zahlen! Nur diese, die damals davon profitierten, sollten geächtet werden und büßen, und nicht die, die jetzt vielleicht unglücklicherweise Beteiligungen an irgendeinem Unternehmen erworben haben. Ich besitze im Übrigen keinerlei Aktien oder Beteiligungen. Der Hass, der sich im Artikel im DÄ gegen uns alle, nur weil wir Deutsche sind, und gegen die Palästinenser, nur weil sie Palästinenser sind, richtet, macht mich tief betroffen. Ich kann nur hoffen, dass dadurch nicht wieder Gegendruck entsteht, der rechten Populisten den Weg bereitet.
Dr. med. Andreas Pfeifer, Kernerstraße 13, 74189 Weinsberg
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