ArchivDeutsches Ärzteblatt27-28/2021E-Health: Nächste Etappe für die elektronische Patientenakte

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E-Health: Nächste Etappe für die elektronische Patientenakte

dpa; KNA; Haserück, André

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Ein Notfalldatensatz und ein elektronischer Medikationsplan gehören zu den ersten Anwendungen der elektronischen Patientenakte. Foto: terovesalainen/stock.adobe.com
Ein Notfalldatensatz und ein elektronischer Medikationsplan gehören zu den ersten Anwendungen der elektronischen Patientenakte. Foto: terovesalainen/stock.adobe.com

Das große Digitalisierungsprojekt des Gesundheitswesens, die elektronische Patientenakte (ePA), hat einen wichtigen Meilenstein erreicht: Zum 1. Juli müssen alle Arztpraxen an die digitale Telematikinfrastruktur (TI) angeschlossen sein. Nach Auskunft der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) ist das erreicht worden. Es seien „nahezu alle Praxen der niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten“ an die TI angeschlossen, die einen sicheren und schnellen Datenaustausch im Gesundheitswesen ermöglicht, hieß es von der KBV. Der Teufel bei der ePA-Einführung steckt allerdings im Detail: Um die digitale Akte nutzen zu können, brauchen die Praxen noch ein Update für ihren Konnektor. Bis zum 1. Juli haben nach Angaben der gematik zwei von drei Herstellern am Markt das notwendige Zertifikat für das Update erhalten. Bei dem dritten Anbieter soll die Zertifizierung in Kürze erfolgen. Der KBV zufolge ist fraglich, ob die Updates für die Praxen fristgerecht verfügbar sind. Es könne noch einige Zeit dauern, bis tatsächlich alle Arztpraxen die ePA befüllen könnten. Zunächst werden die Versicherten in der ePA die gesetzlich vorgegebenen Funktionen finden, etwa grundlegende medizinische Daten, den Notfalldatensatz und einen elektronischen Medikationsplan sowie selbst eingegebene Werte wie Blutdruckmessungen oder Daten aus Fitnesstrackern. Einige Krankenkassen bieten weitere Funktionen an, etwa Impf- und Vorsorgeempfehlungen, Übersichten zur Arbeitsunfähigkeit sowie Informationen über Arztbesuche und Krankenhausaufenthalte. Ab 2022 sollen dann auch der Impfausweis, der Mutterpass, das Untersuchungsheft für Kinder und das Zahnbonusheft digital abrufbar sein. Doppeluntersuchungen könnten somit zukünftig vermieden und das Risiko von Behandlungsfehlern minimiert werden, hieß es. Zum 1. Juli ausgelaufen ist die vorgegebene Frist für Ärzte, sich einen elektronischen Heilberufsausweis (eHBA) zu bestellen. Der eHBA ist Voraussetzung, um auf die TI zugreifen zu können. Ärzten, die die TI-Komponenten nicht rechtzeitig bestellt haben, droht eine Kürzung der Vergütung. dpa/kna/aha

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