ArchivDeutsches Ärzteblatt28-29/1996Bundeswehr: 40 Jahre Sanitätsdienst

POLITIK: Aktuell

Bundeswehr: 40 Jahre Sanitätsdienst

Burkart, Günter

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LNSLNS Mit einer zweitägigen Serie von Veranstaltungen in ihrer Akademie des Sanitäts- und Gesundheitswesens in München feierte die Bundeswehr am 18. und 19. Juni das 40jährige Bestehen des Sanitätsdienstes und ihrerzentralen Ausbildungsstätte. Bei einem "Tag der offenen Tür" demonstrierte die Akademie vor geladenen Gästen, ausländischen Sanitätsoffizieren und nicht zuletzt der Bevölkerung ihre vielfältigen Ausbildungsaktivitäten und die technische Ausstattung eines modernen Sanitätswesens. Vom rein Fachlichen einmal abgesehen, mußten dem Beobachter dabei zwei Dinge auffallen: Auch bei den zahlreich erschienenen jugendlichen Besuchern war nicht einmal ein Anzeichen der heute sonst so beliebten Störversuche oder Demonstrationen auszumachen. Und: die Selbstverständlichkeit, mit der sich heute weibliche Sanitätssoldaten, -unteroffiziere und -offiziere in dieser Umgebung bewegen. Im Laufe von etwas über zwanzig Jahren ist die Zahl der Frauen in allen Laufbahnen des Sanitäts- und des Militärmusikdienstes auf fast 3 000 angewachsen. Es war daher folgerichtig, daß eine Frau – die Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister der Verteidigung, Michaela Geiger – im Rahmen einer Truppenparade den Chefärzten der Bundeswehrkrankenhäuser (Amberg, Bad Zwischenahn, Berlin, Hamburg, Hamm, Koblenz, Leipzig und Ulm) ihre Truppenfahnen überreichte. In einem Festakt stellten der Inspekteur des Sanitätsdienstes, Generaloberstabsarzt Dr. Gunter Desch, Frau Geiger und der Präsident der Bundes­ärzte­kammer, Dr. Karsten Vilmar, übereinstimmend die zahlreichen Verbindungen heraus, in die das Sanitätswesen der Bundeswehr eingeknüpft ist: mit den Verbündeten im Hinblick auf die sich wandelnden Aufgaben der Bundeswehr; mit dem zivilen Gesundheitswesen, eine Verbindung, die schon im Hinblick auf die Ausbildung unerläßlich ist; mit Universitäten und wissenschaftlichen Einrichtungen; nicht zuletzt mit den ärztlichen Organisationen. Dr. Vilmar erinnerte daran, daß viele heute in zivilen Bereichen tätige Ärzte die Bundeswehr durchlaufen haben; über viele Jahre hinweg waren stets etwa 1 000 Truppenarztstellen mit Ärzten im Grundwehrdienst besetzt. Heute stellt sich das Problem, daß jährlich etwa 100 Sanitätsoffiziere auf Zeit aus der Bundeswehr ausscheiden. Sie können sich während ihrer Dienstzeit zum Arzt für Allgemeinmedizin weiterbilden, was ihnen aber heute noch lange nicht eine Niederlassung garantiert. Ein Symposium zum Thema "Flugrettung und Patiententransport" gab Einblicke in die wissenschaftliche Arbeit, aber auch praktische Probleme. Gerade die Umstellung von zivilen auf militärische Einsätze mit ihrer anderen Technik kann Schwierigkeiten bringen. Die NATO hat es sogar zu einer Richtlinie für die einheitliche Ausbildung des begleitenden Sanitätspersonals gebracht – nur nützt das nicht viel, wenn noch nicht einmal die Krankentragen einheitliche Abmessungen haben.
Es bleibt also noch einiges zu tun, um das Ziel zu erreichen, das der Inspekteur in München erneut formulierte: auch den im Ausland eingesetzten deutschen Soldaten – zur Zeit etwa 4 000 – eine medizinische Versorgung auf dem gleichen hohen Standard zu sichern, den ihre 80 Millionen Mitbürger in Anspruch nehmen können. Günter Burkart
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