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Wir begrüßen den Kommentar von Oertel und Kollegen als willkommene Ergänzung zur unserem Artikel, beleuchtet er doch fundiert weitere therapeutische Optionen bei der Behandlung von voroperierten Hypophysenadenomen, die wir wegen der Zeilenbegrenzung unseres Beitrages leider nicht in dieser Ausführlichkeit implementieren konnten (1). Die Angaben der Kommentatoren zur Strahlentherapie bei Hypophysenadenomen decken sich mit den unter anderem von den Autoren des Artikels mit erarbeiteten Angaben und Empfehlungen in der AWMF-S2k-Leitlinie „Diagnostik und Therapie klinisch hormoninaktiver Hypophysentumore“ (www.awmf.org/leitlinien) (2). Sowohl die stereotaktische Einzeitbestrahlung (Radiochirurgie) als auch die (hypo-)fraktionierte Bestrahlung haben ihren Platz in der Behandlung von Hypophysenadenomen, abhängig von der jeweiligen Größe und Kontur des postoperativen Tumorrestes und seiner Beziehung zur vorderen Sehbahn. Die Vorteile der Radiochirurgie gegenüber der fraktionierten Radiatio liegen bei hormonaktiven Tumoren wie zum Beispiel der Akromegalie im tendenziell schnelleren Effekt auf das Hypersekretionssyndrom und der signifikant niedrigeren Rate sekundärer Hypophyseninsuffizienzen (3), wobei – wie von Oertel und Kollegen korrekt angeführt – deutlich höhere Dosen zum Einsatz kommen müssen verglichen mit hormoninaktiven Tumoren. Daher ist auch der zuerst interdisziplinäre Ansatz sinnvoll, bei der Behandlung nicht komplett resizierbarer Hypophysenadenome eine individuell maßgeschneiderte Tumorteilresektion zur Ermöglichung einer radiochirurgischen Behandlung durchzuführen. Dies wurde unter dem Label „Separationschirurgie“ beispielsweise auch für die Behandlung von Wirbelkörpermetastasen vorgeschlagen (4). Wie die Kommentatoren meinen auch die Autoren, dass therapeutische Entscheidungen auch bei dieser Tumorentität im Rahmen interdisziplinärer Tumorboards erfolgen sollten (2).

DOI: 10.3238/arztebl.m2021.0256

Für die Autoren
PD Dr. med. Ulrich Knappe
Prof. Dr. med. Jörg Flitsch
Endokrinologie, DKD HELIOS Klinik Wiesbaden
jaurschhancke@icloud.com

Interessenkonflikt
Die Autoren beider Beiträge erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

1.
Jaursch-Hancke C, Deutschbein T, Knappe UJ, Saeger W, Flitsch J, Fassnacht M: The interdisciplinary management of newly diagnosed pituitary tumors. Dtsch Arztebl Int 2021; 118: 237–43 VOLLTEXT
2.
Deutschbein T, Jaursch-Hancke C, Knappe UJ, et al.: First German guideline on diagnostics and therapy of clinically non-functioning pituitary tumors. Exp Clin Endocrinol Diabetes 2021; 129: 250–64 CrossRef MEDLINE
3.
Knappe UJ, Petroff D, Quinkler M, et al.: Fractionated radiotherapy and radiosurgery in acromegaly: analysis of 352 patients from the German acromegaly registry. Eur J Endocrinol 2020; 182: 275–84 CrossRef MEDLINE
4.
Bate BG, Khan NR, Kimball BY, et al.: Stereotactic radiosurgery for spinal metastases with or without separation surgery. J Neurosurg Spine 2015; 22: 409–15 CrossRef MEDLINE
1.Jaursch-Hancke C, Deutschbein T, Knappe UJ, Saeger W, Flitsch J, Fassnacht M: The interdisciplinary management of newly diagnosed pituitary tumors. Dtsch Arztebl Int 2021; 118: 237–43 VOLLTEXT
2.Deutschbein T, Jaursch-Hancke C, Knappe UJ, et al.: First German guideline on diagnostics and therapy of clinically non-functioning pituitary tumors. Exp Clin Endocrinol Diabetes 2021; 129: 250–64 CrossRef MEDLINE
3.Knappe UJ, Petroff D, Quinkler M, et al.: Fractionated radiotherapy and radiosurgery in acromegaly: analysis of 352 patients from the German acromegaly registry. Eur J Endocrinol 2020; 182: 275–84 CrossRef MEDLINE
4.Bate BG, Khan NR, Kimball BY, et al.: Stereotactic radiosurgery for spinal metastases with or without separation surgery. J Neurosurg Spine 2015; 22: 409–15 CrossRef MEDLINE

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Fachgebiet

Der klinische Schnappschuss

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