ArchivDeutsches Ärzteblatt29-30/2021Krankenhausmortalität und aktuelle Entwicklungen der Lebertransplantation in Deutschland
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Hintergrund: Die Lebertransplantation (LT) hat in den letzten Jahrzehnten eine dynamische Entwicklung durchlaufen. In Deutschland hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) kürzlich die Richtlinien bezüglich der Mindestanzahl von Transplantationen, die ein Zentrum jährlich erreichen sollte, verschärft. Ziel der vorliegenden Studie war es, die Krankenhaussterblichkeit infolge einer LT in den vergangenen Jahren in Deutschland zu analysieren.

Methode: Standardisierte Krankenhausentlassungsdaten (2008–2017) des Statistischen Bundesamtes wurden verwendet, um die Krankenhaussterblichkeit nach einer LT zu ermitteln und den Einfluss des Fallvolumens zwischen Zentren zu vergleichen, die < 20 LT jährlich (LVZ), 20–49 LT (MVZ) und ≥ 50 LT (HVZ) durchführen.

Ergebnisse: Es wurden Daten von 9 254 LT-Eingriffen ausgewertet. Die jährliche Anzahl durchgeführter LT reduzierte sich von n = 984 (2008) auf n = 747 (2017). Im gleichen Zeitraum fiel die Krankenhausmortalität bei allen LT von 15,8  auf 11,0 %. Die Krankenhausmortalität war mit dem Empfängeralter assoziiert (< 16 Jahre: 5,3 % bis 60–69 Jahre: 17,4 %). Bei transplantierten Patienten ≥ 70 Jahre zeigte sich hingegen kein weiterer Anstieg der Mortalität (16,5 %). Univariate Analysen ergaben eine Assoziation zwischen einer erhöhten Krankenhausmortalität mit der Ätiologie der Lebererkrankung, der Notwendigkeit einer Relaparotomie sowie einer verlängerten Beatmungsdauer. Der Prozentsatz der durchgeführten LT nahm an LVZ und MVZ zu und an HVZ ab. Dabei war in LVZ eine höhere Krankenhausmortalität zu verzeichnen als bei MVZ und HVZ, wobei dieser Effekt vom Patientenalter und der Krankheitsätiologie abhing.

Schlussfolgerung: Die Unterschiede in der Krankenhausmortalität nach einer LT zwischen den Zentren (LVZ versus MVZ/HVZ) waren in unserer Studie abhängig vom Alter der Patienten und der Erkrankungsätiologie. Dies sollte bei der Diskussion um die Gesamtorganisation der LT in Deutschland berücksichtigt werden.

LNSLNS

Die Lebertransplantation (LT) hat sich zu einer Standardtherapie für Patienten mit terminalen Lebererkrankungen, akutem Leberversagen und Leberkrebs im Frühstadium entwickelt (1). Während die 5-Jahres-Überlebensraten stetig auf über 80 % gestiegen sind (2, 3), stellt der Organmangel immer noch das größte Hindernis dieser kurativen Behandlungsoption dar (4). Im Jahr 2019 warteten 868 Patienten aktiv auf der Warteliste von Eurotransplant auf eine LT, während 317 Patienten von der Liste entfernt wurden, weil sie verstorben oder für eine LT ungeeignet waren (5). Angesichts des bestehenden Spenderorganmangels ist die Krankenhausmortalität nach einer LT, die zwischen 10 und 17 % angegeben wird (6, 7), ein kritischer Faktor, der engmaschig überwacht werden sollte, um das Ergebnis der LT weiter zu optimieren. Darüber hinaus sah sich der deutsche LT-Sektor im Jahr 2012 mit einem großen Skandal konfrontiert, als Unregelmäßigkeiten bei der Organvergabe an einzelnen deutschen LT-Zentren öffentlich wurden. Nach einer ausführlichen Diskussion über die Reduzierung der Transplantationszentren, um die Qualität der LT in Deutschland weiter zu verbessern (8), hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) kürzlich die Mindestmengenregelung für die Durchführung von LT (20 LT/Jahr) verschärft (9).

Standardisierte Datensätze stellen eine wichtige Möglichkeit dar, aktuelle Entwicklungen zu verstehen und Bereiche mit Verbesserungspotenzial zu identifizieren. In der aktuellen Studie verwendeten wir Krankenhausentlassungsdaten, um die Krankenhausmortalität und andere Trends der LT in Deutschland zwischen 2008 und 2017 zu evaluieren.

Methode

Studiendesign und statistische Auswertung

Patienten, die im Beobachtungszeitraum eine LT erhielten, wurden über die Codes des Operationen- und Prozedurenschlüssels (OPS-Codes) 5–504.0 und 5–504.1 identifiziert. Aufgrund der vollständigen Anonymisierung der Daten war kein zusätzliches Ethikvotum erforderlich. Alle Analysen wurden über einen Datenfernzugriff beim Statistischen Bundesamt (Wiesbaden, Deutschland) mit SPSS (IBM Corporation, Armonk, USA) durchgeführt. Statistische Tests und die entsprechenden p-Werte werden als deskriptive Kenngrößen dargestellt. Die Analysen sind im Wesentlichen hypothesengenerierend, und die Ergebnisse müssen anhand weiterer Analysen bestätigt werden. Detaillierte Informationen zu den Einschlusskriterien und statistischen Auswertungen sind im eMethodenteil dargestellt.

Ergebnisse

Lebertransplantationen in Deutschland zwischen 2008 und 2017

Insgesamt wurden 9 254 LT in Deutschland zwischen 2008 und 2017 in diese Studie eingeschlossen (Tabelle, eTabelle). Während die jährliche Anzahl der LT in Deutschland bis 2010 anstieg, zeigte sie seitdem einen abnehmenden Trend mit einem Abfall um 19,8 % zwischen 2011 und 2013 (Grafik 1). Dieser Abfall korrelierte mit dem Auftreten des Lebertransplantationsskandals im Jahr 2012 (10).

Jährliche Anzahl der Lebertransplantationen (LT) zwischen 2008 und 2017 in Deutschland
Grafik 1
Jährliche Anzahl der Lebertransplantationen (LT) zwischen 2008 und 2017 in Deutschland
Charakteristika der Studienpopulation
Tabelle
Charakteristika der Studienpopulation
Detaillierte Beschreibung der Studienpopulation von 2008 bis 2017
eTabelle
Detaillierte Beschreibung der Studienpopulation von 2008 bis 2017

Das mediane Patientenalter bei LT betrug 53 Jahre und war während des Beobachtungszeitraums konstant (p = 0,291, eTabelle). 35,2 % der Patienten waren weiblich und 64,8 % männlich. Basierend auf der Hauptdiagnose identifizierten wir 1 652 Patienten mit hepatozellulärem Karzinom (HCC), 1 953 Patienten mit alkoholischer Lebererkrankung, 752 Patienten mit akutem oder subakutem Leberversagen, 385 Patienten mit Transplantatabstoßung, 867 Patienten mit biliärer Erkrankung (primär biliäre Cholangitis [PBC]; primär sklerosierende Cholangitis [PSC]; sekundär sklerosierende Cholangitis [SSC]) und 1 989 Patienten mit Leberzirrhose (nicht näher bezeichnet). Die restlichen 1 656 Patienten wurden als „sonstige“ klassifiziert.

Krankenhausmortalität nach Lebertransplantation in Deutschland

Die durchschnittliche Krankenhausmortalität der LT in Deutschland betrug zwischen 2008 und 2017 14,3 %. Sie war im Jahr 2010 am höchsten (17,0 %) und sank im Laufe der Zeit auf 11,0 % im Jahr 2017 (p < 0,001, Grafik 2). Die Krankenhausmortalität war zwischen weiblichen (14,9 %) und männlichen Patienten vergleichbar (14,0 %, Odds Ratio 0,932, 95-%-Konfidenzintervall [0,826; 1,052]). Außerdem war die Krankenhausmortalität mit dem Alter der Patienten assoziiert.

Krankenhausmortalität nach Lebertransplantation in Deutschland
Grafik 2
Krankenhausmortalität nach Lebertransplantation in Deutschland

Beim Vergleich von sechs Altersgruppen reichte die Krankenhausmortalität von nur 5,2 % bei Patienten unter 16 Jahren bis zu 17,4 % bei Patienten zwischen 60 und 69 Jahren (p < 0,001, Grafik 3). Die kleine Gruppe der Patienten von 70 Jahren und älter (n = 170) zeigte eine etwas niedrigere Krankenhausmortalität (16,5 %) im Vergleich zu Patienten zwischen 60 und 69 Jahren (p = 0,834, Grafik 3). Während das mediane Alter der Leberorganspender von 50 Jahren (2007) auf 55 Jahre (2017) anstieg (11), blieb die Gruppe der LT-Empfänger im Alter von ≥ 70 Jahren während des Beobachtungszeitraums unverändert (eTabelle).

Zusammenhang zwischen der Krankenhausmortalität und dem Empfängeralter
Grafik 3
Zusammenhang zwischen der Krankenhausmortalität und dem Empfängeralter

Hinsichtlich der Ätiologie zeigten HCC-Patienten die niedrigste Krankenhausmortalitätsrate von 8,8 %, gefolgt von Patienten mit biliären Erkrankungen (11,9 %), während Patienten mit akutem oder subakutem Leberversagen sowie akuter und chronischer Transplantatabstoßung höhere Mortalitätsraten von 20,7 % beziehungsweise 28,1 % aufwiesen (eGrafik a). Patienten mit alkoholischer Lebererkrankung (15,3 %) und Leberzirrhose (nicht näher bezeichnet [n. n. b.], 13,9 %), hatten eine mit der Gesamtsterblichkeit von 14,3 % vergleichbare Krankenhausmortalität.

Entwicklungen der Lebertransplantation in Deutschland
eGrafik
Entwicklungen der Lebertransplantation in Deutschland

Anschließend untersuchten wir den Einfluss einer Relaparotomie als Surrogat für postoperative Komplikationen sowie die Dauer der mechanischen Beatmung auf die Krankenhausmortalität. Die Ergebnisse stellen sich wie folgt dar: 2 764 (29,9 %) Patienten unterzogen sich einer Relaparotomie. Die Relaparotomierate war im Jahr 2008 am niedrigsten (26,3 %) und im Jahr 2013 am höchsten (33,1 %, p = 0,061, eGrafik b). Patienten, die eine Relaparotomie benötigten, hatten eine höhere Krankenhaussterblichkeit von 26,3 % im Vergleich zu 9,2 % bei Patienten mit einem unkomplizierten postoperativen Verlauf (Odds Ratio [OR]: 3,536, [3,138; 3,985], p < 0,001). 6 482 Patienten benötigten eine verlängerte maschinelle Beatmung während des Krankenhausaufenthalts (ohne die maschinelle Beatmung während der Operation zu berücksichtigen). Die mediane Beatmungszeit betrug 76 h und war zwischen 2008 und 2017 vergleichbar (p = 0,380).

Die Krankenhausmortalität zeigte einen schrittweisen Anstieg von 2,3 % bei Patienten ohne verlängerte maschinelle Beatmung (n = 2 772), von 6,1 % bei Patienten mit 1–48 h Beatmungszeit (n = 2 594), von 14,6 % bei Patienten mit 48–168 h Beatmungszeit (n = 1 703) und von 39 % bei Patienten mit > 168 h Beatmungszeit (n = 2 185, p < 0,001).

Lebertransplantation in Transplantationszentren mit hohem, mittlerem und niedrigem Fallvolumen

Wir stratifizierten die deutschen Transplantationszentren nach der Anzahl der jährlich durchgeführten LT in drei Gruppen:

  • „low volume“-Zentrum (LVZ) mit weniger als 20 LT pro Jahr
  • „medium volume“-Zentrum (MVZ) mit 20–49 LT pro Jahr
  • „high volume“-Zentrum (HVZ) mit mehr als 50 LT pro Jahr.

Insgesamt wurden 60,2 % der Patienten an HVZ transplantiert, 32,1 % an MVZ und 7,7 % erhielten eine LT an einem LVZ (Tabelle). Die Krankenhausmortalität war am höchsten bei Patienten, die an LVZ transplantiert wurden (17,0 %), verglichen mit Patienten, die eine LT an MVZ/HVZ (13,4/14,4 %) erhielten (OR: 0,799, [0,652; 0,980], p = 0,031).

Eine multivariate Regressionsanalyse zeigte, dass die höhere Sterblichkeitsrate an LVZ nicht unabhängig vom Patientenalter und der Erkrankungsätiologie war (OR: 0,863, [0,701; 1,063], p = 0,166). Betrachtet man nur Patienten unter 16 Jahre, war die Krankenhaussterblichkeit in Transplantationszentren, die mehr oder weniger als 20 LT pro Jahr durchführten, vergleichbar (5,7 versus 4,8 %, OR: 0,784, [0,421; 1,462]).

Abschließend untersuchten wir einen möglichen Zusammenhang zwischen dem LT-Volumen und dem klinischen Verlauf der Patienten und beobachteten Unterschiede bezüglich der Krankenhausverweildauer und Beatmungszeit. Wir konnten feststellen, dass die mediane Krankenhausverweildauer an LVZ (38 Tage, Interquartilsabstand: 22–66), verglichen mit MVZ/HVZ (34 Tage, IQR: 21–60), am höchsten war (p = 0,009). Außerdem hatten Patienten, die an LVZ transplantiert wurden, eine längere mediane Beatmungszeit (98 h, IQR: 30–410) im Vergleich zu Patienten, die an MVZ/HVZ transplantiert wurden (75 h, IQR: 25–283,5; p = 0,002).

Der Prozentsatz der Patienten, die eine LT an HVZ erhielten, zeigte zwischen 2008 und 2017 einen abnehmenden Trend. Im Jahr 2013 kam es zu einem Rückgang von 69,0 % auf 45,4 %, der möglicherweise mit dem Transplantationsskandal im Jahr 2012 zusammenhing (eGrafik c).

Diskussion

Rückgang der Krankenhausmortalität

Die aktuelle Studie zeigte eine Krankenhausmortalität von 14,3 % für alle in Deutschland durchgeführten LT zwischen 2008 und 2017, was mit Analysen unter anderem aus Südkorea vergleichbar ist (6, 11). Unsere Daten zeigten weiterhin einen Rückgang der Krankenhausmortalität im Laufe der Zeit, der wahrscheinlich mit einer Vielzahl von Faktoren wie einer verbesserten Organallokation, einer verringerten Kälteischämiezeit in Kombination mit verbesserten Operationstechniken sowie Entwicklungen in der Immunsuppression, Anästhesie und Intensivmedizin zu assoziieren ist (12, 13). Dennoch war auch die Gesamtzahl der LT in Deutschland unter anderem aufgrund des Rückgangs an verfügbaren Spenderorganen in Verbindung mit Meldedefiziten seit 2010 rückläufig (4). Verstärkt wurde dieser Trend möglicherweise durch den Lebertransplantationsskandal, der 2012 öffentlich wurde (10).

Des Weiteren gibt es in unserer Studie Hinweise darauf, dass verschiedene Aspekte des individuellen klinischen Verlaufs, wie die Beatmungsdauer oder die Notwendigkeit einer Relaparotomie, mit einer erhöhten Krankenhausmortalität verbunden war. Es gibt ähnliche Daten aus den USA, die nahelegen, dass eine längere Beatmungsdauer ein Risikofaktor für die Langzeitmortalität nach einer LT ist (14). Interessanterweise wurde kürzlich gezeigt, dass eine frühe Tracheotomie (≤ 3 Tage nach Operation) zu einer kürzeren Beatmungsdauer nach einer LT führen kann (15). Dieses Vorgehen könnte ein möglicher Ansatzpunkt sein, um die Beatmungsdauer zu verkürzen und das Outcome zu verbessern.

Patientensicherheit

Die systematische Analyse von Mortalitätsdaten ist ein grundlegender Aspekt der Patientensicherheit. Die Zeit nach der Einführung des MELD-Systems hat gezeigt, dass die Mortalität mit dem Schweregrad und der Komplexität der Erkrankung steigt (16). Daher ist es zwingend erforderlich, dass die Entscheidung zur Listung und Transplantation durch ein interdisziplinäres Team getroffen wird, wie es spätestens nach dem Lebertransplantationsskandal durch mehrere Mechanismen der Selbst- und Fremdkontrolle an allen deutschen Transplantationszentren etablierte Praxis ist (17). In diesem Sinne besteht das Risiko, durch die Entscheidung, kritisch kranke Patienten zu transplantieren, die Sterblichkeit am eigenen Zentrum zu erhöhen. Es kann daher nicht ausgeschlossen werden, dass es durch die Auswahl von Patienten, bei denen eine erfolgreiche LT wahrscheinlich ist, zu einem Selektionsbias gekommen ist, während andere Patienten möglicherweise benachteiligt wurden. Im Gegensatz dazu gibt es im deutschen Gesundheitssystem mit seiner großen Anzahl an Leistungserbringern, den finanziellen Anreizen für komplexe Eingriffe und einer fehlenden zentralen Steuerung der Patientenströme eine zunehmende Debatte über Mindestzahlen und Qualitätsparameter. Daher hat der G-BA kürzlich die Mindestmengenregelung für die Durchführung von Lebertransplantationen deutlich verschärft (9).

Unsere Studie beschrieb eine höhere Krankenhausmortalität an Zentren mit weniger als 20 LT pro Jahr (LVZ), verglichen mit Zentren, die 20 oder mehr LT jährlich durchführen. Darüber hinaus beobachteten wir eine längere Krankenhausverweil- und Beatmungsdauer bei Patienten, die an LVZ transplantiert wurden, was gut mit Daten aus Korea übereinstimmt (6). Nichtsdestotrotz zeigte eine multivariate Regressionsanalyse, dass die höhere Sterblichkeit am LVZ teilweise von Faktoren wie dem Patientenalter und der Krankheitsätiologie beeinflusst wird. Außerdem wurde die höhere Sterblichkeit an LVZ nicht festgestellt, wenn nur Patienten < 16 Jahre betrachtet wurden.

Insbesondere im Zuge des deutschen Transplantationsskandals im Jahr 2012 haben Patientenverbände, Krankenkassen und Ärzte eine Reduzierung der deutschen Transplantationszentren gefordert, um die kontinuierliche Überwachung zu vereinfachen und die bestehenden ökonomischen Anreize im Zusammenhang mit der LT zu reduzieren (8). Interessanterweise zeigen unsere Daten, dass der Anteil der an LVZ transplantierten Patienten von 2008 bis 2013 gestiegen ist und seitdem bei etwa 10 % liegt.

Patientenbezogene Einflussfaktoren

Die LT bei älteren Empfängern ist nach wie vor umstritten (11, 18, 19). Mit nur 170 LT innerhalb des 10-jährigen Beobachtungszeitraums (1,2 %) stellte die LT bei Patienten > 70 Jahre eine Ausnahme in Deutschland dar. Unsere Analyse zeigte eine mit dem Empfängeralter ansteigende Krankenhausmortalität, während die Sterblichkeit von Empfängern über 70 Jahren mit 16,5 % vergleichbar zu Patienten zwischen 60 und 70 Jahren war. Somit kann in Zeiten eines steigenden Spenderalters die LT in ausgewählten Fällen auch bei sehr alten Empfängern eine sinnvolle Behandlungsoption darstellen. Ein höheres numerisches Empfängeralter sollte daher per se kein Ausschlusskriterium für eine LT sein.

Bemerkenswert ist, dass laut unserer Analyse zwei von drei Empfängern männlich waren, was die Frage aufwirft, ob es einen Geschlechterbias im Allokationssystem geben könnte. Die auf dem MELD-System basierende Allokation von Spenderorganen benachteiligt Frauen aufgrund natürlicherweise niedrigerer Kreatinin-Werte (20). Es gibt jedoch auch Argumente wie eine geringere Inzidenz und Schwere von Lebererkrankungen sowie eine geringere Alkoholismus- oder HCC-Inzidenzrate bei Patientinnen, die gegen diese Hypothese sprechen. Eine kürzlich veröffentlichte Studie zeigte, dass Frauen trotz geringerer Listungs- und Transplantationsraten keinen Unterschied hinsichtlich des Risikos eines leberbedingten Todes aufweisen (21).

Patienten, die aufgrund eines HCC transplantiert wurden, hatten die niedrigste Krankenhausmortalität, was unter anderem die Tatsache widerspiegelt, dass HCC-Patienten in der Regel ein klinisch niedrigeres Stadium der Leberzirrhose aufweisen. Dieser Unterschied bezieht sich allerdings ausschließlich auf die Krankenhausmortalität. Im Gegensatz dazu relativiert das Risiko eines Tumorrezidivs, welches sich oft als systemische Tumormanifestation in Organen wie Lunge, Leber, Knochen und Lymphknoten manifestiert, das Outcome von HCC-Patienten (12, 22).

Es ist anzumerken, dass das aktuelle deutsche ICD-Kodierungssystem in Kombination mit dem Datenfernzugriff nicht die Identifizierung aller ätiologischer Untergruppen wie der nichtalkoholischen Steatohepatitis (NASH) oder der Hepatitis B/C ermöglichte, was einen Nachteil der bundesweiten multizentrischen Analyse wie der unseren im Vergleich zu kleineren Einzelzentrumsstudien darstellt. Da unter anderem die Inzidenz der NASH stetig ansteigt (23), könnte eine klarere Zuordnung der NASH-Zirrhose und anderer Lebererkrankungen zu individuellen ICD-Codes zu einer adäquateren Darstellung dieser wichtigen Entität im Gesundheitssystem und in der politischen Diskussion führen.

Limitationen

Unsere Studie hat einige wichtige Einschränkungen. So gab unsere Analyse nur Auskunft über die Krankenhausmortalität, während Mortalitätsdaten für spätere Zeitpunkte wie dem Transplantations- und Gesamtüberleben in dieser Datenquelle nicht verfügbar waren. Die vollständige Datenanonymisierung verhinderte zudem die/den Identifizierung/Ausschluss bestimmter Subgruppen, wie zum Beispiel Patienten, die mehr als eine LT erhielten.

Darüber hinaus ist die ausschließliche Analyse der Krankenhausmortalität in ihrer Aussagekraft begrenzt, da sie keine tiefergehende Analyse der individuellen Todesursachen erlaubt. Daher müssen die Schlussfolgerungen in dieser Arbeit sorgfältig diskutiert werden, und es sollte immer bedacht werden, dass die Krankenhausmortalität viele Ursachen haben kann. Eine solche Diskussion darf nicht dazu führen, dass Ärzte entmutigt werden, auch schwerstkranke Patienten zu transplantieren, um die LT-Erfolgsrate, zum Beispiel hinsichtlich der Patientensterblichkeit, am eigenen Zentrum nicht aufs Spiel zu setzen.

Schließlich ist anzumerken, dass es aufgrund der zeitlichen Verzögerung, mit der die Daten vom Statistischen Bundesamt zur Verfügung gestellt werden, nicht möglich war, eine Analyse bis zum jetzigen Zeitpunkt durchzuführen.

Resümee

Unsere Daten zeigen, dass die Krankenhaussterblichkeit der LT in Deutschland zwischen 2008 und 2017 trotz der Tatsache, dass es sich um ein hochkomplexes Verfahren handelt, das eine gut organisierte interdisziplinäre Zusammenarbeit erfordert, gesunken ist. Trotz dieser positiven Ergebnisse sollten die Anstrengungen zur Verbesserung der Organisation, Koordination und Qualität der Organspende fortgesetzt werden, damit zukünftig noch mehr Patienten von der LT profitieren können.

Förderhinweise
Die Arbeiten in der Gruppe von Tom Luedde wurden von der Europäischen Kommission im Rahmen des Forschungs- und Innovationsprogramms „Horizon 2020“ der Europäischen Union durch den „ERC Consolidator Grant: PhaseControl“ (Antragsnummer: 771083) gefördert. Die Gruppe von Tom Luedde wurde außerdem von der Deutschen Krebshilfe (Deutsche Krebshilfe 110043 und Mildred-Scheel-Professur) und der Deutschen Forschungsgemeinschaft (SFB-TRR57/P06, LU 1360/3–1, CRC1380/A01, CA 830/3–1) unterstützt.

Danksagung
Wir danken Melanie Heiliger vom Statistischen Bundesamt für ihre professionelle Unterstützung bei der Datenfernauswertung. Darüber hinaus danken wir den folgenden Kolleginnen und Kollegen für ihren intellektuellen Beitrag und die konstruktive Diskussion der Ergebnisse: Theresa H. Wirtz, Tom F. Ulmer, Jan Bednarsch, Patrick H. Alizai, Pavel Strnad, Alexander Koch (alle Uniklinik RWTH Aachen), Andreas A. Schnitzbauer (Universitätsklinikum Frankfurt), Jonel Trebicka (Universitätsklinikum Frankfurt), Frank Tacke (Charité Berlin) und Matthijs Kramer (MUMC Maastricht).

Interessenkonflikt
PD Dr. Loosen bekam Reisekostenerstattung und Vortragshonorare von Roche, MSD und BMS.

Prof. Bock wurde für Beratertätigkeit honoriert von Abbvie. Er bekam Vortragshonorare von Abbvie und Gilead.

Prof. Knoeffel erhielt Honorare für Gerichtsgutachten, bei denen ein Bezug zum Thema besteht. Er erhielt Studienunterstützung (Drittmittel) von der Else-Kröner-Fresenius-Stiftung.

Prof. Keitel wurde für Vorträge hononiert von Falk, Abbvie, Albireo, Gilead und Intercept.

Prof. Neumann erhielt Kongressgebühren- und Reisekostenerstattung sowie Vortragshonorare von Astellas, Roche, Merck und Novartis. Er bekam Studienunterstützung von Astellas, Merck, Roche, Novatis und Organ Assist.

Prof. Luedde wurde für Beratertätigkeiten honoriert von Roche, Eisai, BMS, MSD, Sanofi, Incyte, Merck und Bayer. Er bekam Kongressgebühren- und Reisekostenerstattung von EASL. Für Vorträge wurde er honoriert von Falk.

Die übrigen Autoren erklären, dass im Zusammenhang mit dieser Publikation kein Interessenkonflikt besteht.

Manuskriptdaten
eingereicht: 28. 7. 2020, revidierte Fassung angenommen: 12. 4. 2021

Anschrift für die Verfasser
Prof. Dr. med. Tom Luedde
PD Dr. med. Sven H. Loosen
Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie
Universitätsklinikum Düsseldorf
Medizinische Fakultät der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Moorenstraße 5, 40225 Düsseldorf
luedde@hhu.de; sven.loosen@med.uni-duesseldorf.de

Zitierweise
Loosen SH, Bock HH, Hellmich M, Knoefel WT, Trautwein C, Keitel V, Bode JG, Neumann UP, Luedde T: Hospital mortality and current trends in liver transplantation in Germany—a systematic analysis of standardized hospital discharge data, 2008–2017. Dtsch Arztebl Int 2021; 118: 497–502. DOI: 10.3238/arztebl.m2021.0210

►Die englische Version des Artikels ist online abrufbar unter:
www.aerzteblatt-international.de

Zusatzmaterial
eMethodenteil, eTabelle, eGrafiken:
www.aerzteblatt.de/m2021.0210 oder über QR-Code

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Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie, Universitätsklinikum Düsseldorf, Medizinische Fakultät der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf:
PD Dr. med. Sven H. Loosen, Prof. Dr. med. Hans H. Bock, Prof. Dr. med. Verena Keitel,
Prof. Dr. med. Johannes G. Bode, Prof. Dr. med.Tom Luedde
Lebertransplantationsverbund Aachen-Düsseldorf-Maastricht: PD. Dr. med. Sven H. Loosen, Prof. Dr. med. Hans H. Bock, Prof. Dr. med. Wolfram T. Knoefel, Prof. Dr. med. Christian Trautwein, Prof. Dr. med. Verena Keitel, Prof. Dr. med. Johannes G. Bode, Prof. Dr. med. Ulf P. Neumann, Prof. Dr. med. Tom Luedde
Institut für Medizinische Statistik und Bioinformatik (IMSB), Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum Köln, Universität zu Köln: Prof. Dr. rer. medic. Martin Hellmich
Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Kinderchirurgie, Universitätsklinikum Düsseldorf, Medizinische Fakultät der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf: Prof. Dr. med. Wolfram T. Knoefel
Medizinische Klinik III, Uniklinik RWTH Aachen: Prof. Dr. med. Christian Trautwein
Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Uniklinik RWTH Aachen: Prof. Dr. med. Ulf P. Neumann
Maastricht Universitair Medisch Centrum Plus (MUMC), Maastricht, Niederlande: Prof. Dr. med. Ulf P. Neumann
Jährliche Anzahl der Lebertransplantationen (LT) zwischen 2008 und 2017 in Deutschland
Grafik 1
Jährliche Anzahl der Lebertransplantationen (LT) zwischen 2008 und 2017 in Deutschland
Krankenhausmortalität nach Lebertransplantation in Deutschland
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Krankenhausmortalität nach Lebertransplantation in Deutschland
Zusammenhang zwischen der Krankenhausmortalität und dem Empfängeralter
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Zusammenhang zwischen der Krankenhausmortalität und dem Empfängeralter
Charakteristika der Studienpopulation
Tabelle
Charakteristika der Studienpopulation
Entwicklungen der Lebertransplantation in Deutschland
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Entwicklungen der Lebertransplantation in Deutschland
Detaillierte Beschreibung der Studienpopulation von 2008 bis 2017
eTabelle
Detaillierte Beschreibung der Studienpopulation von 2008 bis 2017
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4.Schulte K, Borzikowsky C, Rahmel A, et al.: Decline in organ donation in Germany—a nationwide secondary analysis of all inpatient cases. Dtsch Arztebl Int 2018; 115: 463–8 CrossRef MEDLINE PubMed Central
5.Branger P, Vogelaar S: Annual report 2019 – Eurotransplant International Foundation; 2020.
6.Yoo S, Jang EJ, Kim GH, et al.: Effect of institutional case volume on in-hospital mortality after deceased donor liver transplantation: a nationwide retrospective cohort study in Korea. Transplant Proc 2018; 50: 3644–9 CrossRef MEDLINE
7.Nijboer A, Ulrich F, Bechstein WO, Schnitzbauer AA: Volume and outcome relation in German liver transplant centers: What lessons can be learned? Transplant Res 2014; 3: 5 CrossRef MEDLINE PubMed Central
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