ArchivDeutsches Ärzteblatt29-30/2021Randnotiz: Nur noch in die Maske atmen

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Randnotiz: Nur noch in die Maske atmen

Meyer, Rüdiger

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US-Forscher haben eine Gesichtsmaske entwickelt, die erkennt, ob der Träger mit SARS-CoV-2 infiziert ist. Die in Nature Biotechnology (http://daebl.de/ZH63) vorgestellte Technik ist eine Weiterentwicklung eines papierbasierten Nachweistests für Ebola und Zikaviren. Sie könnte neben Krankheitserregern auch Toxine, etwa Nervengifte, nachweisen. Dazu müssten lediglich die chemischen Reaktionen variiert werden. Die Gesichtsmaske, die Peter Nguyen und Luis Soenksen vom Wyss Institute for Biologically Inspired Engineering in Cambridge/Massachusetts entworfen haben, unterscheidet sich äußerlich nur durch einen roten Knopf von einer herkömmlichen FFP2-Maske. Wird der Knopf gedrückt, öffnet sich auf der Innenseite ein Wasserreservoir, das eine dreistufige chemische Reaktion startet. Zunächst diffundieren die Viren, die in einer Sammelkammer aus der Atemluft des Maskenträgers gefiltert wurden, mit dem Wasser in eine erste Reaktionskammer. Hier wird die Virushülle zerstört. Die aus dem Inneren des Virus freigesetzte RNA diffundiert in die zweite Kammer. Dort befindet sich ein Enzym, das Kopien von bestimmten Abschnitten der RNA herstellt. Die kopierten Genschnipsel gelangen mit dem Wasser in die dritte Kammer. Dort befindet sich ein CRISPR-Cas-12-System, das die Forscher „Sherlock“ nennen. Es wird durch die Schnipsel aktiviert und produziert einen Fluoreszenzfarbstoff. Die Farbreaktion zeigt, ob sich im Vlies der Maske SARS-CoV-2 befindet. Das Ergebnis liegt nach etwa 90 Minuten vor. Der Test ist langsamer als ein Antigentest. Da er die Virusgene nachweist, ist er vermutlich zuverlässiger.

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