ArchivDeutsches Ärzteblatt29-30/2021Zweitmeinungsanspruch: G-BA startet Beratungen für weitere Eingriffe

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Zweitmeinungsanspruch: G-BA startet Beratungen für weitere Eingriffe

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Bei implantierbaren Defibrillatoren soll es künftig ein Recht auf Zweitmeinung geben. Foto: picture alliance/Phanie/BURGER-PHANIE
Bei implantierbaren Defibrillatoren soll es künftig ein Recht auf Zweitmeinung geben. Foto: picture alliance/Phanie/BURGER-PHANIE

Künftig soll es für zwei weitere Eingriffe einen Zweitmeinungsanspruch für gesetzlich Versicherte geben. Wer vor einer Implantation eines Defibrillators beziehungsweise Herzschrittmachers steht oder vor einer elektrophysiologischen Herzuntersuchung und dem Veröden von krankhaftem Herzmuskelzellen (Ablation), soll nach den Plänen des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) vor dem Eingriff eine zweite ärztliche Meinung einholen können. Der G-BA hat die dafür notwendigen Beratungen zur Aufnahme dieser planbaren Eingriffe am Herzen in seine Zweitmeinungs-Richtlinie begonnen. Mit dem Start des Leistungsanspruchs der Zweitmeinung für die beiden neu hinzugekommenen Eingriffe rechnet der G-BA Ende 2021/Anfang 2022. Der G-BA beauftragte das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, Entscheidungshilfen für Patienten zu erarbeiten. Das Recht auf eine ärztliche Zweitmeinung soll helfen, medizinisch nicht notwendige planbare Operationen zu vermeiden. Der G-BA kündigte an, die laufenden Beratungen zum Zweitmeinungsverfahren zu Eingriffen an der Wirbelsäule im vierten Quartal 2021 abschließen zu wollen. Ein Zweitmeinungsanspruch besteht derzeit bei Amputation beim diabetischen Fußsyndrom, Eingriff an Gaumen- oder Rachenmandeln (Tonsillektomie, Tonsillotomie), Gebärmutterentfernung (Hysterektomie), Gelenkspiegelungen an der Schulter (Schulterarthroskopie) sowie Implantation einer Knieendoprothese. EB

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