ArchivDeutsches Ärzteblatt28-29/1996Diagnose von Knochentumoren: Präzise Darstellung per Duplexsonographie

POLITIK: Medizinreport

Diagnose von Knochentumoren: Präzise Darstellung per Duplexsonographie

Becher, Franziska

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LNSLNSLNSLNS Zu den etablierten Verfahren in der Diagnostik primärer Knochentumoren zählen neben der konventionellen Radiographie die Computer- und die Magnetresonanztomographie (MRT). Während die sonographische Darstellbarkeit intraossärer Strukturen bei der Mehrzahl von benignen oder tumorähnlichen Läsionen mit intakter Corticalis auf Grund eines fehlenden Schallfensters limitiert ist, sind maligne Knochentumoren häufig durch eine kortikale Destruktion und eine Weichteilinfiltration charakterisiert. Während der 11. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Osteologie in Magdeburg hat Dr. Michael Schulte (Universität Ulm) von einer prospektiven Studie an seiner Klinik berichtet, in der 34 Patienten mit malignen Knochentumoren durch farbkodierte Duplexsonographie untersucht wurden. Dazu gehören 17 Osteosarkome, acht Chondrosarkome, vier Ewingsarkome und fünf sonstige Tumoren.
Die Patienten mit Osteosarkom und Ewingsarkom hat Schulte zur präoperativen Beurteilung des Responsegrades am Ende der neoadjuvanten Chemotherapie erneut untersucht mit dem Ergebnis, daß sich bei allen Tumoren im Stadium IIB die Weichteilkomponente exakt darstellen ließ. Darüber hinaus fand er typische Phänomene wie Codman-Dreiecke und Spiculae gegenüber der Übersichtsradiographie "teilweise früher und präziser darstellbar".
Die Tumorvaskularität zeigte charakteristische Unterschiede bei den einzelnen Entitäten. Das Ausmaß der präoperativ sonographisch bestimmten Perfusionsregression nach neoadjuvanter Chemotherapie habe sich, so Schulte, im Vergleich mit dem postoperativ histologisch bestimmten Regressionsgrad "als gu-tes Monitoring für das Responseverhalten" des Tumors erwiesen. So ermögliche die Erhebung von sonomorphologischen Daten komplementär zu den standardisierten bildgebenden Verfahren bereits im Vorfeld eine differentialdiagnostische Eingrenzung bei Verdacht auf maligne Knochenläsion. Die Darstellbarkeit einer Weichteilinfiltration und die Bestimmung der Tumorvaskularität machten angiographische Untersuchungen weitgehend überflüssig. Die Änderung von Tumorgröße, Morphologie und Vaskularität ließen "klinisch relevante Rückschlüsse auf deren Effizienz" zu. Franziska Becher

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