ArchivDeutsches Ärzteblatt11/2000Neues Recht – Arbeitgeberzuschuss: Mehr Geld für privat Krankenversicherte

VARIA: Wirtschaft - Versicherungen

Neues Recht – Arbeitgeberzuschuss: Mehr Geld für privat Krankenversicherte

Dtsch Arztebl 2000; 97(11): [75]

Buner, Wiebke

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Den meisten privat krankenversicherten Arbeitnehmern steht vom Januargehalt 2000 an ein höherer Zuschuss ihres Arbeitgebers zu ihrem Kran­ken­ver­siche­rungsbeitrag zu. Dieser ist zweifach begrenzt: Die Arbeitnehmer erhalten
- die Hälfte des Betrages, der sich aus ihrem Arbeitsentgelt (so, als ob sie krankenversicherungspflichtig wären) und dem durchschnittlichen Beitragssatz aller gesetzlich Krankenversicherten ergibt.
- Maximal gezahlt wird jedoch die Hälfte des vom Arbeitnehmer an seine private Kran­ken­ver­siche­rung überwiesenen Beitrags.
Für privat krankenversicherte Arbeitnehmer, die 1999 exakt die Hälfte ihres Beitrags vom Arbeitgeber erhielten, ändert sich nichts, wenn ihr Beitrag zur PKV gleich hoch geblieben ist. Betrug der Anteil aber mehr als 50 Prozent (steuerte der Arbeitgeber also weniger als die Hälfte bei), so steht den Mitarbeitern ab Januar 2000 ein höherer Zuschuss des Arbeitgebers zu, wenn das Gehalt die Beitragsbemessungsgrenze 1999 überstiegen hat. Wird der (Höchst-)Arbeitgeberzuschuss zum 1. Januar neu errechnet, so wird die zu diesem Zeitpunkt gültige Beitragsbemessungsgrenze berücksichtigt: 6 450 DM und der durchschnittliche Beitragssatz der gesetzlichen Krankenkassen. Für den Beitragssatz ist der 1. Januar des Vorjahres Stichtag. Er betrug am 1. Januar 1999 in den alten Bundesländern 13,5 Prozent. Daraus resultiert ein durchschnittlicher GKV-Höchstbetrag von 870,75 DM.
Für einen privat Krankenversicherten gibt es vom Arbeitgeber somit als Zuschuss höchstens 435,38 DM - das aber nur, wenn sein Beitrag mindestens 870,75 DM beträgt und er mehr als 6 450 DM verdient. Das gilt unabhängig davon, wie sich der durchschnittliche Beitragssatz der Krankenkassen nach Januar 1999 entwickelt hat. Der neue Höchstbetrag ergibt knapp zwei DM mehr als bisher, weil der Anstieg der Bemessungsgrenze zum 1. Januar 2000 durch die Senkung des Beitragssatzes zum 1. Januar 1999 (um 0,1 Prozent) fast kompensiert worden ist. Um die Hälfte hiervon erhöht sich der Arbeitgeberzuschuss.
Privat Krankenversicherte sollten ihrem Lohnbüro jeweils aktuell die Bescheinigung ihrer privaten Kran­ken­ver­siche­rung vorlegen, aus der die Höhe ihrer Prämie hervorgeht. Es könnte sonst passieren, dass darauf verzichtet wird, einen höheren Zuschuss von der Firma zu erhalten - oder dass dem Arbeitgeber überzahlte Beträge später erstattet werden müssen.
Abweichung im Osten: Die Beitragsbemessungsgrenze sinkt, weil im Vorjahr die Steigerung wegen zu optimistischer Verdienstprognosen zu hoch ausgefallen war. Der neue Höchstbeitrag fällt dadurch um etwa 16 DM niedriger aus - entsprechend sinkt der Beitragszuschuss des Arbeitgebers um rund acht DM monatlich. Wer 1999 gesetzlich krankenversichert war und knapp unter 5 400 DM monatlich brutto verdient hat, der scheidet am Jahresende 2000 (nicht 1999) durch die Senkung auf 5 325 DM aus der Pflichtversicherung aus.
Will er ab 2001 nicht ohne Versicherungsschutz sein, so muss er sich in der GKV freiwillig weiter- oder privat krankenversichern. WB
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema