ArchivDeutsches Ärzteblatt11/2000Börsebius rund ums Geld: Wo der Schuh am meisten drückt

VARIA: Schlusspunkt

Börsebius rund ums Geld: Wo der Schuh am meisten drückt

Dtsch Arztebl 2000; 97(11): [76]

Rombach, Reinhold

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LNSLNS Jeden ersten Samstag im Monat können Leser des Deutschen Ärzteblattes bekanntlich mit ihren Fragen rund ums Geld bei Börsebius anrufen. Trotz der vergleichsweise langen Telefonzeit von vier Stunden kommen erfahrungsgemäß viele Anrufer nicht durch. Für diese möchte ich die interessantesten Themen der jüngsten März-Aktion erörtern. Große Resonanz erzielten offensichtlich meine letzten Beiträge über Strategien für Gewiefte, als es um den Kauf von Puts (bei Kursverlusten Geld verdienen) und um Stillhaltegeschäfte (von etwa gleich bleibenden Kursen profitieren) ging. Einige eilten flugs zur Bank. Speziell zu Stillhaltegeschäften höre ich aber immer wieder, dass sich Banken taub stellten, solche Wertpapiertransaktionen würden sie nicht machen, ein Berater sagte gar, bei seiner Bank seien Stillhaltegeschäfte gänzlich unbekannt.
Das ist natürlich Unfug, wenn sich ein Anlageberater in dieser Hinsicht taub stellt, Unfähigkeit will ich nur in Einzelfällen unterstellen. Es geht meines Erachtens wirklich darum, den Kunden möglichst in Geschäftsfeldern zu belassen, die den Banken die meisten Provisionen einbringen, Fonds seien hier an erster Stelle genannt. Natürlich muss die Bank auf Nachfrage nach Stillhaltegeschäften eingehen. Voraussetzung ist allerdings, dass Sie bereit sind, eine Risikoverpflichtung zu unterschreiben und auch bestimmte Größenordnungen erreichen. Unter 100 000 DM ist es übrigens schon normal, dass sich Ihr Banker blind stellt, ab 150 000 wird er vermutlich blinzeln.
"Wieso schreiben Sie so wenig über Neuemissionen?" Richtig, über Börsenneulinge bringe ich im Vorfeld kaum etwas. Dabei gäbe es durchaus eine Menge zu berichten. Die Zurückhaltung hat aber einen ganz schlichten Grund. Meistens liegt der Zeichnungsschluss vor Erscheinen des nächsten Heftes. Eine Empfehlung oder eine Ablehnung brächte dem Leser also gar nichts.
Vorsicht vor so genannten Währungsswaps. Anscheinend rollte hier wieder eine neue Masche im alten Gewand durch die Lande; dies signalisieren zumindest etliche Anrufe. Dabei geht es darum, Kredite in einer fremden Währung (Schweizer Franken, Yen) aufzunehmen, weil doch die Zinsen so charmant niedrig lägen. Das böse Erwachen droht immer dann, wenn die Währungsrelationen zwischen der Mark (später dem Euro) und der Fremdvaluta auseinander driften. Währungsswaps können gut gehen, müssen aber nicht. Werden die Vergangenheitszahlen zu Rate gezogen, spricht die Statistik gegen solche Geschäfte. Den Stress gibt es dann umsonst. Börsebius
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