ArchivDeutsches Ärzteblatt37/2021Wolfgang U. Eckart †: Herausragender Medizinhistoriker und Lehrer

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Wolfgang U. Eckart †: Herausragender Medizinhistoriker und Lehrer

Jütte, Robert

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Wolfgang U. Eckart. Foto: Ruprecht-Karls-Universität, Heidelberg
Wolfgang U. Eckart. Foto: Ruprecht-Karls-Universität, Heidelberg

Wer sich interessehalber oder professionell mit der Medizingeschichte befassen will, der findet in den Büchern des am 16. August im Alter von 69 Jahren verstorbenen Heidelberger Medizinhistorikers Prof. Dr. med. Wolfgang U. Eckart alles, was er braucht.

Seine nicht nur bei Studierenden populäre „Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin“ liegt inzwischen in einer 8., neu bearbeiteten Auflage vor. Seine „Illustrierte Geschichte der Medizin“, die den Zeitraum von der Französischen Revolution bis zur Gegenwart abdeckt, bietet dem Leser neben wenig bekannten Bildern zur Medizingeschichte auch einen prägnanten Überblick über den medizinischen Fortschritt der letzten 200 Jahre, der die Schattenseite der modernen Medizin nicht ausklammert. Da es keine geregelte Aus-, Fort- und Weiterbildung im Fach Medizingeschichte gibt, ersetzt das von ihm mitverfasste Werk „Medizingeschichte. Eine Einführung“ quasi ein ganzes Curriculum. Der Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts, dem Ersten Weltkrieg, widmete er zwei viel beachtete Bücher.

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Eckart war von 1992 bis 2017 Direktor des Instituts für Geschichte und Ethik der Medizin der Universität Heidelberg, von 1996 bis 1998 Präsident der Vereinigung für Wissenschaftsgeschichte sowie ab 2009 Mitglied der Leopoldina. Für seine Verdienste um die Medizingeschichte wurde er 2016 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Die Medizingeschichte in Deutschland verliert mit ihm einen der ganz großen Gelehrten und einen Menschenfreund. Prof. Dr. Robert Jütte

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