ArchivDeutsches Ärzteblatt37/2021Respiratorisches Synzytial Virus: Fachgesellschaften mahnen erhöhte Aufmerksamkeit bei Atemwegsinfektionen an

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Respiratorisches Synzytial Virus: Fachgesellschaften mahnen erhöhte Aufmerksamkeit bei Atemwegsinfektionen an

Maybaum, Thorsten; EB

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Bei Kindern mit Atemwegsinfektionen raten die Fachgesellschaften dazu, RSV in die Differenzialdiagnostik einzubeziehen. Foto: mauritius images/ Hanna Kuprevich/ Alam
Bei Kindern mit Atemwegsinfektionen raten die Fachgesellschaften dazu, RSV in die Differenzialdiagnostik einzubeziehen. Foto: mauritius images/ Hanna Kuprevich/ Alam

Ärzte beobachten derzeit eine Zunahme an Aufnahmen in Kinderkliniken durch Atemwegsinfektionen wegen des respiratorischen Synzytial Virus (RSV). Sechs medizinische Fachgesellschaften aus der Pädiatrie, Neonatologie und Intensivmedizin, Virologie sowie der Kinder- und Jugendmedizin sind alarmiert. In einer Stellungnahme empfehlen sie ab sofort RSV in die Differenzialdiagnostik bei Kindern mit Atemwegsinfektionen einzubeziehen und eine entsprechende Virusdiagnostik aus Atemwegsmaterialien (Rachenabstrich/Rachenspülwasser) zu veranlassen. Darüber hinaus wird ein um einen Monat vorgezogener Beginn der medikamentösen RSV-Prophylaxe ab Anfang Oktober 2021 für Hochrisikogruppen gemäß den Indikationen der Leitlinien der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) angeraten. Aufgrund der derzeit nicht absehbaren epidemiologischen Entwicklung der RSV-Saison könne eine länger als fünf Monate dauernde Prophylaxe mit Palivizumab erforderlich sein, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der Fachgesellschaften. Bei rascher, lokaler Zunahme an RSV-Infektionen – wie etwa die Aufnahme mehrerer Kinder mit RSV-Infektion der unteren Atemwege in einer lokalen Kinderklinik – sollte auch vor Oktober 2021 bereits mit einer RSV-Prophylaxe bei Hochrisikopatienten begonnen werden. Die Fachgesellschaften verweisen in ihrer Stellungnahme auf aktuelle Entwicklungen schon in den Sommermonaten. So sei in mehreren Ländern – England, Schweiz, USA, Australien – in den vergangenen Wochen ein für die Sommerjahreszeit untypischer Anstieg an Krankenhausaufnahmen von Kindern mit RSV-bedingten Atemwegsinfektionen beobachtet worden. Hierzulande habe es nach Daten des Labornetzwerkes der virologischen Labore zunächst keinen ungewöhnlicher Anstieg, aber dennoch für die Jahreszeit „untypische häufige Einzelnachweise“ gegeben. Die Fallzahlentwicklung sei „deutlich steigend, variiert aber regional signifikant“. may/EB

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