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Abemaciclib beim Mammakarzinom wirksam und verträglich – Praxisrelevante Daten aus den Studien MONARCH-2 und -3 bescheinigen Abemaciclib (Verzenios®, Lilly) beim HR+-, HER2-metastasierten Mammakarzinom eine gute Wirksamkeit auch bei ungünstigen Prognosefaktoren. CDK4/6-Inhibitoren werden für diese Patientengruppe in den Leitlinien in Kombination mit nichtsteroidalen Aromatasehemmern oder Fulvestrant als initiale endokrine Therapie oder nach vorangegangener endokriner Therapie empfohlen.

In Kombination mit Fulvestrant verlängerte Abemaciclib vs. Placebo+Fulvestrant das Gesamtüberleben um 9,4 Monate und verdoppelte die Zeit bis zur nächsten Chemotherapie (50,2 vs 22,1 Monate). Mit leichten Vorteilen für die sekundäre Resistenz galten diese Ergebnisse für primär und sekundär resistente Patientinnen.

Die Lokalisation der Metastasen hatte ebenso wenig Einfluss auf das Ansprechen wie der PIK3CA-Mutationsstatus und die Therapielinie. Die Bestimmung des PIK3CA-Mutationsstatus erübrigt sich bei diesen Patientinnen damit. Auch in Kombination mit einem nichtsteroidalen Aromatasehemmer (Anastrozol oder Letrozol) verlängerte Abemaciclib in der Initialtherapie bei postmenopausalen Frauen das progressionsfreie Überleben sowie das Gesamtüberleben signifikant bei vergleichsweise guter Verträglichkeit. kut

Quelle: Online-Presse-Update „Praxisrelevante Daten zu Abemaciclib beim HR+, HER2- mBC bestätigen Vorteile/Stellenwert auch bei ungünstigen Prognosefaktoren“ im Rahmen des Senologiekongresses, 23. Juni 2021; Veranstalter: Lilly Oncology

Neue Kombinationstherapie in der Erstlinie beim aRCC – Die Europäische Kommission hat Cabozantinib (Cabometyx®, Ipsen) in Kombination mit Nivolumab (Opdivo®, Bristol-Myers Squibb) als Erstlinienbehandlung beim fortgeschrittenen Nierenzellkarzinom (aRCC) zugelassen. Die Grundlage der Entscheidung waren die Daten der Phase-III-Studie CheckMate-9ER, die eine konstante Wirksamkeit der Kombinationstherapie über alle Patienten- und Risikoprofile zeigte.

In der randomisierten, offenen, multinationalen Phase-III-Studie verdoppelte Cabozantinib in Verbindung mit Nivolumab das mittlere progressionsfreie Überleben (PFS: 16,6 Monate vs. 8,3 Monate, HR 0,51 [95-%-KI 0,41–0,64], p < 0,0001) und verbesserte das mittlere Gesamtüberleben (OS: HR 0,60 [98,89-%-KI 0,40–0,89], p = 0,001) sowie die Ansprechrate (ORR) gegenüber Sunitinib deutlich (55,7 % vs. 27,1 %; p < 0,0001) – und dies bei bei einer geringeren Abbruchrate.

Die Kombinationstherapie zeigte eine gute Verträglichkeit, das Sicherheitsprofil entspricht den bekannten Daten bei der Immuntherapie und den Tyrosinkinaseinhibitor-Komponenten bei der Erstlinienbehandlung des aRCC. Aktuelle Studien untersuchen weitere mögliche Kombinationstherapien mit Cabozantinib. mr

Quelle: Virtuelles Pressegespräch „Tatort KombiNiere: Cabozantinib plus Nivolumab für alle RCC-Risikogruppen“, 11. Mai 2021; Veranstalter: Ipsen Pharma GmbH

Früher Therapiebeginn mit Siponimod bei SPMS – Patienten mit aktiver sekundärer progredienter Multipler Sklerose (SPMS) mit Krankheitsaktivität profitieren laut aktuellen Daten der EXPAND-Studie von einem frühzeitigen Therapiebeginn mit Siponimod (Mayzent®, Novartis) gegenüber der späteren Umstellung von Placebo. In die randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Phase-III-Studie sind 1 651 SPMS-Patienten mit verschiedenem Schweregrad der Behinderung (Expanded Disability Status Scale [EDSS] von 3,0–6,5) eingeschlossen.

Bislang liegen Daten über einen Zeitraum von 5 Jahren vor. Bezogen auf das gesamte Gehirn zeigten Siponimod-Patienten im Vergleich 0,14 % weniger Hirnvolumenverlust (–1,62 % vs. –1,76 %, p < 0,05) und bezogen auf den Thalamus 0,8 % (–2,68 % vs. –3,48 %, p < 0,0001).

Unter fortlaufender Einnahme des S1P-Rezeptors fielen zudem Änderungen im T2-Läsionsvolumen geringer aus und es traten signifikant weniger neue oder sich vergrößernde T2-Läsionen auf (jeweils p < 0,0001 vs. Placebo-Switch-Gruppe).

Eine Post-hoc-Analyse der EXPAND-Studie zeigte unter Siponimod bei 55 % der 779 erfassten Patienten eine signifikante Verringerung des Risikos für eine bestätigte Behinderungsprogression im Vergleich zu Placebo um 32 % nach 3 Monaten (p = 0,0378) und um 43 % nach 6 Monaten (p = 0,0093). mr

Quelle: Pressemitteilung Novartis Pharma GmbH, 28. Mai 2021

Neue Daten zur Meningokokken-Impfung – Für die Effektivität des 4-Komponenten-Impfstoffes 4CMenB (Bexsero®, GSK) gegen Meningokokken der Gruppe B liegen Daten aus verschiedenen Impfprogrammen weltweit vor, die jüngsten aus England: 3 Jahre nach Einführung des 2 + 1-Impfschemas mit 4CMenB in das nationale Impfprogramm im September 2015 war die Inzidenz invasiver MenB-Erkrankungen um 75 % gesunken. Statt der erwartbaren 253 Fälle erkrankten nur 63 Kinder. Die adjustierte Effektivität des Vakzins gegen MenB-Erkrankungen lag bei 59,1 %.

Das höchste Erkrankungsrisiko tragen Säuglinge unter 1 Jahr. Sie können ab dem Alter von 2 Monaten mit 4CMenB nach dem 3 + 1-Impfschema geimpft werden (3 Dosen im Abstand von 1 Monat, 1 Booster-Dosis im Alter von 12–15 Monaten). Für alle anderen Altersgruppen gilt das 2 + 1-Impfschema. Noch 7,5 Jahre nach der Erstimpfung liegen die Antikörpertiter für 3 der 4 Antigene von 4CMenB (fHbp-Fusionsprotein, NadA-Protein, Outer Membrane Vesicle) über dem Level einer ungeimpften Vergleichsgruppe, mit Ausnahme des NHBA-Proteins aufgrund von hohen Basistitern. RLS

Quelle: Virtuelles Satellitensymposium „Aktuelles zur Herpes-Zoster- und Meningokokken-B-Impfung in der COVID-19 Pandemie“, 19. Juni 2021; Veranstalter: GlaxoSmithKline

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