ArchivDeutsches Ärzteblatt39/2021Hausärztetag: Impfungen besser honorieren

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Hausärztetag: Impfungen besser honorieren

Beerheide, Rebecca

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Der Hausärzteverband sieht die Leistung der niedergelassenen Praxen in der Pandemie von der Politik nicht ausreichend gewürdigt. Sobald die Impfung gegen das SARS-CoV-2-Virus zur jährlichen Routine werden, müsse das Honorar deutlich steigern, hieß es auf der Herbsttagung des Verbandes.

Mehr Aufmerksamkeit der Politik gewünscht: der Bundesvorsitzende des Hausärzteverbandes, Ulrich Weigeldt. Foto: Georg J. Lopata
Mehr Aufmerksamkeit der Politik gewünscht: der Bundesvorsitzende des Hausärzteverbandes, Ulrich Weigeldt. Foto: Georg J. Lopata

Mehr Aufmerksamkeit und eine bessere Bezahlung für die Impfung gegen das SARS-CoV-2-Virus: Auf seiner Herbsttagung forderte der Hausärzteverband von der neuen Bundesregierung höhere Aufmerksamkeit für die ambulante hausärztliche Versorgung. Man dürfe, anders als in den Wahlprogrammen, nicht als „Randnotiz erscheinen“. Nur weil der Blick in der Pandemie vor allem auf die Leistungen der Krankenhäuser gerichtet gewesen sei, dürfe nicht vergessen werden, dass vor allem Hausärzte mit einer Coronainfektion betreut und versorgt haben, hieß es auf der Herbsttagung des Hausärzteverbandes in Berlin.

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„Es war aber ein großer Fehler, uns nicht in die Entscheidungsfindung einzubeziehen, das darf nicht wieder vorkommen“, erklärte Verbandsvorsitzender Ulrich Weigeldt. Er forderte, bei neuen Maßnahmen künftig „rechtzeitig über geplante Maßnahmen“ informiert zu werden.

Für die Zukunft forderte Weigeldt, dass die Impfung gegen das SARS-CoV-2-Virus in die „Impfroutine der hausärztlichen Praxen integriert werden müsse“. Dafür benötige es eine höhere Vergütung: Bei den 20 Euro dürfe es für die Zukunft nicht bleiben, das sei kein kostendeckendes Honorar. Besonders mit Blick auf den hohen Beratungsaufwand und die Logistik in der Praxis sowie bei der Bestellung müsse es für eine jährliche und reguläre Impfung mehr Geld geben.

Ärger über Fakultätentag

Eine durchwachsene Bilanz zog Weigeldt von den vergangenen dreieinhalb Jahren Regierung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Da sei vieles offengeblieben, vieles zu schnell digitalisiert worden. „Freundlich formuliert hat nicht alles, was aus dem Hause Spahn auf den Weg gebracht wurde, einen Nutzen in der hausärztlichen Versorgung. Eigentlich steht fast immer der Nutzen für die Kassen und deren Datensammelwut im Vordergrund“, so Weigeldt. Praxen dürfen keine Strafe drohen, wenn Digitalprojekte wegen fehlender oder mangelhafter Technik nicht umgesetzt werden können.

Besonderes Ärgernis sei das Scheitern des Masterplans 2020 für das Medizinstudium: So hätten
alle Seiten positive Anregungen geschrieben, selbst die Gesundheitsminister der Länder und das Bundesgesundheitsministerium beteiligten sich wohlwollend an dem Prozess. „Das war alles Makulatur, weil der medizinische Fakultätentag mit einer irren Zahlenakrobatik den Untergang des Abendlandes heraufbeschwört und damit die Wissenschafts- und Kultusminister der Länder auf seine Seite zieht und letztendlich die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten diesen Plan mit der Novellierung der Approbationsordnung vom Tisch wischen“, so Weigeldt.

Neuwahl im Vorstand

Die diesjährigen Honorarverhandlungen zwischen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und dem GKV-Spitzenverband bezeichnete Weigeldt als „unglaublich wenig und nicht akzeptabel“. Aus seiner Sicht sei es weiterhin das Beste für Hausärztinnen und Hausärzte, an der Hausarztzentrierten Versorgung (HzV) teilzunehmen. Mittlerweile seien acht Millionen Versicherte in der HzV eingeschrieben. „Das ist ungefähr die Größenordnung der PKV und mehr als zehn Prozent der GKV-Versicherten“, sagte Weigeldt.

Die Delegierten wählten auf der Herbsttagung auch ein neues Vorstandsmitglied: Nach dem Rücktritt von Dr. med. Dieter Geis wurde Dr. med. Markus Beier zum Ersten stellvertretenden Bundesvorsitzenden gewählt. Beide kommen aus Bayern. Rebecca Beerheide

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