ArchivDeutsches Ärzteblatt40/2021Inzidenz von Frakturen in der Erwachsenenpopulation in Deutschland
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Hintergrund: Detaillierte Analysen epidemiologischer Daten zu Frakturen sind eine wichtige Ressource für die Akteure des Gesundheitssystems, da sie Aufschluss über die Auswirkungen aktueller therapeutischer Strategien und den Bedarf an Präventionsmaßnahmen geben. Die Epidemiologie von Frakturen in Deutschland ist jedoch unbekannt. Ziel dieser Studie war es daher, Trends der bundesweiten Frakturbelastung in Abhängigkeit von der anatomischen Lokalisation, dem Alter und dem Geschlecht zwischen 2009 und 2019 zu ermitteln.

Methode: Jährliche ICD-10-Diagnosecodes zwischen 2009 und 2019 wurden vom Statistischen Bundesamt zur Verfügung gestellt. Prävalenz und Inzidenz von Frakturen wurden für 30 verschiedene Frakturlokalisationen quantifiziert. Standardisierte Geschlechts- und Altersverteilungen wurden berechnet.

Ergebnisse: Im Jahr 2019 wurden insgesamt 688 403 Frakturen registriert. Im Vergleich zu 2009 stieg die Inzidenz um 14 % auf 1 014/100 000 Einwohner. Die häufigsten Frakturen waren Schenkelhalsfrakturen (120/100 000 Einwohner), pertrochantäre Femurfrakturen (109/100 000 Einwohner) und distale Radiusfrakturen (106/100 000 Einwohner). Alle betrafen mehrheitlich Frauen, wobei die Inzidenz mit dem Alter zunahm. Die höchste Inzidenz wurde für pertrochantäre Femurfrakturen bei Frauen über 90 Jahre (2 550/100 000 Einwohner) erreicht. Der höchste Anstieg wurde für Acetabulumfrakturen (+ 58 %) und Klavikulafrakturen (+ 44 %) festgestellt.

Schlussfolgerung: Die Zunahme der Frakturhäufigkeit, insbesondere in der älteren Bevölkerung, stellt eine Herausforderung für die Akteure im Gesundheitswesen dar. Maßnahmen zur Frakturprophylaxe sind aufgrund der hohen Zahl geriatrischer Frakturen weiter auszubauen.

LNSLNS

Frakturheilung kann ein komplexer und langwieriger Prozess sein, der eine hohe Belastung für die Patienten darstellt. Mit einer Lebenszeitprävalenz von 44 % bei Erwachsenen im Alter von 55 Jahren oder älter sind Frakturen nach wie vor ein großes Problem der öffentlichen Gesundheit, wobei die Frakturwahrscheinlichkeit aufgrund von Osteoporose mit dem Alter stark zunimmt (1, 2).

Diverse Behandlungsstrategien wurden entwickelt, die von der konservativen Gipsbehandlung bis hin zu chirurgischen Maßnahmen wie externe Fixierung, Marknagelung oder Plattenosteosynthese reichen. Neben der Belastung durch die Behandlung, die oftmals mit Operationen, Krankenhausaufenthalten und Rehabilitationsprotokollen verbunden ist, können Komplikationen eine besondere Herausforderung für die Patienten darstellen. In 5–10 % der Fälle ist beispielsweise die Knochenkonsolidierung beeinträchtigt, was zu einer Pseudarthrose mit nachteiligen Auswirkungen auf die physische und psychische Gesundheit führt (3, 4).

Darüber hinaus treten Infektionen nach der Frakturfixation mit Raten von 1–2 % bei geschlossenen Frakturen und bis zu 30 % bei offenen Tibiafrakturen nach Gustilo-Anderson Typ III auf, was bei ansonsten gesunden Patienten zu Funktionsverlusten oder sogar zur Amputation führen kann (5, 6).

Mit der steigenden Lebenserwartung der Bevölkerung wird die Inzidenz von Frakturen der langen Röhrenknochen, insbesondere bei älteren Menschen, voraussichtlich zunehmen (7). Auch die Zahl der osteoporotischen Frakturen wird von den demografischen Veränderungen beeinflusst und steigt nachweislich an (8).

Der derzeitige Kenntnisstand über die Epidemiologie von Frakturen ist jedoch weitgehend auf bestimmte anatomische Lokalisationen beschränkt (9, 10) oder basiert auf relativ kleinen Populationen von nicht mehr als 6 000 Patienten (11, 12). Detaillierte Analysen epidemiologischer Daten sind eine wichtige Ressource für die Akteure des Gesundheitssystems. Sie geben Einblicke in die Auswirkungen der aktuellen Osteoporose-Therapie und können bei der Wirksamkeitsevaluation von Präventionsstrategien unterstützen. Außerdem sind epidemiologische Daten wertvoll für die Abschätzung der Dringlichkeit der Implementierung von Programmen zur Sturzprävention (13), bei Berechnungen frakturassoziierter Kosten sowie bei der Entwicklung und Aktualisierung von Algorithmen für die Risikoberechnung (Fracture Risk Assessment Tools) (14).

Ziel dieser Studie war es, die Trends der bundesweiten Frakturbelastung in Abhängigkeit von Alter, Geschlecht und anatomischer Lokalisation für Deutschland zwischen 2009 und 2019 zu ermitteln.

Methode

Die Daten, bestehend aus jährlichen ICD-10-Diagnosecodes von 2009 bis 2019 aus allen deutschen medizinischen Einrichtungen, wurden vom Statistischen Bundesamt (Destatis) zur Verfügung gestellt. Bei dem Datenset handelt es sich ausschließlich um stationär behandelte Fälle. Patienten, die mit der gleichen Diagnose mehrfach vorstellig wurden, sind als ein Fall erfasst, sodass die Daten keine Dopplungen beinhalten.

Die Gesamtzahl der Frakturen wurde anhand der ICD-10-Codes „S32.1–S92.3“ (eTabelle 1) quantifiziert und in Abhängigkeit von der anatomischen Lokalisation, dem Geschlecht und dem Alter in 10-Jahres-Inkrementen für Patienten älter als 20 Jahre von 2009 bis 2019 analysiert.

Verwendete ICD-10 Codes mit Beschreibung
eTabelle 1
Verwendete ICD-10 Codes mit Beschreibung

Die ICD-10-Codes „S62.1“, „S62.2“ und „S62.3“ wurden als Frakturen an Karpal- und Metakarpalknochen und die ICD-10 Codes „S12.0“, „S12.1“, und „S12.2“ als Frakturen der Halswirbelsäule zusammengefasst. Für die Berechnung der Anzahl der Beckenringfrakturen wurden die Diagnosen „S32.1“, „S32.2“, „S32.3“, „S32.5“, „S32.6“ und „S32.8“ summiert. Die Inzidenzen wurden basierend auf der Bevölkerungsanzahl Deutschlands im Alter von 20 Jahren und älter berechnet und in Bezug auf Alter und Geschlecht standardisiert (15). Dabei wurde die Einwohnerzahl in jedem der 16 deutschen Bundesländer nach Geburtsjahrgängen für jedes Jahr des Zeitraums 2009 bis 2019 berücksichtigt. Stichtag eines jeden Jahres war der 31. Dezember.

Ergebnisse

Insgesamt wurden im Jahr 2019 688 403 Frakturen registriert. Im Vergleich zu 2009 stieg die Inzidenz um 14 % auf 1 014/100 000 Einwohner an. Frauen waren häufiger betroffen als Männer (64 %, 1 263/100 000 Einwohnerinnen versus 36 %, 755/100 000 Einwohner). 59 % aller Frakturen (3 059/100 000 Einwohner) traten bei Patienten über 70 Jahre auf. Die höchste Inzidenz lag bei Frauen in der Altersgruppe über 90 Jahre mit 10 286/100 000 Einwohnerinnen, gefolgt von Männern in der Altersgruppe über 90 Jahre mit 4 999/100 000 Einwohner (Tabelle 1, eTabelle 2, Tabelle 2).

Frakturinzidenzen im Jahre 2019 in absteigender Häufigkeit
Tabelle 1
Frakturinzidenzen im Jahre 2019 in absteigender Häufigkeit
Frakturhäufigkeit im Jahre 2019, standardisiert über Alter und Geschlecht, dargestellt für die Gesamtanzahl und die 10 häufigsten Frakturen
Tabelle 2
Frakturhäufigkeit im Jahre 2019, standardisiert über Alter und Geschlecht, dargestellt für die Gesamtanzahl und die 10 häufigsten Frakturen
Frakturinzidenzen im Jahr 2019, unterteilt nach der anatomischen Lokalisation
eTabelle 2
Frakturinzidenzen im Jahr 2019, unterteilt nach der anatomischen Lokalisation

Die häufigsten Frakturen waren Oberschenkelhalsfrakturen mit 81 570 registrierten Fällen und einer Inzidenz von 120/100 000 Einwohnern. Bei Frauen war die Inzidenz höher als bei Männern (158/100 000 Einwohnerinnen versus 81/100 000 Einwohner), wobei die Inzidenz bei Patientinnen in der Altersgruppe 90 Jahre oder älter mit 1 828/100 000 Einwohnerinnen am höchsten war. Die zweitgrößte Häufigkeit fand sich bei pertrochantären Femurfrakturen (109/100 000 Einwohner), gefolgt von distalen Radiusfrakturen (106/100 000 Einwohner), proximalen Humerusfrakturen (91/100 000 Einwohner), Lendenwirbelfrakturen (71/100 000 Einwohner) und Beckenringfrakturen (60/100 000 Einwohner). Die Alters- und Geschlechtsverteilung ergab bei diesen Frakturen ein einheitliches Bild. Alle betrafen mehrheitlich Frauen, wobei die Inzidenzen mit dem Alter zunahmen. Von allen Frakturen wurde der höchste Inzidenzwert bei pertrochantären Femurfrakturen bei Frauen in der Altersgruppe über 90 Jahre mit 2 550/100 000 Einwohnerinnen erreicht (Tabelle 1, Tabelle 2, eTabelle 3).

Frakturhäufigkeit im Jahr 2019, standardisiert über Alter und Geschlecht*
eTabelle 3
Frakturhäufigkeit im Jahr 2019, standardisiert über Alter und Geschlecht*

Vergleicht man die Frakturinzidenzen des Jahres 2009 mit denjenigen des Jahres 2019, so zeigt sich der höchste Anstieg bei den Acetabulumfrakturen (+ 58 %) und Klavikulafrakturen (+ 44 %), gefolgt von Beckenringfrakturen (+ 39 %), Femurschaftfrakturen (+ 38 %) und Skapulafrakturen (+ 31 %). Ebenfalls deutlich erhöht waren die Zahlen für distale Femurfrakturen (+ 30 %), subtrochantäre Femurfrakturen (+ 30 %), Fußwurzelknochenfrakturen (+ 28 %), pertrochantäre Femurfrakturen (+ 24 %) sowie Schenkelhalsfrakturen (+ 23 %). Bei diesen Frakturen konnte ein kontinuierlicher Anstieg über die Jahre verzeichnet werden. Ein Rückgang über die Jahre konnte bei Tibiaschaftfrakturen (− 22 %), distalen Tibiafrakturen (− 20 %), Frakturen am Außenknöchel (− 20 %), Scaphoidfrakturen (− 17 %), Kalkaneusfrakturen (− 16 %), Fibulaschaftfrakturen (− 10 %), Innenknöchelfrakturen (− 6 %), Radiusschaftfrakturen (− 6 %) und distalen Radiusfrakturen (− 3 %) beobachtet werden (Tabelle 1, eTabelle 2). Die Rückläufigkeit dieser Frakturen war homogen über den betrachteten Zeitraum.

Diskussion

Die Inzidenz von Frakturen in Abhängigkeit von Alter und Geschlecht wurde für 30 verschiedene anatomische Lokalisationen beschrieben. Ein herausragendes Merkmal dieser Arbeit ist, dass die Analyse auf Registerdaten basiert, bestehend aus ICD-10-Diagnosecodes aller deutschen medizinischen Einrichtungen. Während Studien, die sich auf Daten einzelner Kliniken stützen, Ergebnisse liefern, die in ihrer Aussagekraft limitiert sind, wurde hier die landesweite Gesamtfrakturbelastung, einschließlich der Entwicklung der Frakturraten über die letzten zehn Jahre für Deutschland berichtet.

Im Jahr 2019 wurden insgesamt 688 403 Frakturen registriert, was einen Anstieg um 14 % seit 2009 darstellt. Im Vergleich mit der bestehenden Literatur war der ermittelte Anstieg der Gesamtfrakturhäufigkeit höher. So wurden beispielsweise die Frakturen bei Einwohnern von Olmsted County, Minnesota, USA, die älter als 50 Jahre waren, für die Jahre 2009 bis 2011 gegenüber Daten aus den Jahren 1989 bis 1991 analysiert. Die Prävalenz stieg um 11 % in diesem Zeitraum (12). Eine in den Niederlanden durchgeführte Studie mit 14 613 Teilnehmern beobachtete keine säkularen Trendunterschiede in der Frakturinzidenz zwischen den Jahren 1989 bis 2001 und 2001 bis 2013 (16). Im Gegensatz dazu ergab eine Analyse der nationalen Register für die Jahre 2004 bis 2012 in den Niederlanden einen signifikanten Anstieg von Frakturen der Extremitäten von 129 188 auf 176 129 (26,7 %) (17). Begründbar ist die Erhöhung der Frakturhäufigkeit mit dem demografischen Wandel und der alternden Bevölkerung. Eine Beeinflussung der Zahlen durch Veränderungen in der Diagnostik kann als unwahrscheinlich angenommen werden, da der Goldstandard bildgebender Verfahren, wie Röntgen, Computertomografie und Magnetresonanztomografie, über die Jahre fest etabliert war (18).

Diese Studie zeigt, dass die häufigsten Frakturen am Schenkelhals und am pertrochantären Femur vorkamen, wobei mehrheitlich Frauen betroffen waren und die Inzidenz mit dem Alter zunahm. Die stärkste Zunahme über den betrachteten Zeitraum wurde für Acetabulumfrakturen festgestellt. In Übereinstimmung mit diesen Ergebnissen wurden ebenfalls steigende Zahlen von Hüft- und Beckenfrakturen von anderen Studien aus Deutschland berichtet (7, 8), während Femurfrakturen in den USA sowie in Finnland rückläufig zu sein scheinen (19, 20).

Court-Brown und Caesar analysierten 5 953 Frakturen, die in Edinburgh versorgt wurden und unterteilten die Frakturen in acht verschiedene Kategorien, basierend auf der Verteilung von Alter und Geschlecht. Sie kamen zu dem Schluss, dass 30 % der Frakturen bei Männern und 66 % der Frakturen bei Frauen potenziell osteoporotisch sind (11).

In dieser Arbeit zeigt sich, dass 59 % aller Frakturen bei Patienten im Alter von 70 Jahren oder älter auftraten, was eine höhere Prävalenz darstellt, als zuvor für andere Länder berichtet wurde (1, 2). Die höchsten Inzidenzwerte lagen für Deutschland in der Altersgruppe über 90 Jahre mit 10 285/100 000 Einwohnerinnen und 4 999/100 000 Einwohnern. Die erhöhten Inzidenzen in Assoziation mit höherem Alter lassen mutmaßen, dass Osteoporose einen Schlüsselfaktor in der Entwicklung der Frakturhäufigkeit darstellt.

Für das Jahr 2025 wurde eine Zahl von 928 000 Frakturen mit einer geschätzten sozioökonomischen Belastung von 11 261 Millionen Euro prognostiziert (21). Zunehmende Risikofaktoren für osteoporotische Frakturen tragen zu dieser Entwicklung bei, wie Diabetes mellitus Typ 2, woran 5,8 Millionen Deutsche erkrankt sind, sowie eine hohe Raucherquote in der deutschen Bevölkerung (22– 25).

Generell wird berichtet, dass die Belastung durch Frakturen weltweit abnimmt, wohingegen ein Anstieg von Fragilitätsfrakturen erwartet wird, weshalb Autoren zu einer Intensivierung der Ressourcen in der Frakturversorgung auffordern (26, 27). Die Untersuchung von epidemiologischen Trends von Frakturen oder sogar die Etablierung eines patientenzentrierten Frakturregisters in Deutschland (28) ist daher vorteilhaft für die Anpassung gesellschaftlicher Präventionsmaßnahmen und die Optimierung des Versorgungsmanagements.

Limitationen

Die Studie ist dadurch limitiert, dass zwar ICD-10-Codes in Abhängigkeit von Alter und Geschlecht zur Verfügung standen, jedoch weder Bestimmung der Frakturursache noch Differenzierung möglicher beitragender Komorbiditäten, wie Osteoporose oder Diabetes mellitus, möglich war.

Von einer korrekten Kodierung der Diagnosen kann hingegen ausgegangen werden, da die DRG-Pauschalvergütung davon abhängt, welche von den Krankenkassen streng kontrolliert wird. Ein mögliches „Upcoding“ kann jedoch nicht ausgeschlossen werden. Zudem basiert die Berechnung nur auf stationären Daten. Daher können die berichteten Frakturinzidenzen unterschätzt und lückenhaft sein, da ambulant behandelte Frakturen nicht in die Analyse einbezogen wurden. Diese Limitation bezieht sich insbesondere auf Frakturen, wie etwa Radiusfrakturen oder Karpal- und Metakarpalknochenfrakturen, die häufig auch im ambulanten Sektor versorgt werden können.

Resümee

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die steigende Inzidenz von Frakturen ein großes Problem für die öffentliche Gesundheit darstellt. Von allen Frakturen traten 59 % bei Patienten im Alter von 70 Jahren oder älter auf. Die höchste Prävalenz wurde für proximale Femurfrakturen gefunden, wobei die Fallzahlen mit dem Alter stark anstiegen. Daher ist eine Entwicklung hin zu mehr Osteoporose-bedingten Frakturen, insbesondere bei geriatrischen Patienten, anzunehmen. Da andere Industrieländer mit ähnlichen demografischen Trends konfrontiert sind, kann die vorliegende Arbeit dazu beitragen, das Ressourcenmanagement für die Akteure in den Gesundheitssystemen weltweit anzupassen.

Interessenkonflikt
Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Manuskriptdaten
eingereicht: 11. 3. 2021, revidierte Fassung angenommen: 12. 5. 2021

Anschrift für die Verfasser
PD Dr. med. Markus Rupp
Klinik und Poliklinik für Unfallchirurgie
Universitätsklinikum Regensburg
Franz-Josef-Strauß-Allee 11
93053 Regensburg
markus.rupp@ukr.de

Zitierweise
Rupp M, Walter N, Pfeifer C, Lang S, Kerschbaum M, Krutsch W, Baumann F, Alt V: The incidence of fractures among the adult population of Germany—an analysis from 2009 through 2019. Dtsch Arztebl Int 2021; 118: 665–9. DOI: 10.3238/arztebl.m2021.0238

►Die englische Version des Artikels ist online abrufbar unter:
www.aerzteblatt-international.de

Zusatzmaterial
eTabellen: www.aerzteblatt.de/m2021.0238 oder über QR-Code

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*Die beiden Autoren teilen sich die Erstautorenschaft.
Klinik und Poliklinik für Unfallchirurgie, Universitätsklinikum Regensburg: PD Dr. med. Markus Rupp, Nike Walter, MSc, Prof. Dr. med. Christian Pfeifer, Dr. med. Siegmund Lang, PD Dr. med. Maximilian Kerschbaum, Prof. Dr. med. Werner Krutsch, Prof. Dr. med. Florian Baumann, Prof. Dr. med. Dr. biol. hum. Volker Alt
Abteilung für Psychosomatische Medizin, Universitätsklinikum Regensburg: Nike Walter, MSc
Frakturinzidenzen im Jahre 2019 in absteigender Häufigkeit
Tabelle 1
Frakturinzidenzen im Jahre 2019 in absteigender Häufigkeit
Frakturhäufigkeit im Jahre 2019, standardisiert über Alter und Geschlecht, dargestellt für die Gesamtanzahl und die 10 häufigsten Frakturen
Tabelle 2
Frakturhäufigkeit im Jahre 2019, standardisiert über Alter und Geschlecht, dargestellt für die Gesamtanzahl und die 10 häufigsten Frakturen
Verwendete ICD-10 Codes mit Beschreibung
eTabelle 1
Verwendete ICD-10 Codes mit Beschreibung
Frakturinzidenzen im Jahr 2019, unterteilt nach der anatomischen Lokalisation
eTabelle 2
Frakturinzidenzen im Jahr 2019, unterteilt nach der anatomischen Lokalisation
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eTabelle 3
Frakturhäufigkeit im Jahr 2019, standardisiert über Alter und Geschlecht*
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