ArchivDeutsches Ärzteblatt41/2021Nähnadelingestion mit drohender Arteria-vertebralis-Verletzung
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
a) Der axiale CT-Schnitt in Höhe HWK 4/5 zeigt die Nähnadel mit Spitzenlage an der rechten Vertebralarterie im Foramen transversarium sowie eine eine deutliche prävetebrale Weichteilschwellung. b) 3D-Rekonstruktion.
Abbildung
a) Der axiale CT-Schnitt in Höhe HWK 4/5 zeigt die Nähnadel mit Spitzenlage an der rechten Vertebralarterie im Foramen transversarium sowie eine eine deutliche prävetebrale Weichteilschwellung. b) 3D-Rekonstruktion.

Ein 53-jähriger Patient berichtete nach dem Verzehr von Spaghetti Bolognese über ein Fremdkörpergefühl und Halsschmerzen. Fünf Tage nach der Mahlzeit erfolgte die Krankenhauseinweisung bei zunehmender Dyspnoe und Schmerzausstrahlung in den Nacken und die Schultern. Der enorale Lokalbefund ergab eine deutliche rechtsbetonte Vorwölbung der Oro- und Hypopharynxseitenwand. Die kontrastmittelgestützte Computertomografie zeigte eine beginnende Abszessbildung im Parapharyngealraum sowie einen röntgendichten, nadelförmigen Fremdkörper, dessen Spitze unmittelbar an der rechten Vertebralarterie im Foramen transversarium auf Höhe von HWK 4/5 steckte. Zu diesem Zeitpunkt bestand kein Blutungsnachweis. Aufgrund der kritischen Lage zur dominanten Vertebralarterie und einer möglichen Gefäßwandverletzung erfolgte die Entfernung des Fremdkörpers unter angiografischer Kontrolle. Es bestätigte sich die Ingestion einer Nähnadel mit Fadenrest. In der angiografischen Abschlusskontrolle wurde eine Gefäßverletzung ausgeschlossen und der Patient zur Abszessspaltung in den OP-Saal gebracht. Eine Fremdkörperingestion kann intentional oder versehentlich vorkommen; dies blieb in diesem Fall letztendlich ungeklärt. Eine vorbestehende Pathologie kann dabei prädisponierend für eine oropharyngeale Impaktion sein.

Dr. med. Dipl.-Ing. Jeanette Henkelmann, MHBA, Klinik und Poliklinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, Universitätsklinikum Leipzig, jeanette.henkelmann@medizin.uni-leipzig.de

Dr. med. Stefan Schob, Klinik und Poliklinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, Abteilung für Neuroradiologie, Universitätsklinikum Leipzig

Jasmin Rudolph, Klinik und Poliklinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Universitätsklinikum Leipzig

Interessenkonflikt: Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Zitierweise: Henkelmann J, Schob S, Rudolph J: Threatened injury of the vertebral artery following ingestion of a needle.
Dtsch Arztebl Int 2021; 118: 694. DOI: 10.3238/arztebl.m2021.0067

►Vergrößerte Abbildung und englische Übersetzung unter: www.aerzteblatt.de

a) Der axiale CT-Schnitt in Höhe HWK 4/5 zeigt die Nähnadel mit Spitzenlage an der rechten Vertebralarterie im Foramen transversarium sowie eine eine deutliche prävetebrale Weichteilschwellung. b) 3D-Rekonstruktion.
Abbildung
a) Der axiale CT-Schnitt in Höhe HWK 4/5 zeigt die Nähnadel mit Spitzenlage an der rechten Vertebralarterie im Foramen transversarium sowie eine eine deutliche prävetebrale Weichteilschwellung. b) 3D-Rekonstruktion.

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.

Alle Leserbriefe zum Thema

Stellenangebote