ArchivDeutsches Ärzteblatt12/2000Drogenkonsum: Zurückhalten

SPEKTRUM: Leserbriefe

Drogenkonsum: Zurückhalten

Dtsch Arztebl 2000; 97(12): A-741 / B-606 / C-566

Kirsch, Jens J.

Zu dem "Seite eins"-Beitrag "Grauzone" von Dr. med. Eva Richter in Heft 6/2000:
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LNSLNS . . . Es steht außer Frage, dass Drogenabhängige krank sind und ihnen geholfen werden muss. Bei eingeschränkten finanziellen Mitteln jedoch müssen wir uns gerade in diesem Bereich für die Prävention entscheiden. Es sollte dies ärztlich ethisches Gemeingut sein. Drogenkonsumräume - gelegentlich sogar pervertierend als "Gesundheitsräume" bezeichnet - helfen vielleicht den Kranken, aber keinesfalls den Drogeninteressierten und Drogengefährdeten, im Gegenteil. Die Investitionen in solche Fixerstuben gehen auf Kosten der Drogenprävention, und hier haben wir in Deutschland noch sehr viel nachzuholen. Darüber hinaus setzen Drogenkonsumräume das völlig falsche Signal: drogeninteressierte und drogengefährdete Jugendliche müssen daraus schließen, dass Drogenkonsum wohl nicht so gefährlich sein kann, da ja die Öffentlichkeit alles tut, um Drogenabhängigen zu helfen und die negativen Folgen des Drogenkonsums abzumildern.
Mit der Befürwortung von Drogenkonsumräumen sollte sich die Ärzteschaft extrem zurückhalten, um nicht erneut in den Verdacht zu geraten, die Prävention zu vernachlässigen, um erst den eingetretenen Schaden behandeln zu können.
Dr. med. Jens J. Kirsch, B2, 15, 68159 Mannheim
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