ArchivDeutsches Ärzteblatt41/2021Natascha C. Nüssler: Vorbild für den chirurgischen Nachwuchs

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Natascha C. Nüssler: Vorbild für den chirurgischen Nachwuchs

Richter-Kuhlmann, Eva

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Natascha C. Nüssler, Foto: picture alliance/SZ Photo/Stephan Rumpf
Natascha C. Nüssler, Foto: picture alliance/SZ Photo/Stephan Rumpf

Erstmals in ihrer Geschichte wird die Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV) von einer Frau geführt. Seit Juli ist Prof. Dr. med. Natascha C. Nüssler, Chefärztin der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie der München Klinik Neuperlach, Präsidentin der Fachgesellschaft.

Bereits 2019 wurde Nüssler in den Vorstand der DGAV gewählt und hat nun turnusgemäß das Amt für ein Jahr übernommen. Obwohl die Amtsperiode der DGAV-Präsidentin relativ kurz ist, möchte sie das in der Öffentlichkeit sowie auch in der Ärzteschaft verankerte – aber nicht mehr zeitgemäße – Bild der Chirurgie verändern. „Leider wird noch viel zu oft ein chirurgischer Eingriff wider alle Evidenz nicht als beste Behandlungsoption, sondern nur als Ultima Ratio angesehen“, sagte die 55-Jährige dem Deutschen Ärzteblatt. Viele Patientinnen und Patienten würden daher entweder zu spät operiert oder es werde ihnen sogar eine kurative Option vorenthalten. „Hier möchte ich die interdisziplinäre Zusammenarbeit vertiefen, damit möglichst oft eine optimale Behandlung zum optimalen Zeitpunkt angeboten werden kann.“

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Nüsslers Präsidentschaft spiegelt die Veränderungen im chirurgischen Berufsbild mit einem wachsenden Frauenanteil wider. „Die Mehrzahl der Medizinstudierenden ist weiblich“, konstatiert sie. Im Gegensatz dazu habe sich der Anteil von Frauen in Führungspositionen in den Kliniken leider nur marginal erhöht. Das liege an fehlenden Vorbildern und Perspektiven. Eine Frauenquote und gemischte Teams könnten die Attraktivität des Berufs erhöhen. Dr. med. Eva Richter-Kuhlmann

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