ArchivDeutsches Ärzteblatt41/2021Patientenbriefe steigern Gesundheitskompetenz

ÄRZTESTELLEN: Kurz notiert

Patientenbriefe steigern Gesundheitskompetenz

Glöser, Sabine

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Automatisiert erstellte Patientenbriefe verbessern die Gesundheitskompetenz von Patientinnen und Patienten. Zumindest ist das das Ergebnis eines Forschungsprojekts des gemeinnützigen Unternehmens „Was hab’ ich?“. Demnach lesen die meisten Patienten die Briefe ausführlich (93 Prozent) und zeigen ihn mindestens einer weiteren Person (73 Prozent). Sie bewerten ihn als verständlich (95 Prozent), informativ (93 Prozent) und hilfreich (93 Prozent). Auch bei älteren Patienten und chronisch Kranken zeigen die Briefe eine Wirkung.

Foto: thodonal/stock.adobe.com
Foto: thodonal/stock.adobe.com

An der Studie nahmen insgesamt 738 Patienten des Herzzentrums Dresden teil. Zwischen Juni 2019 und Juni 2020 erhielten sie nach ihrem Krankenhausaufenthalt laienverständliche Entlassbriefe, die nicht das medizinische Personal, sondern eine spezielle Software erstellt hatte. Diese Software setzte die Briefe individuell auf Basis der Diagnose- und Prozeduren-Codes zusammen, die in der Klinik vorlagen. Dafür griff sie auf mehr als 20 000 ärztlich erstellte Textbausteine zu. Das medizinische Personal hatte keinen zusätzlichen Zeitaufwand, weil die Briefe komplett automatisiert erstellt wurden.

„Mit dem Patientenbrief haben wir eine sehr einfache und zugleich eindrücklich wirkungsvolle Möglichkeit, die Gesundheitskompetenz zu steigern“, sagte Ansgar Jonietz, Mitgründer und Geschäftsführer von „Was hab’ ich?“. Aus seiner Sicht würde das Gesundheitswesen nachhaltig davon profitieren, wenn künftig alle Patientinnen und Patienten nach der Entlassung aus dem Krankenhaus einen individuellen, verständlichen Entlassbrief erhielten. „Uns ist es wichtig, dass unsere Patienten ihre Krankheit besser verstehen. Dadurch verhalten sie sich bewusster, achten mehr auf ihre Gesundheit und passen ihren Lebensstil entsprechend an“, ergänzte Jörg Scharfenberg, Geschäftsführer des Herzzentrums Dresden.

Das Forschungsprojekt wurde vom Innovationsfonds der Bundesregierung gefördert, am Herzzentrum Dresden Universitätsklinik durchgeführt und von der Technischen Universität Dresden evaluiert. sg

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