ArchivDeutsches Ärzteblatt42/2021Andreas von Deimling: Klassifikation von Tumoren auf Molekülebene

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Andreas von Deimling: Klassifikation von Tumoren auf Molekülebene

Richter-Kuhlmann, Eva

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Andreas von Deimling. Foto: Universitätsklinikum Heidelberg
Andreas von Deimling. Foto: Universitäts­klinikum Heidelberg

Je besser diagnostiziert werden kann, aus welchem Zelltyp ein Tumor ursprünglich hervorgegangen ist, desto effektiver lässt sich die Krebstherapie gestalten. Dem Heidelberger Neuropathologen Prof. Dr. med. Andreas von Deimling gelang es, neue Testverfahren für die Einteilung und Gradierung von Gehirntumoren zu entwickeln. Dabei handelt es sich um mutationsspezifische Antikörper, mit denen sich Unterformen der Gliome und andere Tumore zweifelsfrei diagnostizieren lassen.

Von Deimling ist mitverantwortlich für die Erstellung der WHO-Klassifikation von Gehirntumoren. Für seine Forschung, mit der die Klassifizierung der Tumore auf Molekülebene möglich und weltweit einsetzbar ist, wurde er bereits mehrfach geehrt, unter anderem 2016 mit dem Deutschen Krebspreis der Deutschen Krebsgesellschaft. Jetzt erhielt der Neuropathologe gemeinsam mit dem Professor für Neuroonkologie Hai Yan vom Duke University Medical Center, USA, den mit 60 000 Euro dotierten „International Prize for Translational Neuroscience“ der Gertrud Reemtsma Stiftung.

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Von Deimling studierte Medizin in Freiburg sowie in Großbritannien und den USA. Von 1994 bis 1998 war er als Oberarzt am Institut für Neuropathologie des Universitätsklinikums Bonn tätig und leitete von 1998 bis 2006 leitete er das Institut für Neuropathologie der Charité − Universitätsmedizin Berlin. Seit 2007 ist er Direktor der Abteilung für Neuropathologie der Universität Heidelberg und Leiter der klinischen Kooperationseinheit Neuropathologie des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ). Dr. med. Eva Richter-Kuhlmann

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