ArchivDeutsches Ärzteblatt43/2021Wurmparasiten im Wurmfortsatz: Schistosomiasis als Zufallsbefund bei Endometriosis genitalis externa
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Eine nach Deutschland gezogene, junge Frau mit arabisch/nordafrikanischer Herkunft stellte sich mit Hyper-/Dysmenorrhö sowie sekundärer Sterilität vor. Bei Verdacht auf eine Endometriose fiel intraoperativ eine Schwellung des Wurmfortsatzes auf. Im Resektat fanden sich im Subserosagewebe Endometrioseherde und zudem eine granulomatöse Entzündung mit Eosinophilenvermehrung und Verkalkungen sowie erst in der weitere Aufarbeitung auch einzelne Pärchenegel, scheinbar Schistosoma (S.) mansoni. Die unerwartete Diagnose war somit eine Koinzidenz aus Endometriosis genitales externa und Schistosomiasis/Bilharziose. Nach Praziquantel-Therapie war die Stuhlprobe negativ. Der Parasiten-Wirt-Zyklus läuft über verschiedene Ei-, Larven- und Wurmstadien im Wasser und innerhalb von Süßwasserschnecken ab. Im Wasser schwimmende Zerkarien können sich bei Kontakt durch die menschliche Haut bohren, gelangen über die Blutbahn in die Leber und als geschlechtsreife Pärchenegel in den Darm (S. mansoni, S. japonicum) oder die Harnblase (S. haematobium). Von dort werden die Parasiteneier ausgeschieden. In Deutschland ist die Schistosomiasis sehr selten, aber in Afrika, im Nahen Osten und in Teilen Asiens und Südamerikas endemisch.

Prof. Dr. med. Kais Hussein, Prof. Dr. med. Hans Kreipe, Prof. Dr. med. Matthias Christgen, Institut für Pathologie, Medizinische Hochschule Hannover, hussein@mvz-hhz.de

Interessenkonflikt: Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Zitierweise: Hussein K, Kreipe H, Christgen M: Parasitic worms in the appendix: incidental finding of concomitant schistosomiasis in suspected and confirmed endometriosis.

Dtsch Arztebl Int 2021; 118: 740. DOI: 10.3238/arztebl.m2021.0082

Dieser Beitrag erschien online am 19. 10. 2021 (online first) auf www.aerzteblatt.de

►Vergrößerte Abbildung und englische Übersetzung unter: www.aerzteblatt.de

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