ArchivDeutsches Ärzteblatt43/2021Gesundheitskompetenz in Deutschland
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Hintergrund: Bisherige Studien zeigen, dass die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung in Deutschland nicht gut ausgeprägt ist. Ziel des Beitrags ist es, die aktuelle Entwicklung der Gesundheitskompetenz auf der Basis neuer Daten zu analysieren.

Methode: Die Studie „Health Literacy Survey Germany 2“ (HLS-GER 2) basiert auf einer repräsentativen quantitativen Befragung der deutschsprachigen Wohnbevölkerung ab 18 Jahren. Die Befragung wurde mithilfe papierassistierter mündlich-persönlicher Interviews (PAPI) im Dezember 2019 und Januar 2020 durchgeführt. Die Gesundheitskompetenz sowie soziodemografische Daten wurden mithilfe eines international abgestimmten Fragebogens erfasst. Das Instrument zur Messung der Gesundheitskompetenz besteht aus 47 Fragen zum Finden, Verstehen, Beurteilen und Anwenden von Gesundheitsinformationen. Die Zusammenhänge zwischen der Gesundheitskompetenz und soziodemografischen Determinanten wurden bivariat und multivariat untersucht.

Ergebnisse: 58,8 % der Befragten verfügen über eine geringe Gesundheitskompetenz: Sie schätzen den Umgang mit mindestens einem Drittel der vorgelegten Fragen als „schwierig“ oder „sehr schwierig“ ein. Ein großer Anteil der Befragten sieht sich beim Finden (48,3 %), Verstehen (47,7 %) und Anwenden (53,5 %) von Informationen vor Schwierigkeiten gestellt und weist hier eine geringe Gesundheitskompetenz auf. Bei der Beurteilung von Informationen ist der Anteil mit 74,7 % besonders hoch. Die Korrelationskoeffizienten zeigen, dass zwischen den untersuchten Variablen Alter, Geschlecht, Sozialstatus, literale Fähigkeiten, Bildungsniveau, finanzielle Deprivation, Migrationshintergrund und eine oder mehrere chronische Erkrankungen und der Gesundheitskompetenz Beziehungen bestehen, sie aber schwach ausgeprägt sind.

Schlussfolgerung: Die Ergebnisse des HLS-GER 2 unterstreichen den bei der Förderung von Gesundheitskompetenz bestehenden Handlungsbedarf im Gesundheitssystem. Da die Varianzaufklärung gering ist, wurden entscheidende Determinanten für Gesundheitskompetenz vermutlich noch nicht berücksichtigt. Weiterführende Untersuchungen sollten darauf abzielen, beispielsweise gesellschaftliche Rahmenbedingungen des Informationsangebots oder soziale und persönliche Merkmale zu untersuchen.

LNSLNS

Über welche Kompetenzen müssen Menschen heute verfügen, um Gesundheitsprobleme und Krankheiten zu bewältigen oder besser noch: um sie zu vermeiden und mit den dazu nötigen Informationen umzugehen? Diese Frage wird in Deutschland seit circa zehn Jahren unter dem Stichwort „Gesundheitskompetenz“ diskutiert. Darunter versteht man die Fähigkeit von Menschen, Gesundheitsinformationen in unterschiedlicher Form zu finden, zu verstehen, zu beurteilen und anzuwenden, um im Alltag in den Bereichen Krankheitsbewältigung sowie Versorgung, Krankheitsprävention und Gesundheitsförderung Urteile fällen und Entscheidungen treffen zu können (1, 2).

Die vorhandenen Studien zeigen, dass die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung in Deutschland nicht gut ausgeprägt ist (3, 4, 5, 6). Um herauszufinden, auf welche Faktoren das zurückzuführen ist, und die Gesundheitskompetenz im Zeitverlauf zu beobachten, sind wiederholte Befragungen notwendig. Deshalb erfolgte sechs Jahre nach der ersten Erhebung mit dem „Health Literacy Survey Germany 1“ (HLS-GER 1 [7]) eine erneute Messung der Gesundheitskompetenz („Health Literacy Survey Germany 2“ [HLS-GER 2]) mit einer weiterentwickelten Methodik (8). Eine solche, bislang erst in wenigen Ländern existierende wiederholte Befragung ermöglicht es, Veränderungstrends abzulesen, was vor dem Hintergrund der Entwicklungen im Gesundheitssystem und vor allem der Dynamik im Bereich der Information immer wichtiger wird (9, 10). Denn seit den ersten Erhebungen zur Gesundheitskompetenz ist infolge der Digitalisierung nicht nur die Zahl an Informationsmöglichkeiten in die Höhe geschnellt. Auch die Menge an Gesundheitsinformationen hat sich vervielfacht. Gleichzeitig haben interessengeleitete, manipulierte und falsche Informationen rasant zugenommen, wie aktuell das Thema COVID-19 zeigt (11). Einhergehend mit dieser inzwischen als „Infodemie“ bezeichneten Entwicklung (12, 13) sind die Anforderungen an den Umgang mit Gesundheitsinformationen und auch an die Kommunikation zwischen Ärztinnen und Ärzten sowie Patientinnen und Patienten gestiegen.

Ziel des Beitrags ist es, zu analysieren, wie sich die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung in Deutschland entwickelt hat, und sich dabei speziell auf die Herausforderungen bei der Verarbeitung von Informationen zu konzentrieren.

Gefragt wird

  • wie sich die Gesundheitskompetenz aktuell darstellt
  • welche Schwierigkeiten bei der Informationsverarbeitung bestehen und
  • welche demografischen und sozioökonomischen Faktoren die Gesundheitskompetenz und die einzelnen Schritte der Informationsverarbeitung beeinflussen.

Methoden

Die vorliegende Studie basiert auf einer repräsentativen quantitativen Befragung von 2 151 Personen der deutschsprachigen Wohnbevölkerung ab 18 Jahren (Tabelle 1).

Stichprobenbeschreibung des HLS-GER 2
Tabelle 1
Stichprobenbeschreibung des HLS-GER 2

Die Befragung wurde mithilfe papierassistierter mündlich-persönlicher Interviews (PAPI) im Dezember 2019 und Januar 2020 durchgeführt. Konzeptionell und methodisch baut die Studie auf dem HLS-GER 1 auf und ist Teil des „Health Literacy Survey 2019“ (HLS19) des „Action Network on Measuring Population and Organizational Health Literacy“ (M-POHL) der Weltgesundheitsorganisation Europa, der aktuell in 17 Ländern durchgeführt wird (14).

Die Erfassung der Gesundheitskompetenz beruht auf dem „European Health Literacy Survey Questionnaire“ mit 47 Fragen (HLS-EU-Q47), der für die neue Erhebung überarbeitet und weiterentwickelt wurde (8). Mit diesem Instrument (HLS19-Q47-DE) wurden die subjektiv eingeschätzten Schwierigkeiten einer Person, gesundheitsrelevante Information zu finden, zu verstehen, zu beurteilen und anzuwenden, anhand von verschiedenen Informationsaufgaben gemessen.

Die Befragten konnten auf die 47 Fragen jeweils mit „sehr einfach“, „einfach“, „schwierig“ oder „sehr schwierig“ reagieren. Ihre Antworten wurden in Scorewerte umgerechnet. Für die deskriptive Darstellung der Gesundheitskompetenz wurden die Scores in vier Niveaus aufgeteilt:

  • exzellent (> 83,3–100)
  • ausreichend (> 66,6–83,3)
  • problematisch (> 50–66,6)
  • inadäquat (0–50).

Die Niveaus „problematisch“ und „inadäquat“ wurden zusammengenommen als „geringe Gesundheitskompetenz“ bezeichnet. Ergänzend wurden mehrere soziodemografische Angaben erhoben. Das Bildungsniveau wurde mithilfe der „International Standard Classification of Education 2011“ (ISCED-11) ermittelt. Der Sozialstatus wurde auf Basis der selbst eingeschätzten Stellung in der Gesellschaft anhand des Bildes einer Leiter mit zehn Sprossen ermittelt. Finanzielle Deprivation wurde durch drei Fragen zu den subjektiven Schwierigkeiten, Medikamente, medizinische Behandlungen und monatliche Rechnungen zu bezahlen, erhoben. Der Migrationshintergrund wurde durch eigene oder elterliche Geburt im Ausland definiert. Zur Ermittlung chronischer Krankheit wurde gefragt, ob eine oder mehrere chronische Krankheiten beziehungsweise länger als sechs Monate existente gesundheitliche Probleme vorliegen. Die literalen Fähigkeiten wurden mit einem objektiven Test, dem „Newest Vital Sign“ (NVS), erhoben (15).

Detaillierte Angaben sind dem eMethodenteil zu entnehmen.

Ergebnisse

Gesundheitskompetenz

Insgesamt verfügen 58,8 % der Befragten (Tabelle 2) über eine geringe Gesundheitskompetenz (8). Bei den einzelnen Schritten der Informationsverarbeitung zeigen sich erhebliche Unterschiede. So weist etwa die Hälfte der Befragten eine geringe Gesundheitskompetenz dabei auf, Informationen zu finden (48,3 %), zu verstehen (47,7 %) und anzuwenden (53,5 %). Bei der Beurteilung von Informationen sind es sogar 74,7 % und damit besonderes viele Befragte (Tabelle 2).

Deskriptive Statistik der Gesundheitskompetenz allgemein und nach Schritten der Informationsverarbeitung
Tabelle 2
Deskriptive Statistik der Gesundheitskompetenz allgemein und nach Schritten der Informationsverarbeitung

Determinanten von Gesundheitskompetenz

Gesundheitskompetenz korreliert mit dem Sozialstatus (r = 0,172–0,243, p < 0,001), dem Bildungsniveau (r = 0,123–0,243, p < 0,001), finanzieller Deprivation (r = −0,156 bis −0,213, p < 0,001) sowie literalen Fähigkeiten (r = 0,115–0,238, p < 0,001) (Tabelle 3). Dabei nimmt die Gesundheitskompetenz mit höherem Sozialstatus und Bildungsniveau und besseren literalen Fähigkeiten zu, mit zunehmender finanzieller Deprivation nimmt sie ab.

Spearman-Korrelation zwischen Gesundheitskompetenz-Indizes und Kovariablen
Tabelle 3
Spearman-Korrelation zwischen Gesundheitskompetenz-Indizes und Kovariablen

Auch ein höheres Lebensalter (ab 76 Jahren) ist mit geringer Gesundheitskompetenz assoziiert (bei allgemeiner Gesundheitskompetenz im Vergleich mit 30–45-Jährigen: r = 0,239, p < 0,001; eTabelle 1).

Deskriptive Statistik der Gesundheitskompetenz (Score) insgesamt und bei Schritten der Informationsverarbeitung stratifiziert nach Altersgruppen
eTabelle 1
Deskriptive Statistik der Gesundheitskompetenz (Score) insgesamt und bei Schritten der Informationsverarbeitung stratifiziert nach Altersgruppen

Ein Blick auf die Korrelation zwischen Gesundheitskompetenz und chronischer Krankheit zeigt, dass besonders das Vorliegen mehrerer chronischer Erkrankungen mit geringer Gesundheitskompetenz zusammenhängt (bei allgemeiner Gesundheitskompetenz: r = −0,1, p < 0,001) (Tabelle 3, eTabelle 2).

Deskriptive Statistik der Gesundheitskompetenz (Score) insgesamt und bei Schritten der Informationsverarbeitung stratifiziert nach dem Vorliegen chronischer Krankheiten
eTabelle 2
Deskriptive Statistik der Gesundheitskompetenz (Score) insgesamt und bei Schritten der Informationsverarbeitung stratifiziert nach dem Vorliegen chronischer Krankheiten

Die umfangreiche multivariate Analyse (eTabelle 3) bestätigt diese Effekte. Sozialstatus, literale Fähigkeiten sowie finanzielle Deprivation hängen insgesamt und auch bei allen vier Schritten einzeln nach Kontrolle anderer Variablen im Model mit Gesundheitskompetenz zusammen, wobei die Stärke der Effekte teilweise klein ist und stark variiert. Je höher der Sozialstatus (β = 0,08–0,129, p < 0,005) sowie die literalen Fähigkeiten (β = 0,081–0,162, p < 0,001) und je geringer die finanzielle Deprivation (β = −0,088 bis −0,109, p < 0,001), desto besser ist die Gesundheitskompetenz. Auch das Bildungsniveau steht bei allen Schritten außer der Anwendung von Informationen mit Gesundheitskompetenz in Verbindung (β = 0,078–0,134, p < 0,001): Mit zunehmendem Bildungsniveau steigt die Gesundheitskompetenz. Das Alter hängt insofern mit der Gesundheitskompetenz zusammen als es beeinflusst, wie gut die Befragten Informationen finden (p = 0,042) und beurteilen (p = 0,009). Ältere Personen geben hier mehr Schwierigkeiten an (eTabelle3). Wenn mehrere chronische Erkrankungen vorliegen, ist dies lediglich bei der Anwendung negativ mit Gesundheitskompetenz verknüpft (B = −6,309, p < 0,001). Das trifft ebenfalls auf den Migrationshintergrund zu (B = −2,962, p = 0,039).

Determinanten von Gesundheitskompetenz insgesamt und nach Schritten der Informationsverarbeitung – Ergebnisse multivariater linearer Regressionen
eTabelle 3
Determinanten von Gesundheitskompetenz insgesamt und nach Schritten der Informationsverarbeitung – Ergebnisse multivariater linearer Regressionen

Diskussion

Mit dem HLS-GER 2 erfolgte – wie vielfach gefordert (10, 14) – eine erneute repräsentative Erhebung der Gesundheitskompetenz der Bevölkerung in Deutschland. Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Gesundheitskompetenz mit 58,8 % verglichen mit vorangehenden Untersuchungen verschlechtert hat (eTabelle 4). Zwar sind die früheren Studien nur bedingt vergleichbar, weil in ihnen mit teilweise unterschiedlicher Methodik und anderen Fragebogenversionen gearbeitet wurde. Dennoch lässt sich erkennen, dass im Verlauf der letzten sieben Jahre der Anteil der Bevölkerung mit geringer Gesundheitskompetenz tendenziell gestiegen ist. Die Förderung von Gesundheitskompetenz stellt daher nach wie vor eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe dar, bei der auch der Ärzteschaft eine bedeutende Rolle zukommt.

Populationsorientierte Studien zur Gesundheitskompetenz
eTabelle 4
Populationsorientierte Studien zur Gesundheitskompetenz

Sichtbar wurde überdies, dass es besondere Schwierigkeiten bereitet, Informationen zu beurteilen. Zwar fiel diese Dimension bereits in früheren nationalen (3, 5, 6, 7) und internationalen (4, 16, 17) Untersuchungen als schwierigster Schritt im Umgang mit Informationen auf, doch hat sich der Abstand zu den anderen Schritten (Finden, Verstehen und Anwenden) in der Zwischenzeit deutlich vergrößert. Auch aktuelle COVID-19-bezogene Studien zeigen, dass die Beurteilung von Informationen der schwierigste Schritt ist (11).

Diese Entwicklung dürfte vor allem auf die Expansion von gesundheitsrelevanten Informationen und besonders Fehlinformationen und interessengeleiteten Informationen zurückzuführen sein, die in einem solchem Maß und Tempo zugenommen haben, dass international bereits von „information obesity“ (18) gesprochen wird. Zudem sind Informationen vielfach auf reine Sachinformation beschränkt, sodass es den Rezipienten und Rezipientinnen überlassen ist, diese einzuschätzen und auf die persönliche Situation zu übertragen. Beides kann überfordern und verunsichern und behindert zudem die Anwendung von Informationen, die ebenfalls häufiger Schwierigkeiten bereitet als zuvor. Diese gestiegenen Anforderungen bei der Informationsverarbeitung sollten künftig bei der Förderung von Gesundheitskompetenz intensiver beachtet werden. Ziel sollte es sein, sicherzustellen, dass Informationen angemessen rezipiert und genutzt werden können und die Informationsvielfalt nicht unversehens in Informationsaversion umschlägt oder andere unerwünschte Wirkungen zeigt. Das kann zum Beispiel geschehen, indem die Qualität schriftlicher Informationen verbessert wird, aber auch dadurch, dass Ärztinnen und Ärzte mehr Zeit für Kommunikation und Informationsvermittlung aufbringen und Informationsinhalte ausführlich und handlungsrelevant erläutern. Dafür sollten entsprechende Rahmenbedingungen geschaffen werden.

Die vorliegende Analyse hat erneut die Bedeutung sozialer Determinanten für die Verarbeitung gesundheitsrelevanter Informationen unterstrichen: Geringer Sozialstatus, niedriger Bildungsstand, finanzielle Deprivation und auch geringe literale Fähigkeiten korrelieren mit geringer Gesundheitskompetenz. Allerdings ist zu beachten, dass die Methodik der vorliegenden Studie keine Schlüsse auf kausale Zusammenhänge zulässt (17, 19, 20). Die gestiegenen Anforderungen dabei, Informationen zu finden, zu verstehen, zu beurteilen und anzuwenden, können insbesondere von sozial benachteiligten Bevölkerungsgruppen nicht oder nur schwer bewältigt werden (3, 8, 21). Dies und generell die Beseitigung sozialer Ungleichheit bedürfen daher weiterhin großer Aufmerksamkeit – auch bei der Förderung von Gesundheitskompetenz. Das gilt auch für den ärztlichen Alltag, zumal Ärzte nach wie vor die wichtigste Informationsquelle darstellen (22, 23) und häufig auch dann zu Rate gezogen werden, wenn nicht eingeschätzt werden kann, wie qualitativ hochwertig und zuverlässig mediale und besonders digitale Informationen sind. Vertrauenswürdige, einfach verständliche Informationen mit möglichst wenigen Fachbegriffen, die Verwendung von Gesprächstechniken wie „Teach-Back“ (Kasten) und ausreichend Zeit für Kommunikation und Erklärungen sind dabei besonders wichtig.

„Teach-Back“-Methode
Kasten
„Teach-Back“-Methode

Die vorliegende Studie liefert zudem neue, detailliertere Erkenntnisse zur Bedeutung einzelner Determinanten für die Gesundheitskompetenz. Bislang galt etwa chronische Krankheit generell als Indikator für geringe Gesundheitskompetenz (4, 7, 24). Die neuen Daten zeigen nun, dass vor allem das Vorliegen mehrerer chronischer Erkrankungen mit einer geringen Gesundheitskompetenz einhergeht. Besonders wenn das Krankheitsgeschehen durch Multimorbidität zunehmend komplexer wird, nehmen auch die Schwierigkeiten zu, mit Gesundheitsinformationen umzugehen. Dies trifft speziell auf die Anwendung von Informationen zu. Auch daraus ergeben sich Folgen für den ärztlichen Alltag, denn es zeigt, wie wichtig es ist, die aus (Sach-)Information erwachsenen Handlungskonsequenzen ausführlich mit den Patienten zu erörtern. Für mehrfach chronisch Erkrankte ist dies besonders bedeutsam, zumal sie oft mit unterschiedlichen, sich teilweise widersprechenden Informationen konfrontiert sind, bei denen die Interaktion ihrer Krankheitsbilder oder -symptome nicht ausreichend beachtet wird, sodass die Anwendungsrelevanz schwer einzuschätzen ist.

Neue Erkenntnisse liefert die Studie auch hinsichtlich des Zusammenhangs zwischen Alter und Gesundheitskompetenz. In den bisherigen Studien wurde das höhere Lebensalter meist pauschal ab 65 Jahren betrachtet, was der Ausdifferenzierung der Lebensphase Alter nicht gerecht wird (25, 26). Die neuen Daten ermöglichen eine altersdifferenzierte Betrachtung und bestätigen die These, dass geringe Gesundheitskompetenz vornehmlich im Alter ab 76 Jahren eine Herausforderung darstellt. In dieser Altersphase steigt zugleich das Risiko für chronische Krankheiten und auch für Multimorbidität, sodass Gesundheitskompetenz besonders bedeutsam wird. Dies und speziell die in dieser Altersphase besonders ausgeprägten Schwierigkeiten, Informationen zu finden und zu beurteilen, sollten intensiver beachtet werden, wenn Gesundheitskompetenz gefördert wird. Das kann etwa durch zielgruppenspezifische Fördermaßnahmen und Hinweise darauf geschehen, wo seriöse Informationen zu finden und wie sie zu erkennen sind, zum Beispiel durch den Verweis auf www.gesundheitsinformation.de.

Doch auch Menschen jüngeren Alters sehen sich im Umgang mit Informationen vor größere Schwierigkeiten gestellt, was sich möglicherweise dadurch erklären lässt, dass sie altersbedingt relativ wenig mit Gesundheitsproblemen und entsprechender Information konfrontiert werden. Die Ergebnisse unterstreichen damit, wie wichtig altersgerecht zugeschnittene Information und Informationsstrategien sind.

Der Diskussion bedarf auch der Befund, dass ein Migrationshintergrund nicht generell mit geringer Gesundheitskompetenz zusammenhängt, wie frühere Untersuchungen angedeutet hatten (27, 28). Auch bei dieser Personengruppe ist eine differenziertere Betrachtung erforderlich. Denn die neuen Daten zeigen, dass insbesondere eigene Migrationserfahrungen und geringe Deutschkenntnisse die Gesundheitskompetenz beeinflussen (29).

Zusammenfassend wird deutlich, wie wichtig differenzierte, vertiefende Analysen der Gesundheitskompetenz und der einzelnen Schritte der Informationsverarbeitung sowie der assoziierten Faktoren sind. Dies wurde in bisherigen Studien zu wenig in den Blick genommen. Mit der vorliegenden Analyse wird ein Beitrag dazu geleistet, diese Forschungslücke zu schließen – ein Schritt, der nicht nur unter Erkenntnisgesichtspunkten, sondern auch für die Förderung von Gesundheitskompetenz im ärztlichen Alltag wertvoll ist.

Limitationen

Seit wenigen Jahren werden international wiederholte Messungen der Gesundheitskompetenz, die Trendaussagen ermöglichen, gefordert, sind aber bislang nur selten realisiert – Deutschland bildet hier mit dem HLS-GER 2 eine Ausnahme. Ähnliches gilt für die (Weiter-)Entwicklung von Messinstrumenten; auch sie wurde im Rahmen des HLS19 angegangen (8). Die Gesundheitskompetenz wurde allerdings vornehmlich anhand subjektiv eingeschätzter Schwierigkeiten, mit Gesundheitsinformationen umzugehen, erhoben. Das ist im europäischen und asiatischen Raum inzwischen weit verbreitet, hat aber begrenzte Aussagekraft. Das Selbsteinschätzungsinstrument wurde deshalb um den NVS-Test ergänzt, um literale Fähigkeiten zu ermitteln (15). Der Einsatz beider Instrumente ermöglicht es, einen umfassenden Blick auf die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung in Deutschland zu erhalten.

Als limitierend ist ebenfalls anzumerken, dass die Befragung auf Deutsch erfolgte, die Anzahl der einbezogenen Menschen mit Migrationshintergrund mit n = 397 (13,8 %) nicht besonders groß war und zusammengefasst in zwei Kategorien (Migrationshintergrund ja oder nein) berücksichtigt wurde. Dies erklärt möglicherweise, dass sich nahezu keine Unterschiede im Zusammenhang mit einem Migrationshintergrund zeigen. Daher sind gesonderte migrationsspezifische Studien notwendig (31).

Insgesamt erklären die einbezogenen Variablen etwa 6–13 % der Varianz. Bei der Beurteilung und Anwendung von Informationen tragen die berücksichtigten Variablen den geringsten Anteil zur Erklärung der Gesundheitskompetenz bei, der Determinationskoeffizient R² ist hier am niedrigsten. Es konnten also nur kleine Effekte ermittelt werden. Das kann ein Hinweis darauf sein, dass wichtige Determinanten für Gesundheitskompetenz wie beispielsweise gesellschaftliche Rahmenbedingungen, die das Informationsangebot bestimmen, oder soziale und weitere persönliche Merkmale (zum Beispiel soziale Unterstützung) in diesem Beitrag noch nicht analysiert werden konnten. Die Ergebnisse weiterer Datenauswertungen, die im Rahmen der hier vorgestellten Studie geplant sind, bleiben daher abzuwarten.

Schlussfolgerungen

Die Ergebnisse der vorliegenden Studie unterstreichen gleichwohl den bei der Förderung von Gesundheitskompetenz existierenden Handlungsbedarf, der sowohl auf gesellschaftlich-politischer Ebene wie auch im Gesundheitssystem besteht. Denn längst stellt Gesundheitskompetenz eine Schlüsselkompetenz (32) dar, die als unerlässlich angesehen wird, um eine Krankheit zu bewältigen, Gesundheit wiederzuerlangen und zu erhalten, aber auch um mit der „Infodemie“ umzugehen, wie im Nationalen Aktionsplan Gesundheitskompetenz (33) und zahlreichen Dokumenten der Weltgesundheitsorganisation betont wird (12, 13). Obschon hier eine gesellschaftliche Aufgabe ansteht, in die Akteurinnen und Akteure aus allen Gesellschaftsbereichen einbezogen werden sollten, kommt den Gesundheitsberufen und speziell der Ärzteschaft dabei eine besonders hohe Bedeutung zu. Ärzte sind nach wie vor die zentrale Anlaufstelle der Bevölkerung, wenn es um Gesundheits(informations)fragen geht (22, 23). Umso wichtiger ist es, dass sie sich dieser Aufgabe verstärkt widmen und damit dazu beitragen, die Gesundheitskompetenz in Deutschland zu steigern. Denn wenn die Gesundheitsberufe und -institutionen sich hier nicht intensiver engagieren, dann: „[...] antwortet der Markt als Ratgeber“ (34) und wächst das Risiko, dass sich Falsch- und Fehlinformationen ausbreiten.

Interessenkonflikt
Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Manuskriptdaten
eingereicht: 17. 5. 2021, revidierte Fassung angenommen: 2. 8. 2021

Anschrift für die Verfasser
Prof. Dr. phil. Doris Schaeffer
Universität Bielefeld
Interdisziplinäres Zentrum für Gesundheitskompetenzforschung
Universitätsstraße 25
33615 Bielefeld
doris.schaeffer@uni-bielefeld.de

Zitierweise
Schaeffer D, Berens EM, Vogt D, Gille S, Griese L, Klinger J, Hurrelmann K: Health literacy in Germany—findings of a representative follow-up survey. Dtsch Arztebl Int 2021; 118: 723–9. DOI: 10.3238/arztebl.m2021.0310

►Die englische Version des Artikels ist online abrufbar unter:
www.aerzteblatt-international.de

Zusatzmaterial
eMethodenteil, eTabellen:
www.aerzteblatt.de/m2021.0310 oder über QR-Code

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„Teach-Back“-Methode
Kasten
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Stichprobenbeschreibung des HLS-GER 2
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Deskriptive Statistik der Gesundheitskompetenz allgemein und nach Schritten der Informationsverarbeitung
Tabelle 2
Deskriptive Statistik der Gesundheitskompetenz allgemein und nach Schritten der Informationsverarbeitung
Spearman-Korrelation zwischen Gesundheitskompetenz-Indizes und Kovariablen
Tabelle 3
Spearman-Korrelation zwischen Gesundheitskompetenz-Indizes und Kovariablen
Deskriptive Statistik der Gesundheitskompetenz (Score) insgesamt und bei Schritten der Informationsverarbeitung stratifiziert nach Altersgruppen
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Deskriptive Statistik der Gesundheitskompetenz (Score) insgesamt und bei Schritten der Informationsverarbeitung stratifiziert nach Altersgruppen
Deskriptive Statistik der Gesundheitskompetenz (Score) insgesamt und bei Schritten der Informationsverarbeitung stratifiziert nach dem Vorliegen chronischer Krankheiten
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Deskriptive Statistik der Gesundheitskompetenz (Score) insgesamt und bei Schritten der Informationsverarbeitung stratifiziert nach dem Vorliegen chronischer Krankheiten
Determinanten von Gesundheitskompetenz insgesamt und nach Schritten der Informationsverarbeitung – Ergebnisse multivariater linearer Regressionen
eTabelle 3
Determinanten von Gesundheitskompetenz insgesamt und nach Schritten der Informationsverarbeitung – Ergebnisse multivariater linearer Regressionen
Populationsorientierte Studien zur Gesundheitskompetenz
eTabelle 4
Populationsorientierte Studien zur Gesundheitskompetenz
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