ArchivDeutsches Ärzteblatt47/2021Bösartige Veränderung am Gaumen
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Ein 35-jähriger Mann stellte sich mit einer Schleimhautveränderung am Gaumen vor. Der Tumor sei innerhalb der letzten zwölf Monate entstanden und habe nie Beschwerden gemacht. Im Bereich des vorderen Gaumens befand sich ein 2,3 × 1,6 cm messender derber Nodus. Zusätzlich fanden sich unregelmäßig hyperpigmentierte Makulae in der unmittelbaren Nachbarschaft zum Tumor (Abbildung). Die Exzisionsbiopsie entlarvte ein Schleimhautmelanom, Tumordicke nach Breslow 5 mm. Das präoperativ durchgeführte Staging blieb ohne Hinweis auf Fernmetastasen. Es erfolgte die Komplettexzision des Melanoms durch partielle Maxillektomie mit anschließender Oberkieferrekonstruktion. Zwölf Monate nach erfolgreich durchgeführter Tumorentfernung bildeten sich pulmonal, subkutan und im Pankreas multiple Melanommetastasen. Die eingeleiteten Systemtherapien mit den Immuncheckpoint-Inhibitoren Ipilimumab plus Nivolumab blieben ohne Erfolg. Maligne Melanome des Gaumens sind extrem selten, zeigen häufig einen aggressiveren Verlauf als kutane Melanome und gehen mit einer schlechten Prognose einher. Der Patient verstarb 29 Monate nach Diagnosestellung an den Folgen des Schleimhautmelanoms.

Dr. med. Enrico Streit, Prof. Dr. med. Jessica C. Hassel,Uniklinik Heidelberg, Dermatologie, enrico.streit@med.uni-heidelberg.de

Interessenkonflikt: Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Zitierweise: Streit E, Hassel J: Malignant changes in the hard palate. Dtsch Arztebl Int 2021; 118. DOI: 10.3238/arztebl.m2021.0083 (online first).

Dieser Beitrag erschien online am 5.11.2021 (online first) unter www.aerzteblatt.de

►Vergrößerte Abbildung und englische Übersetzung unter: www.aerzteblatt.de

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