ArchivDeutsches Ärzteblatt45/2021Suzan Al-Gburi: Geschlechtsspezifischen Unterschieden auf der Spur

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Suzan Al-Gburi: Geschlechtsspezifischen Unterschieden auf der Spur

Richter-Kuhlmann, Eva

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Suzan Al-Gburi, Foto: Birte Zellentin
Suzan Al-Gburi, Foto: Birte Zellentin

Gendermedizinische Forschung gewinnt zunehmend an Aufmerksamkeit: Dr. med. Suzan Al-Gburi von der medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus der Technischen Universität Dresden wurde Ende Oktober mit dem Wissenschaftspreis 2021 des Deutschen Ärztinnenbundes e. V. (DÄB) ausgezeichnet. Die Dermatologin in Weiterbildung wies in ihrer Arbeit zu geschlechtsspezifischen Unterschieden bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen nach, dass jüngere weibliche Ratten besser gegen Veränderungen des Herz-Kreislauf-Systems geschützt sind als männliche. Entscheidend dafür ist das verstärkte Vorhandensein von Angiotensin-II-Typ-2-Rezeptoren und endothelialen β3-adrenergen Rezeptoren.

Die 28-Jährige hofft, dass der Unterschied zwischen den Geschlechtern künftig mehr berücksichtigt wird. „In der Vergangenheit spielte er kaum eine Rolle. Das sieht man schon bei der Zulassung von Medikamenten. Bei acht von zehn Mitteln, die wieder vom Markt genommen werden mussten, waren Frauen deutlich stärker von den Nebenwirkungen betroffen“, so die Forscherin.

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Al-Gburi stammt aus dem Irak, wo sie einer türkischen Minderheit angehörte. Als Zehnjährige kam sie nach Deutschland, konkret nach Hoyerswerda, und studierte in Dresden Medizin. Im Rahmen des Else-Kröner-Forschungskollegs beschäftigt sie sich derzeit mit der Frage, welche Funktion das Endothel bei Autoimmunkrankheiten erfüllt und warum Frauen häufiger betroffen sind. Dr. med. Eva Richter-Kuhlmann

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