ArchivDeutsches Ärzteblatt47/2021Kurzzeitige Hypokalzämie-Prophylaxe mit Calcitriol vor Thyreoidektomie
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Hintergrund: Die totale Thyreoidektomie ist das häufigste Operationsverfahren bei Schilddrüsenerkrankungen und die postoperative Hypokalzämie ist die häufigste Komplikation. Sie verlängert den Krankenhausaufenthalt und beeinträchtigt die Lebensqualität. Ein niedriger Vitamin-D-Spiegel ist ein anerkannter Risikofaktor, aber der Nutzen einer präoperativen Vitamin-D-Gabe zur Vorbeugung einer postoperativen Hypokalzämie ist unklar. Diese Studie untersuchte deshalb den Effekt einer präoperativen Vitamin-D-Gabe vor einer totalen Thyreoidektomie.

Methode: In der multizentrischen, randomisierten, minimal interventionellen Studie (Registrierungsnummer: DRKS 00005615) erhielten Patientinnen und Patienten, bei denen eine totale Thyreoidektomie geplant war, in der Interventionsgruppe drei Tage vor der Operation 2 x 0,5 μg Calcitriol per os bis zum Tag unmittelbar vor der Operation (und in der Kontrollgruppe kein Placebo). Primärer Endpunkt war die Anzahl der Patienten ohne Hypokalzämie (Serumkalziumkonzentration < 2,1 mmol/L) im postoperativen Verlauf.

Ergebnisse: In der Zeit vom 23. 7. 2014 bis 20. 3. 2017 wurden an sechs Kliniken 287 Patienten rekrutiert; 246 wurden in die Endanalyse einbezogen. Die Rate der postoperativen Hypokalzämien unterschied sich zwischen den Gruppen nicht signifikant mit 29,2 % in der Interventions- gegenüber 33,6 % in der Kontrollgruppe (p = 0,546; Power = 8,8 %). In der Interventionsgruppe war die Dauer der postoperativen Hypokalzämie mit im Median 3,5 gegenüber 7 Tagen kürzer (p = 0,016; Power 68 %). Die Hypokalzämieraten der jeweiligen Studienorte variierten stark von 13,9–71,4 %.

Schlussfolgerung: Die kurzzeitige Verabreichung von Calcitriol vor einer Thyreoidektomie beeinflusst die Hypokalzämierate nicht, verkürzt aber die Dauer der Hypokalzämie. Die Rate postoperativer Hypokalzämien variiert stark zwischen den einzelnen Kliniken, wahrscheinlich aufgrund unterschiedlicher Operationstechniken.

LNSLNS

Operationen an der Schilddrüse gehören zu den häufigen viszeralchirurgischen Eingriffen in Deutschland: 2017 wurden etwa 70 000 Operationen an der Schilddrüse erfasst (1). Der Anteil der kompletten Entfernungen der Schilddrüse macht mehr als die Hälfte aller Eingriffe aus (1). Die aktuelle S2-Leitlinie empfiehlt die totale Thyreoidektomie insbesondere bei der multinodösen Knotenstruma und der Autoimmunthyreopathie vom Typ Basedow (2).

Bei etwa jedem Dritten tritt nach einer totalen Thyreoidektomie eine postoperative Hypokalzämie auf. Damit ist die postoperative Hypokalzämie mit weitem Abstand die häufigste Komplikation der Schilddrüsenchirurgie. Dies erklärt sich durch die anatomische Nähe der Nebenschilddrüsen zur Schilddrüse, wegen der sie besonders gefährdet sind, akzidentell entfernt oder in ihrer Durchblutung beeinträchtig zu werden. Eine einheitliche Definition des postoperativen Hypoparathyreoidismus gibt es nicht. Je nachdem, welche Kriterien verwendet werden, werden Ereignisraten von 0 % bis 46 % berichtet (3). Die Hypokalzämie äußert sich klinisch in Symptomen, die von Kribbelparästhesien der Hände und der Akren bis hin zu karpopedalen Krämpfen reichen. Bei schweren Hypokalzämien treten Herzrhythmusstörungen, Tetanien, Laryngo- und Bronchospasmen auf (4). Zwar sind die Veränderungen meist transient und erholen sich in Wochen bis wenigen Monaten. Aber bei 0,8 %–4,4 % der Betroffenen bleiben permanente Auswirkungen des postoperativen Hypoparathyreoidismus in unterschiedlicher Ausprägung bestehen (3). Bei den ausgeprägten Formen werden unter anderem Verkalkungen der Basalganglien, Nephrokalzinose, Katarakte und psychische Veränderungen gesehen, welche Lebensqualität und Lebenszeit reduzieren (5).

Stets erfordert der postoperative Hypoparathyreoidismus zusätzliche Untersuchungen sowie eine zusätzliche Medikation, sodass neben den somatischen Effekten auch immer eine Ressourcenbelastung für das Gesundheitssystem entsteht (6). Deshalb ist es wichtig, nach Möglichkeiten zu suchen, wie diese häufige Komplikation vermieden werden kann.

In der Akuttherapie der postoperativen Hypokalzämie ist aktiviertes Vitamin D – in Form von Calcitriol – fest etabliert (2, 7). Weil sich die Wahrscheinlichkeit einer postoperativen Hypokalzämie unter anderem durch einen Mangel an Vitamin D erhöht, wurde bereits in der Vergangenheit eine präoperative Vitamin-D-Prophylaxe vorgeschlagen (8, 9). Wir stellen hier die Ergebnisse einer multizentrischen, prospektiven, randomisierten, minimal interventionellen Studie vor, die diesem Vorschlag nachging und prüfte, ob durch eine kurzfristige präoperative Gabe von aktiviertem Vitamin D die Ereignisrate und die Dauer der postoperativen Hypokalzämie bei der totalen Thyreoidektomie beeinflusst werden können.

Methoden

Es wurde eine multizentrische minimal interventionelle randomisierte kontrollierte Studie (englisch: „randomized controlled trial“; RCT) durchgeführt. In der Interventionsgruppe erhielten die Probandinnen und Probanden an drei Tagen präoperativ zweimal täglich 0,5 µg Calcitriol oral, während Patientinnen und Patienten der Kontrollgruppe präoperativ kein Vitamin D und kein Placebo verabreicht wurde. Die sonstige Therapie, insbesondere die einer postoperativen Hypokalzämie, richtete sich nach dem jeweiligen Klinikstandard. Die Studie wurde prospektiv registriert (DRKS 00005615) und das Studienprotokoll veröffentlicht (10). Eingeschlossen wurden Patienten, die sich einer elektiven totalen Thyreoidektomie als Ersteingriff wegen einer präoperativ als gutartig eingeschätzten Erkrankung der Schilddrüse unterziehen mussten. Primärer Endpunkt der Studie war die Rate der postoperativen Hypokalzämie, die definiert war als Serumkalziumkonzentration < 2,1 mmol/L. Sekundäre Endpunkte waren die Hypokalzämierate nach Definition der jeweiligen Studienzentren; die Dauer bis zum Wiedererlangen der biochemischen Normokalzämie; die Dauer des stationären Aufenthaltes und die postoperative Lebensqualität. Es erfolgte eine „intention-to-treat“-Auswertung. Der Vergleich der Hypokalzämieraten beider Studiengruppen wurde mittels Chi2-Test untersucht. Ergänzend wurden logistische Regressionsmodelle erstellt. Weiterführende Informationen können dem eMethodenteil entnommen werden.

Ergebnisse

In der Zeit vom 23. 07 .2014 bis 20. 03. 2017 wurden an sechs Standorten 287 Patienten gescreent und 272 Patienten rekrutiert, die die Einschlusskriterien erfüllt haben. Von diesen wurden 143 der Gruppe mit präoperativem Vitamin D und 129 der Kontrollgruppe randomisiert zugeteilt. In beiden Gruppen wurden jeweils 13 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den in der CONSORT-Grafik angezeigten Gründen von der abschließenden Auswertung ausgeschlossen (Grafik 1). Die nach Zentren stratifizierte Randomisierung zeigte eine gleichmäßige Verteilung (p = 0,887; Mantel-Haenszel-Test). Die Datensätze der 246 Patienten waren bis zum Zeitpunkt der Entlassung vollständig und konnten in die modifizierte „intention-to-treat“-Auswertung eingeschlossen werden (130 aus der Interventionsgruppe und 116 aus der Kontrollgruppe). Beim 30-Tage-Follow-up wurden vollständige Datensätze von 96 Patienten (64,6 %) der Interventionsgruppe und 78 (51,3 %) der Kontrollgruppe erhalten.

CONSORT-Grafik der HypoCalVID-Studie
Grafik 1
CONSORT-Grafik der HypoCalVID-Studie

Alle Patienten erhielten eine konventionelle Thyreoidektomie als Ersteingriff an der Schilddrüse, wobei die zur Operation führende Indikation entweder eine Knotenstruma (n = 210, 85 %) oder ein Morbus Basedow (n = 36, 15 %) war. Bei 17 Patienten wurde in der histologischen Aufarbeitung des Operationspräparates ein Schilddrüsenkarzinom beschrieben, welches keine Reoperation erforderte. Bei jeweils drei Patienten aus der Interventions- und Kontrollgruppe wurde ein Schilddrüsenkarzinom nachgewiesen, welches aufgrund des Tumorstadiums eine Operationsausweitung und damit den Ausschluss aus der Auswertung erforderte (globale Inzidenz des Schilddrüsenkarzinoms: 10,9 %).

Das Durchschnittsalter aller Patienten lag bei 48,7 Jahren (95-%-Konfidenzintervall: [50,2; 47,3]). Es wurden 61 Männer (24,8 %) und 185 Frauen (75,2 %) operiert. Die Verteilung der demografischen und klinischen Charakteristika der Patienten (unter anderem Alter, Geschlecht und Operationsindikation) waren in beiden Gruppen ausgeglichen (eTabelle 1).

Gruppenmerkmale der Patientinnen und Patienten mit einer postoperativen Hypokalzämie und derer ohne eine postoperative Störung des Kalziumstoffwechsels
Tabelle 1
Gruppenmerkmale der Patientinnen und Patienten mit einer postoperativen Hypokalzämie und derer ohne eine postoperative Störung des Kalziumstoffwechsels
In den hier stellvertretend für die demografischen und klinischen Daten aufgezeigten Parametern ergaben sich zwischen Interventions- und Kontrollgruppe keine bedeutsamen Unterschiede.
eTabelle 1
In den hier stellvertretend für die demografischen und klinischen Daten aufgezeigten Parametern ergaben sich zwischen Interventions- und Kontrollgruppe keine bedeutsamen Unterschiede.

In der allgemeinen Betrachtung der Nebenwirkungen der Operationen erforderte bei im Mittel 2,4 % der Patienten (die jeweiligen Raten der Kliniken lagen zwischen 0 und 4,8 %) der Verdacht einer postoperativen Nachblutung eine Revision; bei 4,5 % der Patienten (Raten von 0 bis 10 %) lag zum Zeitpunkt der Entlassung eine einseitige Fehlfunktion der Stimmbänder (Minderbeweglichkeit oder Unbeweglichkeit) vor und bei im Mittel 31,3 % aller Patienten wurde eine postoperative Hypokalzämie gemäß Studiendefinition registriert. Letztere trat häufiger bei Frauen auf (37,8 %, Männer 11,5 %, Chi2-Test; p < 0,001). Der Abfall des Kalziums lag bei den Frauen im Median bei 0,290 mmol/L (95-%-Konfidenzintervall: [0,311; 0,269]) und bei den Männern bei 0,135 mmol/L (95-%-Konfidenzintervall: [0,153; 0,116], Wilcoxon-Mann-Whitney[WMW]-U-Test; p < 0,001). Patienten mit einer Hypokalzämie waren im Durchschnitt 44,7 Jahre alt (46,0; 43,4) und signifikant jünger als Patienten mit einer Normokalzämie (50,5 Jahre [51,9; 49,0], Zweistichproben T-Test, p < 0,001). Alle anderen Parameter wie zum Beispiel Diagnose, Operationsindikation, Operationszeit, das Vorliegen einer präoperativen Hyperthyreose oder der präoperative Vitamin-D-Spiegel (n = 95 Patienten) unterschieden sich nicht zwischen den Patienten mit und ohne postoperative Hypokalzämie (Tabelle 1).

In den jeweiligen Zentren betrugen die Raten der postoperativen Hypokalzämie mindestens 13,9 % und höchstens 71,4 % (p < 0,001; Mantel-Haenszel-Zimmermann-Test). Diese Unterschiede blieben auch bestehen, wenn eine Hypokalzämie mit anderen Werten für die Serumkalziumkonzentration definiert wurde (zum Beispiel < 2,0 mmol/L: Hypokalzämie im Mittel 19,5 %, Bereich: 5,6–71,4 %) oder andere diskriminatorische Variablen wie zum Beispiel die Notwendigkeit einer Kalziumsubstitution bei symptomatischen Patienten (im Mittel 25,2 %, Bereich: 17,6–57,1 %) oder niedrige Werte für das Parathormon am ersten postoperativen Tag (im Mittel 16,7 %, Bereich: 11,9–56 %) untersucht wurden (Grafik 2).

Unterschiede in den Raten der postoperativen Hypokalzämie in den Zentren
Grafik 2
Unterschiede in den Raten der postoperativen Hypokalzämie in den Zentren

Der primäre Endpunkt „postoperative Hypokalzämie“ war als Abfall der Serumkalziumkonzentration unter 2,1 mmol/L definiert. Nach dieser Definition waren in der Interventionsgruppe global 29,2 % (38 von 130) der Patienten hypokalzäm und in der Kontrollgruppe 33,6 % (39 von 116) der Patienten. Wurde die Definition einer Hypokalzämie auf eine Serumkalziumkonzentration < 2,0 mmol/L gesetzt, wurde dieses Kriterium bei 16,9 % der Patienten in der Interventionsgruppe und bei 22,4 % der Patienten in der Kontrollgruppe erreicht. Für keinen der Werte waren die Unterschiede signifikant (Chi2-Test; p = 0,546 für eine Kalziumkonzentration < 2,1 mmol/L; p = 0,356 für eine Kalziumkonzentration < 2,0 mmol/L). Auch in der für einzelne Kliniken stratifizierten Betrachtung konnte zwar ein Trend, aber kein signifikanter Einfluss der präoperativen Kurzzeitintervention mit Vitamin D auf die postoperative Eintrittsrate einer Hypokalzämie gefunden werden (eGrafik). Als ein Teil der geplanten Interimsanalyse wurden vor dem Hintergrund der unerwartet heterogenen Verteilung des primären Endpunkts erneute Fallzahlberechnungen durchgeführt. Diese deuteten an, dass angesichts der Heterogenität der postoperativen Hypokalzämieraten zwischen den Zentren ein klinisch bedeutsames Signifikanzniveau auch bei einer Ausweitung der Untersuchungszahlen nicht erreicht werden würde. Insofern war diese Analyse die Endauswertung und die Studie wurde beendet.

Darstellung der prozentualen Verteilung der Hypokalzämieraten in den jeweiligen Zentren und als aggregierte Gruppe
eGrafik
Darstellung der prozentualen Verteilung der Hypokalzämieraten in den jeweiligen Zentren und als aggregierte Gruppe

Die logistische Regressionsanalyse ergab, dass zwischen den beiden Prädiktoren Therapie und Zentrum weder eine Kolinearität noch eine Wechselwirkung vorlag. Als einziger auffälliger Faktor im multivariaten Modell blieb das Zentrum. Demnach hatten Patienten in den Zentren 1–5 ein 4,7-fach höheres Risiko für eine postoperative Hypokalzämie innerhalb von 48 h im Vergleich zu den Patienten in Zentrum 6 (Tabelle 2).

Logistische Regressionsanalyse zu Prädiktoren für eine postoperative Hypokalzämie innerhalb von 48 h (n = 246)
Tabelle 2
Logistische Regressionsanalyse zu Prädiktoren für eine postoperative Hypokalzämie innerhalb von 48 h (n = 246)

Das Auftreten einer postoperativen Hypokalzämie beeinflusste weder die Ergebnisse der postoperativen „Short Form“ (SF)-36-Summenskalen (WMW-U-Test Psychische Summenskala (PSK): p = 0,479; Körperliche Summenskala (KSK): p = 0,813) noch die Scorewerte für die krankheitsspezifische Belastung (p = 0,599; WMW-U-Test). Ausführlicher werden diese Daten im eErgebnisteil und in der eTabelle 2 dargestellt.

Daten des SF-36-Fragebogens zur perioperativen Lebensqualität
eTabelle 2
Daten des SF-36-Fragebogens zur perioperativen Lebensqualität

Die biochemischen Anzeichen der postoperativen Hypokalzämie erholten sich schneller bei den Teilnehmern, welche das aktivierte Vitamin D in der Interventionsgruppe erhalten hatten. Im Median hatten Patienten der Interventionsgruppe für 3,5 Tage eine niedrige Serumkalziumkonzentration (95-%-Konfidenzintervall [3,7; 3,26], Bereich: 1–21 Tage). Patienten der Kontrollgruppe hatten doppelt so lange eine biochemische Hypokalzämie: im Median 7 Tage (95-%-KI: [7,18; 6,77], Bereich: 1–35 Tage; WMW-U-Test; p = 0,016). Die Dauer des Aufenthalts im Krankenhaus betrug im Durchschnitt aller Operierten 2,52 Tage (95-%-KI: [2,65; 2,4]). Patienten mit einer postoperativen Hypokalzämie blieben im Mittel 2,84 (95-%-KI: [3,07; 2,61]) Tage im Krankenhaus, das heißt nahezu jeder zweite Patient mit einer Hypokalzämie blieb einen Tag länger im Krankenhaus als Patienten ohne Hypokalzämie. Die Dauer der Arbeitsunfähigkeit wurde nicht beeinflusst, denn die Wiederaufnahme der beruflichen Tätigkeit erfolgte in beiden Gruppen nach durchschnittlich 19,8 (95-%-KI: [21,7; 17,9]) Tagen.

Eine stabile Normokalzämie ist eine Voraussetzung für die sichere Entlassung aus der stationären Behandlung. Es wurden deshalb die Raten der Patienten mit einer Serumkalziumkonzentration von ≥ 2,1 mmol/L an allen postoperativen Tagen untersucht und die jeweilige „number needed to treat“ (NNT) errechnet. Die am dritten postoperativen Tag erreichte Rate betrug in der Interventionsgruppe 89 % aller Patienten; in der Kontrollgruppe waren es 81 % (globale NNT: 12,5). Wurden diese Berechnungen auf Basis der Raten normokalzämer Patienten für die einzelnen Zentren durchgeführt, so ergaben sich NNTs zwischen 3 und 16 Patienten. Zentren mit einer höheren Hypokalzämierate können diese bereits mit der kurzen präoperativen Verabreichung von Vitamin D an nur wenige Patienten senken (Tabelle 3).

„Number needed to treat“ (NNT) um bei Patientinnen und Patienten mit einer postoperativen Hypokalzämie eine normale Serumkalziumkonzentration am Entlassungstag zu erreichen
Tabelle 3
„Number needed to treat“ (NNT) um bei Patientinnen und Patienten mit einer postoperativen Hypokalzämie eine normale Serumkalziumkonzentration am Entlassungstag zu erreichen

Diskussion

Auch wenn die Eingriffszahlen in der Schilddrüsenchirurgie konstant abnehmen, bleibt die totale Thyreoidektomie eine häufige Operation. Spezialisierung und technischer Fortschritt haben die Länge der Hautinzision, das Risiko für Nachblutungen und vor allem die Rate der permanenten Beweglichkeitsstörungen der Stimmbänder verringert. Dies zeigen auch die prospektiv in dieser Studie erfassten Daten nach einer Thyreoidektomie. Die hier gefundenen Raten der Funktionsstörungen der Stimmbänder sowie von Nachblutungen sind Ergebnisse aus dem Klinikalltag von Zentren für Schilddrüsenchirurgie, die durch die Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAVC), Chirurgische Arbeitsgruppe Endokrinologie (CAEK) zertifiziert wurden, und decken sich mit vergleichbaren Studien aus erfahrenen Zentren (15, 16).

Wie aus der Literatur bekannt war die postoperative Hypokalzämie die häufigste Nebenwirkung der totalen Thyreoidektomie. Während eine Rate von durchschnittlich 31,3 % zunächst innerhalb der Norm liegt, ist eine Streuung der Hypokalzämieraten zwischen etablierten Zentren für endokrine Chirurgie in dieser Ausprägung noch nicht berichtet worden. Allerdings wurden bislang ausschließlich monozentrische Interventionsstudien oder gepoolte Daten publiziert (3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 16, 17, 18, 19, 20, 21, 22, 23). Insofern stellt diese prospektive Studie zum ersten Mal den direkten Vergleich zwischen zertifizierten Kliniken mit einem Schwerpunkt für endokrine Chirurgie bezüglich dieses Endpunkts dar. Es ist plausibel, anzunehmen, dass vor allem die operationstechnischen Details zum Schutz der Nebenschilddrüsen beeinflussen, ob eine postoperative Hypokalzämie im jeweiligen Zentrum auftritt. Dafür spricht, dass das Zentrum auch unabhängig von der Definition für Hypokalzämie ein Prädiktor für den Outcome war.

Bezogen auf die Häufigkeit einer postoperativen Hypokalzämie konnte die vorliegende Studie keinen protektiven Effekt einer präoperativen Prophylaxe mit aktiviertem Vitamin D belegen. Numerisch zeigten sich zwar Unterschiede zwischen der Interventions- und der Kontrollgruppe, diese waren jedoch nicht statistisch signifikant. Da die Wirkung von Calcitriol bereits nach 1–2 Tagen eintritt, hätten kurze präoperative Intervalle als Prophylaxe ausreichend sein müssen (4).

Es liegen nur wenige vergleichbare Studien zum Nutzen von präoperativem Calcitriol vor. Sofern Calcitriol vor einer Operation in einer Interventionsgruppe, aber nach der Operation bei allen Patienten als postoperativer Standard gegeben wurde, fand sich – bei in beiden Gruppen niedrigen Ereignisraten – stets kein relevanter Unterschied im postoperativen Kalziumkonzentrationsverlauf oder in den Raten symptomatischer Patienten (19, 20). Zwei weitere, monozentrische Studien sind eher vergleichbar mit der hier vorgestellten Studie, weil in den Kontrollgruppen Calcitriol erst beim biochemischen oder klinischen Hinweis auf eine Hypokalzämie verabreicht wurde, während die Patienten in den Interventionsgruppen – anders als in der vorliegenden Untersuchung – auch postoperativ weiterhin Calcitriol einnahmen. In diesen beiden RCTs wurden bei den über 5 beziehungsweise 7 Tage mit Calcitriol Vorbehandelten weniger symptomatische Hypokalzämien beobachtet. Die absolute Risikoreduktion lag bei 0,3 beziehungsweise 0,4 (21, 22).

Dieser Effekt konnte in der vorliegenden Studie mit multizentrischem Design nicht erzielt werden. Allerdings verkürzte präoperatives Calcitriol die Dauer der postoperativen Hypokalzämie. Die Dauer der Kalziumrekonvaleszenz in Bezug auf die Gabe von Calcitriol war in keiner der zuvor genannten Studien untersucht worden. Die vorliegende Untersuchung zeigt auf, dass am dritten postoperativen Tag signifikant mehr Patienten wieder normale Kalziumwerte durch die Intervention hatten. Je höher die Raten der postoperativen Hypokalzämien in einem Zentrum waren, umso eher bewirkte Calcitriol einen klinisch bedeutsamen Unterschied. Die Anzahl der Patienten, ab der eine Vorbehandlung mit Vitamin-D einen klinisch bedeutsamen Unterschied hervorrief (NNT), betrug im Spektrum der in dieser Studie gefundenen Ereignisraten mindestens 3 und höchstens 16.

Eine Limitation dieser Studie ist das multizentrische, minimal interventionelle Design, das eine Verblindung, Placebokontrolle oder strenge Standardisierung hinsichtlich potenzieller Kofaktoren, die eine Hypokalzämie begünstigen, und der Details der operativen Technik nicht erlaubte. Gleichzeitig konnte nur so die hier dargestellte breite Streuung der Ereignisraten in den Zentren als Daten aus der realen Welt abgebildet werden. Möglicherweise wäre auch eine systematische Erfassung der präoperativen Vitamin-D-Spiegel nützlich gewesen. Das lässt die Subgruppenanalyse der Patienten vermuten, für die präoperative Vitamin-D-Werte vorlagen. Von den 27 Patienten mit sehr niedrigen Werten (i. e. ≤ 25 nmol/L) waren 11 in der Kontrollgruppe und 6 hatten eine Hypokalzämie. In der Interventionsgruppe befanden sich 16 Patienten mit nur einem, der eine Hypokalzämie entwickelte. Wie an anderer Stelle schon vorgeschlagen, könnten in nachfolgenden Untersuchungen deshalb perioperative Interventionen bei Patienten mit einem dokumentierten Vitamin-D-Defizit betrachtet werden (8, 23). Überdies unterstützen die Ergebnisse der vorliegenden RCT die Spekulation, dass vor allem eine vor der Operation begonnene und nachher fortgesetzte Einnahme von Calcitriol die Ereignisraten einer symptomatischen Hypokalzämie reduzieren könnte (23).

Resümee

Unabhängig vom Vitamin-D-Spiegel reduziert eine Kurzzeitprophylaxe mit aktiviertem Vitamin D, die für drei Tage durchgeführt wird, nicht die Rate an postoperativen Hypokalzämien. Jedoch senkt sie die Zeit bis zur Wiedererlangung normaler Kalziumwerte signifikant.

Dies kann in Kliniken, welche häufig postoperative Hypokalzämien beobachten, ein einfaches und schnelles Mittel sein, um den Behandlungsstandard zu verbessern, denn es ermöglicht im Schnitt eine frühere Entlassung.

Studiensponsor

Klinikum Offenbach GmbH

Erklärung zum Datasharing

Das Studienprotokoll ist publiziert (10). Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, deren Projektvorschlag ein eigens zu diesem Zweck bestimmtes Komitee bewilligt hat, werden anonymisierte Patientendaten, die den Ergebnissen des vorliegenden Artikels zugrunde liegen, zur Verfügung gestellt. Projektvorschläge können bis 36 Monate nach der Publikation des Artikels über den Kontakt zum Seniorautor eingereicht werden.

Danksagung

Wir danken herzlich allen Patientinnen und Patienten, die an dieser Studie teilgenommen haben. Zudem möchten wir uns bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der teilnehmenden Kliniken sehr bedanken, die den Aufwand dieser Studie zusätzlich zu ihrer täglichen Arbeit mitgetragen haben.

Registrierung

Studienregistrierungsnummer: DRKS 00005615.

Interessenkonflikt

Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Manuskriptdaten
eingereicht: 11. 04. 2020, revidierte Fassung angenommen: 30. 09. 2021

Anschrift für die Verfasser
Prof. Dr. med. Dr. med. habil. Andreas Zielke MBA

Endokrines Zentrum Stuttgart

Abteilung für Endokrine Chirurgie

Diakonie-Klinikum Stuttgart

Rosenbergstraße 38, 70176 Stuttgart

ezs@diak-stuttgart.de

Zitierweise
Sonnenberg S, Scheunchen M, Smaxwil CA, Weih H, Vorlaender C, Langer P, Ostermann A, Holzer K, Zielke A: Short-term hypocalcemia prophylaxis with calcitriol before thyroidectomy—a multicenter randomized trial. Dtsch Arztebl Int 2021; 118: 799–805. DOI: 10.3238/arztebl.m2021.0351

►Die englische Version des Artikels ist online abrufbar unter:
www.aerzteblatt-international.de

Zusatzmaterial
eMethodenteil, eErgebnisteil, eGrafik, eTabellen:
www.aerzteblatt.de/m2021.0351 oder über QR-Code

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* Die Autorinnen teilen sich die Erstautorenschaft
Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie, Klinikum Hanau GmbH: Dr. med. Stephanie Sonnenberg, Prof. Dr. med. Peter Langer
Endokrines Zentrum, Diakonie-Klinikum Stuttgart: Dr. med. Constantin Aurel Smaxwil, Prof. Dr. med. Dr. med. habil. Andreas Zielke, MBA
Abteilung für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Asklepios Klinik Seligenstadt: Dr. med. Heimo Weih
Klinik für Endokrine Chirurgie, Bürgerhospital Frankfurt: Dr. med. Christian Vorländer
Klinik für Allgemein-, Gefäß- und Viszeralchirurgie, KRH Klinikum Robert Koch Gehrden: Dr. med. Aaltje Ostermann
Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Universitätsklinikum Frankfurt: Dr. med. dent. Mandy Scheunchen, Prof. Dr. med. Katharina Holzer
Klinik für Allgemein-, Gefäß- und Thoraxchirurgie, Universitätsklinikum Marburg: Prof. Dr. med. Katharina Holzer
CONSORT-Grafik der HypoCalVID-Studie
Grafik 1
CONSORT-Grafik der HypoCalVID-Studie
Unterschiede in den Raten der postoperativen Hypokalzämie in den Zentren
Grafik 2
Unterschiede in den Raten der postoperativen Hypokalzämie in den Zentren
Gruppenmerkmale der Patientinnen und Patienten mit einer postoperativen Hypokalzämie und derer ohne eine postoperative Störung des Kalziumstoffwechsels
Tabelle 1
Gruppenmerkmale der Patientinnen und Patienten mit einer postoperativen Hypokalzämie und derer ohne eine postoperative Störung des Kalziumstoffwechsels
Logistische Regressionsanalyse zu Prädiktoren für eine postoperative Hypokalzämie innerhalb von 48 h (n = 246)
Tabelle 2
Logistische Regressionsanalyse zu Prädiktoren für eine postoperative Hypokalzämie innerhalb von 48 h (n = 246)
„Number needed to treat“ (NNT) um bei Patientinnen und Patienten mit einer postoperativen Hypokalzämie eine normale Serumkalziumkonzentration am Entlassungstag zu erreichen
Tabelle 3
„Number needed to treat“ (NNT) um bei Patientinnen und Patienten mit einer postoperativen Hypokalzämie eine normale Serumkalziumkonzentration am Entlassungstag zu erreichen
Darstellung der prozentualen Verteilung der Hypokalzämieraten in den jeweiligen Zentren und als aggregierte Gruppe
eGrafik
Darstellung der prozentualen Verteilung der Hypokalzämieraten in den jeweiligen Zentren und als aggregierte Gruppe
In den hier stellvertretend für die demografischen und klinischen Daten aufgezeigten Parametern ergaben sich zwischen Interventions- und Kontrollgruppe keine bedeutsamen Unterschiede.
eTabelle 1
In den hier stellvertretend für die demografischen und klinischen Daten aufgezeigten Parametern ergaben sich zwischen Interventions- und Kontrollgruppe keine bedeutsamen Unterschiede.
Daten des SF-36-Fragebogens zur perioperativen Lebensqualität
eTabelle 2
Daten des SF-36-Fragebogens zur perioperativen Lebensqualität
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