ArchivDeutsches Ärzteblatt47/2021Diagnose, Therapie und Nachsorge des Zervixkarzinoms
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Hintergrund: In Deutschland wurden im Jahr 2016 circa 4 380 Zervixkarzinome diagnostiziert. Bei Frauen, die nicht an den Früherkennungsprogrammen teilnehmen, wird das Zervixkarzinom meist erst im fortgeschrittenen Stadium nachgewiesen. Für die leitlinienkonforme Versorgung sind zertifizierte Strukturen vorhanden.

Methode: An der Überarbeitung der neuen S3-Leitlinie waren 50 Fachgesellschaften unter fachlicher Begleitung durch das Leitlinienprogramm Onkologie einschließlich der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) beteiligt. Es wurde eine systematische Literaturrecherche durchgeführt. Berücksichtigt wurden systematische Reviews, Metaanalysen und randomisierte kontrollierte Studien (RCT).

Ergebnisse: Die Bestimmung des histologischen Tumorstadiums und des Lymphknotenstadiums sind zentrale Bestandteile zur Festlegung der Therapiestrategie. In der operativen Therapie ist die wichtigste Neuerung die Renaissance der offenen Hysterektomie (Gesamtüberleben [minimalinvasive versus offene Hysterektomie]: 94,04 % versus 99,04 %; Hazard Ratio [HR]: 6,00; 95-%-Konfidenzintervall: [1,77; 20,30]). Zusätzlich wird bei Tumoren ≤ 2 cm die Sentinel-Node-Biopsie anstelle der kompletten radikalen pelvinen Lymphonodektomie empfohlen. Die MRT-gestützte Brachytherapie ist obligater Bestandteil der Radiochemotherapie (Gesamtüberleben [Radiochemotheapie mit versus ohne Brachytherapie]: 58,21 % versus 46,2 %, p < 0,001). In der palliativen Situation ist Bevacizumab in Kombination mit einer platinhaltigen Therapie der Standard (Gesamtüberleben: HR 0,77 [0,62; 0,95]; p = 0,007).

Schlussfolgerung: Die Prognose der Patientin mit fortgeschrittenem Zervixkarzinom hat sich trotz neuer Therapien wenig verbessert. Bei der operativen Therapie wird nun der offene Zugang favorisiert. Beim operativen Staging hat sich bei kleineren Tumoren die Sentinel-Node-Biopsie-Technik etabliert. Kontrollierte Studien sind notwendig, um die Prognose der betroffenen Frauen vor allem im fortgeschrittenen und metastasierten Stadium zu verbessern.

LNSLNS

Das Zervixkarzinom gehört weltweit zu den häufigsten Karzinomen der Frau. Im Jahr 2012 wurden weltweit mehr als eine halbe Million Frauen neu mit einem Zervixkarzinom diagnostiziert. In Deutschland wurde 2016 bei 4 380 Frauen die Diagnose Zervixkarzinom gestellt und es verstarben 1 562 Frauen. In fast 50 % der Fälle liegen frühe Stadien vor (Stadium 1, Union internationale contre le cancer, UICC).

Die seit 2006 in Deutschland zugelassene HPV-Impfung (HPV, humanes Papillomvirus) hat aktuell noch keinen Einfluss auf die Inzidenz des invasiven Zervixkarzinoms (1). Die plattenepithelialen Karzinome sind die größte Gruppe der Zervixkarzinome (circa 80 %), gefolgt von den Adenokarzinomen (5–20 %) (2).

Aufgrund der Früherkennung ist das Zervixkarzinom in den letzten Jahren in Deutschland und anderen Industrienationen deutlich rückläufig gewesen, verbleibt aber zuletzt auf stabilen Niveau. Die Erstellung von evidenzbasierten Leitlinien für Diagnostik, Therapie und Nachsorge maligner Erkrankungen spielt dabei eine zentrale Rolle. 2020 ist in Deutschland ein neues organisiertes Zervixkarzinom-Screening eingeführt worden. Frauen ab dem 20. Lebensjahr haben weiterhin Anspruch auf eine jährliche Zytologie. Frauen ab dem 35. Lebensjahr bekommen einen Kombinationstest auf das humane Papillomvirus und eine zytologische Untersuchung. HPV-Tests basieren meistens auf Polymerasekettenreaktion(PCR)-Technik. Die umfassende Thematik zur Prävention sind Gegenstand der separaten S3-Leitlinie „Prävention des Zervixkarzinoms“ (Registernummer 015/027O der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften [AWMF]).

Die Optimierung der sektorübergreifenden Versorgungsketten sowie der stadiengerechten Therapien bei der Primärerkrankung sowie beim Rezidiv oder bei einer Metastasierung bleibt das Ziel der flächendeckenden Verbreitung der vorliegenden S3-Leitlinien. Dadurch soll mittel- und langfristig die Sterblichkeit der Patientin mit Zervixkarzinom gesenkt und die Lebensqualität erhöht werden (3). Gemeinsam mit der Patientin soll im Sinne der partizipativen Entscheidungsfindung die beste Diagnose und Therapie bestimmt und durchgeführt werden. Hilfreich in der Entscheidungsfindung für Patientinnen ist die speziell auf sie abgestimmte Version der Leitlinie, die auch für Laien verständlich ist.

Methode

Die Methodik erfolgte nach den Vorgaben des AWMF-Regelwerks für S3-Leitlinien (www.awmf.org/leitlinien/awmf-regelwerk.html).

Für die Ersterstellung dieser S3-Leitlinie wurde eine legitimierte Gruppe von 50 Fachgesellschaften und Institutionen, inklusive Patientinnenvertreterinnen und Patientenvertreter, die an der Versorgung der Patientinnen beteiligt sind, einbezogen (eTabelle 1). Die Literaturrecherche erfolgte nach einem vordefinierten Suchalgorithmus, jeweils getrennt für Diagnostik und Therapie, in den Datenbanken PubMed und Cochrane. Es gab jeweils unterschiedliche Suchalgorithmen für randomisierte kontrollierte Studien (RCT), systematische Reviews und Metaanalysen. Aus den 9 578 Primärtreffern wurden gemäß bereits definierter Ein- und Ausschlusskriterien zunächst auf Titel- und Abstract-Ebene, dann auf Volltextebene relevante Studien ausgewählt (Grafik 1). Dabei wurden folgende Bereiche identifiziert, für die eine neue Evidenz erarbeitet wurde:

PRISMA-Flowchart zur systematischen Recherche für die Diagnostik/Therapie des Zervixkarzinoms in den Datenbanken PubMed und Cochrane (es wurden nur Publikationen in deutscher und englischer Sprache eingeschlossen)
Grafik 1
PRISMA-Flowchart zur systematischen Recherche für die Diagnostik/Therapie des Zervixkarzinoms in den Datenbanken PubMed und Cochrane (es wurden nur Publikationen in deutscher und englischer Sprache eingeschlossen)
Evidenz der Therapieoptionen
Tabelle
Evidenz der Therapieoptionen
Beteiligte Arbeitsgemeinschaften, Fachgesellschaften, Organisationen und Patientenvertretergruppen sowie entsandte Mandatsträgerinnen und Mandatsträger
eTabelle 1
Beteiligte Arbeitsgemeinschaften, Fachgesellschaften, Organisationen und Patientenvertretergruppen sowie entsandte Mandatsträgerinnen und Mandatsträger
  • pelvine Lymphonodektomie ± Sentinel-Lymphonodektomie versus Sentinel-Lymphonodektomie
  • laparoskopisch-assistierte radikale Hysterektomie versus offen chirurgisch radikale Hysterektomie
  • neoadjuvante Chemotherapie beim Zervixkarzinom
  • Positronenemissionstomografie (PET-CT) bei der Diagnostik, Therapiefestlegung und Nachsorge
  • präoperative Bildgebung versus operatives Staging beim Zervixkarzinom
  • palliative Chemotherapie
  • neuroendokrines Zervixkarzinom (NECC).

Insgesamt wurde die Evidenz zu 52 Studien, die die Evidenzkriterien erfüllten, aufgearbeitet und in Evidenztabellen übersichtlich dargestellt.

Im folgenden Abschnitt gehen wir auf die zentralen Neuerungen in der Diagnostik und Therapie der Patientin mit Zervixkarzinom ein. Dabei werden besonders die Themenkomplexe behandelt, denen eine neue Evidenz zugrunde liegt.

Ergebnisse

Die hier vorgestellten Daten beruhen auf der systematischen Literaturrecherche in Pubmed und Cochrane. Es wurden ausschließlich systematisches Review, Metaanalysen und RCTs berücksichtigt (Tabelle). Die eingeschlossenen Studien werden im jeweiligen Abschnitt erläutert. Bei unzureichender oder fehlender Evidenz wurden die Statements und Empfehlungen als Konsens der Leitliniengruppe verfasst.

Die Arbeitsgemeinschaft „Qualitätsindikator“ hat neun Qualitätsindikatoren (QI) inhaltlich geprüft und angepasst. Dabei wurde der Qualitätsindikator „R0-Resektion bei Exenteration“ nicht neu aufgeführt. Unter Exenteration versteht man abhängig vom Ausmaß der Erkrankung die Operationstechnik mit Resektion von Blase, Uterus mit Adnexe und/oder Rektum. Dabei bildet die Exenteration nicht mehr den operativen Standard in Deutschland und wurde daher als QI gestrichen. Der Qualitätsindikator „vollständiger Befundbericht Konisation“ aus der Primärbehandlung wurde neu aufgenommen, sodass das Set weiterhin aus neun QI besteht (eKasten). Nachfolgend werden die Ergebnisse der aufgearbeiteten Evidenz zu den identifizierten Themen aufgeführt (eTabelle 2).

Aufstellung der Qualitätsindikatoren (QI)
eKasten
Aufstellung der Qualitätsindikatoren (QI)
Evidenz der Therapieoptionen
eTabelle 2
Evidenz der Therapieoptionen

Operative Therapie

Grundsätzlich stehen verschiedene operative Prinzipien zur Verfügung (Grafik 2). Die minimalinvasive Operation galt als Goldstandard bei der (radikalen) Hysterektomie, um die Morbidität zu senken. Seit 2018 sind Daten einer RCT (Phase-III-Studie) veröffentlicht, die 631 Patientinnen mit Zervixkarzinom der FIGO-Stadien IA1 bis FIGO IB1 (Klassifikation der Fédération Internationale de Gynécologie et d‘Obstétrique, FIGO) einschloss. Randomisiert wurde entweder in den Arm einer laparoskopischen radikalen Hysterektomie (inklusive „robotic surgery“) oder einer abdominalen offenen radikalen Hysterektomie. Es konnte keine Nichtunterlegenheit der mikrochirurgischen versus offenen Operation hinsichtlich des krankheitsfreien Überlebens nach 4,5 Jahren gezeigt werden: 96,5 % versus 86,0 % (95-%-Konfidenzintervall: [−16,4; −4,7]; p = 0,87 für Nichtunterlegenheit). Hinsichtlich des Gesamtüberlebens nach drei Jahren war die offene Hysterektomie der laparoskopischen Hysterektomie ebenso signifikant überlegen: 99,0 % versus 93,8 % (Hazard Ratio [HR] 6,00; [1,77; 20,30]). Die Rate an intra- und postoperativen Komplikationen war in beiden Armen gleich hoch. Für die Subgruppen der Niedrigrisiko-Tumore < 2 cm ohne Lymphgefäßinvasion, mit einer Invasionstiefe von < 10 mm beziehungsweise negativen Lymphknoten, konnte keine Aussage getroffen werden (4).

Therapiearten und deren Kombinationen für die Frau mit primärem Zervixkarzinom (nicht alle sind Standardverfahren oder in größeren prospektivrandomisierten Studien untersucht)
Grafik 2
Therapiearten und deren Kombinationen für die Frau mit primärem Zervixkarzinom (nicht alle sind Standardverfahren oder in größeren prospektivrandomisierten Studien untersucht)

Zentraler Bestandteil der Therapiestrategie der Patientin mit Zervixkarzinom ist die Festlegung des histologischen Tumorstadiums inklusive des Lymphknotenstadiums. In verschiedenen Untersuchungen konnte gezeigt werden, dass die bildgebenden Verfahren keine ausreichende Sensitivität und Spezifität zur sicheren Detektion von Lymphknotenmetastasen aufweisen (5, 6, 7, e1).

In einer Metaanalyse mit 72 eingeschlossenen Studien (N = 5 042) wurde bei Patientinnen mit Zervixkarzinom die operative Sentinel-Methode – Markierung mit Radioaktiv und Patentblau versus Indocyaningrün (Abbildung) – mit der Bildgebung von Computertomografie (CT), Magnetresonanztomografie (MRT) und PET-CT zur Detektion einer Lymphknotenmetastasierung verglichen. Die Metaanalyse konnte die Überlegenheit der operativen Sentinel-Methode im Vergleich zur Bildgebung zeigen: Sensitivität von 91,4 % im Vergleich zu 74,7 % (PET-CT), 55,5 % (MRT), 57,5 % (CT) und eine Spezifität von 100 % im Vergleich zu 97,6 % (PET-CT), 93,2 % (MRT) und 92,3 % (CT). Speziell kleine Metastasen (< 5 mm) bleiben in der herkömmlichen Bildgebung häufig unentdeckt (8), sind aber prognostisch hochrelevant.

Mit Indocyaningrün gefärbter Sentinel-Lymphknoten
Abbildung
Mit Indocyaningrün gefärbter Sentinel-Lymphknoten

Da es sich beim Zervixkarzinom um einen „Mittellinientumor“ handelt, ist die beidseitige Sentinel-Lymphknoten-Darstellung notwendig. In den vorliegenden Studien wurden für Primärtumore ≤ 2 cm beim entscheidenden negativen Vorhersagewert eindeutige Werte erreicht (negativer Vorhersagewert: 99,1 % [96,6; 100]). Für größere Karzinome ist die Datenlage aktuell noch unklar (6).

Der kombinierte Einsatz von Patentblau und radioaktivem Tracer war der Standard zur Färbung für die Sentinel-Methode beim Zervixkarzinom (9, 10). Als neue Methode hat sich der Einsatz von Indocyaningrün (ICG), visualisiert durch „near-infrared“ Fluoreszenz-Filter, als valide Alternative etabliert. Vorteilhaft ist der Verzicht auf radioaktive Substanzen und Patentblau. Beide Methoden sind in der Schwangerschaft kontraindiziert (11). In verschiedenen Studien konnte die Gleichwertigkeit von ICG hinsichtlich Sensitivität und Spezifität gezeigt werden.

Bis jetzt ist die Sentinel-Lymphonodektomie noch kein Standardverfahren für alle Stadien, der Einsatz bei Tumoren ≤ 2 cm gilt als sicher in Bezug auf die Komplikationsrate sowie auf die Sensitivität und Spezifität. Bei der histopathologischen Aufarbeitung des Sentinel-Lymphknotens ist ein Ultrastaging unabdingbar. Ultrastaging ist die immunhistochemische Untersuchung, bei der ein (oder mehrere) Pan-Zytokeratinantikörper eingesetzt werden, wenn sich in der Standard-HE-Färbung keine Tumorzellen nachweisen lassen.

Strahlentherapie

Die drei wesentlichen Elemente der Radiochemotherapie sind die externe Strahlentherapie, die simultane Cisplatin-haltige Chemotherapie (HR von 0,69 im Vergleich zur alleinigen Radiotherapie; [0,61; 0,77], p < 0,00001) und die Brachytherapie. Die Empfehlung für den Einsatz der intensitätsmodulierten Bestrahlungstechniken (IMRT) sowie der MRT-gestützten Planung der Brachytherapie wurde gestärkt.

Die Brachytherapie im Bereich des makroskopischen Tumors ist eine obligate Komponente der Radiochemotherapie des Zervixkarzinoms (12). Sie sollte bevorzugt als „Image-guided adaptive brachytherapy“ (IGABT) durchgeführt werden. Der Einsatz der IMRT wurde in einer Metaanalyse untersucht (13). Diese Bestrahlungstechniken tragen dazu bei, dass Risikoorgane, wie beispielsweise Blase, Enddarm, Dünndarm und Ovarien, geschont werden (gastrointestinale Toxizität Grad 2: Odds Ratio [OR] 0,5; [0,28; 0,89], p = 0,02; Grad > 3: OR 0,55; [0,32; 0,95], p = 0,03; urogenitale Toxizität Grad 2: OR 0,41; [0,2; 0,84], p = 0,01; Grade > 3: OR 0,31; [0,14; 0,67], p = 0,003). Durch die Anwendung von IMRT lassen sich therapiebedingte Akut- und Spätreaktionen reduzieren (13, 14, 15, 16).

Neoadjuvante Chemotherapie

Die neoadjuvante Chemotherapie (NACT) ist kein Standard in der Therapie der Patientin mit Zervixkarzinom. In einer Metaanalyse konnte für die Stadien Ib1 bis III keine Verbesserung des Gesamtüberlebens (OR 1,17; [0,85; 1,61], p = 0,35) gezeigt werden (17). In verschiedenen Studien konnte eine signifikante Reduktion von Lymphknotenmetastasen (OR 0,45; [0,29; 0,7], p = 0,0005) und der Parametrieninfiltration (OR 0,48; [0,25; 0,92], p = 0,03) gezeigt werden, was jedoch keinen Einfluss auf das Gesamtüberleben hatte (17). Die reduzierte Rate an adjuvanter Radiotherapie (58 % versus 80 %) nach einer NACT hat keinen Einfluss auf das Gesamtüberleben (18). Die NACT kann bei ausgewählten Risikopatientinnen eingesetzt werden, um die Rate an operablen Befunden zu erhöhen. Dies spielt vor allem bei Frauen mit Kinderwunsch zur Organerhaltung des Uterus eine entscheidende Rolle (17). Nach NACT und fertilitätserhaltender Operation wurden 50 % der Frauen schwanger und 40 % haben ein lebendes Kind zur Welt gebracht (19). In einer Metaanalyse mit 88 schwangeren Frauen zeigten 80 % der Kinder keine perinatale Morbidität und wiesen auch im weiteren Verlauf keine Auffälligkeiten in ihrer Entwicklung auf (20). Im Vergleich dazu lag die kindliche Morbidität im Jahr 2016 in der Gesamtheit aller Neugeborenen bei unter 4 % (21).

Positronenemissionstomografie in der Diagnostik, Therapiefestlegung und Nachsorge

Das PET-CT hat keinen Stellenwert in der Routinediagnostik aufgrund einer mangelnden Differenzierung zwischen Superinfektion und infiltrierendem Tumor im Zervixbereich (22, 23, 24). Aufgrund neuer Studiendaten kann das PET-CT in Einzelfällen eingesetzt werden, zum Beispiel wenn eine histologische Sicherung der paraaortalen Lymphknoten nicht möglich ist oder um Patientinnen für eine histologische Sicherung auszuwählen (25, 26). Mögliche Gründe für einen Verzicht auf eine histologische Sicherung sind der reduzierte Allgemeinzustand der Patientin, ihr Zustand nach der Bestrahlung des paraaortalen Feldes oder multiple Voroperationen. In allen anderen Fällen sollte primär eine histologische Sicherung erfolgen. Das PET-CT weist mit 94 % eine erhöhte Spezifität in der Detektion von Lymphknotenmetastasen im Vergleich zum MRT auf, welches mit 88 % im Gegensatz dazu eine höhere Sensitivität in der Detektion von Lymphknotenmetastasen hat (27). In der Rezidivsituation kann zum Ausschluss von Lymphknoten- und Fernmetastasen ein PET-CT durchgeführt werden, wenn ein erneutes lokales Verfahren (Radio(chemo)therapie [R(CH)T], Exenteration) erwogen wird.

Palliative Chemotherapie

Wenn Fernmetastasen nachgewiesen wurden, kommt eine palliative medikamentöse Therapie zum Einsatz. Der bisherige Standard war eine cisplatinhaltige Kombinationstherapie. Cisplatin kann durch Carboplatin bei gleicher Wirksamkeit ersetzt werden, insbesondere bei Patientinnen mit eingeschränkter Nierenfunktion. In einer RCT konnte gezeigt werden, dass platinnaive Patientinnen von Cisplatin im Gegensatz zu Carboplatin im Vergleich auf das Gesamtüberleben profitieren (medianes Überleben 13 Monate versus 23 Monate, HR 1,57; [1,06; 2,23]) (28).

In der First-line-Therapie der Patientin mit metastasiertem Zervixkarzinom konnte durch die Hinzunahme von Bevacizumab in der GOG240-Studie (RCT, Phase III) das Gesamtüberleben verbessert werden (13,3 Monate versus 16,8 Monate, HR 0,77; [0,062; 0,95]); p = 0,007) (29). Bevacizumab führt zu einer höheren Rate von Nebenwirkungen wie arterielle Hypertonie, thromboembolische Ereignisse, Neutropenien sowie gastrointestinale Fisteln.

Eine weitere Option für die Second-line- oder höhere Therapielinien ist der Checkpoint-Inhibitor Pembrolizumab (200 mg q3w) für Patientinnen mit PD-L1-positivem Zervixkarzinom (CPS-Score ≥ 1). Die Gesamtansprechrate unter Pembrolizumab in der einarmigen Keynote-028-Studie (Phase 1b) bei mehrfach vorbehandelten Frauen mit Zervixkarzinom mit PD-L1-Expression betrug 17 % [5 %; 37 %]. Die mediane Ansprechdauer war 5,4 Monate (4,1–7,5 Monate) (30). In einem einarmigen Basket-Trial (Keynote-158, Phase II) lag das Gesamtansprechen bei 14,6 % [7,8 %; 24,2 %]. Das Gesamtüberleben wurde mit 11 Monaten [9,1; 14,1 Monate] für Frauen mit PD-L1-positiven Zervixkarzinomen angegeben.

Die häufigsten Nebenwirkungen waren Exanthem (21 %), Pyrexie (17 %), Hypothyreose (11,2 %) sowie Hyperthyreose (9,2 %) (31). In den USA ist Pembrolizumab für die Therapie der Patientin mit metastasiertem Zervixkarzinom bereits zugelassen. In Deutschland erfolgt die Therapie, nachdem die Krankenkassen der Kostenübernahme zugestimmt haben.

Neuroendokrines Karzinom

Das neuroendokrine Zervixkarzinom (NECC) ist eine seltene Hochrisikoform des Zervixkarzinoms (0,9 %–1,5 %) (32, 33). Die NECC wird nach der WHO-Klassifikation (2014) in das niedrig differenzierte NECC (kleinzelliges oder großzelliges neuroendokrine Zervixkarzinom) und das hoch differenzierte NECC (typisches und atypisches Karzinoid) unterteilt (34, 35). Das NECC hat im Vergleich zum Adeno- oder Plattenepithelkarzinom eine schlechte Prognose, sowohl unabhängig von der Therapie (36, 37, 38) als auch davon, ob die neuroendokrine Differenzierung allein oder in Kombination mit einer nicht neuroendokrinen Komponente vorliegt.

Die 5-Jahres-Überlebensrate beträgt zwischen 34 und 37 % mit einem mittleren Gesamtüberleben von 40 Monaten (39, 40). Das mittlere Rezidiv-freie Überleben beträgt 16 Monate (40). In frühen Stadien (FIGO I–IIA) ist die radikale Hysterektomie die Therapie der Wahl, optional gefolgt von einer adjuvanten Chemotherapie (HR 0,84; [0,64; 1,09]) oder einem primären neoadjuvanten Konzept. Die radikale Hysterektomie ist am weitesten verbreitet und scheint die besten Überlebensraten zu zeigen (39, 40). Bei lokal fortgeschrittenem NECC (IIB–IVB) oder Rezidiv erfolgt die kombinierte Radiochemotherapie beziehungsweise Chemotherapie (39, 40) (HR 0,42; [0,23; 0,76]).

Diskussion

Für die meisten Fragestellungen liegen nur wenige fundierte und teilweise heterogene Daten vor beziehungsweise ist die Evidenz der vorliegenden Studien häufig niedrig. Es fehlen prospektiv randomisierte Studien mit einer großen Fallzahl. In vielen einzelnen Zentren wurden in Studien mit zumeist geringen Fallzahlen verschiedene technische Aspekte untersucht, ohne dass daraus große prospektiv randomisierte Studien entwickelt wurden. Dies gilt für die operative und die medikamentöse Therapie sowie für die Strahlentherapie. Aufgrund der sehr kleinen Gesamtfallzahl im Vergleich zu anderen Organentitäten (unter 5 000 Primärfälle im Jahr in Deutschland) fehlt häufig der wirtschaftliche und wissenschaftliche Anreiz, um die notwendigen Grundlagen für die methodisch einwandfreie Überarbeitung der aktuellen Version dieser Leitlinie zu ermöglichen.

Die Prognose ist für Frauen mit einem Zervixkarzinom in den fortgeschrittenen Stadien häufig noch schlecht. Betroffen sind vor allem Frauen, die nicht an den organisierten Früherkennungsmaßnahmen teilgenommen haben und deshalb bei der Erstdiagnose häufig im fortgeschrittenen Stadium sind. Dadurch kann die anhaltend hohe Sterblichkeit bei abnehmender Inzidenz erklärt werden. In verschiedenen Bereichen konnte eine Verbesserung der Versorgung für die betroffenen Frauen insbesondere im Bereich der operativen und medikamentösen sowie der Strahlentherapie erreicht werden, die auch mit einem deutlich verlängerten Überleben verbunden ist. Allerdings besteht weiterhin großer Forschungsbedarf, vor allem in der systemischen Therapie des fortgeschrittenen beziehungsweise metastasierten Zervixkarzinoms.

Interessenkonflikt
Prof. Beckmann erhielt Förderung zur Erstellung der Leitlinie durch die Deutsche Krebshilfe (DKH).

Dr. Koch erhielt Beratungs- und Vortragshonorare von Roche.
Er hält Aktien von Roche und Bayer.

Herr Horn bekam Reiskostenerstattung im Rahmen der Erstellung der Leitlinie von der Deutschen Krebshilfe (DKH).

Prof. Fehm wurde honoriert für eine Mitgliedschaft in einem Datenüberwachungskomitee oder Firmenbeirat (Advisory Board) von Merck Sharp & Dome (MSD)

Die übrigen Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Manuskriptdaten
eingereicht: 16. 8. 2021, revidierte Fassung angenommen: 4. 10. 2021

Klinische Leitlinien unterliegen im Deutschen Ärzteblatt, wie auch in vielen anderen Fachzeitschriften, nicht dem Peer-Review-Verfahren, weil es sich bei S3-Leitlinien bereits um vielfach durch Experten (Peers) bewertete, diskutierte und auf breiter Basis konsentierte Texte handelt.

Anschrift für die Verfasser
Prof. Dr. med. Matthias W. Beckmann
Frauenklinik des Universitätsklinikum Erlangen
Universitätsstraße 21–23
91054 Erlangen
matthias.beckmann@uk-erlangen.de

Zitierweise
Beckmann MW, Stuebs FA, Vordermark D, Koch MC, Horn LC, Fehm T: Clinical practice guideline: The diagnosis, treatment, and aftercare of cervical carcinoma. Dtsch Arztebl Int 2021; 118: 806–12. DOI: 10.3238/arztebl.m2021.0352

►Die englische Version des Artikels ist online abrufbar unter:
www.aerzteblatt-international.de

Zusatzmaterial
eTabellen, eKasten:
www.aerzteblatt.de/m2021.0352 oder über QR-Code

1.
Robert Koch-Institut: Zentrum für Registerdaten. Krebs in Deutschland für 2015/2016. www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Publikationen/Krebs_in_Deutschland/kid_2019/krebs_in_deutschland_2019.pdf;jsessionid=9A07F9156205F1A1F99955DF927EF463.1_cid298?__blob=publicationFile12. Ausgabe (last accessed on 21 October 2021).
2.
Adegoke O, Kulasingam S, Virnig B: Cervical cancer trends in the United States: a 35-year population-based analysis. J Womens Health (Larchmt) 2012; 21: 1031–7 CrossRef MEDLINE PubMed Central
3.
Beckmann MW, Quaas J, Bischofberger A, Kämmerle A, Lux MP, Wesselmann S: Establishment of the certification system „gynaecological dysplasia“ in Germany. Geburtshilfe Frauenheilkd 2014; 74: 860–7 CrossRef MEDLINE PubMed Central
4.
Ramirez PT, Frumovitz M, Pareja R, et al.: Minimally invasive versus abdominal radical hysterectomy for cervical cancer. N Engl J Med 2018; 379: 1895–904 CrossRef MEDLINE
5.
Lande J, Torrenga B, Raijmakers PG, et al.: Sentinel lymph node detection in early stage uterine cervix carcinoma: a systematic review. Gynecol Oncol 2007; 106: 604–13 CrossRef MEDLINE
6.
Altgassen C, Hertel H, Brandstadt A, et al.: Multicenter validation study of the sentinel lymph node concept in cervical cancer: AGO Study Group. J Clin Oncol 2008; 26: 2943–51 CrossRef MEDLINE
7.
Denschlag D, Woll J, Schneider A: Stellenwert des Sentinel-Lymphknoten-Konzepts bei uterinen Karzinomen. Frauenarzt 2011; 52: 46–51.
8.
Selman TJ, Mann C, Zamora J, Appleyard TL, Khan K: Diagnostic accuracy of tests for lymph node status in primary cervical cancer: a systematic review and meta-analysis. CMAJ 2008; 178: 855–62 CrossRef MEDLINE PubMed Central
9.
Tax C, Rovers MM, de Graaf C, Zusterzeel PL, Bekkers RL: The sentinel node procedure in early stage cervical cancer, taking the next step; a diagnostic review. Gynecol Oncol 2015; 139: 559–67 CrossRef MEDLINE
10.
Wang XJ, Fang F, Li YF: Sentinel-lymph-node procedures in early stage cervical cancer: a systematic review and meta-analysis. Med Oncol 2015; 32: 385 CrossRef MEDLINE PubMed Central
11.
Frumovitz M, Plante M, Lee PS, et al.: Near-infrared fluorescence for detection of sentinel lymph nodes in women with cervical and uterine cancers (FILM): a randomised, phase 3, multicentre, non-inferiority trial. Lancet Oncol 2018; 19: 1394–403 CrossRef
12.
Han K, Milosevic M, Fyles A, Pintilie M, Viswanathan AN: Trends in the utilization of brachytherapy in cervical cancer in the United States. Int J Radiat Oncol Biol Phys 2013; 87: 111–9 CrossRef MEDLINE
13.
Lin Y, Chen K, Lu Z, et al.: Intensity-modulated radiation therapy for definitive treatment of cervical cancer: a meta-analysis. Radiat Oncol 2018; 13: 177 CrossRef MEDLINE PubMed Central
14.
Du XL, Tao J, Sheng XG, et al.: Intensity-modulated radiation therapy for advanced cervical cancer: a comparison of dosimetric and clinical outcomes with conventional radiotherapy. Gynecol Oncol 2012; 125: 151–7 CrossRef MEDLINE
15.
Gandhi AK, Sharma DN, Rath GK, et al.: Early clinical outcomes and toxicity of intensity modulated versus conventional pelvic radiation therapy for locally advanced cervix carcinoma: a prospective randomized study. Int J Radiat Oncol Biol Phys 2013; 87: 542–8 CrossRef CrossRef MEDLINE
16.
Marnitz S, Wlodarczyk W, Neumann O, et al.: Which technique for radiation is most beneficial for patients with locally advanced cervical cancer? Intensity modulated proton therapy versus intensity modulated photon treatment, helical tomotherapy and volumetric arc therapy for primary radiation—an intraindividual comparison. Radiat Oncol 2015; 10: 91 CrossRef MEDLINE PubMed Central
17.
Peng YH, Wang XX, Zhu JS, Gao L: Neo-adjuvant chemotherapy plus surgery versus surgery alone for cervical cancer: meta-analysis of randomized controlled trials. J Obstet Gynaecol Res 2016; 42: 128–35 CrossRef MEDLINE
18.
Katsumata N, Yoshikawa H, Kobayashi H, et al.: Phase III randomised controlled trial of neoadjuvant chemotherapy plus radical surgery vs radical surgery alone for stages IB2, IIA2, and IIB cervical cancer: a Japan Clinical Oncology Group trial (JCOG 0102). Br J Cancer 2013; 108: 1957–63 CrossRef MEDLINE PubMed Central
19.
Laios A, Kasius J, Tranoulis A, Gryparis A, Ind T: Obstetric outcomes in women with early bulky cervical cancer downstaged by neoadjuvant chemotherapy to allow for fertility-sparing surgery: a meta-analysis and metaregression. Int J Gynecol Cancer 2018; 28: 794–801 CrossRef MEDLINE
20.
Song Y, Liu Y, Lin M, Sheng B, Zhu X: Efficacy of neoadjuvant platinum-based chemotherapy during the second and third trimester of pregnancy in women with cervical cancer: an updated systematic review and meta-analysis. Drug Des Devel Ther 2019; 13: 79–102 CrossRef MEDLINE PubMed Central
21.
Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen: Bundesauswertung zum Erfassungsjahr 2016 – Geburtshilfe – Qualitätsindikatoren; www.iqtig.org/downloads/auswertung/2016/16n1gebh/QSKH_16n1-GEBH_2016_BUAW_V02_2017-07-12.pdf. (last accessed on 21 October 2021).
22.
Gouy S, Morice P, Narducci F, et al.: Prospective multicenter study evaluating the survival of patients with locally advanced cervical cancer undergoing laparoscopic para-aortic lymphadenectomy before chemoradiotherapy in the era of positron emission tomography imaging. J Clin Oncol 2013; 31: 3026–33 CrossRef MEDLINE
23.
Tsai CS, Lai CH, Chang TC, et al.: A prospective randomized trial to study the impact of pretreatment FDG-PET for cervical cancer patients with MRI-detected positive pelvic but negative para-aortic lymphadenopathy. Int J Radiat Oncol Biol Phys 2010; 76: 477–84 CrossRef MEDLINE
24.
Kang S, Kim SK, Chung DC, et al.: Diagnostic value of 18F-FDG PET for evaluation of paraaortic nodal metastasis in patients with cervical carcinoma: a meta-analysis. J Nucl Med 2010; 51: 360–7 CrossRef MEDLINE
25.
De Cuypere M, Lovinfosse P, Goffin F, et al.: Added value of para-aortic surgical staging compared to (18)F-FDG PET/CT on the external beam radiation field for patients with locally advanced cervical cancer: an ONCO-GF study. Eur J Surg Oncol 2020; 46: 883–7 CrossRef MEDLINE
26.
Martinez A, Voglimacci M, Lusque A, et al.: Tumour and pelvic lymph node metabolic activity on FDG-PET/CT to stratify patients for para-aortic surgical staging in locally advanced cervical cancer. Eur J Nucl Med Mol Imaging 2020; 47: 1252–60 CrossRef MEDLINE
27.
Liu B, Gao S, Li S: A comprehensive comparison of CT, MRI, positron emission tomography or positron emission tomography/CT, and diffusion weighted imaging-MRI for detecting the lymph nodes metastases in patients with cervical cancer: a meta-analysis based on 67 studies. Gynecol Obstet Invest 2017; 82: 209–22 CrossRef MEDLINE
28.
Kitagawa R, Katsumata N, Shibata T, et al.: Paclitaxel plus carboplatin versus paclitaxel plus cisplatin in metastatic or recurrent cervical cancer: the open-label randomized phase III trial JCOG0505. J Clin Oncol 2015; 33: 2129–35 CrossRef MEDLINE
29.
Tewari KS, Sill MW, Penson RT, et al.: Bevacizumab for advanced cervical cancer: final overall survival and adverse event analysis of a randomised, controlled, open-label, phase 3 trial (Gynecologic Oncology Group 240). Lancet 2017; 390: 1654–63 CrossRef
30.
Frenel JS, Le Tourneau C, O‘Neil B, et al.: Safety and efficacy of pembrolizumab in advanced, programmed death ligand 1-positive cervical cancer: results from the phase Ib KEYNOTE-028 trial. J Clin Oncol 2017; 35: 4035–41 CrossRef MEDLINE
31.
Chung HC, Ros W, Delord JP, et al.: Efficacy and safety of pembrolizumab in previously treated advanced cervical cancer: results from the phase II KEYNOTE-158 Study. J Clin Oncol 2019; 37: 1470–8 CrossRef MEDLINE
32.
Gadducci A, Carinelli S, Aletti G: Neuroendrocrine tumors of the uterine cervix: a therapeutic challenge for gynecologic oncologists. Gynecol Oncol 2017; 144: 637–46 CrossRef MEDLINE
33.
Burzawa J, Gonzales N, Frumovitz M: Challenges in the diagnosis and management of cervical neuroendocrine carcinoma. Expert Rev Anticancer Ther 2015; 15: 805–10 CrossRef MEDLINE
34.
Kurman RJ, Carcangiu ML, Herrington CS, Young RH: WHO Classification of tumours of the gemale genital tract. ed. R.H. Young. IARC Press: Lyon 2014: 169–206.
35.
Salvo G, Gonzalez Martin A, Gonzales NR, Frumovitz M: Updates and management algorithm for neuroendocrine tumors of the uterine cervix. Int J Gynecol Cancer 2019; 29: 986–95 CrossRef MEDLINE
36.
Cohen JG, Kapp DS, Shin JY, et al.: Small cell carcinoma of the cervix: treatment and survival outcomes of 188 patients. Am J Obstet Gynecol 2010; 203: 347.e1–6 CrossRef MEDLINE
37.
Tian WJ, Zhang MQ, Shui RH: Prognostic factors and treatment comparison in early-stage small cell carcinoma of the uterine cervix. Oncol Lett 2012; 3: 125–30 CrossRef MEDLINE PubMed Central
38.
Chen J, Macdonald OK, Gaffney DK: Incidence, mortality, and prognostic factors of small cell carcinoma of the cervix. Obstet Gynecol 2008; 111: 1394–402 CrossRef MEDLINE
39.
Xu F, Ma J, Yi H, et al.: Clinicopathological aspects of small cell neuroendocrine carcinoma of the uterine cervix: a multicenter retrospective study and meta-analysis. Cell Physiol Biochem 2018; 50: 1113–22 CrossRef MEDLINE
40.
Tempfer CB, Tischoff I, Dogan A, et al.: Neuroendocrine carcinoma of the cervix: a systematic review of the literature. BMC Cancer 2018; 18: 530 CrossRef MEDLINE PubMed Central
Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Universitätsklinikum Erlangen: Prof. Dr. med. Matthias W. Beckmann, Dr. med. Frederik A. Stübs
Universitätsklinik und Poliklinik für Strahlentherapie, Universitätsklinikum Halle: Prof. Dr. med. Dirk Vordermark
Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, ANregiomed Ansbach: Dr. med. Martin Christoph Koch
Institut für Pathologie, Universitätsklinikum Leipzig: Prof. Dr. med. Lars-Christian Horn
Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Universitätsklinikum Düsseldorf: Prof. Dr. med. Tanja Fehm
Mit Indocyaningrün gefärbter Sentinel-Lymphknoten
Abbildung
Mit Indocyaningrün gefärbter Sentinel-Lymphknoten
PRISMA-Flowchart zur systematischen Recherche für die Diagnostik/Therapie des Zervixkarzinoms in den Datenbanken PubMed und Cochrane (es wurden nur Publikationen in deutscher und englischer Sprache eingeschlossen)
Grafik 1
PRISMA-Flowchart zur systematischen Recherche für die Diagnostik/Therapie des Zervixkarzinoms in den Datenbanken PubMed und Cochrane (es wurden nur Publikationen in deutscher und englischer Sprache eingeschlossen)
Therapiearten und deren Kombinationen für die Frau mit primärem Zervixkarzinom (nicht alle sind Standardverfahren oder in größeren prospektivrandomisierten Studien untersucht)
Grafik 2
Therapiearten und deren Kombinationen für die Frau mit primärem Zervixkarzinom (nicht alle sind Standardverfahren oder in größeren prospektivrandomisierten Studien untersucht)
Evidenz der Therapieoptionen
Tabelle
Evidenz der Therapieoptionen
Aufstellung der Qualitätsindikatoren (QI)
eKasten
Aufstellung der Qualitätsindikatoren (QI)
Beteiligte Arbeitsgemeinschaften, Fachgesellschaften, Organisationen und Patientenvertretergruppen sowie entsandte Mandatsträgerinnen und Mandatsträger
eTabelle 1
Beteiligte Arbeitsgemeinschaften, Fachgesellschaften, Organisationen und Patientenvertretergruppen sowie entsandte Mandatsträgerinnen und Mandatsträger
Evidenz der Therapieoptionen
eTabelle 2
Evidenz der Therapieoptionen
1.Robert Koch-Institut: Zentrum für Registerdaten. Krebs in Deutschland für 2015/2016. www.krebsdaten.de/Krebs/DE/Content/Publikationen/Krebs_in_Deutschland/kid_2019/krebs_in_deutschland_2019.pdf;jsessionid=9A07F9156205F1A1F99955DF927EF463.1_cid298?__blob=publicationFile12. Ausgabe (last accessed on 21 October 2021).
2.Adegoke O, Kulasingam S, Virnig B: Cervical cancer trends in the United States: a 35-year population-based analysis. J Womens Health (Larchmt) 2012; 21: 1031–7 CrossRef MEDLINE PubMed Central
3.Beckmann MW, Quaas J, Bischofberger A, Kämmerle A, Lux MP, Wesselmann S: Establishment of the certification system „gynaecological dysplasia“ in Germany. Geburtshilfe Frauenheilkd 2014; 74: 860–7 CrossRef MEDLINE PubMed Central
4.Ramirez PT, Frumovitz M, Pareja R, et al.: Minimally invasive versus abdominal radical hysterectomy for cervical cancer. N Engl J Med 2018; 379: 1895–904 CrossRef MEDLINE
5.Lande J, Torrenga B, Raijmakers PG, et al.: Sentinel lymph node detection in early stage uterine cervix carcinoma: a systematic review. Gynecol Oncol 2007; 106: 604–13 CrossRef MEDLINE
6.Altgassen C, Hertel H, Brandstadt A, et al.: Multicenter validation study of the sentinel lymph node concept in cervical cancer: AGO Study Group. J Clin Oncol 2008; 26: 2943–51 CrossRef MEDLINE
7.Denschlag D, Woll J, Schneider A: Stellenwert des Sentinel-Lymphknoten-Konzepts bei uterinen Karzinomen. Frauenarzt 2011; 52: 46–51.
8.Selman TJ, Mann C, Zamora J, Appleyard TL, Khan K: Diagnostic accuracy of tests for lymph node status in primary cervical cancer: a systematic review and meta-analysis. CMAJ 2008; 178: 855–62 CrossRef MEDLINE PubMed Central
9.Tax C, Rovers MM, de Graaf C, Zusterzeel PL, Bekkers RL: The sentinel node procedure in early stage cervical cancer, taking the next step; a diagnostic review. Gynecol Oncol 2015; 139: 559–67 CrossRef MEDLINE
10.Wang XJ, Fang F, Li YF: Sentinel-lymph-node procedures in early stage cervical cancer: a systematic review and meta-analysis. Med Oncol 2015; 32: 385 CrossRef MEDLINE PubMed Central
11.Frumovitz M, Plante M, Lee PS, et al.: Near-infrared fluorescence for detection of sentinel lymph nodes in women with cervical and uterine cancers (FILM): a randomised, phase 3, multicentre, non-inferiority trial. Lancet Oncol 2018; 19: 1394–403 CrossRef
12.Han K, Milosevic M, Fyles A, Pintilie M, Viswanathan AN: Trends in the utilization of brachytherapy in cervical cancer in the United States. Int J Radiat Oncol Biol Phys 2013; 87: 111–9 CrossRef MEDLINE
13.Lin Y, Chen K, Lu Z, et al.: Intensity-modulated radiation therapy for definitive treatment of cervical cancer: a meta-analysis. Radiat Oncol 2018; 13: 177 CrossRef MEDLINE PubMed Central
14.Du XL, Tao J, Sheng XG, et al.: Intensity-modulated radiation therapy for advanced cervical cancer: a comparison of dosimetric and clinical outcomes with conventional radiotherapy. Gynecol Oncol 2012; 125: 151–7 CrossRef MEDLINE
15.Gandhi AK, Sharma DN, Rath GK, et al.: Early clinical outcomes and toxicity of intensity modulated versus conventional pelvic radiation therapy for locally advanced cervix carcinoma: a prospective randomized study. Int J Radiat Oncol Biol Phys 2013; 87: 542–8 CrossRef CrossRef MEDLINE
16.Marnitz S, Wlodarczyk W, Neumann O, et al.: Which technique for radiation is most beneficial for patients with locally advanced cervical cancer? Intensity modulated proton therapy versus intensity modulated photon treatment, helical tomotherapy and volumetric arc therapy for primary radiation—an intraindividual comparison. Radiat Oncol 2015; 10: 91 CrossRef MEDLINE PubMed Central
17.Peng YH, Wang XX, Zhu JS, Gao L: Neo-adjuvant chemotherapy plus surgery versus surgery alone for cervical cancer: meta-analysis of randomized controlled trials. J Obstet Gynaecol Res 2016; 42: 128–35 CrossRef MEDLINE
18.Katsumata N, Yoshikawa H, Kobayashi H, et al.: Phase III randomised controlled trial of neoadjuvant chemotherapy plus radical surgery vs radical surgery alone for stages IB2, IIA2, and IIB cervical cancer: a Japan Clinical Oncology Group trial (JCOG 0102). Br J Cancer 2013; 108: 1957–63 CrossRef MEDLINE PubMed Central
19.Laios A, Kasius J, Tranoulis A, Gryparis A, Ind T: Obstetric outcomes in women with early bulky cervical cancer downstaged by neoadjuvant chemotherapy to allow for fertility-sparing surgery: a meta-analysis and metaregression. Int J Gynecol Cancer 2018; 28: 794–801 CrossRef MEDLINE
20.Song Y, Liu Y, Lin M, Sheng B, Zhu X: Efficacy of neoadjuvant platinum-based chemotherapy during the second and third trimester of pregnancy in women with cervical cancer: an updated systematic review and meta-analysis. Drug Des Devel Ther 2019; 13: 79–102 CrossRef MEDLINE PubMed Central
21.Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen: Bundesauswertung zum Erfassungsjahr 2016 – Geburtshilfe – Qualitätsindikatoren; www.iqtig.org/downloads/auswertung/2016/16n1gebh/QSKH_16n1-GEBH_2016_BUAW_V02_2017-07-12.pdf. (last accessed on 21 October 2021).
22.Gouy S, Morice P, Narducci F, et al.: Prospective multicenter study evaluating the survival of patients with locally advanced cervical cancer undergoing laparoscopic para-aortic lymphadenectomy before chemoradiotherapy in the era of positron emission tomography imaging. J Clin Oncol 2013; 31: 3026–33 CrossRef MEDLINE
23.Tsai CS, Lai CH, Chang TC, et al.: A prospective randomized trial to study the impact of pretreatment FDG-PET for cervical cancer patients with MRI-detected positive pelvic but negative para-aortic lymphadenopathy. Int J Radiat Oncol Biol Phys 2010; 76: 477–84 CrossRef MEDLINE
24.Kang S, Kim SK, Chung DC, et al.: Diagnostic value of 18F-FDG PET for evaluation of paraaortic nodal metastasis in patients with cervical carcinoma: a meta-analysis. J Nucl Med 2010; 51: 360–7 CrossRef MEDLINE
25.De Cuypere M, Lovinfosse P, Goffin F, et al.: Added value of para-aortic surgical staging compared to (18)F-FDG PET/CT on the external beam radiation field for patients with locally advanced cervical cancer: an ONCO-GF study. Eur J Surg Oncol 2020; 46: 883–7 CrossRef MEDLINE
26.Martinez A, Voglimacci M, Lusque A, et al.: Tumour and pelvic lymph node metabolic activity on FDG-PET/CT to stratify patients for para-aortic surgical staging in locally advanced cervical cancer. Eur J Nucl Med Mol Imaging 2020; 47: 1252–60 CrossRef MEDLINE
27.Liu B, Gao S, Li S: A comprehensive comparison of CT, MRI, positron emission tomography or positron emission tomography/CT, and diffusion weighted imaging-MRI for detecting the lymph nodes metastases in patients with cervical cancer: a meta-analysis based on 67 studies. Gynecol Obstet Invest 2017; 82: 209–22 CrossRef MEDLINE
28.Kitagawa R, Katsumata N, Shibata T, et al.: Paclitaxel plus carboplatin versus paclitaxel plus cisplatin in metastatic or recurrent cervical cancer: the open-label randomized phase III trial JCOG0505. J Clin Oncol 2015; 33: 2129–35 CrossRef MEDLINE
29.Tewari KS, Sill MW, Penson RT, et al.: Bevacizumab for advanced cervical cancer: final overall survival and adverse event analysis of a randomised, controlled, open-label, phase 3 trial (Gynecologic Oncology Group 240). Lancet 2017; 390: 1654–63 CrossRef
30.Frenel JS, Le Tourneau C, O‘Neil B, et al.: Safety and efficacy of pembrolizumab in advanced, programmed death ligand 1-positive cervical cancer: results from the phase Ib KEYNOTE-028 trial. J Clin Oncol 2017; 35: 4035–41 CrossRef MEDLINE
31.Chung HC, Ros W, Delord JP, et al.: Efficacy and safety of pembrolizumab in previously treated advanced cervical cancer: results from the phase II KEYNOTE-158 Study. J Clin Oncol 2019; 37: 1470–8 CrossRef MEDLINE
32.Gadducci A, Carinelli S, Aletti G: Neuroendrocrine tumors of the uterine cervix: a therapeutic challenge for gynecologic oncologists. Gynecol Oncol 2017; 144: 637–46 CrossRef MEDLINE
33.Burzawa J, Gonzales N, Frumovitz M: Challenges in the diagnosis and management of cervical neuroendocrine carcinoma. Expert Rev Anticancer Ther 2015; 15: 805–10 CrossRef MEDLINE
34.Kurman RJ, Carcangiu ML, Herrington CS, Young RH: WHO Classification of tumours of the gemale genital tract. ed. R.H. Young. IARC Press: Lyon 2014: 169–206.
35.Salvo G, Gonzalez Martin A, Gonzales NR, Frumovitz M: Updates and management algorithm for neuroendocrine tumors of the uterine cervix. Int J Gynecol Cancer 2019; 29: 986–95 CrossRef MEDLINE
36.Cohen JG, Kapp DS, Shin JY, et al.: Small cell carcinoma of the cervix: treatment and survival outcomes of 188 patients. Am J Obstet Gynecol 2010; 203: 347.e1–6 CrossRef MEDLINE
37.Tian WJ, Zhang MQ, Shui RH: Prognostic factors and treatment comparison in early-stage small cell carcinoma of the uterine cervix. Oncol Lett 2012; 3: 125–30 CrossRef MEDLINE PubMed Central
38.Chen J, Macdonald OK, Gaffney DK: Incidence, mortality, and prognostic factors of small cell carcinoma of the cervix. Obstet Gynecol 2008; 111: 1394–402 CrossRef MEDLINE
39.Xu F, Ma J, Yi H, et al.: Clinicopathological aspects of small cell neuroendocrine carcinoma of the uterine cervix: a multicenter retrospective study and meta-analysis. Cell Physiol Biochem 2018; 50: 1113–22 CrossRef MEDLINE
40.Tempfer CB, Tischoff I, Dogan A, et al.: Neuroendocrine carcinoma of the cervix: a systematic review of the literature. BMC Cancer 2018; 18: 530 CrossRef MEDLINE PubMed Central

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.

Der klinische Schnappschuss

Alle Leserbriefe zum Thema

Stellenangebote