ArchivDeutsches Ärzteblatt49/2021Narkosen in den ersten 36 Lebensmonaten
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Hintergrund: Experimentelle Daten belegen eine besondere Vulnerabilität des unreifen Gehirns gegenüber exogenen Noxen. Effekte von Anästhetika auf Wachstum und Entwicklung des Gehirns werden hierbei diskutiert. Klinische Untersuchungen nach stattgehabten Narkosen können wesentlich dazu beitragen, die Auswirkungen von Anästhetika im Säuglings- und Kleinkindesalter (< 5 Jahre) einzuschätzen.

Methode: Reifgeborene Kinder der Geburtsjahrgänge 2007–2011 mit Narkoseexposition vor Vollendung des dritten Lebensjahres wurden in die Studie eingeschlossen. Narkosedaten wurden retrospektiv ausgewertet und der Gesamt-Intelligenzquotient (IQ) als primärer Zielparameter wurde prospektiv erhoben. Weitere Parameter wurden mithilfe eines Elternfragebogens dokumentiert. Als Kontrollgruppe wurden Kinder ohne Narkoseexposition rekrutiert. Die Nichtunterlegenheitsgrenze wurde unter dem Gesichtspunkt der klinischen Relevanz auf einen Unterschied von 5 IQ-Punkten festgelegt.

Ergebnisse: Insgesamt lagen 430 vollständige Datensätze der exponierten Probandinnen und Probanden und 67 Datensätze der Kontrollgruppe vor. Die exponierte Gruppe erreichte einen mittleren IQ-Wert von 108,2 mit 95-%-Konfidenzintervall [107; 109,4], die Kontrollgruppe von 113 [110; 116,1]. Beide Gruppen übertrafen den Erwartungswert von 100 IQ-Punkten. Nach Adjustierung (Alter, Sozialstatus, Geschlecht) lag eine Differenz von 2,9 [0,2; 5,6] Punkten vor. Die Kontrollgruppe erreichte ein signifikant besseres Ergebnis als die exponierte Gruppe. Die Nichtunterlegenheitsgrenze von 5 IQ-Punkten wird vom Konfidenzintervall überschritten. Somit wurde keine Nichtunterlegenheit festgestellt.

Schlussfolgerung: Der übertroffene Erwartungswert in beiden Gruppen könnte teilweise auf den ausschließlichen Studieneinschluss reifgeborener Kinder zurückzuführen sein. Die Ergebnisse deuten nicht darauf hin, dass eine Narkose im frühen Kindesalter im Durchschnitt mit einer deutlich verminderten Intelligenz im späteren Verlauf assoziiert ist, auch wenn die Nichtunterlegenheit nicht nachgewiesen wurde.

LNSLNS

In Deutschland machen Anästhesien für therapeutische Eingriffe oder diagnostische Untersuchungen bei Kindern innerhalb der ersten 5 Lebensjahre mit geschätzt 400 000 Narkosen ungefähr 2 % der jährlich stattfindenden Anästhesieverfahren aus (1).

Da das sich entwickelnde Gehirn besonders im frühen Kindesalter angesichts essenzieller Entwicklungsprozesse (unter anderem Zellmigration und -differenzierung, Synaptogenese) sehr vulnerabel gegenüber exogenen Noxen ist, ist die Forschung zu potenziellen neurotoxischen Effekten von Anästhetika von hoher Relevanz (2). Aufmerksamkeit erlangten in vergangenen Jahren insbesondere Diskussionen über mögliche Auswirkungen von Narkosen in den ersten 3 Lebensjahren (3).

Es wurden bereits mehrere Studien durchgeführt, um die Auswirkungen auf die kognitive Leistungsfähigkeit, die mit durch Anästhetika induzierte Neurotoxizität assoziiert werden, zu untersuchen. Deren unterschiedliche Designs limitierten jedoch die Vergleichbarkeit der Ergebnisse. Tierexperimentelle Studien an Nagetieren (4, 5, 6) und nicht-menschlichen Primaten (7, 8) lieferten kein eindeutiges Bild. Beispielsweise wurden nach einer zweistündigen Exposition von neonatalen Ratten mit 3 % Sevofluran neuroinflammatorische Reaktionen mit verminderten protektiven, von Gliazellen abgeleiteten neurotrophen Faktoren und einer reduzierten Neurogenese im Hippocampus beobachtet. Diese gingen funktionell mit Einschränkungen in Verhaltenstests im Sinne kognitiver Dysfunktionen einher (9). Durch die Interaktion der Synaptogenese mit diversen Neurotransmittersystemen (unter anderem N-Methyl-D-Aspartat[NMDA]- und Gamma-Aminobuttersäure[GABA]-Rezeptoren) liegt es aus tierexperimenteller Sicht nahe, dass die Synaptogenese funktionell moduliert und proapoptotische Effekte durch Anästhetika induziert werden. Allerdings sind Erkenntnisse aus tierexperimentellen Studien nur begrenzt auf den Menschen übertragbar, unter anderem bezüglich Pharmakokinetik, Expositionsdauer und des Reifestadiums des zentralen Nervensystems zum Zeitpunkt der Exposition. Epidemiologische Studien sind daher unabdingbar.

Retrospektive Beobachtungsstudien weisen darauf hin, dass eine frühe Anästhetikaexposition die Auftrittswahrscheinlichkeit von unter anderem Lerndefiziten und mentalen Störungen erhöhen könnte (10, 11, 12, 13, 14, 15, 16). Andere Studien fanden keinen Zusammenhang zwischen der frühkindlichen Anästhetikagabe und einer verminderten kognitiven Leistung (17, 18). Die Ergebnisse der wenigen prospektiven Studien vermitteln ein ähnliches Bild (19, 20, 21). Im Rahmen der PANDA-Studie (22, 23) und der MASK-Studie (24, 25) wurde kein signifikanter Unterschied im Gesamt-Intelligenzquotienten (IQ) zwischen Kindern unter vier Jahren mit und ohne Anästhetikaexposition festgestellt.

Da Narkosen bei operativen Eingriffen meist unverzichtbar sind, sind kontrollierte Interventionsstudien hierzu nur bedingt möglich. In der GAS-Studie (26, 27) wurde daher der Effekt von Allgemein- gegenüber Regionalanästhesie auf die neurologische Entwicklung verglichen. Zu den Messzeitpunkten (Probandinnen- und Probandenalter: 2 und 5 Jahre) gab es keine signifikanten Unterschiede hinsichtlich des Gesamt-IQs zwischen den Gruppen.

Die vorliegende Studie ANFOLKI-36 („Anästhesiefolgen nach Kindernarkosen von Geburt bis zur Vollendung des dritten Lebensjahres“) sollte aussagekräftige Ergebnisse zur Fragestellung liefern, ob Narkosen bei Kindern unter 3 Jahren die kognitiven Fähigkeiten langfristig beeinflussen. Kinder mit gut dokumentierter Anästhetikaexposition innerhalb der ersten 3 Lebensjahre wurden hierfür prospektiv einer standardisierten Testung ihrer kognitiven Leistungsfähigkeit unterzogen und mit einer Kontrollgruppe ohne Anästhetikaexposition verglichen.

Material und Methoden

Einschlusskriterien und Rekrutierung

In der vorliegenden kontrollierten Querschnittsstudie wurden Kinder der Jahrgänge 2007–2011 rekrutiert, die vor Vollendung des dritten Lebensjahres mindestens einer Narkose am Universitätsklinikum Erlangen (UKER) unterzogen wurden sowie vor der Anästhetikaexposition keine Anzeichen einer Beeinträchtigung der kognitiven Entwicklung aufwiesen („International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems“ [ICD]-10 F70–F73). Nicht rekrutiert wurden Patientinnen oder Patienten mit vor der Anästhetikaexposition diagnostizierten schwerwiegenden Fehlbildungen oder Grunderkrankungen (unter anderem Stoffwechselerkrankungen, Zerebralparese, Dystrophie) sowie Patienten, die am zentralen Nervensystem (Operationen- und Prozedurenschlüssel [OPS] 5–01 – 5–02) oder am Herzen (OPS 5–35 – 5–37) operiert wurden. Sorgeberechtigte und Probanden ab 7 Jahren haben schriftlich eingewilligt. In die Kontrollgruppe wurden entsprechende Probanden ohne Narkose vor Vollendung des dritten Lebensjahres eingeschlossen.

Im weiteren Verlauf wurden ICD-Codes der rekrutierten Patienten, die mit potenziell geminderter Intelligenz assoziiert sind, durch einen Facharzt für Anästhesiologie identifiziert (G04.9, G08, G25.9, G81.1, G93.0, I46.0, P21.0, Q04.0, Q90.9) und betroffene Patienten ausgeschlossen. Anhand der OPS-Codes zu den Prozeduren am Tag der Narkose legte ein Facharzt für Anästhesiologie fest, ob eine Operation oder eine diagnostische Untersuchung stattgefunden hatte.

Potenzielle Probanden wurden mittels des Patientendatenmanagementsystems (PDMS) Narko Data (IMESO) der Anästhesiologischen Klinik identifiziert. Nachdem sie postalisch kontaktiert und ihre Teilnahmebereitschaft durch die Eltern signalisiert worden war, erfolgte eine telefonische Kontaktaufnahme. Dabei führte ein ärztliches Mitglied des Studienteams das Informations- und Aufklärungsgespräch. Bei Zustimmung wurden die Studienunterlagen zugeschickt. Die Kontrollgruppe wurde über die Ambulanz der Kinderklinik des UKERs sowie niedergelassene Kinderärztinnen und Kinderärzte der Region rekrutiert.

Zielparameter und Messinstrumente

Primärer Zielparameter der Studie war der globale IQ-Wert. Sekundäre Zielparameter waren die dem globalen Wert zugrunde liegenden Ergebnisse der Untertests sowie entwicklungsneurologische Merkmale.

Alle anästhesiespezifischen Daten (unter anderem Prozesszeiten und Medikamente) wurden während der Anästhesien im elektronischen Narkoseprotokoll dokumentiert und für die Studie retrospektiv ausgewertet.

Alle weiteren studienrelevanten Daten wurden prospektiv in den Jahren 2017–2019 erhoben. Der Gesamt-IQ-Wert wurde bei den zum Studienzeitpunkt 7- bis 11-Jährigen über ein standardisiertes Testverfahren erhoben: die für den studienrelevanten Altersbereich normierte „Kaufman Assessment Battery for Children – Second Edition“ (KABC-II, deutsche Fassung) (28). Der alternativ vorgesehene Wechsler-Test (29, 30) bei bereits absolvierter KABC-II kam nicht zur Anwendung. Die testpsychologischen Untersuchungen fanden am UKER statt und wurden von erfahrenen Neuropsychologinnen und Neuropsychologen durchgeführt. Zusätzliche Daten (unter anderem demografische Angaben, sozioökonomischer Status, entwicklungsspezifische Meilensteine) wurden über einen Fragebogen erhoben.

Ethikkommission und Registrierung

Für die Studie liegt von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg ein positives Ethikvotum vor (Aktenzeichen 226_16B). Zudem wurde die Studie auf ClinicalTrials.gov registriert (NCT-Nummer: NCT03034889).

Statistische Methoden

Die Referenzwerte des verwendeten Testverfahrens sind normalverteilt mit einem Mittelwert von 100 und einer Standardabweichung von 15 (28). Hinsichtlich des primären Zielparameters wurde im Studienprotokoll ein Intervallinklusionstest auf Nichtunterlegenheit zum Signifikanzniveau von 5 % bezüglich der Differenz der Mittelwerte mit maximal tolerierbarer Abweichung von 5 IQ-Punkten geplant. Für eine Power von 90 % ergab sich eine Fallzahl (2 : 1) von 420 (270 exponierte Probanden, 150 Probanden in der Kontrollgruppe). Relevant für die Auswertung waren Probanden mit vollständigem Datensatz, bestehend aus einem ausgefüllten Fragebogen und einer vom Studienpersonal durchgeführten IQ-Testung.

Der Sozialstatus wurde anhand der Angaben im Fragebogen zur Schulbildung der Mutter als niedrig (kein Abschluss/Volksschule/Hauptschule), mittel (Realschule/mittlere Reife) oder hoch (Abitur/Fachhochschulreife) definiert. Die Analyse wurde auf Reifgeborene beschränkt. Die Klassifikation als reif geboren erfolgte anhand der Schwangerschaftsdauer ab 37 Wochen oder bei dazu fehlender Angabe ab einem Geburtsgewicht von 2 500 g.

Es wurde ein lineares Regressionsmodell mit Adjustierung nach Sozialstatus, Alter und Geschlecht erstellt.

Die Nichtunterlegenheit des primären Zielkriteriums zur klinisch relevanten Margin von 5 wurde überprüft anhand des 90-%-Konfidenzintervalls (90-%-KI) um den Schätzer der Mittelwertdifferenz. Zudem wurde das 95-%-Konfidenzintervall (95-%-KI) angegeben.

Ausgenommen der Untertests des standardisierten Testverfahrens flossen keine weiteren sekundären Zielparameter in die Auswertung des vorliegenden Manuskripts ein.

Für die Auswertung wurde die Statistiksoftware R (Version 3.5.3) verwendet (31).

Ergebnisse

Probandencharakteristik

Aus einer Gesamtstudienpopulation von 2 510 Patienten konnten 490 Probanden mit vollständigem Datensatz eingeschlossen werden. 83 Probanden konnten für die Kontrollgruppe gewonnen werden. Nachdem alle unreif geborenen Probanden ausgeschlossen worden waren, verblieben 430 beziehungsweise 67 Kinder für die Analyse (Grafik).

Flowchart zur Auswahl der finalen Studienpopulation bezogen auf die exponierte Gruppe sowie auf die Kontrollgruppe ausgehend von der potenziell infrage kommenden Gesamtpopulation. SSW, Schwangerschaftswoche.
Grafik
Flowchart zur Auswahl der finalen Studienpopulation bezogen auf die exponierte Gruppe sowie auf die Kontrollgruppe ausgehend von der potenziell infrage kommenden Gesamtpopulation. SSW, Schwangerschaftswoche.

Das Durchschnittsalter bei Testung betrug 9,2 Jahre unter den exponierten Probanden und 9,9 Jahre in der Kontrollgruppe. 64 % der exponierten Probanden waren männlich gegenüber 44,8 % in der Kontrollgruppe. Die Einteilung beider Gruppen nach Sozialstatus ist in Tabelle 1 dargestellt.

Charakterisierung der reifgeborenen, exponierten sowie nicht-exponierten Probandinnen und Probanden
Tabelle 1
Charakterisierung der reifgeborenen, exponierten sowie nicht-exponierten Probandinnen und Probanden

Auswertung narkosespezifischer Daten

Die Auswertung der narkosespezifischen Daten der 430 Patienten führte zu folgenden Ergebnissen (Tabelle 2): Das mittlere Alter bei der ersten Narkose lag bei 463,7 Tagen. Die Mehrheit der Patienten wurde einmal operiert (293 von 430; 68,1 %), während 93 Kinder (21,6 %) sich mindestens zwei Operationen unterziehen mussten. 10,2 % (44 von 430) erhielten die Narkose für eine Untersuchung. Die durchschnittliche Narkosedauer der gesamten Studienkohorte lag bei 110 Minuten. Die Narkosearten, eingeteilt in totale intravenöse Anästhesie (TIVA) und Inhalationsanästhesie, sind pro Patient gelistet mit zusammenfassenden Informationen bei mehreren Narkosen. Bei 264 Probanden (61,4 %) wurde(n) eine (oder mehrere) TIVA durchgeführt, von denen 81 Probanden bei dem Eingriff zusätzlich eine Regionalanästhesie erhielten. Bei 113 Kindern (26,3 %) erfolgte die Narkoseführung mit Inhalationsanästhetika. In dieser Gruppe wurde bei 28 Kindern eine Regionalanästhesie durchgeführt. Bei den übrigen 53 Patienten (12,3 %) wurden mehrere Narkosen durchgeführt und beide Verfahren angewendet. Tabelle 3 stellt die Verteilung der Patienten bezogen auf die Anzahl erhaltener Narkosen vor und nach dem 3. Lebensjahr dar.

Ergebnisse der narkosespezifischen Analyse der Probandinnen und Probanden, die im Alter von 0–36 Monaten eine Narkose erhalten haben, beschränkt auf die ersten drei Lebensjahre
Tabelle 2
Ergebnisse der narkosespezifischen Analyse der Probandinnen und Probanden, die im Alter von 0–36 Monaten eine Narkose erhalten haben, beschränkt auf die ersten drei Lebensjahre
Verteilung der Patientinnen und Patienten (n = 430) bezogen auf die Anzahl erhaltener Narkosen vor und nach dem 3. Lebensjahr
Tabelle 3
Verteilung der Patientinnen und Patienten (n = 430) bezogen auf die Anzahl erhaltener Narkosen vor und nach dem 3. Lebensjahr

Insgesamt fanden in der Kohorte 694 Narkosen statt, davon 166 unter Hinzunahme eines Inhalationsanästhetikums. Als Injektionsanästhetika kamen Propofol (593 von 694; 85,4 %), Esketamin (323 von 694; 46,5 %), Midozalam (398 von 694; 57,4 %) und Thiopenthal (53 von 694; 7,6 %) zum Einsatz. Dabei können mehrere Anästhetika kombiniert zur Anwendung gekommen sein. Für die Inhalationsanästhesie wurde hauptsächlich Sevofluran eingesetzt.

Auswertung der standardisierten Testung

Der mittlere IQ-Wert bei der Indextestung für Reifgeborene lag für die exponierten Probanden bei 108,2 (95-%-KI: [107,0; 109,4]) und für die Kontrollgruppe bei 113,0 (95-%-KI: [110,0; 116,1]). Die Differenz liegt bei 4,9 mit einem 90-%-KI von [2,2; 7,6] und 95-%-KI von [1,7; 8,1]. Somit überschreitet die obere Schranke die klinisch relevante Margin von 5 und die Nichtunterlegenheit wurde nicht belegt. Weder die Adjustierung nach Sozialstatus (Differenz von 3,6 mit einem 90-%-KI von [0,9; 6,2] und 95-%-KI von [0,4; 6,7]) noch die nach Sozialstatus, Alter und Geschlecht (Differenz von 2,9 mit einem 90-%-KI von [0,2; 5,6] und 95-%-KI von [−0,3; 6,1]) hatte auf dieses Ergebnis eine Auswirkung. Die Auswertung der Untertests bestätigte das Ergebnis der Gesamt-IQ-Analyse (Tabelle 4).

Auswertung der standardisierten Indextestung inklusive der Untertests von exponierten Patientinnen und Patienten und der Kontrollgruppe, adjustiert nach Sozialstatus sowie nach Sozialstatus, Alter und Geschlecht
Tabelle 4
Auswertung der standardisierten Indextestung inklusive der Untertests von exponierten Patientinnen und Patienten und der Kontrollgruppe, adjustiert nach Sozialstatus sowie nach Sozialstatus, Alter und Geschlecht

Subgruppenanalyse

Für ausgewählte Subgruppen wurden Sensitivitätsanalysen durchgeführt. In der Subgruppe nach Anzahl der Narkosen innerhalb der ersten drei Lebensjahre war der mittlere IQ-Wert vergleichbar mit dem Wert aller Reifgeborenen von 108,2 (Patienten mit einer Narkose: 108,3; 95-%-KI: [106,9; 109,8], mit zwei Narkosen: 108,8; 95-%-KI: [106,0; 111,7], mit drei Narkosen: 107,8; 95-%-KI: [103,2; 112,4]). Dies galt gleichermaßen für die Anzahl der Operationen (Patienten mit keiner Operation: 107,0; 95-%-KI: [103,8; 111,9], mit einer Operation: 108,2; 95-%-KI: [106,6; 109,8], mit zwei Operationen: 108,3 95-%-KI: [105,7; 110,9], mit drei Operationen: 111,1; 95-%-KI: [107,3; 115,0]). Zur Narkosedauer wurde die Gruppe von 323 Patienten mit nur einer Narkose innerhalb der ersten drei Lebensjahre betrachtet. Die Narkosedauer korreliert nicht mit dem IQ-Testergebnis (r = −0,029; 95-%-KI: [−0,138; 0,080]). In einem linearen Modell adjustiert nach Sozialstatus, Geschlecht und Alter bei Testung ist der Einfluss der Narkosedauer nicht signifikant (p = 0,394; geschätzter Einfluss pro Minute: −0,010; 95-%-KI: [−0,0340; 0,01345]).

Diskussion

Anhand der Ergebnisse der vorliegenden Studie konnte die im Voraus formulierte Hypothese der Nichtunterlegenheit einer Patientengruppe mit Anästhetikaexposition im frühkindlichen Alter im Vergleich zu einer Kontrollgruppe nicht statistisch abgesichert werden. Die Gruppe mit Anästhetikaexposition wies im direkten Vergleich zu der Kontrollgruppe eine signifikante Differenz von 2,9 IQ-Punkten adjustiert nach Sozialstatus, Alter und Geschlecht auf. Der Gesamt-IQ der getesteten Patienten lag jedoch mit einem Wert von 108,2 deutlich über dem normierten Mittelwert von 100 des verwendeten Testverfahrens. Diese Relation deutet darauf hin, dass eine Narkose im frühen Kindesalter im Durchschnitt nicht mit einer verminderten Intelligenz im späteren Verlauf assoziiert ist.

Diskussion der Studienkohorte

Die Patienten wurden nach Datenerhebung zunächst hinsichtlich der Eigenschaften, die den IQ potenziell beeinflussen, mit der Kontrollgruppe verglichen, ohne die Testergebnisse zu berücksichtigen. Für die primäre Patientenkohorte wurden die Gruppen der Patienten und Kontrollen auf Reifgeborene reduziert, da die Kontrollgruppe im Verhältnis nur sehr wenige ehemals Frühgeborene enthielt.

Die Kontrollgruppe wies einen höheren Sozialstatus auf und war durchschnittlich 1 Jahr älter. Die Patientengruppe enthielt wie gemäß Studienprotokoll erwartet deutlich mehr Teilnehmer als Teilnehmerinnen. Deshalb wurde zusätzlich mit einem linearen Regressionsmodell nach Sozialstatus, Alter und Geschlecht adjustiert.

Die Sozialstatus in der Patientengruppe (Tabelle 1) waren ähnlich verteilt wie in der Stichprobe (13,2 % niedrig, 37,2 % mittel, 49,6 % hoch), mithilfe der die KABC-II validiert wurde (28).

Diskussion der Ergebnisse

Studien mit ähnlicher Fragestellung kamen zu vergleichsweise differenten Ergebnissen. So stellten Sun et al. in ihrer PANDA-Studie mit 105 Geschwisterpaaren keinen statistisch signifikanten Unterschied im Gesamt-IQ zwischen exponierten und nicht-exponierten Geschwistern fest. Der durchschnittliche Wert war bei Testung (8- bis 15-Jährige) mit 111 Punkten sogar etwas höher (22, 23) als in der vorliegenden Studie. Zu beachten ist, dass die Einschlusskriterien bei Sun et al. Kinder mit einmaliger Exposition bei elektiver Hernienoperation innerhalb der ersten drei Lebensjahre und höchstens leichten Allgemeinerkrankungen vorsahen. Eine ähnliche Selektion hinsichtlich der Operationsindikation nahmen McCann et al. vor, die die Auswirkungen der Regionalanästhesie im Vergleich zur Allgemeinanästhesie bei 447 Kindern (postmenstruelles Alter < 60 Wochen) ebenfalls nach Hernienoperationen verglichen. Auch in dieser Studie wurde kein statistisch signifikanter Unterschied im IQ-Wert zwischen den beiden Gruppen bei Testung im Alter von 5 Jahren festgestellt (Regionalänasthesie: 99,08, Allgemeinanästhesie: 98,97) (27). Die Untersuchung von Warner et al. zu Auswirkungen auf die Schulleistung bei 8- bis 12- oder 15- bis 20-Jährigen nach einmaliger im Vergleich zu mehrmaliger Exposition deutete ebenfalls nicht auf negative Effekte hin (24). In unserer Studie haben wir uns bewusst nicht auf eine bestimmte Indikation fokussiert, um ein möglichst ganzheitliches Bild zu erhalten. Die Patienten sind hinsichtlich der Anzahl und Dauer der Operationen beziehungsweise Anästhesien, Anästhesieverfahren und Diagnosen gut charakterisiert. Im Gegensatz zu den zahlreichen tierexperimentellen und retrospektiven Untersuchungen, die unter Laborbedingungen oder mit veralteten Anästhesieverfahren kognitive Defizite beobachtet haben (4, 5, 6, 10, 13, 32), bildet die vorliegende Studie die derzeit geläufigen Anästhesieverfahren ab. Wir vermuten jedoch, dass aufgrund des großen Spektrums an Erkrankungen verhältnismäßig komplexe Fälle im Studienkollektiv vertreten sind. Damit verbundene Folgeerscheinungen könnten die beobachtete Signifikanz zwischen der exponierten Patienten- und Kontrollgruppe begründen. Dass das Kollektiv auf Reifgeborene begrenzt wurde, könnte dazu beigetragen haben, dass der Erwartungswert des IQ-Werts von 100 in beiden Gruppen übertroffen wurde, denn die Validierungsstichprobe der KABC-II war nicht auf Reifgeborene beschränkt. Gleichzeitig treten bei schwer erkrankten Frühgeborenen tendenziell häufiger Intelligenzminderungen und Teilstörungen auf. Andererseits ist nicht anzunehmen, dass die Gruppe schwer erkrankter Frühgeborener in der Validierungsprobe der KABC-II stark genug vertreten war, um einen solchen Effekt zu erklären.

Limitationen

Bei der Interpretation der Ergebnisse müssen einige Limitationen beachtet werden. Eine Schwäche des retrospektiven Studiendesigns besteht darin, dass nicht die Zeitpunkte vor und nach der IQ-Testung verglichen werden konnten. Dies wäre aufgrund des jungen Alters der Probanden zum Zeitpunkt der Narkose selbst bei einer rein prospektiv geplanten Studie nicht umsetzbar gewesen. Die narkosespezifischen Daten lagen bereits vor Studienbeginn vor, sodass kein Einfluss auf die Auswahl der zu erfassenden Daten oder die dafür verwendeten Mess- und Dokumentationstechniken genommen werden konnte. Durch das eingesetzte PDMS konnte jedoch für alle studienrelevanten Parameter eine umfassende und hochstandardisierte Dokumentation gewährleistet werden. Außerdem konnten statt der angestrebten 150 Probanden lediglich 67 in die Kontrollgruppe eingeschlossen werden. Aufgrund ihrer gleichmäßigen Verteilung auf die betrachteten Altersstufen und der erhöhten Rekrutierung in der Patientengruppe ist der Vergleich valide. Letztlich sind Studien über die Auswirkungen anästhetikainduzierter Neurotoxizität stets in ihrer Aussagekraft limitiert, da eine Narkose nie zum Selbstzweck erfolgt. Eine Narkose oder Sedierung ist immer mit einer diagnostischen oder therapeutischen Maßnahme verbunden, die durch eine Erkrankung indiziert ist, welche per se einen Einfluss auf die kognitive Entwicklung haben kann.

Förderung

Diese Studie wurde von der Doktor Robert Pfleger-Stiftung Bamberg gefördert.

Danksagung

Unser Dank gilt Kathrin Girschick und Alexander Falk, die bei der Probandenrekrutierung und der Datenerhebung unterstützt haben, den Psychologinnen Hannah Pflüger, Andrea Popper, Frauke Wirtz, Rebekka Lederer sowie Sarah Steinvorth, die die standardisierte Testung durchgeführt haben, den Mitarbeitenden der Abteilung „IT für Forschung und Management” Thomas Ganslandt und Katharina Diesch sowie Andreas Ackermann, die für die Bereitstellung der Daten verantwortlich waren, sowie Stephanie Newe und Barbara Ullrich, die die technische Erhebung der Daten ermöglicht haben, und insbesondere Gabriele Göhring-Waldeck, die mit ihrem Engagement einen wesentlichen Teil zum Gelingen der Studie beigetragen hat.

Datasharing

Die Autorinnen und Autoren erklären, dass die individuellen Patientendaten, die den Ergebnissen des vorliegenden Artikels zugrunde liegen, nicht geteilt werden können, da die von den Patienten unterschriebene Datenschutzerklärung dies nicht abdeckt.

Interessenkonflikt
Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht

Manuskriptdaten
eingereicht: 28. 3. 2021, revidierte Fassung angenommen: 4. 10. 2021

Anschrift für die Verfasser
Christina Schüttler
Medizinische Informatik
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Wetterkreuz 15, 91058 Erlangen-Tennenlohe
christina.schuettler@fau.de

Zitierweise
Schüttler C, Münster T, Gall C, Trollmann R, Schüttler J: General anesthesia in the first 36 months of life—a study of cognitive performance in children aged 7–11 years (Anfolki-36).
Dtsch Arztebl Int 2021; 118: 835–41. DOI: 10.3238/arztebl.m2021.0355

►Die englische Version des Artikels ist online abrufbar unter:
www.aerzteblatt-international.de

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Lehrstuhl für Medizinische Informatik, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg: Dr. rer. biol. hum. Christina Schüttler
Klinik für Anästhesie und operative Intensivmedizin, Krankenhaus Barmherzige Brüder Regensburg: Prof. Dr. med. Tino Münster
Lehrstuhl für Medizininformatik, Biometrie & Epidemiologie, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg: Dr. rer. nat. Christine Gall
Kinder- und Jugendklinik am Universitätsklinikum Erlangen, Abteilung Neuropädiatrie, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg: Prof. Dr. med. Regina Trollmann
Anästhesiologische Klinik, Universitätsklinikum Erlangen: Prof. Dr. med. Dr. h. c. Jürgen Schüttler
Flowchart zur Auswahl der finalen Studienpopulation bezogen auf die exponierte Gruppe sowie auf die Kontrollgruppe ausgehend von der potenziell infrage kommenden Gesamtpopulation. SSW, Schwangerschaftswoche.
Grafik
Flowchart zur Auswahl der finalen Studienpopulation bezogen auf die exponierte Gruppe sowie auf die Kontrollgruppe ausgehend von der potenziell infrage kommenden Gesamtpopulation. SSW, Schwangerschaftswoche.
Charakterisierung der reifgeborenen, exponierten sowie nicht-exponierten Probandinnen und Probanden
Tabelle 1
Charakterisierung der reifgeborenen, exponierten sowie nicht-exponierten Probandinnen und Probanden
Ergebnisse der narkosespezifischen Analyse der Probandinnen und Probanden, die im Alter von 0–36 Monaten eine Narkose erhalten haben, beschränkt auf die ersten drei Lebensjahre
Tabelle 2
Ergebnisse der narkosespezifischen Analyse der Probandinnen und Probanden, die im Alter von 0–36 Monaten eine Narkose erhalten haben, beschränkt auf die ersten drei Lebensjahre
Verteilung der Patientinnen und Patienten (n = 430) bezogen auf die Anzahl erhaltener Narkosen vor und nach dem 3. Lebensjahr
Tabelle 3
Verteilung der Patientinnen und Patienten (n = 430) bezogen auf die Anzahl erhaltener Narkosen vor und nach dem 3. Lebensjahr
Auswertung der standardisierten Indextestung inklusive der Untertests von exponierten Patientinnen und Patienten und der Kontrollgruppe, adjustiert nach Sozialstatus sowie nach Sozialstatus, Alter und Geschlecht
Tabelle 4
Auswertung der standardisierten Indextestung inklusive der Untertests von exponierten Patientinnen und Patienten und der Kontrollgruppe, adjustiert nach Sozialstatus sowie nach Sozialstatus, Alter und Geschlecht
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