ArchivDeutsches Ärzteblatt13/2000Privatschulen: Menschenbild Christi nachlesen

SPEKTRUM: Leserbriefe

Privatschulen: Menschenbild Christi nachlesen

Dtsch Arztebl 2000; 97(13): A-803 / B-663 / C-619

Schleyer, Manfred

Zu dem Varia-Beitrag "Man braucht Klempner und Visionäre", einem DÄ-Interview über die Pionierarbeit in der Bildungslandschaft Ost, in Heft 4/2000:
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LNSLNS Ein wirklich bemerkenswerter Gegensatz: Die Ost-Frau Urban engagiert sich für eine offene schulische Vielfalt, aber der Interviewer Driesen unterstellt ihr christliche Einfalt. Nun dürfen aber in diesem unserem Lande die Organe des Staates sich nicht für evangelische Schulen oder für das christliche Menschenbild einsetzen, denn vor dem Gesetz sollen laut Grundgesetz (Art. 4) alle Religionen gleichberechtigt sein, auch wenn zur Zeit die Großkirchen de facto noch sehr viel gleicher sind . . . Es geht mir darum, dem Interviewer mit seiner zu erkennenden "Christus-Christus-über-alles-Ideologie" einen Spiegel vorzuhalten, ihn dazu zu bringen, das Menschenbild Christi wieder einmal nachzulesen: Denn sie wissen nicht, was sie glauben - so der treffende Titel eines Buchs von Franz Buggle, das einige, aber durchaus nicht alle Absurditäten, Widersprüche und Unmenschlichkeiten der Bibel aufzeigt. Auch historische Tatsachen über den Zustand der Menschen unter christlicher Herrschaft (Leibeigenschaft! Gleichberechtigung? Schulbildung? medizinische Versorgung?) werden heutzutage von den jeweiligen Heils-herbei-Betern systematisch ins Vergessen abgedrängt. Die Interviewte hingegen wusste, offensichtlich aufgrund ihrer DDR-Erfahrung, die Neutralität des Staates in religiösen Dingen ebenso zu schätzen wie den Wert der Pluralität. Einige lernen erfreulicherweise doch aus der Geschichte.
Dr. Manfred Schleyer, Institutstraße 22, 81241 München-Pasing
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