ArchivDeutsches Ärzteblatt3/2022Omikron-Variante: Antikörperkombination könnte weniger wirksam sein

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Omikron-Variante: Antikörperkombination könnte weniger wirksam sein

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Die Antikörperkombination Casirivimab/ Imdevimab soll bei der Delta-Variante funktionieren, nicht aber unbedingt bei Omikron. Foto: bennymarty/stock.adobe.com
Die Antikörperkombination Casirivimab/ Imdevimab soll bei der Delta-Variante funktionieren, nicht aber unbedingt bei Omikron. Foto: bennymarty/stock.adobe.com

Die Kombination der beiden Antikörper Casirivimab und Imdevimab (Ronapreve) könnte gegenüber der Omikron-Variante des SARS-CoV-2 weniger effektiv sein. Darauf weisen erste Ergebnisse von In-vitro-Untersuchungen hin, wie das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) und das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) kürzlich mitteilten. Erste Ergebnisse von Roche und Regeneron ergaben demnach eine herabgesetzte neutralisierende Wirkung der Antikörperkombination Casirivimab/Imdevimab bei der Omikron-Variante. Gegenüber anderen besorgniserregenden Varianten (VOC), wie der Delta-Variante, bleibe die Kombination offenbar wirksam, hieß es. Laut BMG sollte bei der Entscheidung über den Einsatz von Casirivimab/Imdevimab unter anderem die aktuelle regionale epidemiologische Lage beachtet werden. In Regionen mit zirkulierender Delta-Variante könne man die Antikörperkombination weiterhin entsprechend der Zulassung „großzügig“ anwenden. Zu beachten seien die individuelle Exposition und das individuelle Risiko einer Infektion mit der Omikron-Variante – zum Beispiel bei einer Infektion nach Exposition in einem Virusvariantengebiet oder nach Kontakt mit einem nachweislich mit der Omikron-Variante Infizierten. Sinnvoll könne das Durchführen von Mutationsanalysen, die die das Vorliegen der Delta-Variante ausschließen und auf das Vorkommen der Omikron-Variante hinweisen, sein. Bei ungewöhnlich langer Viruspersistenz und Seronegativität sollte die Sequenzierung vor der Verabreichung von monoklonalen Antikörpern abgewartet und den Fall eventuell mit einem Infektiologischen Zentrum diskutiert werden. Wie das BMG weiter mitteilt, sollen in Deutschland bis Ende Januar 2022 erste Kontingente des Arzneimittels Xevudy (Sotrovimab) des Unternehmens GlaxoSmithKline bereitstehen. Das Arzneimittel zeige nach derzeitigem Kenntnisstand eine gute Schutzwirkung gegenüber der Omikron-Variante und könne gemäß Zulassung zur Behandlung von COVID-19-Erkrankten angewendet werden, hieß es. aks

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