ArchivDeutsches Ärzteblatt4/2022Studienrückrufe: Fake News in Fachzeitschriften

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Studienrückrufe: Fake News in Fachzeitschriften

Maier, Christoph; Ankermann, Tobias

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Die Öffentlichkeit sollte darauf vertrauen können, dass Inhalte in wissenschaftlichen Journalen korrekt sind. Eine zunehmende Anzahl an zurückgerufenen Studien zeigt jedoch, dass das Peer Review Verfahren immer häufiger versagt – vor allem seit Beginn der Coronapandemie.

Foto: Misha Shutkevych iStock
Foto: Misha Shutkevych iStock

Selten sind Akzeptanz und Glaubwürdigkeit für die Wissenschaft so wichtig wie in Zeiten einer Pandemie. Sie beruhen auch auf dem Vertrauen in einen transparenten Publikationsprozess, also auf der Annahme, dass Fachzeitschriften nur Arbeiten publizieren, die von anderen Wissenschaftlern (sogenannten Peers) vorher geprüft wurden. Sollten im Nachhinein plausible Zweifel an einer Arbeit aufkommen, muss diese zurückgezogen werden.

Rückrufe (englisch: retractions) von Publikationen erfolgten in den letzten Jahrzehnten zunehmend häufiger (1). Seit Beginn der Coronapandemie kam es zu einem nahezu exponentiellen Anstieg von Rückrufen, wobei im August 2020 diese Zahlen bei COVID-19-assoziierten Themen mit neun von 1 000 Publikationen mehr als doppelt so hoch waren als bei anderen Themen (2, 3). Das könnte ein Beleg für das Funktionieren des Peer-Review-Systems sein.

Fehlverhalten verursacht ein Drittel der Rückrufe

Allerdings wird dieses wissenschaftsimmanente Sicherheitssystem seit Jahrzehnten von Autorinnen und Autoren unterlaufen, deren Arbeiten auf falsch gemessenen, fehlinterpretierten oder sogar manipulierten, schlimmstenfalls erfundenen Daten basieren. Fälschungen betreffen häufig Themen, die einen paradigmatischen Fortschritt bedeuten könnten oder die im Mittelpunkt wissenschaftlicher oder gesellschaftlicher Kontroversen stehen (4). Fehlverhalten (englisch: Misconduct) verursacht mindestens 30 Prozent der Rückrufe (1, 5, 6). Beispiele für Serienfälschungen in der Onkologie und Anästhesiologie stammen auch aus Deutschland (7, 8).

Diese Fehlverhalten gefährden die Akzeptanz der Wissenschaft und sorgen für Desinformation. Zudem beeinflussen zurückgerufene Arbeiten wegen ihrer oft noch jahrelangen Berücksichtigung in Metaanalysen und Reviews klinische Empfehlungen, sogar dann, wenn Plagiarismus oder Datenmanipulation eingestanden oder nachgewiesen wurden (9, 10).

Zwar stammte der Großteil der 2020 zurückgezogenen Arbeiten aus China und den USA, zum Beispiel die Studie zum angeblichen Nutzen von Chloroquin bei SARS-CoV-2-Infektionen (3, 10). Im Jahr 2021 erregten aber auch zwei Arbeiten aus Deutschland vom Erstautor Prof. Dr. Dr. phil. Harald Walach weltweites Aufsehen (11, 12). Der klinische Psychologe, Philosoph und Wissenschaftshistoriker war in den vergangenen Jahren an der Medizinischen Universität im polnischen Poznań beschäftigt, die die Zusammenarbeit aber nach den umstrittenen Veröffentlichungen im Juli 2021 beendet hat. Beide Publikationen sollen wegen ihrer Bedeutung für die öffentliche Diskussion der Impfrisiken und des Tragens von Masken durch Kinder analysiert werden, um der Desinformation entgegenzuwirken (siehe Kasten 1 und 2). Aus ihrer öffentlichen Enttarnung können Vorschläge für eine Optimierung des Publikationsprozesses hergeleitet werden. Ziel ist es, das Erscheinen wissentlich gefälschter oder unwissentlich, methodisch falscher Arbeiten in Fachzeitschriften mit Peer-Review zu erschweren. Der Rückruf soll nicht mehr wie bisher die einzige Hoffnung auf Korrektur sein.

Forschende mit ideologisch-politischen Interessen

Beide Artikel von Walach behandeln medizinisch und gesellschaftlich relevante Themen. Im Unterschied zu den einleitend erwähnten deutschen Serienfälschern gibt es für die beiden Beiträge jedoch keinen Beweis für eine Datenmanipulation. Bei einer anderen Studie zur angeblichen Wirksamkeit von Ivermectin bei SARS-Cov-2-Infektionen, die beim gleichen Verlag erschienen ist, konnte eine absichtliche Datenmanipulation hingegen bereits nachgewiesen werden (13). Diese Studie in Viruses erhielt den gleichen Beifall interessierter Kreise wie die beiden hier vorgestellten Arbeiten von Walach und seinen Co-Autorinnen und -Autoren. In seinen Arbeiten verwendete das Team um den deutschen Psychologen eine inadäquate Statistik beziehungsweise eine für diese Untersuchung unbrauchbare Messmethodik. Dabei bleibt offen, ob diese gewählt wurde aufgrund der fehlenden pädiatrischen und pneumologischen Kompetenz oder ob dies absichtlich geschah, um passende Ergebnisse zu erhalten.

Das ideologisch-politische Interesse einiger Autorinnen und Autoren an Argumenten gegen Impfungen und Maskenzwang liegt nahe. Einige sind Gründungs- oder Vorstandsmitglieder im Verein „Mediziner und Wissenschaftler für Gesundheit, Freiheit und Demokratie e.V.“, der die Maskenstudie finanzierte und aktuell auf seiner Website von „… inquisitionsartigen Verfolgungen von kritischen Ärztinnen und Ärzten“ berichtet (14). Hier werden stark überhöhte Zahlen zu schweren Erkrankungen durch COVID-Impfungen postuliert (15, 16). Gegen einen Autor laufen Medien zufolge Verfahren wegen falscher Atteste über Maskenunverträglichkeit (17, 18). Andere sind überzeugte „Coronaleugner“ mit Verbindungen zur Querdenkerszene: Eine Heilpraktikerin für Psychotherapie forderte als Kandidatin der Basisdemokratischen Partei Deutschlands (kurz: dieBasis) die „Wiederherstellung der verfassungsmäßigen Grundrechte“, die sie durch die staatlichen Präventionsmaßnahmen bedroht sieht (19, 20).

Der Versuch, durch pseudowissenschaftliche Publikationen politische Überzeugungen zu untermauern, ist kein neues Phänomen. Vor 70 bis 90 Jahren gab es eine Debatte darüber, ob Vererbung oder Erziehung entscheidend für die Intelligenz sei. Von kommunistischer Seite sorgte der russische Biologe Trofim Lyssenko für Studiendaten, mit denen er die Erziehbarkeit von Getreide zu belegen schien. Er hatte Weizen in einer kalten Umgebung gesät und erntete im Folgejahr Roggen. Dieser hatte sich jedoch vom Nachbarfeld ausgebreitet, eine Umerziehung des Getreides hatte tatsächlich nicht stattgefunden. Dem gegenüber positionierte sich auf westlicher Seite ein Psychologe, der mit seiner pseudowissenschaftlichen Studie Weltruhm erlangte. Er hatte anhand von frei erfundenen Zwillingspaaren die allein entscheidende Bedeutung der Vererbung zu beweisen versucht (4).

Hinweise für ein Systemversagen beim Publikationsprozess

In den hier dargestellten zurückgerufenen Studien von Walach ist besonders bemerkenswert, dass beide Arbeiten trotz ihrer offen formulierten brisanten Schlussfolgerungen und der leicht erkennbaren fehlenden Fachkunde der Autorinnen und Autoren das Peer-Review-Verfahren nicht nur sehr schnell, sondern offenbar auch ohne Beanstandungen und Prüfung der verwendeten Methodik durchlaufen konnten. Dies deutet zweifellos auf ein Systemversagen hin. Ebenso bemerkenswert ist, dass beide Arbeiten schon nach wenigen Tagen zurückgezogen wurden. Dieser Prozess dauert in vielen Fällen mehrere Monate bis Jahre (5, 9).

Der Grund für diese Geschwindigkeit war vermutlich der Sturm der Entrüstung im Internet (10, 21, 22, 23). Bei der Maskenstudie in JAMA Pediatrics erschienen Kommentare auch auf der Website der Fachzeitschrift (24). Ob man es gutheißt oder nicht – unbestritten existiert heute eine wirkmächtige Gegenöffentlichkeit durch Gruppen von Aktivistinnen und Aktivisten, die pseudowissenschaftlich begründete Desinformation in Blogs oder sozialen Medien aufdecken. So wird seit Jahren die Datenbank „Retraction Watch“ zu den Rücknahmen wissenschaftlicher Artikel im Netz gepflegt. Die Initiatoren der Datenbank haben oft erst durch ihre Kommentare renommierte Journale zur Überprüfung und Rücknahme gezwungen (10). Eine gesonderte Rubrik listet alle zurückgerufenen COVID-19-Studien auf. Sie beläuft sich auf mehr als 200 Beiträge.

Ein Beispiel für die Effizienz solcher Gruppen war die Enttarnung des US-amerikanisch-israelischen Dan Ariely als Fälscher, einem weltberühmten Verhaltensökonomen und Sachbestsellerautor. Er forschte ausgerechnet über Ehrlichkeit. Bekannt wurde er durch Arbeiten, die zeigen sollten, dass die Position einer Frage in einem Erhebungsbogen die Ehrlichkeit der Befragten maßgeblich beeinflusst. Im Rahmen des berühmten Replikationsprojekts hatten Forschende 100 Studien aus der Psychologie versucht zu reproduzieren (25). Dabei wurde auch eine der zentralen Studien von Ariely zur Ehrlichkeit wiederholt und als nicht replizierbar eingestuft (26), alles aber ohne einen Verdacht auf Fälschung. Im Anschluss haben die Autorinnen und Autoren der Replikationsstudie in Science die Daten der Erststudie online gestellt. Ein Jahr später konnte eine investigative Arbeitsgruppe darin derart viele statistisch nicht erklärbare Anomalien nachweisen, dass Ariely eine Datenmanipulation kürzlich nicht mehr abstreiten konnte (27).

Eine nicht kontrollierbare Öffentlichkeit kann aber auch die Instrumentalisierung von scheinbar wissenschaftlichen Publikationen für dubiose Ziele erleichtern. Dies zeigt das Beispiel des als Fälscher überführten Anti-Impfpapstes Andrew Wakefield. Er gilt als der Erfinder des Autismus-Mythos durch Masernimpfung. Auch die hier analysierten Arbeiten von Walach und seinen Kolleginnen und Kollegen wurden in Hunderttausenden von Tweets gefeiert und von populistischen Medienvertretern gepriesen.

Preprint als Sicherheitsnetz für den Peer-Review

Es stellt sich die Frage, ob das Peer-Review-Verfahren in seiner heutigen Form angesichts der Publikationsflut alleine ausreichend Schutz vor Fehlinformation bietet. Die verbreitete Meinung, dass fehlerhafte oder gefälschte Arbeiten häufiger in Preprint-Journalen erscheinen, ist nach aktuellen Analysen falsch (2). Vermutlich könnte der Schutz vor pseudowissenschaftlicher Desinformation und damit auch die Effektivität des Peer-Review-Verfahrens erhöht werden, wenn Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler grundsätzlich parallel zur Einreichung ihre Arbeiten in Preprint-Journalen veröffentlichen würden. Denn es ist davon auszugehen, dass bei einer Vorveröffentlichung eines wichtigen Themas eine zeitnahe Diskussion aufkommen würde. Diese würde den späteren Gutachterinnen, Gutachtern und Herausgebenden bei ihrer Einordnung helfen.

Im Fall der Arbeiten von Walach wäre bei einem solchen Ablauf vermutlich keine Fachzeitschrift mehr bereit gewesen, die Artikel ihren Gutachterinnen und Gutachtern vorzulegen. Seriöse Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler hätten zudem die Möglichkeit, Fehler in der Publikation ihrer Begutachtung auszumerzen, wie es zum Beispiel von der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. med. Christian Drosten, Direktor des Instituts für Virologie der Charité Berlin, realisiert wurde (28). Als entscheidender Schritt muss weiterhin abschließend ein Peer-Review als Voraussetzung für die Publikation erfolgen. Natürlich schützt das nicht davor, dass suspekte Artikel weiter im Netz verbleiben, auch wenn sie gar nicht begutachtet oder später abgelehnt werden. Das Vertrauenssiegel „peer reviewed“ hätten sie in diesem Fall aber nicht mehr.

Langlebigkeit zurückgerufener Studien

Es stellt sich zudem die Frage, ob Rückrufe das optimale Vorgehen sind, um der Desinformation entgegenzuwirken, zumal zurückgezogene Arbeiten als Zitat in anderen Artikeln und in Metaanalysen erstaunlich lange weiterleben (5). Die laut Retraction Watch am häufigsten zitierte zurückgezogene Publikation im New England Journal of medicine 2013 wurde vor dem Rückruf im Jahr 2018 fast 2 000-mal zitiert und nach dem Rückruf immer noch gut 800 mal zitiert (29). Unglücklich ist ohnehin, dass die Entscheidung für einen Rückruf in der Verantwortung der Verlage liegt und somit zwangsläufig interessengeleitet ist. Vielleicht bleiben die Begründungen deshalb oft inhaltlich vage, wenn man sie mit Belegen für Fehlverhalten in den erwähnten Blogs vergleicht. Für die Transparenz der wissenschaftlichen Auseinandersetzung wäre es besser, wenn zusammen mit der Kennzeichnung eines Rückrufs zeitnah eine wissenschaftlich begründete Gegendarstellung erscheinen würde.

Selbstverständlich müssen kontroverse Meinungen und Ergebnisse publizierbar bleiben. Das gilt auch für die hier angesprochenen Themen, zu denen ein dringender Forschungsbedarf besteht. Um aber die Gefahren der politisch oder ideologischen intendierten Desinformation zu reduzieren, sollten Forschende mehr als bisher zusätzliche Wege zur Gegenwehr nutzen. Denn frei nach Bertolt Brecht, der Galilei sagen lässt, es sei nicht das „… Ziel (der Wissenschaft), der unendlichen Weisheit eine Tür zu öffnen, sondern eine Grenze zu setzen dem unendlichen Irrtum“ (30).

Prof. Dr. med. Christoph Maier,

Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin der Ruhr-Universität Bochum

Priv. Doz. Dr. med. Tobias Ankermann,

Klinik für Kinder- und Jugendmedizin Städtisches Krankenhaus Kiel gGmbH

Literatur im Internet: www.aerzteblatt.de/lit0422 oder über QR-Code.

Fake-Beispiel 1: Impfen als Gefahr für Kinder?

In dem peer-reviewed Open-Access Journal Vaccines (Impact-Faktor 3,6) erschien nach einer Begutachtung von weniger als drei Wochen am 24. Juni 2021 eine Arbeit von Walach und zwei Co-Autoren, die bereits im Titel politische Konsequenzen aufgrund von Impfrisiken einforderte (11). Der Artikel kam zu dem Schluss, dass auf drei durch Impfung vermiedene zwei Todesfälle durch Impfkomplikationen kämen. Die Arbeit wurde weltweit in den sozialen Medien verbreitet und von einer rechtskonservativen US-Politkommentatorin via Facebook an 25 000 Follower gesendet, was zu mehr als 300 000 Aufrufen führte (21).

Begründung der Kritik

Die Autoren hatten die Zahlen aus der Datenbank des Lareb („Landelijke registratie evaluatie bijwerkingen“) entnommen, einem niederländischen Institut, an das ungeprüft Nebenwirkungen von Medikamenten und Impfungen gemeldet werden. Die Zahl fataler, aber hinsichtlich eines kausalen Zusammenhangs zunächst ungeprüften Meldungen war seinerzeit mit 700 auf 100 000 Impfungen im europäischen Vergleich extrem hoch: Es wurden 300 Fälle mehr gemeldet als in dem Land mit der zweithöchsten Rate. Der Median der Meldungen lag in der Europäischen Union mit 127 pro 100 000 Impfungen deutlich niedriger (21). Das Autorenteam interpretierte die hohe Zahl der Lareb-Meldungen dennoch nicht als Ausreißer. Im August 2021 stufte das Lareb die 15 registrierten Todesfälle älterer Menschen als nicht impfbedingt ein.

Als Bezugsgröße der Berechnung nutzten die Autoren die „Number needed to vaccinate“ (NNV). Sie gibt an, wie viele Impfungen stattfinden müssen, um eine Infektion zu verhindern. Die NNV ist jedoch nur für abgelaufene oder approximativ konstante Jahresinzidenzen definiert, also für wiederholte Epidemien wie zum Beispiel nach einer Grippe. Die Autoren bezogen sich aber nur auf den ersten Monat der israelischen Impfkampagne und vernachlässigten die dynamischen Effekte von Impfungen. Daher ist die Berechnung auf Basis der NNV nicht nachvollziehbar. Zudem haben die Autoren die Langzeitwirkungen der Impfung ignoriert (31).

Die Absurdität ihrer Aussage wird deutlich bei einem Vergleich mit den Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) zum Zeitpunkt der Publikation in Vaccines: Tatsächlich sanken nach Beginn der Impfungen die Todesfälle bei den über 80-Jährigen von 33 auf sechs bis neun auf 100 000 Einwohner. Diese Effekte zeigten sich trotz der Lockerung der Lockdowns in dieser Zeit, der späteren dritten Welle und trotz Verbreitung der Deltavariante (31). Laut RKI-Wochenbericht vom August 2021 starben in der 28. bis 32. Kalenderwoche 140 Ungeimpfte (3,9 Prozent aller seinerzeit gemeldeten Fälle) sowie 19 Patienten (0,3 Prozent) nach einem Impfdurchbruch. Folglich konnte die Impfung etwa 120 Todesfälle vermeiden.

Dem Paul-Ehrlich-Institut (PEI) wurden von Januar bis Ende Juli 1 248 Verdachtsmeldungen über Todesfälle gemeldet, die zeitlich nach einer Impfung stattgefunden hatten (0,94 Prozent aller Meldungen). Sofern alle einen gesicherten Zusammenhang mit der Impfung gehabt hätten, wären dies 0,002 Prozent auf 107 Millionen Impfungen (33). Das PEI bestätigte aber nur in 48 Fällen einen wahrscheinlichen Zusammenhang mit der Impfung, also vier bis sechs Todesfälle in den vier Wochen. Hieraus resultiert ein Verhältnis von maximal eins zu 20, wenn, was unzutreffend ist, die Zahl tödlicher Komplikationen im Verlauf gleichgeblieben wäre.

Rückruf nach vier Tagen

Direkt nach der Publikation kam es zu einem Sturm der Empörung aus dem Editorial Board von Vaccines, aus dem mehrere aus Protest sofort austraten (21). Vier Tage später wurde der Artikel ohne Zustimmung der Autoren wegen signifikanter Bedenken zurückgezogen, unter anderem weil die kausalen Bezüge zwischen Tod und Impfung falsch und verzerrt seien. Warum niemand das zuvor bemerkt hatte, hat der Verlag bisher nicht erklärt (11).


Fake-Beispiel 2: Masken als Gefahr für Kinder?

Nach Einreichung am 2. Juni 2021 und einer Begutachtung über nur 18 Tage publizierte ein Team um Walach am 30. Juni 2021 erneut eine experimentelle Arbeit. Der Research Letter erschien in JAMA Pediatrics, einem Flaggschiff der pädiatrischen Forschung mit einem Impact-Faktor größer als 16 (12). Die Autoren hatten die Kohlendioxidkonzentration in der Ein- und Ausatemluft bei 45 Kindern unter einer FFP2- und einer chirurgischen Maske in Messzyklen unter zehn Minuten gemessen. Bei den unter Elfjährigen fanden sie einen bis sechsfach höheren Anstieg des Kohlendioxids in der Einatemluft als vom Bundesarbeitsministerium empfohlen. Als Konsequenz warnten sie vor einer Maskenpflicht bei Kindern und forderten einen Verzicht für einen Maskenzwang in dieser Altersgruppe.

Begründete Kritik

Die Arbeit löste sofort eine Flut von kritischen Kommentaren von Pneumologinnen, Pneumologen, Pädiaterinnen und Pädiatern aus (22, 24). Denn das hier verwendete Gerät (G100 CO2; Geotech, Leamington Spa, UK) ist für Gasanalysen in Innenräumen oder Inkubatoren konzipiert und misst die Spitzenkonzentration des Gases. Schulkinder in der untersuchten Altersgruppe atmen 18- bis 20-mal pro Minute mit einer Atemzykluslänge von drei bis vier Sekunden (34). Das Gerät hat eine Ansprechzeit von bis zu 20 Sekunden, daher ist die von den Autoren behauptete Differenzierung von Ein- und Ausatemluft gar nicht möglich. Außerdem sind die verwendeten Masken durchlässig für Kohlendioxid, weshalb die hohen Messwerte nur kurzfristige Spitzenwerte sein können, statt wie behauptet, anhaltende inspiratorische Konzentrationen. Kurzzeitige CO2-Spitzenkonzentrationen haben aber angesichts des kleinen Totraumvolumens hinter der Maske verglichen mit dem größeren Atemzugsvolumen und den Volumen von Atemwegen und Lunge der Kinder keine klinische Relevanz. Es fehlen in der Arbeit einfach zu erhebende Parameter wie das Atemzugsvolumen, die Atemfrequenz oder Sauerstoffsättigung, die einen ersten Rückschluss auf die klinische Bedeutung angeblich erhöhter inspiratorischer CO2-Konzentrationen erlaubt hätten. Ohne Messung der CO2-Konzentration im Blut und des endtidalen CO2 ist eine Abschätzung der klinischen Relevanz der CO2-Konzentration hinter einer Maske nicht möglich (35).

Die Autorinnen und Autoren verzichteten auch auf eine Auseinandersetzung mit bereits bekannten Publikationen, die diese Parameter einbezogen hatten: So fand eine italienische Arbeitsgruppe mit vergleichbarem Untersuchungsdesign bei sehr viel jüngeren Kindern bei Raumluftatmung durch eine chirurgische Maske keine Änderung der Sauerstoffsättigung und des endtidalen CO2-Partialdrucks (36). Bei Verwendung einer FFP2-Maske (N95) stieg bei Kindern mit Altersmedian von acht Jahren das endtidale CO2 gering verbunden mit einem kompensatorischen Anstieg der Atemfrequenz bei allerdings gleichbleibender Herzfrequenz und Sauerstoffsättigung (37). Inzwischen zeigte eine deutsche Arbeitsgruppe bei Schulkindern zwischen elf und 14 Jahren, dass die kognitive Leistungsfähigkeit durch das Tragen einer Maske über 45 Minuten Schulunterricht nicht beeinträchtigt wird (38), ein vergleichbares Ergebnis bei Erwachsenen erbrachte eine prospektive Cross-over-Studie (39).

Rückruf nach 15 Tagen

Auch diese Arbeit erhielt weltweite Aufmerksamkeit, sie wurde beispielsweise mehr als 20 000 mal bei Twitter kommentiert, löste aber auch sofort eine kritische Kommentierung aus unter anderem auf der Website von JAMA Pediatrics sowie in anderen Blogs (22, 24). Bereits nach 15 Tagen wurde sie nach erneuter Begutachtung zurückgezogen. Bei der Begründung blieb die Fachzeitschrift eher vage: Die Autorinnen und Autoren hätten nicht überzeugend auf wissenschaftliche Bedenken antworten können (40).

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