ArchivDeutsches Ärzteblatt14/2000Sprachliches: Anwendung des Englischen überflüssig

SPEKTRUM: Leserbriefe

Sprachliches: Anwendung des Englischen überflüssig

Dtsch Arztebl 2000; 97(14): A-878 / B-746 / C-706

Haße, Wolfgang

Zu dem Medizin-Beitrag "Gewebezüchtung (Tissue Engineering) von Herzklappen" von Prof. Dr. med. Gustav Steinhoff, Dr. med. Ulrich Stock, Priv.-Doz. Dr. med. Augustinus Bader, Prof. Dr. med. Axel Haverich in Heft 8/2000:
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Es ist wohltuend, dass nach der unerträglich gewordenen kritiklosen Übernahme von Termini und Redewendungen aus dem Englischen die Autoren die deutsche Sprache zu ihrem Recht kommen lassen. Dies umso mehr, als der Forschungsbereich "Gewebe- und Zellzüchtung, Gewebeersatz und -aufbau" schon seit über 15 Jahren in der deutschsprachigen Fachliteratur bekannt ist. Die mögliche Mitarbeit von Vertretern der Ingenieurswissenschaften in ein-zelnen Forschungsgruppen rechtfertigt nicht das unpassende Wort "Engineering". Mühelos könne eine Liste überflüssiger englischer Termini aufgestellt werden. Geradezu reflexartig werden anlässlich einer Kritik der Anglomanie in unserer Wissenschaftssprache die Begriffe "Globalisierung" und "Internationalisierung" als Gegenargumente benutzt. Es ist aber offenkundig, dass die häufig überflüssige Anwendung des Englischen eher Ausdruck fehlender Sprachkreativität oder mangelnder Sorgfalt im Umgang mit unserer Sprache ist. Fast 100 Millionen Europäer sind deutschsprachig!
Prof. Dr. med. Wolfgang Haße, Eitel-Fritz-Straße 35, 14129 Berlin
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema