ArchivDeutsches Ärzteblatt14/2000Bleivergiftung: Wer kann helfen?

SPEKTRUM: Leserbriefe

Bleivergiftung: Wer kann helfen?

Röpke, Silvia; Röpke, Maik

Artikel zur fraglichen Bleivergiftung von Heinrich Heine
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LNSLNS Im DÄ lasen wir 1998 den Artikel zur fraglichen Bleivergiftung von Heinrich Heine und wurden auf einen möglichen Zusammenhang mit der Erkrankung unseres Sohnes Georg aufmerksam. Wir baten deshalb im Verlauf einer stationären Behandlung um Kontrolle der Blutbleiwerte: Sie betrugen 669 und 970 µg/l. Der Referenzwert für Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren beträgt 60 µg entsprechend dem Bundesgesundheitsblatt 6/96 des Um-weltbundesamtes. Es erfolgten mehrere Therapien mit DMPS, Penicillamin und Ca-EDTA, ohne dass die Bleiwerte sanken. Intensive Quellensuche erbrachte lediglich eine Trinkwasserbelastung mit Blei von maximal 0,08 mg/l. Die WHO empfiehlt einen Grenzwert von 0,01 mg/l, in Deutschland gilt nach der Trinkwasserverordnung vom 5. Dezember 1990 der Grenzwert von 0,04 mg/l. 1995 erkrankte Georg, Jahrgang 1988, relativ akut. Klinisch imponierte das Krankheitsbild als schlaffe beinbetonte Tetraparese im Sinne einer Polyneuropathie. Weitere intensive Diagnostik schätzte das Krankheitsbild als ätiologisch ungeklärt mit motorischer Neuropathie, fluktuierender Muskelschwäche und dem Verdacht einer Systemdegeneration ein. 1997 erhielt Georg erstmals einen Rollstuhl, auch seine Sehkraft schränkte sich zunehmend ein: Optikusatrophie beidseits. Es traten Halluzinationen mit dem klinischen Bild einer schweren Psychose auf. Zur Zeit ist Georgs Zustand bis auf die Optikusatrophie und die Fußheberparese stabil. Die Blutbleiwerte liegen immer noch zwischen 400 und 570 µg/l.
Welcher Kollege kennt ähnliche Kasuistiken oder eine polyneuropathische Symptomatik, die auf eine derartige toxische Ätiologie hinweisen könnte? Wir sind über jede Anregung oder Äußerung aufrichtig dankbar.
Silvia und Maik Röpke, Kolmstraße 4, 04299 Leipzig
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