ArchivDeutsches Ärzteblatt12/2022Dünndarmileus bei peritonealer Tbc
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Eine 28-jährige Apothekerin pakistanischer Herkunft (165 cm, 62 kg) stellte sich in unserer Notfallambulanz mit krampfartigen abdominellen Beschwerden vor. Fieber, Gewichtsverlust, Nachtschweiß und Husten wurden verneint. Die Sonografie zeigt eine Bride mit Kalibersprung im präterminalen Ileum. Bei nahezu blanden Laborwerten (CRP-Wert 24 mg/mL, HIV-Test war negativ) indizierten wir eine diagnostische Laparoskopie. Intraoperativ imponierte ein Peritonealkarzinose-ähnlicher Befund mit disseminiertem Befall der gesamten Bauchhöhle und infektionsbedingten Verwachsungen der Leber im Sinne eines Fitz-Hugh-Curtis-Syndroms (Abbildung). Die histopathologische Untersuchung erbrachte den Nachweis einer epitheloidzelligen granulomatösen Entzündung, mikrobiologisch wurde der Verdacht durch den Nachweis von Mycobacterium-tuberculosis-Complex bestätigt. Die Röntgenaufnahme des Thorax zeigte keinen Befund. Die Patientin wurde unter leitliniengerechter Vierfachtherapie aus Pyrazinamid, Rifampicin, Ethambutol und Isoniazid für zwei Monate und anschließender Zweifachtherapie aus Isoniazid und Rifampicin für vier Monate rasch beschwerdefrei. Die abdominelle Lavage zur Bakterienreduktion ist bei einer Mortalität von bis zu 30 % die Therapie der Wahl. Eine Drainageeinlage sollte unterlassen werden, um eine offene Tuberkulose zu vermeiden.

Daniel Aaron den Toom, Kathrin Engels, Dr. med. Niklas Paulus, Maria-Josef-Hospital Greven, daniel.toom@mjh-greven.de

Interessenkonflikt: Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Zitierweise: den Toom DA, Engels K, Paulus N: Small-bowel ileus in peritoneal tuberculosis. Dtsch Arztebl Int 2022; 119: 213. DOI: 10.3238/arztebl.m2022.0017

►Vergrößerte Abbildung und englische Übersetzung unter: www.aerzteblatt.de

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