ArchivDeutsches Ärzteblatt12/2022Kaposi-Sarkom unter Tyrosinkinaseinhibition
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Wir sahen eine 91-jährige Frau mit multiplen violett-roten Plaques und harten Knoten an beiden Beinen. Die schmerzhaften Läsionen hätten sich seit fünf Monaten von den Unterschenkeln nach proximal auf die Oberschenkel ausgebreitet. Die Schleimhäute blieben ausgespart. Anamnestisch wurde eine rheumatoide Arthritis langjährig immunsuppressiv zunächst mit Methotrexat und seit drei Jahren mit einem Januskinase-1/2-Inhibitor behandelt. Histopathologisch zeigten sich dichte kapillargefäßartige, teilthrombosierte Gefäßproliferate, die eine positive Immunreaktion für humanes Herpesvirus 8 (HHV8) aufwiesen. Letzteres bestätigte die Diagnose eines Kaposi-Sarkoms. Neben klassischen, endemischen und HIV-assoziierten Formen treten Kaposi-Sarkome sehr selten wie im vorliegenden Fall bei serologischer HIV-Negativität arzneimittelbedingt zum Beispiel im Kontext immunsuppressiver Therapien auf, die eine Reaktivierung von Herpesviren begünstigen. Remissionen können durch Beendigung der immunsuppressiven Therapie eintreten. Die Patientin wünschte angesichts ihres deutlich reduzierten Allgemeinzustands ein palliatives Gesamtkonzept, demzufolge von weiteren lokalen oder systemischen Therapieansätzen abgesehen wurde.

Dr. med. Kathie Schmidt, Dr. med. Ursula Kriesen, Dr. med. Rüdiger Panzer, Medizinische Klinik III für Hämatologie, Onkologie und Palliativmedizin,
Universitätsmedizin Rostock, kathie.schmidt@med.uni-rostock.de.

Interessenkonflikt: Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Zitierweise: Schmidt K, Kriesen U, Panzer R: Kaposi’s sarcoma under tyrosine kinase inhibition. Dtsch Arztebl Int 2022; 119: 217. DOI: 10.3238/arztebl.m2022.0026

►Vergrößerte Abbildung und englische Übersetzung unter: www.aerzteblatt.de

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