ArchivDeutsches Ärzteblatt19/2022Vermutete Penicillinallergie: De-Labeling als wichtige Aufgabe für das Antibiotika-Stewardship

MEDIZINREPORT

Vermutete Penicillinallergie: De-Labeling als wichtige Aufgabe für das Antibiotika-Stewardship

Klimek, Ludger; Merk, Hans Friedrich; Dickel, Heinrich; Brockow, Knut

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Allergien gegen Betalaktam-Antibiotika sind viel seltener als häufig angenommen. Die vermuteten Allergien können hohe Kosten verursachen und Antibiotikaresistenzen fördern. Daher hat die korrekte Diagnose beziehungsweise das De-Labeling solcher Allergien große Bedeutung.

Damit Antibiotika weiterhin Bakterien effektiv bekämpfen können: Mithilfe von Antibiotika- Stewardship lassen sich Resistenzbildungen minimieren und Kosten sparen. Foto: Christoph Burgstedt/stock.adobe.com
Damit Antibiotika weiterhin Bakterien effektiv bekämpfen können: Mithilfe von Antibiotika- Stewardship lassen sich Resistenzbildungen minimieren und Kosten sparen. Foto: Christoph Burgstedt/stock.adobe.com

Betalaktam-Antibiotika (BLA) wie Penicillin spielen eine wichtige Rolle in der Behandlung vieler bakterieller Infektionskrankheiten, vor allem von Atemwegsinfektionen. Nach Daten des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit ist das Breitspektrum-Penicillin Amoxicillin das am häufigsten zulasten der gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) verordnete Antibiotikum (GERMAP-Studie 2015) (1). Allerdings sind BLA auch die häufigsten Auslöser von Arzneimittelallergien (2).

Circa 5–10 % der Gesamtbevölkerung vermuten, eine „Penicillinallergie“ zu haben (3). Ein vager Verdacht auf eine BLA-Allergie führt häufig zum Label eines „BLA-Allergikers“ und zu anschließender Meidung aller BLA (4, 5, 6, 7). Solche Patienten erhalten oft Antibiotika zweiter Wahl und vermehrt Breitspektrum-Antibiotika. Mögliche Folgen sind schlechteres Therapieansprechen, schlechtere Verträglichkeit, zumeist höhere Kosten und unnötige Resistenzentwicklungen beispielsweise gegen sogenannte Problemkeime wie den Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus (MRSA) (6, 7, 8).

Gefährliche Resistenzbildung

Das Entstehen von antibiotikaresistenten Bakterien wird als zunehmende weltweite Bedrohung für das Antibiotika-Stewardship angesehen. Schätzungen zufolge sind allein 2019 weltweit 1,27 Millionen Menschen an Infektionskrankheiten gestorben, weil Antibiotika nicht mehr gewirkt haben (9). Bei sogar 4,95 Millionen Menschen könnten Antibiotikaresistenzen am Tod beteiligt gewesen sein.

In der Mehrzahl der Verdachtsfälle erweist sich der Allergieverdacht jedoch als unbegründet. Nicht selten werden pharmakologische Antibiotikanebenwirkungen, wie Übelkeit oder Durchfall, als Allergien fehlinterpretiert. Auch Virusinfektionen können Exantheme verursachen oder eine Urtikaria triggern (2, 10, 11, 12). Tatsächlich hat nur circa 1 % der Bevölkerung eine echte BLA-Allergie (2, 12, 13).

Antibiotikaallergien werden in der einschlägigen deutschen Leitlinie definiert als Überempfindlichkeitsreaktionen, denen eine immunologische Reaktion der Typen I–IV nach Coombs und Gell zugrunde liegt (14). In der europäischen Leitlinie gelten sie als Reaktionen auf Medikamente, bei denen Immunglobulin-E-(IgE-) oder T-Zell-vermittelte immunologische Mechanismen nachweisbar oder zumindest sehr wahrscheinlich sind (15).

IgE-vermittelte allergische Sofortreaktionen treten innerhalb von einer Stunde (selten bis zu 6 Stunden) nach Einnahme der BLA auf und manifestieren sich als Urtikaria und/oder Angioödem oder sogar Anaphylaxie bis hin zum anaphylaktischen Schock. T-Zell-vermittelte Spätreaktionen, die nach mehreren Stunden bis einigen Tagen auftreten, zeigen sich meistens als unkomplizierte makulopapulöse Exantheme. Selten kommen schwere systemische, wie die Drug Reaction with Eosinophilia and Systemic Symptoms (DRESS) und die akute generalisierte exanthematische Pustulose (AGEP), oder bullöse Arzneimittelreaktionen, wie das Stevens-Johnson-Syndrom (SJS) und die toxische epidermale Nekrolyse (TEN), vor (16).

Bei anamnestischem Verdacht auf BLA-Allergie wird die Diagnose traditionell durch Hauttestungen, wie Prick-, Intrakutan- und Epikutantest, Labordiagnostik, wie spezifisches IgE, gegebenenfalls Basophilenaktivierungstest (BAT), Lymphozytentransformationstest (LTT) und ELISpot-Assay sowie Provokationstests überprüft (14, 15). Bei circa 90 % der Patienten lässt sich die BLA-Allergie nicht bestätigen (8, 14, 17).

Bei regelmäßiger Durchführung dieser Allergiediagnostik wären daher für circa 90 % aller Patienten mit einer (vermuteten) BLA-Allergie die BLA doch verfügbar. Bezogen auf den Anteil von 10 % an der Gesamtbevölkerung in Deutschland könnten somit Reserveantibiotika statt bei etwa 8,3 Millionen Betroffenen nur bei circa 0,83 Millionen wirklich allergischer Patienten eingesetzt werden. Dies hätte erhebliche positive Einflüsse auf mögliche Resistenzentwicklungen.

De-Labeling mittels Anamnese

Die allergologische Abklärung mit Ausschluss der Verdachtsdiagnose BLA-Allergie durch Hauttestungen, Labordiagnostik und Provokationstests ist aufwendig und wird im deutschen Gesundheitssystem nicht kostendeckend vergütet (18). Notwendige Testextrakte stehen nur sehr begrenzt zur Verfügung. Darum kann die Testung nur in wenigen spezialisierten Kliniken und allergologischen Fachpraxen im niedergelassenen Bereich angeboten werden. Diese Situation führte zur Entwicklung alternativer Abklärungsmöglichkeiten. Sie bestehen aus Patientenanamnese und einer darauf beruhenden Risikostratifikation.

Bei einem „leichten Ausschlag“ im Kindesalter oder wenn der Patient überhaupt keine Reaktion berichten kann, erscheint das Risiko einer direkten Penicillinexposition ohne Hauttestung bei Kindern sehr gering (19, 20). Dieses Vorgehen wird bei Kindern nach unkomplizierten Exanthemen im Rahmen von Infekten empfohlen (21).

Bei manchen Patienten im Erwachsenenalter reicht mitunter allein die Anamnese aus. So kann zum Beispiel bei lediglich gastrointestinalen Beschwerden nach BLA-Gabe die BLA-Allergiediagnose auch ohne Testung entzogen werden (De-Labeling). Jedoch sind Studien zum De-Labeling, das nur auf der Anamnese basiert, bislang nur von Allergologen in Zentren mit spezieller Erfahrung beziehungsweise unter intensivmedizinischer Überwachung durchgeführt worden. Daher kann ein De-Labeling durch direkte Penicillinexposition bei Erwachsenen noch nicht als allgemein übliches Vorgehen, ohne dass weitere breitere Studien vorliegen, empfohlen werden (22).

Mittels Hauttestung auf ein oder mehrere BLA in empfohlenen Konzentrationen vor Gabe des Medikaments bei Patienten mit BLA-Label lässt sich das Risiko einer schweren Sofortreaktion einschätzen. Die Intrakutantestung hat die beste Sensitivität, für Sofortreaktionen wurde sie auf 97–99 % beziffert. Bei gutem Monitoring und Therapiebereitschaft, zum Beispiel auf Intensivstationen, ist nach negativem Hauttest das Risiko für eine positive Sofortreaktion auf das BLA gering (< 5 %) (23).

Allerdings ist für die Hauttestung geschultes Personal erforderlich. Die Auswahl der Hauttests sollte entsprechend dem vermuteten Pathomechanismus der Reaktion erfolgen. Bei unklarem Pathomechanismus wird eine Diagnostik auf mögliche Sofortreaktionen mit Prick- und/oder Intrakutantests sowie Spätreaktionen mit Intrakutantest mit Spätablesung und/oder Epikutantestung empfohlen.

Die Mehrheit der BLA sind nicht als zugelassene Testsubstanzen verfügbar. Im Pricktest können BLA in Tablettenform gemörsert und in 0,9%iger Natriumchloridlösung suspendiert und als intravenöse (i.v.) Injektionslösung pur getestet werden. Im Intrakutantest lassen sich BLA nur als i.v. Injektionslösung (auf sterile Darreichungsform achten) verdünnt in nichtirritativen Konzentrationen, häufig 10 % der Konzentration der Injektionslösung, überprüfen (24). Im Epikutantest wird die Testung von BLA in Konzentrationen von 5–10 % in Vaseline empfohlen, die BLA können jedoch auch wie für den Pricktest aufbereitet werden (25). Mittlerweile hat das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) das DAP® Penicillin Test Kit mit Benzylpenicilloyl-octa-L-lysin als Majordeterminante und Natrium-Benzylpenilloat als Minordeterminante als Diagnostikum für die Hauttestung zugelassen.

Bei Patienten mit geringem Risiko für nichtschwere Reaktionen und fehlendem Nachweis von spezifischem IgE gegen kommerziell verfügbare validierte Penicilloylderivate wie Penicilloyl G, Penicilloyl V, Ampicilloyl, Amoxicilloyl und Cefaclor kann zum Ausschluss einer BLA-Allergie eine direkte Provokationstestung sinnvoll sein (26).

Anamneseabhängige risikostratifizierte Behandlungspfade (Algorithmen) versuchen alle oben genannten Möglichkeiten zu integrieren (Grafik). Praktikable Strategien werden aktuell überprüft (4, 7, 19).

Empfehlungen für Patienten mit vermuteter Betalaktam-Antibiotika-Überempfindlichkeit bei dringender Behandlungsindikation, nach (<a class=2, 22, 26)" width="250" src="https://cfcdn.aerzteblatt.de/bilder/142120-250-0" data-bigsrc="https://cfcdn.aerzteblatt.de/bilder/142120-1400-0" data-fullurl="https://cfcdn.aerzteblatt.de/bilder/2022/05/img267034547.gif" />
Grafik
Empfehlungen für Patienten mit vermuteter Betalaktam-Antibiotika-Überempfindlichkeit bei dringender Behandlungsindikation, nach (2, 22, 26)

Wichtig ist es, die Patienten darüber aufzuklären, dass ihre Angaben für eine gründliche Abklärung von Bedeutung sind. Die ersten Ergebnisse zur optimalen Ausnutzung der Ressourcen je nach anamnesebasierter Risikostratifikation, das heißt die Einteilung der klinischen Manifestationen in verschiedene Risikogruppen, sind vielversprechend (Tabelle) (7). Computergestützte und systematische Bewertungsinstrumente wurden entwickelt und werden validiert.

Risikostratifizierungskriterien, modifiziert nach der dänischen Leitlinie zur Untersuchung der Penicillinallergie von 2019 (aus [26])
Tabelle
Risikostratifizierungskriterien, modifiziert nach der dänischen Leitlinie zur Untersuchung der Penicillinallergie von 2019 (aus [26])

Vorgehen im Notfall

Es gibt dringende Behandlungsindikationen für Patienten mit vermuteter BLA-Allergie, bei denen eine Abklärung nicht zeitgerecht möglich ist. Bei vielen dieser Patienten kann in dieser Situation ein nichtkreuzreaktives BLA gegeben werden (2, 27). Inzwischen ist bekannt, dass die immunologische Reaktivität bei der großen Mehrzahl der BLA nicht gegen die zentrale BL-Ringstruktur, sondern gegen die gruppenspezifischen Seitenketten gerichtet ist. Bei dringendem Bedarf können zum Beispiel Nicht-Aminopenicilline, Nicht-Aminocephalosporine, Azetronam oder Carbapenem der größten Gruppe der BLA-Allergiker in voller Dosis gegeben werden. Das sind diejenigen, die auf ein Aminopenicillin wie Amoxicillin, Ampicillin mit milden „gutartigen“ makulopapulösen Exanthemen ohne Blasen, Pusteln, systemische Reaktionen oder mit sehr hohen Schweregrad reagieren. Das Risiko ist so gering und das resultierende Exanthem so gut behandelbar, dass bei akutem Bedarf eine Meidung nicht zu rechtfertigen ist.

Bei Haut- und Weichteilinfektionen, zum Beispiel einem Erysipel, bietet sich häufig Cefazolin an, das keine verwandte Seitenkette mit anderen BLA hat und gegen das gewünschte Keimspektrum wirkt. Bei schweren Phlegmonen ist ein Carbapenem geeignet (28). Diese Gabe nichtkreuzreaktiver BLAs erlaubt zwar kein De-Labeling, ist aber bestens geeignet für Notfallsituationen und im stationären Setting (2, 27).

Über BLA-Allergie aufklären

Die Überprüfung der BLA-Allergiediagnose ist eine wichtige Aufgabe im Rahmen des antimikrobiellen Stewardship-Programms und betrifft eine große Zahl von Patienten. Diese Aufgabe sollte nicht allein durch Allergologen bewältigt werden, sondern durch die ganze Ärzteschaft. Parallel zum De-Labeling ist jedoch auch ein besseres Verständnis zu fordern, wann überhaupt ein Allergielabel ausgegeben werden sollte. Hier wäre eine bessere Aus- und Weiterbildung in Bezug auf Arzneimittelreaktionen hilfreich. Allein das Wissen, dass nur wenige akute Hautreaktionen nach BLA-Einnahme bei fieberhaften Infektionskrankheiten Folgen einer BLA-Allergie sind und das dafür gewisse klinische Bilder vorliegen und Zeitfenster eingehalten werden müssen, könnte die Anzahl voreilig festgestellter BLA-Allergien reduzieren (16).

Sowohl für Haut- als auch für Provokationstestungen werden Diagnostikallergene (DA) benötigt. Diese zählen gemäß § 2 des Arzneimittelgesetzes (AMG) als Arzneimittel, da sie dazu dienen, eine medizinische Diagnose zu stellen (13). Für das „Inverkehrbringen“ nach § 4 AMG benötigt ein Arzneimittel eine Zulassung der entsprechenden Bundesbehörde (17). In diesem Fall ist das PEI in Langen zuständig.

Die für die Allergiediagnostik, nach modernem Standard notwendigen DAP Penicilloyl und sogenannte „Minor determinant“-Penicillinderivate standen in Deutschland trotz der erheblichen Bedeutung von Penicillinallergien bis vor Kurzem nicht zur Verfügung. Eine früher bestehende Zulassung für Penicilloyl-Polylysin war vom damaligen Anbieter zurückgegeben worden. Grund für diese Rückgabe war nach Angaben des Herstellers die erhebliche Diskrepanz zwischen den Eigenkosten für die Aufrechterhaltung der Zulassung und Herstellung dieser DA und den geringen Einnahmen durch den Verkauf gewesen.

DAs zur Durchführung von Allergie-Hauttestungen werden nicht wie bei anderen diagnostischen Verfahren (zum Beispiel Röntgenkontrastmittel, Katheter, Narkosemittel et cetera) von den Krankenkassen für die Untersuchung ihrer Versicherten zur Verfügung gestellt. DAs müssen von den Ärzten bei den Allergenherstellern auf eigene Kosten eingekauft werden (29, 30).

Der Einheitliche Bewertungs-Maßstab (EBM) sieht in der Komplexziffer 30111 „Allergologisch-diagnostischer Komplex zur Diagnostik und/oder zum Ausschluss einer Allergie vom Soforttyp (Typ I)“ die Kostenpauschale 40351 in Höhe von 5,50 Euro vor. Da diese Kostenpauschale jedoch die Kosten kaum deckt und die Ziffer 30111 weitgehend im Regelleistungsvolumen budgetiert ist, wird eine Testung auf Penicillinallergie im ambulanten GKV-Bereich wohl überwiegend zulasten des durchführenden Arztes stattfinden. Es kann davon ausgegangen werden, dass Ärzte für die Durchführung einer sachgerechten Diagnostik bei Penicillinallergie pro Patient im Mittel 60–80 Euro an Personal- und Sachkosten aufbringen müssten (29, 30).

Durch diese Unterversorgung im De-Labeling der an vermeintlicher Penicillinallergie leidenden Patienten kommt es zu einer erheblichen Begünstigung der Entstehung antibiotikaresistenter Infektionen etwa durch MRSA (8).

De-Labeling spart Kosten

Zudem entstehen durch Nutzung von (erheblich teureren) Reserveantibiotika enorme Kosten. Praktisch ausnahmslos ist die Verordnung von Reserveantibiotika mit Mehrkosten verbunden, die zwischen circa 10–800 Euro je Behandlungsfall liegen können. In Deutschland betrugen 2016 die durchschnittlichen Nettokosten zulasten der GKV für die definierte Tagesdosis (DDD) von Amoxicillin 0,85 Euro und von Phenoxymethylpenicillin 1,35 Euro. Die entsprechenden Angaben lagen für alternative Antibiotika wie Clindamycin bei 2,36 Euro, Erythromycin bei 2,09 Euro, Fluorchinolone bei 2,52 Euro und Vancomycin bei 84,61 Euro. Zudem dauern stationäre Behandlungen bei Patienten mit vermutlicher Penicillinallergie bei Frauen mit 0,68 und bei Männern mit 0,35 Tagen deutlich länger als bei solchen ohne Angabe einer Penicillinallergie (31). Darüber hinaus sind Ersatzantibiotika mit erheblich häufigeren und schwereren Nebenwirkungen verbunden.

Prof. Dr. med. Ludger Klimek
Zentrum für Rhinologie und Allergologie, Wiesbaden

Prof. Dr. med. Hans Friedrich Merk
Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie RWTH Aachen

Prof. Dr. med. Heinrich Dickel
Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, St. Josef-Hospital, Universitätsklinikum, Ruhr-Universität Bochum

Prof. Dr. med. Knut Brockow
Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie am Biederstein,
Technische Universität München

Interessenkonflikte: Prof. Dickel und Prof. Klimek geben an, Honorare für Beratertätigkeiten von Stallergenes Greer Deutschland und für Vorträge vom Ärzteverband Deutscher Allergologen (AeDA) erhalten zu haben. Prof. Merk gibt an, Honorare für Beratertätigkeiten von Stallergenes Greer Deutschland erhalten zu haben. Prof. Brockow erklärt, dass keine Interessenkonflikte vorliegen.

Der Artikel unterliegt keinem Peer-Review.

Literatur im Internet:
www.aerzteblatt.de/lit1922
oder über QR-Code.

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Empfehlungen für Patienten mit vermuteter Betalaktam-Antibiotika-Überempfindlichkeit bei dringender Behandlungsindikation, nach (2, 22, 26)
Grafik
Empfehlungen für Patienten mit vermuteter Betalaktam-Antibiotika-Überempfindlichkeit bei dringender Behandlungsindikation, nach (2, 22, 26)
Risikostratifizierungskriterien, modifiziert nach der dänischen Leitlinie zur Untersuchung der Penicillinallergie von 2019 (aus [26])
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Risikostratifizierungskriterien, modifiziert nach der dänischen Leitlinie zur Untersuchung der Penicillinallergie von 2019 (aus [26])
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