ArchivDeutsches Ärzteblatt20/2022Extragenitale Endometriose in der Differenzialdiagnostik von nichtgynäkologischen Erkrankungen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Hintergrund: Die Endometriose ist eine chronische benigne Erkrankung, die etwa 10 % der Frauen im reproduktiven Alter betrifft. Pathognomonisch ist das Auftreten von Dysmenorrhö, Dyschezie, Dysurie, Dyspareunie und Infertilität. Die Erscheinungsformen der extragenitalen Endometriose (EE) stellen eine diagnostische Herausforderung dar, da diese Erkrankung aufgrund ihrer ungewöhnlichen Lokalisation mit Infiltration von verschiedensten Organen und entsprechender Symptomatik andere Erkrankungen imitieren kann.

Methode: Wir führten eine selektive Literaturrecherche zu den häufigsten extragenitalen Lokalisationen der Endometriose unter Berücksichtigung der aktuell geltenden Leitlinie durch.

Ergebnisse: Die Evidenzlage zur Behandlung der extragenitalen Endometriose basiert hauptsächlich auf Kohortenstudien und Querschnittsstudien. Die Therapie erfolgt entweder operativ mit Sanierung und/oder konservativ zum Beispiel einer Hormontherapie. Die gastrointestinale Endometriose ist die häufigste Manifestation der EE. Sie betrifft in fast 90 % das Rektum und das Sigma und präsentiert sich typischerweise mit Dyschezie. Die urogenitale Endometriose ist die zweithäufigste Form der EE. Sie tangiert in mehr als 85 % die Blase und und präsentiert sich durch Dysurie, Hämaturie oder Reizblasensymptomatik. Das Zwerchfell ist die Prädilektionsstelle der thorakalen Endometriose, wobei periodenassoziierte Schulterschmerzen sowie katamenialer Pneumothorax mögliche klinische Präsentationen darstellen. Die nervale Endometriose zeigt sich häufig mit einer Ischialgie. Bei der Endometriose der Bauchdecke treten schmerzhafte Knoten im Bereich von Narben nach abdominellen Eingriffen auf.

Schlussfolgerung: Eine kausale Therapie der chronisch verlaufenden Endometriose ist bisher nicht bekannt. Unter Berücksichtigung von Risikofaktoren und der Abwägung von Nutzen und Risiken wird die Therapie individuell mit der Patientin festgelegt. Eine rechtzeitige Diagnose ist hierbei von entscheidender Bedeutung.

LNSLNS

Das Vorkommen von endometrialem Gewebe außerhalb der Gebärmutterhöhle definiert die Endometriose, die etwa 10% der Frauen im reproduktiven Alter betrifft. Ihre Prävalenz in Deutschland liegt bei etwa 8,1 von 1 000 Frauen mit einer Häufung in der Gruppe zwischen 35 und 44 Jahren (1).

Bekannte Risikofaktoren sind (2)

  • frühe Menarche und späte Menopause
  • kurze Menstruationszyklen
  • niedriger Body-Mass Index (BMI)
  • niedrige Parität.

Die Ätiopathogenese der Endometriose ist bisher nicht geklärt. Als mögliche ursächliche Faktoren gelten eine uterine Hyperperistaltik und eine Hyperöstrogenisierung, diskutiert werden unter anderem aber auch genetische Faktoren, die Implantationstheorie und eine zelluläre Metaplasie (3).

Obwohl die Endometriose jährlich zu etwa 25 000 stationären Aufenthalten in Deutschland führt, ist das allgemeine Bewusstsein für die Erkrankung gering (3, 4). Die klassische Präsentation der Endometriose mit Dysmenorrhö, Dyspareunie, Infertilität sowie zyklusabhängigen Unterbauchschmerzen kann zur richtigen Diagnose führen. Dennoch wird die Endometriose in Deutschland mit einer Verspätung von bis zu 10 Jahren diagnostiziert, wobei als Ursache dafür Fehldiagnosen vermutet werden (5). Dies gilt insbesondere für die extragenitale Endometriose (EE), die circa 9 % der Patientinnen mit Endometriose betrifft (6). Die Mehrheit der Fälle der EE werden primär nichtgynäkologischen Fachrichtungen präsentiert (7). Eine Diagnoseverzögerung und daraus resultierende chronische Schmerzen können das Nervensystem dysregulieren, was zu einem abnormalen Schmerzmuster führen kann, dessen Abklärung noch aufwendiger ist (8, 9). Für die Patientinnen hat das körperliche, aber auch psychische und soziale Folgen (4). Deshalb sind das rechtzeitige Erkennen der Symptomatik und die Einleitung der adäquaten Therapie von großer Bedeutung.

Die Diagnostik beginnt mit der Anamnese und der gezielten Nachfrage bezüglich der Zyklusabhängigkeit. Die klinische Untersuchung erfolgt symptombezogen und beinhaltet die Spiegeleinstellung, die Palpation inklusive rektovaginaler Palpation, eine transvaginale Sonografie und eine Nierensonografie. Der Goldstandard zur histologischen Diagnosesicherung ist eine diagnostische Laparoskopie.

Der chronische Verlauf der Endometriose erfordert ein langfristiges und individuelles Therapiekonzept, das die konservative (symptomatische und hormonelle) sowie operative Behandlung beinhaltet und durch komplementärmedizinische Ansätze ergänzt werden kann. Die operative Therapie ist bei Organdestruktion, Abklärung von Sterilität und persistierenden Schmerzen indiziert, wobei unter Berücksichtigung der daraus resultierenden Lebensqualität der Patientin eine komplette laparoskopische Resektion angestrebt werden soll (3). Kohorten- und Querschnittsstudien konnten keinen eindeutigen Vorteil der operativen gegenüber der medikamentösen Therapie im Hinblick auf die Endometriose-assoziierte Schmerzsymptomatik zeigen (3).

Das Ziel der medikamentösen Behandlung ist eine sekundäre Amenorrhö zu erreichen. Die medikamentöse Therapie kann außer bei den genannten operativen Indikationen primär versucht werden. Dienogest, das Mittel der ersten Wahl, konnte in vier randomisierten kontrollierten Studien eine positive Wirkung auf Endometriose-assoziierte Beschwerden zeigen, wobei Nebenwirkungen im Sinne von Kopfschmerzen, Stimmungsschwankungen oder Zwischenblutungen bei weniger als 10 % der Patientinnen auftraten (3). Als Zweitlinientherapeutika können kombinierte orale Kontrazeptiva, Gonadotropin-Releasing-Hormon(GnRH)-Analoga oder lokal anwendbare Gestagene eingesetzt werden (3). Falls nach einer Operation nicht direkt eine Schwangerschaft angestrebt wird, empfiehlt die aktuelle Leitlinie die anschließende hormonelle Therapie, um die Rezidivraten zu senken (3). Die spezifische Diagnostik und operative Therapie der EE wird in den jeweiligen Abschnitten des vorliegenden Artikels genauer dargestellt.

In diesem Artikel möchten wir das klinische Bild der EE darstellen. Bereits 1989 haben Markham et al. vorgeschlagen, die EE in vier Kategorien einzuteilen (6, 10) (Tabelle 1):

Hauptlokalisationen der extragenitalen Endometriose
Tabelle 1
Hauptlokalisationen der extragenitalen Endometriose
  • gastrointestinale Endometriose (32,3 %)
  • urogenitale Endometriose (5,9 %)
  • thorakale Endometriose
  • andere Lokalisationen inklusive Nerven und Haut (insgesamt 61,8 %).

Diese Einteilung entspricht nicht der aktuellen Leitlinie, bietet aber eine bessere didaktische Übersicht. Ziel unseres Beitrags ist es, den diagnostischen Blick für die vielgestaltige Symptomatik der Endometriose zu schärfen, damit sie in differenzialdiagnostischen Überlegungen auch über das Fachgebiet der Gynäkologie hinaus stärker berücksichtigt wird.

Material und Methoden

Es erfolgte eine selektive Recherche in PubMed und Google Scholar zu vier Gruppen der EE unter Berücksichtigung der aktuellen Leitlinie Diagnostik und Therapie der Endometriose (3). Darauf basierend werden im Folgenden relevante Informationen für die klinische Praxis, insbesondere für nicht-gynäkologische Kolleginnen und Kollegen, zusammengefasst.

Gastrointestinale Endometriose

Die Endometriose des Verdauungstraktes (GIE) stellt die häufigste Lokalisation der EE dar und betrifft laut einer retrospektiven Analyse rund 23 % aller Patientinnen mit tief-infiltrierender Endometriose (TIE) (11). Dabei kann der Befall sowohl oberflächlich peritoneal als auch tief infiltrierend sein (12). Mit einem Anteil von 83,1 % ist die Beteiligung des Rektosigmoids am häufigsten, gefolgt von Appendix (6,4 %), Dünndarm (4,7 %), Zökum (4,1 %) und anderen Abschnitten des Gastrointestinaltrakts (1,7 %) (11).

Spezifisch für GIE sind Symptome wie Dyschezie, periodenabhängige Diarrhö, Hämatochezie oder Obstipation, Dyspareunie in der tiefen Penetration sowie Schmerzen beim Sitzen mit Ausstrahlung in den Damm (13). Auch unspezifische Beschwerden wie chronische Bauchschmerzen und Blähungen, wie sie beispielsweise beim Reizdarmsyndrom vorkommen, können durch Endometriose bedingt sein (14). Laut einer retrospektiven Analyse leiden 36 % der Patientinnen mit Reizdarmsyndrom auch an Endometriose (15). Appendizitis-typische Symptome sowie sonografische Auffälligkeiten im rechten Unterbauch können beim Befall des Appendix durch Endometriose auftreten (16). Die Wahrscheinlichkeit, einen Ileus zu erleiden, war in einer populationsbasierten Studie mit einer Odds Ratio (OR) von 14,6 (95-%-Konfidenzintervall: [11,4; 18,8]) für Patientinnen mit GIE deutlich erhöht (17).

Bei der Diagnostik können in der rektovaginalen Untersuchung mitunter Endometrioseherde getastet werden (18). Bei Verdacht auf GIE kann eine Magnetresonanztomografie (MRT) durchgeführt werden (19) (Abbildung 1), wobei sowohl die MRT als auch der transvaginale Ultraschall jeweils eine Sensitivität von 85–90 % und eine Spezifität von 96 % bei der Diagnose von Endometriose im Rektosigmoid erreichen (20). Die Koloskopie ist bei GIE, selbst bei zyklusabhängiger Hämatochezie, meist unauffällig (19), wird aber empfohlen, um gastroenterologische Differenzialdiagnosen auszuschließen. Zudem können dabei Stenosen sicher erkannt werden (21).

Magnetresonanztomografie des Endometrioseherdes des Rektums.
Abbildung 1
Magnetresonanztomografie des Endometrioseherdes des Rektums.

Die medikamentöse Therapie der GIE entspricht der üblichen medikamentösen Behandlung der Endometriose (13, 18). Eine operative Therapie der GIE wird empfohlen, wenn die medikamentöse Therapie die Symptome nicht ausreichend kontrolliert, und richtet sich grundsätzlich nach dem Schweregrad der Symptomatik, der Größe der Endometrioseherde sowie zu erwartenden Komplikationen (13). In einer prospektiven Studie entschieden sich 33 % der Patientinnen mit GIE nach 12 Monaten medikamentöser Therapie aufgrund einer unzureichenden Besserung für eine Operation (22). An GIE erkrankte Patientinnen mit Darmbeteiligung, die an Infertilität leiden, können laut einer retrospektiven Fallkontrollstudie von einer operativen Therapie vor Beginn der reproduktionsmedizinischen Behandlung durch höhere Schwangerschafts- und Lebendgeburtenraten profitieren (Lebendgeburtenrate nach drei Zyklen Fertilitätsbehandlung 70,6 % versus 54,9 %) (23). Die chirurgischen Therapieoptionen für Endometriose am Darm sind die oberflächliche Abtragung („shaving“), die diskoide Resektion und die Segmentresektion, wobei die Wahl der Operationstechnik von der Größe und der Lage der Läsionen abhängt. (21). Insbesondere im tiefen Rektum bis 5–8 cm ab dem Anus gilt es, die Risiken der Disk- oder Segmentresektion gegen den Nutzen einer solchen Operation abzuwägen (13, 18). Schwere postoperative Komplikationen wie zum Beispiel eine Blasenentleerungstörung oder Fisteln treten laut einem systematischen Review bei etwa 11 % der Frauen auf (24) (Tabelle 2).

Übersicht der operativen Ansätze bei der extragenitalen Endometriose
Tabelle 2
Übersicht der operativen Ansätze bei der extragenitalen Endometriose

Urogenitale Endometriose

Die Endometriose des Urogenitaltraktes (UGE) ist die zweithäufigste Form der EE. Sie betrifft die Blase in über 85 % , die Ureteren in 10 %, die Nieren in 4 % und die Urethra in 2 % der Fälle (25). Typischerweise tritt die UGE bei Frauen zwischen dem 30. und dem 45. Lebensjahr auf (26). Als Risikofaktoren für eine UGE gelten vorangegangene Operationen im kleinen Becken; daneben wurde auch eine familiäre Häufung beschrieben (27). Patientinnen mit parametraner Infiltration durch Endometriose und niedrigem BMI haben nach einer retrospektiven Analyse ein erhöhtes Risiko für eine Ureterinfiltration (OR 2,94; [1,24; 6,97] (28). Als protektiver Faktor der Blasenendometriose scheint ein retroflektierter Uterus zu gelten (27). Die Blase ist am häufigsten am Blasendach betroffen. Die Ureterendometriose kommt häufiger beim linken Ureter und seinem distalen Teil vor, was auf anatomische Unterschiede zwischen rechtem und linkem Unterbauch zurückzuführen ist (28).

Tückisch an der UGE ist, dass sie bei bis zu 50 % der betroffenen Patientinnen stumm verläuft, was bei der Ureterendometriose zwar sehr selten, aber Fallberichten zufolge zum vollständigen Funktionsverlust der vorgeschalteten Niere führen kann (29). Neben typischen oben genannten Beschwerden kann sich die Blasenendometriose durch Dysurie, rezidivierende Harnwegsinfekte, Hämaturie, Reizblasensymptomatik, Tenesmen oder auch Inkontinenz präsentieren (30). Perizyklisch kommen die Beschwerden laut einem systematischen Review bei circa 40 % der Frauen mit Blasenendometriose vor (31). Nur 15 % der Frauen mit Endometriose des Ureters sind symptomatisch im Sinne von bestehenden Flankenschmerzen oder Hämaturie (25).

Nach einer Analyse von 13 Patientinnen wurden 70 % der Fälle einer Hydronephrose bei UGE durch die behandelnden Hausärztinnen/Hausärzte entdeckt (32). In der Diagnostik spielt besonders die Abhängigkeit der Beschwerden vom Zyklus eine Rolle. Die UGE kann sich durch tastbare Knoten in der Vagina und/oder dem Darm sowie verkürzte Parametrien zeigen. Laut Carfagna et al. können sonografisch echoreiche Herde sowohl in der Blasenwand als auch im Bereich der Harnleiter in gewissen Fällen dargestellt werden (Sensitivität knapp 56 %, Spezifität 100 %) (e1). Eine Urinuntersuchung inklusive Urinzytologie ist gegebenenfalls um eine Zystoskopie mit Histologiegewinnung zu ergänzen, insbesondere zur Differenzialdiagnostik von Raumforderungen im Bereich der Blase (31). Eine MRT kann bei Verdacht auf eine intrinsische Ureterendometriose oder kleinen Blasenläsionen hilfreich sein (3).

Die Endometriose der Blase kann im Einzelfall medikamentös behandelt werden, die aktuelle Leitlinie empfiehlt die Resektion der Herde (3). Eine Hydronephrose stellt eine absolute Indikation zur Operation dar. Eine Ureterolyse mit dem Ziel, den Ureter zu befreien, muss nach der Diagnosestellung zeitnah erfolgen und führt laut einer Metaanalyse in 86,7 % der Fälle zum Erfolg (33). Weitere Behandlungsoptionen sind eine Ureterresektion und -neuimplantation. Risiken wie zum Beispiel die Entstehung einer Fistel oder einer Stenose und Rezidivraten nach der operativen Therapie der UGE wurden in einem systematischen Review analysiert (33) (Tabelle 2).

Thorakale Endometriose

Die Thoraxendometriose (TE) ist eine grundsätzlich seltene Erkrankung. Sie kann laut einem systematischen Review mit 628 Patientinnen am häufigsten das Zwerchfell (44,5 %), seltener die Pleura (12,7 %) und die Lunge (4,5 %) betreffen, häufig kommt es aber zum simultanen Befall mehrerer Strukturen. 53–84 % der Frauen mit TE haben auch einen genitalen Befall (7). Das Erkrankungsalter ist im Vergleich zur genitalen Endometriose um rund fünf Jahre höher (30. bis 34. Lebensjahr) (34).

Ein typisches Symptom stellen zyklusabhängige, meist rechtsseitige Schmerzen im Bereich von Thorax, Scapula oder Schulter dar, die sich durch die gemeinsame Innervation des Zwerchfells durch das Segment C5 erklären lassen und laut einem systematischen Review etwa 10 % der Patientinnen betreffen (7). Ein zyklusassoziierter (katamenialer) Pneumothorax (Auftreten 24 h vor bis 72 h nach Einsetzen der Menstruationsblutung) gehört zu weiteren Merkmalen der TE. Laut einem systematischen Review entstehen 7,3–36,7 % aller Fälle von spontanen Pneumothoraces bei Frauen im reproduktiven Alter aufgrund einer Endometriose (35). Der Pneumothorax tritt in 93 % aller Fälle rechts auf, seltener links oder bilateral, wobei der Grund für die Seitenpräferenz bisher nicht ausreichend erklärt werden konnte (7, 34). Auch zyklusunabhängig kann ein Pneumothorax auftreten, dies ist bei etwa 25 % aller Patientinnen mit TE der Fall (7). Hämoptysen, besonders bei Lungenendometriose (82 %), Husten oder Dyspnoe können zusätzlich zur oben genannten Symptomatik bei Befall von Lunge oder Pleura vorkommen (7).

Die Diagnostik erfolgt durch die anamnestische Korrelation von Schulter- /Thoraxschmerzen mit der Menstruationsblutung sowie die radiologische Diagnostik, wobei die MRT in der T1-fettunterdrückten Sequenz die höchste Spezifität zeigen konnte (36). Bei Hämoptysen kann eine Bronchoskopie hilfreich sein, gerade auch, um die deutlich häufigeren Differenzialdiagnosen abzugrenzen. Eine endgültige Diagnosesicherung gelingt durch den histologischen Nachweis von Endometrioseherden.

Bei der chirurgischen Therapie wird in einer Metaanalyse ein zweizeitiges Vorgehen mit anschließender medikamentöser Behandlung empfohlen (37). Zunächst sollte die chirurgische Therapie erfolgen. Je nach Wahrscheinlichkeit der Endometriose als Auslöser der Beschwerden umfasst diese eine videoassistierte thorakoskopische Chirurgie (VATS) (bei niedriger bis moderater Wahrscheinlichkeit einer TE) oder eine VATS mit Laparoskopie im interdisziplinären Ansatz durch Thoraxchirurginnen und Thoraxchirurgen sowie Gynäkologinnen und Gynäkologen (bei hoher Wahrscheinlichkeit einer TE). Hier zeigen sich in der Mehrzahl der Fälle Defekte im Diaphragma, die dann chirurgisch versorgt werden (7, 38) (Abbildung 2). In den Fällen ohne übernähbaren Defekt kann sich eine Pleurodese anschließen (39).

Operative Therapie der thorakalen Endometriose
Abbildung 2
Operative Therapie der thorakalen Endometriose

Endometriose der Nerven und der Haut

Die nervale Beteiligung gehört ebenfalls zu den seltenen Erscheinungsformen der EE. Am häufigsten betroffen sind laut einem Review die Nerven des Plexus sacralis (ESN) und hier insbesondere der Nervus ischiadicus (40). Etwa 34 % der Patientinnen zeigen ausschließlich einen Nervenbefall ohne Nachweis von peritonealen Endometrioseherden (40). Als Ätiopathogenese wird hierbei die Entwicklung aus undifferenzierten Zellen innerhalb des Nervs selbst diskutiert (e2).

Als typisch gilt eine zyklische perimenstruelle Ischialgie. Bleibt die Erkrankung über längere Zeit unbehandelt, kann dies zu einer konstanten Schmerzsymptomatik und neurologischen Defiziten führen (e3). In einer retrospektiven Analyse mit 267 Patientinnen traten neurologische Defizite bereits ein bis drei Jahre nach Beginn der Schmerzsymptomatik auf, womit die ESN eine schnell fortschreitende Form der EE zu sein scheint. Entsprechend des motorischen und sensiblen Versorgungsgebietes der betroffenen Nerven des Plexus sacralis kann es zu Hüft-, Bein- und Beckenschmerzen, Taubheitsgefühlen, Kribbeln und Schmerzen der unteren Extremität sowie motorischen Defiziten mit Gangstörungen und Muskelatrophien kommen (40). Die Symptomatik ist in aller Regel einseitig, überwiegend rechtsseitig (e4). In Abgrenzung zum Bandscheibenvorfall sind meist mehrere Nervenwurzeln und damit mehrere Dermatome und Kennmuskeln betroffen.

In der transvaginalen Untersuchung des Sakralplexus kann in Einzelfällen ein positives Hoffmann-Tinel-Zeichen mit Triggerschmerz und Parästhesien provoziert werden. Neurophysiologische Tests können Hinweise auf das nervale Schädigungsmuster geben, sind bei geringer Spezifität allerdings wenig zielführend. Diagnoseverfahren der Wahl ist laut einer kleiner Fallserie die MRT (e5). Alternativ wird die Sonografie als geeignete Methode beschrieben (e6).

Erfolge einer rein medikamentösen Therapie bei Endometriose mit Befall des Plexus sacralis wurden selten berichtet (e6). Die operative Therapie, mit Exzision der parametranen und peritonealen Herde, wird in kleineren retrospektiven Analysen und Fallserien beschrieben. Sie verbesserte signifikant die Lebensqualität und die Schmerzsymptomatik der Patientinnen, wobei als die häufigste postoperative Komplikation die Blasenentleerungsstörung beschrieben wurde (e7).

Eine weitere Lokalisation der Endometriose ist die Hautnarbe nach einer Kaiserschnittentbindung, Hysterektomie oder Laparoskopie, die sich als Knoten im epifaszialen Bereich präsentiert und laut einem Review weniger als 1 % der Frauen mit Endometriose betrifft (e8). Diese gutartigen, schmerzhaften Knoten können einfach exzidiert werden. In Tabelle 1 sind die häufigsten Lokalisationen zusammengefasst.

Resümee

Die Endometriose ist eine benigne, aber chronisch verlaufende Erkrankung, die verschiedene Organsysteme betreffen und eine vielfältige Symptomatik verursachen kann. Das rechtzeitige Einleiten der Therapie, ob konservativ oder chirurgisch, ist entscheidend für den Behandlungserfolg. Die Grundlage hierfür bildet das Erkennen der Endometriose.

Interessenkonflikt
Die Autorin und Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Manuskriptdaten
eingereicht: 02.11.2021, revidierte Fassung angenommen: 30.03.2022

Anschrift für die Verfasser
Dr. med. Davut Dayan
Universitätsklinikum Ulm
Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
Prittwitzstr. 43
89075 Ulm (Michelsberg)
davut.dayan@uniklinik-ulm.de

Zitierweise
Lukac S, Schmid M, Pfister K, Janni W, Schäffler H, Dayan D: Extragenital endometriosis in the differential diagnosis of non-gynecological diseases. Dtsch Arztebl Int 2022; 119: 361–7. DOI: 10.3238/arztebl.m2022.0176

►Die englische Version des Artikels ist online abrufbar unter:
www.aerzteblatt-international.de

Zusatzmaterial
eLiteratur
www.aerzteblatt.de/m2022.0176 oder über QR-Code

1.
Abbas S, Ihle P, Köster I, Schubert I: Prevalence and incidence of diagnosed endometriosis and risk of endometriosis in patients with endometriosis-related symptoms: findings from a statutory health insurance-based cohort in Germany. Eur J Obstet Gynecol Reprod Biol 2012; 160: 79–83 CrossRef MEDLINE
2.
Shafrir AL, Farland L v., Shah DK, et al.: Risk for and consequences of endometriosis: a critical epidemiologic review. Best Pract Res Clin Obstet Gynaecol 2018; 51: 1–15 CrossRef MEDLINE
3.
Burghaus S, Schäfer SD, Beckmann MW, et al.: Diagnosis and treatment of endometriosis. Guideline of the DGGG, SGGG and OEGGG (S2k Level, AWMF Registry Number 015/045, August 2020). Geburtshilfe Frauenheilkd 2021; 81: 422–46 CrossRef MEDLINE PubMed Central
4.
Zondervan KT, Becker CM, Missmer SA: Endometriosis. N Engl J Med 2020; 382: 1244–56 CrossRef MEDLINE
5.
Hudelist G, Fritzer N, Thomas A, et al.: Diagnostic delay for endometriosis in Austria and Germany: causes and possible consequences. Hum Reprod (Oxford, England) 2012; 27: 3412–6 CrossRefMEDLINE
6.
Chamié LP, Ribeiro DMFR, Tiferes DA, Macedo Neto AC de, Serafini PC: Atypical sites of deeply infiltrative endometriosis: clinical characteristics and imaging findings. RadioGraphics 2018; 38: 309–28 CrossRef MEDLINE
7.
Andres MP, Arcoverde FVL, Souza CCC, Fernandes LFC, Abrao MS, Kho RM: Extrapelvic endometriosis: a systematic review. J Minim Invasive Gynecol 2019/10/17. 2020; 27: 373–89 CrossRef MEDLINE
8.
Stratton P, Berkley KJ: Chronic pelvic pain and endometriosis: translational evidence of the relationship and implications. Hum Reprod Update 2011; 17: 327–46 CrossRef MEDLINE PubMed Central
9.
Cromeens MG, Carey ET, Robinson WR, Knafl K, Thoyre S: Timing, delays and pathways to diagnosis of endometriosis: a scoping review protocol. BMJ Open 2021; 11 CrossRef MEDLINE PubMed Central
10.
Markham SM, Carpenter SE, Rock JA: Extrapelvic endometriosis. Obstet Gynecol Clin North Am 1989; 16: 193–219 CrossRef
11.
Chapron C, Chopin N, Borghese B, et al.: Deeply infiltrating endometriosis: pathogenetic implications of the anatomical distribution. Hum Reprod 2006; 21: 1839–45 CrossRef MEDLINE
12.
Nezhat C, Lindheim SR, Backhus L, et al.: Thoracic endometriosis syndrome: a review of diagnosis and management. JSLS 2019; 23 CrossRef MEDLINE PubMed Central
13.
Young S, Burns MK, DiFrancesco L, Nezhat A, Nezhat C: Diagnostic and treatment guidelines for gastrointestinal and genitourinary endometriosis. J Turk Ger Gynecol Assoc 2017; 18: 200–9 CrossRef MEDLINE PubMed Central
14.
Soumekh A, Nagler J: Gastrointestinal endometriosis causing subacute intestinal obstruction with gradual development of weight loss and misdiagnosed as irritable bowel syndrome. Case Rep Gastroenterol 2014; 8: 51–5 CrossRef MEDLINE PubMed Central
15.
Moore JS, Gibson PR, Perry RE, Burgell RE: Endometriosis in patients with irritable bowel syndrome: specific symptomatic and demographic profile, and response to the low FODMAP diet. Aust N Z J Obstet Gynaecol 2017; 57: 201–5 CrossRef MEDLINE
16.
Emre A, Akbulut S, Yilmaz M, Bozdag Z: An unusual cause of acute appendicitis: appendiceal endometriosis. Int J Surg Case Rep 2013; 4: 54–7 CrossRef MEDLINE PubMed Central
17.
Aldhaheri S, Suarthana E, Capmas P, Badeghiesh A, Gil Y, Tulandi T: Association between bowel obstruction or intussusception and endometriosis. J Obstet Gynaecol Can 2021; 43: 440–6 CrossRef MEDLINE
18.
Nezhat C, Li A, Falik R, et al.: Bowel endometriosis: diagnosis and management. Am J Obstet Gynecol 2018; 218: 549–62 CrossRef MEDLINE
19.
Lüchinger AB, Busard MPH, Mijatovic V, van Waesberghe JHTM, Mulder CJ, Hompes PGA: Cyclic hematochezia: a sign of intestinal endometriosis? An evaluation by magnetic resonance imaging and colonoscopy. J Endometr 2011; 3: 47–52 CrossRef
20.
Moura APC, Ribeiro HSAA, Bernardo WM, et al.: Accuracy of transvaginal sonography versus magnetic resonance imaging in the diagnosis of rectosigmoid endometriosis: systematic review and meta-analysis. PloS one 2019; 14: e0214842 CrossRef MEDLINE PubMed Central
21.
Keckstein J, Becker CM, Canis M, et al.: Recommendations for the surgical treatment of endometriosis. Part 2: deep endometriosis. Hum Reprod Open 2020; 2020: hoaa002 CrossRef MEDLINE PubMed Central
22.
Ferrero S, Camerini G, Ragni N, Venturini PL, Biscaldi E, Remorgida V: Norethisterone acetate in the treatment of colorectal endometriosis: a pilot study. Hum Reprod 2010; 25: 94–100 CrossRef MEDLINE
23.
Bendifallah S, Roman H, Mathieu d’Argent E, et al.: Colorectal endometriosis-associated infertility: should surgery precede ART? Fertil Steril 2017; 108: 525–31.e4 CrossRef MEDLINE
24.
de Cicco C, Corona R, Schonman R, Mailova K, Ussia A, Koninckx PR: Bowel resection for deep endometriosis: a systematic review. BJOG 2011; 118: 285–91 CrossRef MEDLINE
25.
Leonardi M, Espada M, Kho RM, et al.: Endometriosis and the urinary tract: from diagnosis to surgical treatment. Diagnostics (Basel, Switzerland) 2020; 10: 771 CrossRef CrossRef
26.
Charatsi D, Koukoura O, Ntavela IG, et al.: Gastrointestinal and urinary tract endometriosis: a review on the commonest locations of extrapelvic endometriosis. Adv Med 2018; 2018: 3461209 CrossRef MEDLINE PubMed Central
27.
Nezhat C, Falik R, McKinney S, King LP: Pathophysiology and management of urinary tract endometriosis. Nat Rev Urol 2017; 14: 359–72 CrossRef MEDLINE
28.
Raimondo D, Mabrouk M, Zannoni L, et al.: Severe ureteral endometriosis: frequency and risk factors. J Obstet Gynaecol 2018; 38: 257–60 CrossRef MEDLINE
29.
Arrieta Bretón S, López Carrasco A, Hernández Gutiérrez A, Rodríguez González R, de Santiago García J: Complete loss of unilateral renal function secondary to endometriosis: a report of three cases. Eur J Obstet Gynecol Reprod Biol 2013; 171: 132–7 CrossRef MEDLINE
30.
Leone Roberti Maggiore U, Ferrero S, Salvatore S: Urinary incontinence and bladder endometriosis: conservative management. Int Urogynecol J 2015; 26: 159–62 CrossRef MEDLINE
31.
Maccagnano C, Pellucchi F, Rocchini L, et al.: Diagnosis and treatment of bladder endometriosis: State of the Art. Urol Int 2012; 89: 249–58 CrossRef MEDLINE
32.
Smith IAR, Cooper M: Management of ureteric endometriosis associated with hydronephrosis: an Australian case series of 13 patients. BMC Res Notes 2010; 3: 45 CrossRef MEDLINE PubMed Central
33.
Cavaco-Gomes J, Martinho M, Gilabert-Aguilar J, Gilabert-Estélles J: Laparoscopic management of ureteral endometriosis: a systematic review. Eur J Obstet Gynecol Reprod Biol 2017; 210: 94–101 CrossRef MEDLINE
34.
Joseph J, Sahn SA: Thoracic endometriosis syndrome: new observations from an analysis of 110 cases. Am J Med 1996; 100: 164–70 CrossRef
35.
Gil Y, Tulandi T: Diagnosis and treatment of catamenial pneumothorax: a systematic review. J Minim Invasive Gynecol 2020; 27: 48–53 CrossRef MEDLINE
36.
Rousset P, Gregory J, Rousset-Jablonski C, et al.: MR diagnosis of diaphragmatic endometriosis. Eur Radiol 2016; 26: 3968–77 CrossRef MEDLINE
37.
Ciriaco P, Muriana P, Lembo R, Carretta A, Negri G: treatment of thoracic endometriosis syndrome: a meta-analysis and review. Ann Thorac Surg 2022; 113: 324–36 MEDLINE MEDLINE
38.
Tulandi T, Sirois C, Sabban H, et al.: Relationship between catamenial pneumothorax or non-catamenial pneumothorax and endometriosis. J Minim Invasive Gynecol 2018; 25: 480–3 CrossRef MEDLINE
39.
Korom S, Canyurt H, Missbach A, et al.: Catamenial pneumothorax revisited: clinical approach and systematic review of the literature. J Thorac Cardiovasc Surg 2004; 128: 502–8 CrossRef CrossRef
40.
Siquara De Sousa AC, Capek S, Amrami KK, Spinner RJ: Neural involvement in endometriosis: review of anatomic distribution and mechanisms. Clin Anat 2015; 28: 1029–38 CrossRef MEDLINE
e1.
Carfagna P, De Cicco Nardone C, De Cicco Nardone A: Role of transvaginal ultrasound in evaluation of ureteral involvement in deep infiltrating endometriosis. Ultrasound Obstet Gynecol 2018; 51: 550–5 CrossRef MEDLINE
e2.
Possover M: Laparoscopic morphological aspects and tentative explanation of the aetiopathogenesis of isolated endometriosis of the sciatic nerve: a review based on 267 patients. Facts Views Vis Obgyn 2021; 13: 369–75 CrossRef MEDLINE
e3.
Niro J, Fournier M, Oberlin C, le Tohic A, Panel P: Endometriotic lesions of the lower troncular nerves. Gynécol Obstét Fertil 2014; 42: 702–5 CrossRef MEDLINE
e4.
Possover M: Five-year follow-up after laparoscopic large nerve resection for deep infiltrating sciatic nerve endometriosis. J Minim Invasive Gynecol 2017; 24: 822–6 CrossRef MEDLINE
e5.
Siquara de Sousa AC, Capek S, Howe BM, Jentoft ME, Amrami KK, Spinner RJ: Magnetic resonance imaging evidence for perineural spread of endometriosis to the lumbosacral plexus: report of 2 cases. Neurosurg Focus 2015; 39: E15 CrossRef MEDLINE
e6.
Arányi Z, Polyák I, Tóth N, Vermes G, Göcsei Z: Ultrasonography of sciatic nerve endometriosis. Muscle Nerve 2016; 54: 500–5 CrossRef MEDLINE
e7.
Roman H, Dehan L, Merlot B, et al.: Postoperative outcomes after surgery for deep endometriosis of the sacral plexus and sciatic nerve: a 52-patient consecutive series. J Minim Invasive Gynecol 2021; 28: 1375–83 CrossRef MEDLINE
e8.
Danielpour PJ, Layke JC, Durie N, Glickman LT: Scar endometriosis – a rare cause for a painful scar: a case report and review of the literature. Can J Plast Surg 2010; 18: 19 CrossRef MEDLINE
Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Universitätsklinikum Ulm: MUDr. Stefan Lukac, Dr. med. Marinus Schmid, Dr. med. Kerstin Pfister, Prof. Dr. med. Wolfgang Janni, Dr. med Henning Schäffler, Dr. med. Davut Dayan
Magnetresonanztomografie des Endometrioseherdes des Rektums.
Abbildung 1
Magnetresonanztomografie des Endometrioseherdes des Rektums.
Operative Therapie der thorakalen Endometriose
Abbildung 2
Operative Therapie der thorakalen Endometriose
Hauptlokalisationen der extragenitalen Endometriose
Tabelle 1
Hauptlokalisationen der extragenitalen Endometriose
Übersicht der operativen Ansätze bei der extragenitalen Endometriose
Tabelle 2
Übersicht der operativen Ansätze bei der extragenitalen Endometriose
1.Abbas S, Ihle P, Köster I, Schubert I: Prevalence and incidence of diagnosed endometriosis and risk of endometriosis in patients with endometriosis-related symptoms: findings from a statutory health insurance-based cohort in Germany. Eur J Obstet Gynecol Reprod Biol 2012; 160: 79–83 CrossRef MEDLINE
2.Shafrir AL, Farland L v., Shah DK, et al.: Risk for and consequences of endometriosis: a critical epidemiologic review. Best Pract Res Clin Obstet Gynaecol 2018; 51: 1–15 CrossRef MEDLINE
3.Burghaus S, Schäfer SD, Beckmann MW, et al.: Diagnosis and treatment of endometriosis. Guideline of the DGGG, SGGG and OEGGG (S2k Level, AWMF Registry Number 015/045, August 2020). Geburtshilfe Frauenheilkd 2021; 81: 422–46 CrossRef MEDLINE PubMed Central
4.Zondervan KT, Becker CM, Missmer SA: Endometriosis. N Engl J Med 2020; 382: 1244–56 CrossRef MEDLINE
5.Hudelist G, Fritzer N, Thomas A, et al.: Diagnostic delay for endometriosis in Austria and Germany: causes and possible consequences. Hum Reprod (Oxford, England) 2012; 27: 3412–6 CrossRefMEDLINE
6.Chamié LP, Ribeiro DMFR, Tiferes DA, Macedo Neto AC de, Serafini PC: Atypical sites of deeply infiltrative endometriosis: clinical characteristics and imaging findings. RadioGraphics 2018; 38: 309–28 CrossRef MEDLINE
7.Andres MP, Arcoverde FVL, Souza CCC, Fernandes LFC, Abrao MS, Kho RM: Extrapelvic endometriosis: a systematic review. J Minim Invasive Gynecol 2019/10/17. 2020; 27: 373–89 CrossRef MEDLINE
8.Stratton P, Berkley KJ: Chronic pelvic pain and endometriosis: translational evidence of the relationship and implications. Hum Reprod Update 2011; 17: 327–46 CrossRef MEDLINE PubMed Central
9.Cromeens MG, Carey ET, Robinson WR, Knafl K, Thoyre S: Timing, delays and pathways to diagnosis of endometriosis: a scoping review protocol. BMJ Open 2021; 11 CrossRef MEDLINE PubMed Central
10.Markham SM, Carpenter SE, Rock JA: Extrapelvic endometriosis. Obstet Gynecol Clin North Am 1989; 16: 193–219 CrossRef
11.Chapron C, Chopin N, Borghese B, et al.: Deeply infiltrating endometriosis: pathogenetic implications of the anatomical distribution. Hum Reprod 2006; 21: 1839–45 CrossRef MEDLINE
12.Nezhat C, Lindheim SR, Backhus L, et al.: Thoracic endometriosis syndrome: a review of diagnosis and management. JSLS 2019; 23 CrossRef MEDLINE PubMed Central
13.Young S, Burns MK, DiFrancesco L, Nezhat A, Nezhat C: Diagnostic and treatment guidelines for gastrointestinal and genitourinary endometriosis. J Turk Ger Gynecol Assoc 2017; 18: 200–9 CrossRef MEDLINE PubMed Central
14.Soumekh A, Nagler J: Gastrointestinal endometriosis causing subacute intestinal obstruction with gradual development of weight loss and misdiagnosed as irritable bowel syndrome. Case Rep Gastroenterol 2014; 8: 51–5 CrossRef MEDLINE PubMed Central
15.Moore JS, Gibson PR, Perry RE, Burgell RE: Endometriosis in patients with irritable bowel syndrome: specific symptomatic and demographic profile, and response to the low FODMAP diet. Aust N Z J Obstet Gynaecol 2017; 57: 201–5 CrossRef MEDLINE
16.Emre A, Akbulut S, Yilmaz M, Bozdag Z: An unusual cause of acute appendicitis: appendiceal endometriosis. Int J Surg Case Rep 2013; 4: 54–7 CrossRef MEDLINE PubMed Central
17.Aldhaheri S, Suarthana E, Capmas P, Badeghiesh A, Gil Y, Tulandi T: Association between bowel obstruction or intussusception and endometriosis. J Obstet Gynaecol Can 2021; 43: 440–6 CrossRef MEDLINE
18.Nezhat C, Li A, Falik R, et al.: Bowel endometriosis: diagnosis and management. Am J Obstet Gynecol 2018; 218: 549–62 CrossRef MEDLINE
19.Lüchinger AB, Busard MPH, Mijatovic V, van Waesberghe JHTM, Mulder CJ, Hompes PGA: Cyclic hematochezia: a sign of intestinal endometriosis? An evaluation by magnetic resonance imaging and colonoscopy. J Endometr 2011; 3: 47–52 CrossRef
20.Moura APC, Ribeiro HSAA, Bernardo WM, et al.: Accuracy of transvaginal sonography versus magnetic resonance imaging in the diagnosis of rectosigmoid endometriosis: systematic review and meta-analysis. PloS one 2019; 14: e0214842 CrossRef MEDLINE PubMed Central
21.Keckstein J, Becker CM, Canis M, et al.: Recommendations for the surgical treatment of endometriosis. Part 2: deep endometriosis. Hum Reprod Open 2020; 2020: hoaa002 CrossRef MEDLINE PubMed Central
22.Ferrero S, Camerini G, Ragni N, Venturini PL, Biscaldi E, Remorgida V: Norethisterone acetate in the treatment of colorectal endometriosis: a pilot study. Hum Reprod 2010; 25: 94–100 CrossRef MEDLINE
23.Bendifallah S, Roman H, Mathieu d’Argent E, et al.: Colorectal endometriosis-associated infertility: should surgery precede ART? Fertil Steril 2017; 108: 525–31.e4 CrossRef MEDLINE
24.de Cicco C, Corona R, Schonman R, Mailova K, Ussia A, Koninckx PR: Bowel resection for deep endometriosis: a systematic review. BJOG 2011; 118: 285–91 CrossRef MEDLINE
25.Leonardi M, Espada M, Kho RM, et al.: Endometriosis and the urinary tract: from diagnosis to surgical treatment. Diagnostics (Basel, Switzerland) 2020; 10: 771 CrossRef CrossRef
26.Charatsi D, Koukoura O, Ntavela IG, et al.: Gastrointestinal and urinary tract endometriosis: a review on the commonest locations of extrapelvic endometriosis. Adv Med 2018; 2018: 3461209 CrossRef MEDLINE PubMed Central
27.Nezhat C, Falik R, McKinney S, King LP: Pathophysiology and management of urinary tract endometriosis. Nat Rev Urol 2017; 14: 359–72 CrossRef MEDLINE
28.Raimondo D, Mabrouk M, Zannoni L, et al.: Severe ureteral endometriosis: frequency and risk factors. J Obstet Gynaecol 2018; 38: 257–60 CrossRef MEDLINE
29.Arrieta Bretón S, López Carrasco A, Hernández Gutiérrez A, Rodríguez González R, de Santiago García J: Complete loss of unilateral renal function secondary to endometriosis: a report of three cases. Eur J Obstet Gynecol Reprod Biol 2013; 171: 132–7 CrossRef MEDLINE
30.Leone Roberti Maggiore U, Ferrero S, Salvatore S: Urinary incontinence and bladder endometriosis: conservative management. Int Urogynecol J 2015; 26: 159–62 CrossRef MEDLINE
31.Maccagnano C, Pellucchi F, Rocchini L, et al.: Diagnosis and treatment of bladder endometriosis: State of the Art. Urol Int 2012; 89: 249–58 CrossRef MEDLINE
32.Smith IAR, Cooper M: Management of ureteric endometriosis associated with hydronephrosis: an Australian case series of 13 patients. BMC Res Notes 2010; 3: 45 CrossRef MEDLINE PubMed Central
33.Cavaco-Gomes J, Martinho M, Gilabert-Aguilar J, Gilabert-Estélles J: Laparoscopic management of ureteral endometriosis: a systematic review. Eur J Obstet Gynecol Reprod Biol 2017; 210: 94–101 CrossRef MEDLINE
34.Joseph J, Sahn SA: Thoracic endometriosis syndrome: new observations from an analysis of 110 cases. Am J Med 1996; 100: 164–70 CrossRef
35.Gil Y, Tulandi T: Diagnosis and treatment of catamenial pneumothorax: a systematic review. J Minim Invasive Gynecol 2020; 27: 48–53 CrossRef MEDLINE
36.Rousset P, Gregory J, Rousset-Jablonski C, et al.: MR diagnosis of diaphragmatic endometriosis. Eur Radiol 2016; 26: 3968–77 CrossRef MEDLINE
37.Ciriaco P, Muriana P, Lembo R, Carretta A, Negri G: treatment of thoracic endometriosis syndrome: a meta-analysis and review. Ann Thorac Surg 2022; 113: 324–36 MEDLINE MEDLINE
38.Tulandi T, Sirois C, Sabban H, et al.: Relationship between catamenial pneumothorax or non-catamenial pneumothorax and endometriosis. J Minim Invasive Gynecol 2018; 25: 480–3 CrossRef MEDLINE
39.Korom S, Canyurt H, Missbach A, et al.: Catamenial pneumothorax revisited: clinical approach and systematic review of the literature. J Thorac Cardiovasc Surg 2004; 128: 502–8 CrossRef CrossRef
40.Siquara De Sousa AC, Capek S, Amrami KK, Spinner RJ: Neural involvement in endometriosis: review of anatomic distribution and mechanisms. Clin Anat 2015; 28: 1029–38 CrossRef MEDLINE
e1.Carfagna P, De Cicco Nardone C, De Cicco Nardone A: Role of transvaginal ultrasound in evaluation of ureteral involvement in deep infiltrating endometriosis. Ultrasound Obstet Gynecol 2018; 51: 550–5 CrossRef MEDLINE
e2.Possover M: Laparoscopic morphological aspects and tentative explanation of the aetiopathogenesis of isolated endometriosis of the sciatic nerve: a review based on 267 patients. Facts Views Vis Obgyn 2021; 13: 369–75 CrossRef MEDLINE
e3.Niro J, Fournier M, Oberlin C, le Tohic A, Panel P: Endometriotic lesions of the lower troncular nerves. Gynécol Obstét Fertil 2014; 42: 702–5 CrossRef MEDLINE
e4.Possover M: Five-year follow-up after laparoscopic large nerve resection for deep infiltrating sciatic nerve endometriosis. J Minim Invasive Gynecol 2017; 24: 822–6 CrossRef MEDLINE
e5.Siquara de Sousa AC, Capek S, Howe BM, Jentoft ME, Amrami KK, Spinner RJ: Magnetic resonance imaging evidence for perineural spread of endometriosis to the lumbosacral plexus: report of 2 cases. Neurosurg Focus 2015; 39: E15 CrossRef MEDLINE
e6.Arányi Z, Polyák I, Tóth N, Vermes G, Göcsei Z: Ultrasonography of sciatic nerve endometriosis. Muscle Nerve 2016; 54: 500–5 CrossRef MEDLINE
e7.Roman H, Dehan L, Merlot B, et al.: Postoperative outcomes after surgery for deep endometriosis of the sacral plexus and sciatic nerve: a 52-patient consecutive series. J Minim Invasive Gynecol 2021; 28: 1375–83 CrossRef MEDLINE
e8.Danielpour PJ, Layke JC, Durie N, Glickman LT: Scar endometriosis – a rare cause for a painful scar: a case report and review of the literature. Can J Plast Surg 2010; 18: 19 CrossRef MEDLINE

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Der klinische Schnappschuss

Alle Leserbriefe zum Thema

Stellenangebote